Finde nur ich die Regenbogen-Aktion-Diskussion scheinheilig?

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  • Und wenn es ein Trend ist, mir ist es recht.

    Auch Trends können in der Bevölkerung was bewegen.

    Mir ist die Kinnlade heruntergeklappt, als mein erzkonservativer Vater sich eine queere Zahnärztin gesucht hat - das Konzept kannte er schon aus seinen Vorabendserien.

    Und wenn die einstigen Pöbler, die homosexuelle Kinder früher enterbt hätten, das jetzt nicht mehr tun, weil es in der Gesellschaft angekommen ist - ist doch super!

  • Und wenn es ein Trend ist, mir ist es recht.

    Auch Trends können in der Bevölkerung was bewegen.

    Mir ist die Kinnlade heruntergeklappt, als mein erzkonservativer Vater sich eine queere Zahnärztin gesucht hat - das Konzept kannte er schon aus seinen Vorabendserien.

    Und wenn die einstigen Pöbler, die homosexuelle Kinder früher enterbt hätten, das jetzt nicht mehr tun, weil es in der Gesellschaft angekommen ist - ist doch super!

    Genau das!

    Jede Person, die etwas anfängt nachzudenken, ist ein Fortschritt.


    Das ist ein bisschen so, wie wenn frau das Näschen rümpft, weil jetzt plötzlich so viele Menschen das Wort Nachhaltigkeit kennen. Ja, mir ist der Klimawandel schon seit 20 Jahren präsent - bin ich deshalb kompetenter oder berechtigter, ihn zu thematisieren?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • In meiner Bubble, die grundsätzlich sehr bunt und divers ist, kamen heute die ersten Stimmen in Sachen Scheinheilig, Pinkwashing, auf den Trendzug aufsprinegn ...

    Habe darauf das hier geantwortet:


    Man kann jetzt übrigens zynisch feststellen, dass Regenbogenfarben nichts ändern, die UEFA ein geldgieriger Verein bleiben wird und überhaupt alles ganz doll schief läuft und man sich das alles sparen kann.
    Man kann aber auch mal wahrnehmen, dass in jeder Mannschaft vermutlich mindestens ein queerer Spieler ein Meer aus bunten Farben sieht. Und ob das zu Outings führt oder nicht: Es gibt innerlich Mut und Support und manchmal reicht das auch.
    Nein, wir retten nicht die Welt mit bunten Farben. Aber wir machen sie für irgendwen vielleicht ein kleines bisschen weniger scheiße. Das ist es wert.


    _____________________________________



    Grundsätzlich sehe ich kein politisches Symbol darin, das Stadion in den Pridefarben leuchten zu lassen. Dies zu verbieten - das ist das politische Symbol. Und darauf gibt es nun Gegenwind - und das finde ich großartig.

    Und ja, ich verstehe, dass es irritiert, wenn da Leute mitmachen, die gestern selbst noch homophob waren und es morgen vermutlich wieder sein werden. Aber der eine oder die andere wird sich dadurch vielleicht auch endlich mit dem Thema auseinandersetzen.

  • Irgendwie ist das an mir vorbei gegangen und als ich gerade auf Facebook guckte, wunderte ich mich über die Regenbogenkreise.

    Ach so.


    Naja, ist doch ok so. Warum nicht. Bei uns flaggt die Re.we Gruppe auch seit Wochen Regenbogen.

  • Die Auseinandersetzung mit dem Thema und dass es jetzt so präsent ist, finde ich auch sehr gut.

    Aber man darf eben nicht nur mit dem "Regenbogenfinger" auf Orban zeigen. Sondern sollte im eigenen Umkreis schauen. Im eigenen Verein, in der Bundesliga, in der Stadt, in unserem Rechtssystem etc.

  • Puh, ich habe mich jetzt informiert und finde das ungarische Gesetz schon sehr schlimm!!


    Absolut richtig dagegen in die Öffentlichkeit zu gehen.

  • Davon abgesehen finde ich die Entscheidung der UEFA nachvollziehbar:

    Sie sollte sich nicht politisch gegen einzelne Länder stellen und Partei ergreifen.


    Aber die Diskussion, Aufmerksamkeit, Regenbogenflaggen finde ich doch ne gute Sache. Kann ja jeder selber machen, muss ja nun nicht die UEFA sein.


    Kann ja jeder sein eigenes Haus bunt anstrahlen, wenn er mag. Das von der UEFA zu verlangen finde ich zuviel verlangt.

  • Sie sollte sich nicht politisch gegen einzelne Länder stellen und Partei ergreifen.


    Wenn wir hier beschließen, Vielfalt und Diversity zu feiern, muss sich ein Orban davon einfach mal nicht angemacht fühlen. Fertig.

    Das ist ein Zeichen für UNS alle. Nicht gegen jemanden.

  • Diejenigen, die die Macht haben, der UEFA (oder der FIFA) die "Regenbogenkarte" zu zeigen sind wir - indem wir den Fernseher heute Abend (oder auch während der WM im homophoben Katar) auslassen. Das,wäre (In der Masse) wirksamer als alle Facebook-Regenbogenprofile gemeinsam.

  • Ich fand die Formulierung "immense Trotzenergie der sozialen Medien" von Lobo extrem geil.


    Fußball interessiert mich weniger als der sprichwörtliche Sack Reis, aber wenn ich ein Stadtratsmitglied von München wäre, würde ich überlegen, das Stadion an allen restlichen Junitagen zum Regenbogen zu machen und exakt für die Dauer von Einlass und Spiel eben nicht...


    Aber wir haben als LGBTQ*-Familie sowieso seit Anfang Juni die Regenbogenflagge gehisst. Und (hallo, Trotz) jetzt überlege ich, sie runterzunehmen, damit keiner denkt, hier interessiert sich irgendwer für Fußball. #hammer

  • Die Auseinandersetzung mit dem Thema und dass es jetzt so präsent ist, finde ich auch sehr gut.

    Aber man darf eben nicht nur mit dem "Regenbogenfinger" auf Orban zeigen. Sondern sollte im eigenen Umkreis schauen. Im eigenen Verein, in der Bundesliga, in der Stadt, in unserem Rechtssystem etc.

    Genau das meine ich. Der Regenbogenfinger, der auf Orban zeigt. Genau das. Ich bin durch Mann und Kinder und auch schon früher durch Ex-Freunde viel auf deutschen Sportplätzen und in Stadien unterwegs gewesen und bin es immernoch. Was da in der Kabine, auf dem Platz und daneben abgeht, kann der DFB nicht mal eben mit dem Verteilen von Fähnchen kompensieren. Da sollte es eine viel stärkere Sanktionierung von Seiten des Verbandes geben, wie es zum Teil beim Thema Rassismus nun endlich passiert. Warum wohl gibt es keinen aktiven Spieler, der sich geoutet hat? Philipp Lahm rät sogar davon ab sich als Aktiver zu outen.


    Darauf aufmerksam machen und Vielfalt feiern und so weiter und so fort - sehr gern.

    Aber das Problem sind nicht nur die anderen.

  • Was mich irritiert:


    UEFA ist ein machthunriger geldgieriger Saftladen, keine Frage. Irgendwelche Spiele sollen in Qatar stattfinden, andere fanden in Brasilien statt (welche WM war das?) Auch in Deutschland ist Homophobie ein Problem, vor allem in Profisport. Aber aufgrund dessen soll das Thema Pride und Zeichen gegen Ungarn fallen gelassen werden?


    Sicher sind da einige Leute dabei, für die es erst jetzt ein Thema wird oder sie es noch nicht wirklich ernst meinen. Ja ist so.


    Dennoch ist es nicht wichtig, dass Thema immer mehr unter Leute kommt.


    Kann ich mich nur zu Themen äußern, für die ich mich lange interessiere und die Einstellung länger vor mich hertrage?


    Ich meine, dann brauchen wir überhaupt keine Aktionen, #liebegewinnt könnten wir direkt auch mit begraben. Denn die Kirche bringt wohl niemand dazu Homosexualität als normal zu bezeichnen.


    In Ländern wie in Ungarn, wo Homosexualität Bestandteil von irgendwelchen Gesetzen mit Sanktionen ist, ist es gefährlich homosexuell zu sein.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Ja, wir sind fussballtechnisch auch stark eingebunden.


    Das ist eine andere Welt, in der Jungs, die nicht hart genug trainieren, regelmässig als Mädchen bezeichnet werden. In der es nur ums Gewinnen geht, weinen absolut verpönt ist.

    In der mehrmals die Woche gemeinsam geduscht und umgezogen wird, in der Mädchen offiziell in den Jugendmannschaften mitspielen sollen, es aber so wenig Mädchen in den Mannschaften gibt, dass Jedes auffällt auf den grossen Turnieren mit 100 und mehr Kindern und vielleicht davon 3-4 Mädchen.


    Die Jungs im Team sind so eng, auch körperlich, es fällt mir sehr schwer vorzustellen, dass ein schwuler Junge hier keine Probleme hätte in der Pubertät.