Wie Blut abnehmen gegen den Willen einer rabiaten knapp 7jährigen?

  • Ja, Frage steht im Titel.


    Meine Kleine hat gelegentlich Gelenkschmerzen. Heute auch und sie meint, der Nacken tue ihr weh. Wenn ich frage, ob er ihr steif vorkommt, bejaht sie das. Gelegentlich hat sie Kopfschmerzen.


    Kann völlig harmlos sein, aber letzten Sommer war sie mit Papa im Wald und am Tag drauf fand ich über 10 Zecken an ihr. Ich frage mich, ob sie eine Borreliose haben könnte.


    Um das zu überprüfen, müsste man ja nun ihr Blut untersuchen. Das will sie auf keinen Fall, weint verzweifelt. Sie hat Angst, dass das weh tut. Ist ja vielleicht auch so. Mit Emla-Pflaster kann ich sie nicht beruhigen, die letzte Impfung fand sie trotz Pflaster schmerzhaft.


    Was machen wir da bloß?

  • Geht bestechen? Würde ich, wenn Du eine Chance siehst, gnadenlos machen.


    Der gute alte Gummibärchentrick? In jede Hand ein Gummibärchen und direkt nach dem Blutabnehmen essen?

  • Beim Arbeitsamt nach zwei arbeitslosen Türstehern fragen?


    Ich weiß nicht hilfreich. Alleine ich bewundere das Problem und weiß keine Lösung.


    Zumindest vermute ich, dass ein "Ja, kann sein dass es kurz wehtut, aber dann wissen wir woran wir sind und wir können Dir ein Medikament geben, dass die Nackenschmerzen weggehen, nicht zieht.

  • Ich würde auf Überzeugen setzen.

    Es gar nicht machen (war mein erster Gedanke) geht ja in dem Fall eher nicht, Borreliose wäre echt wichtig auszuschließen (oder zu behandeln).


    Nun ja, nicht sehr hilfreich, ich weiß.

    Wie gut ist denn Eure Kinderärztin? Unsere ist so gut und einfühlsam und überzeugend und vorsichtig und geschickt, dass das Blutabnehmen dann immer ging, wenn es eben wirklich nötig war. Vielleicht kannst Du das mit ihr mal (am Telefon) vorab besprechen?

  • Und wirklich: EMLA, reichlich und lang vorher aufgetragen, hilft beim Blutabnehmen deutlich besser als beim Impfen (zumal man die Impfung oft auch noch länger merkt, Blutabnehmen normalerweise nicht )

  • Wir hatten das vor Kurzem auch. Ich habe sie, da es wirklich war, vor die Wahl gestellt: Festhalten oder freiwillig. Sie hat sich dann zum Glück für freiwillig entschieden. Bei so wichtigen Sachen gibt es leider keine Diskussion.

  • Und das Emla unter Frischhaltefolie statt Pflaster (Tipp aus dem Forum. Gold wert! Pflaster abmachen tut auch weh)


    (Beim Impfen ist das fiese an sich, wenn der Impfstoff gespritzt wird Das brennt und drueckt. Da hilft auch kein EMLA)


    Immer wieder drueber reden, dass es notwendig ist.


    Beim Blutabnehmen:

    Die routinierteste Abnehmerin darum bitten.

    Ablenken (Ein Wimmelbild anschauen und etwas suchen, ein Filmchen auf dem Telefon, singen....)

    Ich habe bisher bei allen meinen Kindern den Arm selbst festgehalten und den ”Rest” des Kindes umarmt und versucht abzulenken. Mnachal ist es aber besser, wenn jemand anders den Arm hält.

    Danach etwas Schönes machen.


    (Wäre eine kapilläre Blutentnahme möglich? Pieks in den Finger? Wäre ihr das lieber? Da kann man allerdings schlecht betäuben und muss manchmal etwas ”melken” um auf die gewuenschte Menge Blut zu kommen.

  • hat bei euch schon ein Arzt gesagt, dass es eine Blutabnahme braucht? Für mich hört sich das auch sinnvoll an, aber bei uns würde direkt ein AB gegeben, weil man die Stelle zum Tei noch sah. Ich hatte nur einen dicken Pickel am Ohrläppchen gesehen. Die Zecke war eigentlich wo anders. Das war dann wohl deutlich genug und es wurde nicht Blut abgenommen.


    Gibt es sonst im Bekanntenkreis Menschen denen sie vertraut die das machen könnten und dort eine Ausbidung haben?

    ich mache jetzt Pause und schaue nur noch ab und zu ins Forum. #rabe

  • W hatten kürzlich eine ähnliche Situation - es musste zwingend Blut abgenommen werden. Wir haben im Vorfeld erklärt und auch eine Entschädigung (Geschenk) in Aussicht gestellt. Wir haben aber auch dem Team in der Arztpraxis vertraut, dass sie wissen, wie sie bei einem Kind Blut abnehmen, das sich wehrt. Es ging leider nur mit Festhalten und gegen den Willen des Kindes. Eine Helferin hat mir geholfen ihn fest zu halten und eine hat Blut abgenommen. Aber es dauerte nicht lange, unser Sohn wusste, dass es zu seinem Wohl ist, und er bekam danach sein Geschenk. Ich fand es schlimm, aber ich würde es wieder so machen, wenn es sein muss.

  • Ähhhh... 4 Personen, viiiiiiel Geduld und Schweiss und irgendwann einfach Augen zu und durch.


    Ich habe so ein Modell hier. Arzthelferinnen bekommen Stressflecken im Gesicht, wenn sie uns sehen, Ärztinnen überweisen uns in Rekordschnelle...


    Was hilft? Sich selbst und das Personal gut vorbereiten. Mit dem Kind vorher in Ruhe besprechen, dass es keine Alternative gibt. Was meint es, was ihm hilft?


    Konkret: Salbe mit Frischhaltefolie ist besser als Pflaster - die tun nämlich sch*** weh beim Abreissen und dann soll kind noch hinhalten zum Pieksen?! So zumindest sagt das mein Sohn.


    Aber im Grunde: Augen zu und durch... und ich übe mich auch schon in Geduld, denn in zwei Wochen steht bei uns was an. Wobei, der letzte Nasen-Rachen-Abstrich war schon gar nicht mehr soooo schlimm. Mit 9 spüren wir also erste Verbesserungen. ;)


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Oh je, genau unser Thema. Erstens steht Tetanus Impfung an, zweitens muss ein Blutbild gemacht werden. Beides ist meines Erachtens wirkich wichtig und beides ängstigt sie.

    Ich dachte, hey, erst die Impfung, Emla davor, geht ja schnell, aber so wie ihr das hier jetzt erzählt eher nicht... Also doch lieber erst die Blutabnahme? Weil wenn das erste sehr schlimm wird, wird sie sich auf keinen Fall auf einen neuen Termin einlassen.


    Ich verstehe dein Problem also vollkommen, und auch hier, absolut unbestechliches Kind.


    Ich finde zu allem Überfluss auch noch Spritzen aller Art selber echt furchtbar und habe ein schlimmes Erlebnis in der Kindheit gehabt mit festgehalten werden und einer Spritze - das könnte ich bei ihr also auf keinen Fall machen.

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...

  • Kann da vielleicht dein Mann mit?

    Hebt man den Blick sieht man keine Grenzen #rose

  • Als Ärztin finde ich es wichtig, dass die Kinder wissen, was passiert.

    Ich befürworte es daher, wenn die Eltern schon vorher mit dem Kind darüber sprechen, dass Blut abgenommen wird, das es dabei uU festgehalten wird und warum.

    Ich lüge auch kein Kind an, wenn es fragt, ob es weh tut.

    Ja tut es, aber kurz.


    Zum festhalten noch: vorab überlegen, ob man als Eltern im stande ist, das Kind wirklich ausreichend zu fixieren. Falls man da Zweifel hat, dann ggf diesen Part gleich an die Praxismitarbeiter abgeben und nur am Kopf dabei stehen und kuscheln/ablenken was auch immer.

    Manchmal hilft es zur Ablenkung, zusammen zu pfeifen, Flugzeuggeräusche zu machen oä, besser als reden oder singen.

  • je, genau unser Thema. Erstens steht Tetanus Impfung an, zweitens muss ein Blutbild gemacht werden. Beides ist meines Erachtens wirkich wichtig und beides ängstigt sie.

    Ich dachte, hey, erst die Impfung, Emla davor, geht ja schnell, aber so wie ihr das hier jetzt erzählt eher nicht... Also doch lieber erst die Blutabnahme? Weil wenn das erste sehr schlimm wird, wird sie sich auf keinen Fall auf einen neuen Termin einlassen.


    Ich verstehe dein Problem also vollkommen, und auch hier, absolut unbestechliches Kind.


    Ich finde zu allem Überfluss auch noch Spritzen aller Art selber echt furchtbar und habe ein schlimmes Erlebnis in der Kindheit gehabt mit festgehalten werden und einer Spritze - das könnte ich bei ihr also auf keinen Fall machen.

    Beides an einem Termin geht nicht?

  • Unsere Ärztin hat das damals super gemacht. Sie hat mit dem Kind zusammen ein Lieblingslied gesungen, bzw wir alle im Raum, auch die Arzthelferin, und ich sollte zeitgleich den anderen Arm etwas drücken/leicht kneifen.


    Evt ein Tipp wie es nicht so schlimm wird.

  • Mein Kind singt ja sehr gern - wir singen oft. Tatsächlich hat das geholfen: Arzthelferin-Lernende zauberte eine Spieluhr hervor, Arzthelferin fixierte Beine, ich Arm und Brustkorb (auf meinem Schoss) und summte gleichzeitig das Lied ganz tief mit - wir waren Brust an Brust. Die andere Arzthelferin hatte dann nur noch einen Arm und eine Spritze zu handeln, das ging.


    Also ja, möglichst gemeinsam summen, brummen, tönen... kann sehr helfen.


    Liebe Grüsse


    Talpa