Kiefer zu weit hinten - Korrektur mit 13?

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  • Liebe Raben,


    ich bin so geschockt und traurig.


    Was war ich beeindruckt, (irgendwie stolz...) und glücklich, dass meine Tochter so einen "Riesenschuss" gemacht hat im letzten Winter. Plötzlich hatte sie einen ganz anderen, so erwachsenen Gesichtszug, die Klamotten waren alle zu klein, ich glaube, sie war binnen kürzester Zeit 7 cm gewachsen. Sie ist gerade jetzt im Sommer 13 geworden.

    Obwohl sie immer noch 4 Milchzähne hat (so war mein Denken), sind wir zum Kieferorthopäden gegangen, und seither mache ich mir schwerste Vorwürfe.

    Denn

    sie braucht nicht etwa nur eine Zahnkorrektur, sondern oh nein, eine Kieferkorrektur und das Zeitfenster dafür ist eigentlich fast schon vorbei, erklärte uns der KO. Um jetzt noch etwas zu reißen, müsste sie einen "Doppeldecker" mindestens 16h am Tag tragen, besser mehr. Und der Erfolg sei nicht garantiert, für den Fall nämlich, dass ihr Kieferwachstum schon abgeschlossen sei.

    Ich bin am Boden zerstört, denn sie ist unheimlich aktiv, trifft sich ganz viel mit ihren Freundinnen und da würde so ein Riesending im MUnd natürlich sehr stören. Ihre ganze Lebensart beruht auf Treffen und Quatschen.


    Als Alternative wurde uns genannt:

    die verbliebenen 4 Milchzähne schnellstens ziehen, damit der Zahnwechsel beschleunigt wird, und dann ein (kostenpflichtiges) Scharnier in die feste Spange einbauen. Und auch da gilt: geht es noch?

    Wer kennt so eine Situation? Wer hat den frühzeitigen KO-Besuch auch verpennt, so wie wir?

    Wir sind "Spätzahner", der große Bruder hat ein Prachtgebiss, alles okay, aber ebenfalls noch 2 Milchzähne, er ist 15. Dessen Milchzähne werden jetzt gezogen, aber das ist ja, weil der Kiefer okay ist, eine völlig andere Nummer.

  • Ich würde als allererstes mind. einen weiteren KFO aufsuchen und weitere Meinungen einholen. Auch da gibt es verschiedene Meinungen zum selben Thema

  • Hat sie denn Schmerzen oder dauerhafte Probleme?

    Was passiert, wenn man das nicht tut, was der KO vorschlägt?


    Ich würde in jedem Fall eine Zweitmeinung einholen.

    Röntgenbilder kann man sich mittlerweile per Mail schicken lassen.

    Manche Krankenkassen haben Teleärzte, die schauen sich Röntgenbilder an, möchten evt ein Foto zusätzlich und erklären auch was dazu.

  • Ich stimme zu. Unsere 1. KO war auch so in Hauruckmodus. Die zweite etwas entspannter. Und letztendlich hat dann alles gepasst

  • Also zuallererst mal, "Doppeldecker" sind gar nicht so fürchterlich.

    Auch damit kann kind reden, es braucht aber ein bisschen Übung, vor allem mit dem Spucke schlucken #freu

    Ich selbst hatte viele Jahre einen Aktivator wegen meiner Zahn-und Kieferfehlstellung.

    Leider war das bei mir nicht erfolgreich. Ist aber halt auch schon sehr lange her.

    Mittlerweile gibt es da viel bessere Möglichkeiten.

    Weißt du zufällig, welche Art "Doppeldecker"? Bionator, Fränkell III , Aktivator?


    Ich bin quasi so eine, die diese Spangen herstellt.

  • Bei meinem Sohn wurde es auch "verpennt", der ist erst jetzt mit 17 in KFO-Behandlung und sehr wahrscheinlich werden wir um eine OP nicht herumkommen, weil da allein mit Spange nicht mehr viel zu machen ist - allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einer 13jährigen das Kieferwachstum schon abgeschlossen ist, uns wurde gesagt, der Kiefer wächst noch ein paar Jahre und eben deshalb wäre eine Spangenkorrektur nur unter Vorbehalt vielversprechend.

    Allerdings würde man die sowieso im Vorlauf einer OP auch machen, deshalb ist das nie verlorene Zeit.

    Ich würde da erstmal durchatmen und eine zweite Meinung einholen, bei einer 13jährigen kommt mir diese Diagnose schon sehr fatalistisch vor!

    Ich habe sogar drei Meinungen eingeholt, die kamen weitgehend zu demselben Schluss, nur das Prozedere wäre unterschiedlich, deshalb gehen wir es jetzt erstmal doch mit Spangenbehandlung an und sehen dann weiter.

  • Wer kennt so eine Situation? Wer hat den frühzeitigen KO-Besuch auch verpennt, so wie wir?

    Wir sind "Spätzahner", der große Bruder hat ein Prachtgebiss, alles okay, aber ebenfalls noch 2 Milchzähne, er ist 15. Dessen Milchzähne werden jetzt gezogen, aber das ist ja, weil der Kiefer okay ist, eine völlig andere Nummer.

    Meine Tochter ist 15 Jahre, hat noch Milchzähne (die Anzahl weiß ich grad nicht) und genau deshalb waren wir noch nicht beim Kieferorthopäden. Ich weiß genau, dass es darauf rauslaufen würde, was man uns alles erzählt und warum wir noch nicht da waren. Aber ich bekomm echt Anfälle, wenn ich sehe wie überall bei so vielen Kindern gesunde Zähne gezogen werden für Spangen. Kann es wirklich sein, dass bei so vielen Kids die Kiefer zu eng usw sind?

    Viele Kieferorthopädische Eingriffe sind ja in erster Linie ne optische Sache. Und leider ist das inzwischen ein sehr gut laufendes Geschäft.


    Meine würde derzeit die Behandlung auch verweigern, von daher ist es derzeit kein Thema. Sie weiß, dass da evlt. noch was anstehen könnte.

  • Hier sollten beim einen Kind auch dauernd Milchzähne gezogen werden, weil sonst kein Platz für die bleibenden sei. Beim anderen Kind hätten die Weißheitszähne, die noch nicht einmal fertig angelegt sind, dringendst operativ entfernt werden sollen.


    Wir haben dann den Arzt gewechselt, also jedes Kind hat jetzt nen anderen neuen Arzt. Beide sehen diese dringenden Notfälle total entspannt und wir warten und beobachten z.T. schon 2 Jahre und die Zahnstellungen beider Kinder haben sich durch Nichtstun sehr positiv verändert #weissnicht

  • Ich würde trotzdem zeitnah eine Zweitmeinung einholen.

    Eine Kieferfehlstellung ist ja was anderes als eine Zahnfehlstellung.

    Da ist das Zeitfenster halt irgendwann zu während man eine Zahnfehlstellung bis ins Erwachsenenalter behandeln kann.

    Ich schreibe immer vom Handy, darum leider nur meistens kurz und knapp. :)

  • So sieht es aus.

    Kieferfehlstellungen können sehr schmerzhafte Folgen in späteren Jahren haben.

    Ich weiß leider mittlerweile, von was ich rede.


    Aber auch Zahnfehlstellungen können diese Folgen haben.

    Nicht alles ist nur der Schönheit wegen.

    Es gibt strikte Vorgaben, ab wann eine Fehlstellung von den Krankenkassen bezahlt werden.

    Da braucht es deutlich mehr als nur ein etwas schiefes Zähnchen.


    Solche pauschalen Aussagen machen mich echt stinkig.


    Zu den Weisheitszähnen: auch wenn viele Zahnärzte die sehr gerne erhalten wollen, es macht leider sehr oft Sinn, diese zu entfernen, weil die ansonsten gerne mal die kompletten Frontzähne verschieben.

    Auch da weiß ich, von was ich rede.... sowohl beruflich als auch aus eigener Erfahrung.


    Ich finde es immer wieder lustig, wenn Berufsfremde meinen, sie wüssten es besser als die Behandler #rolleyes

    Klar, eine Zweit-oder Drittmeinung ist ok, aber grundsätzlich erstmal bösen Willen unterstellen ist echt unverschämt.

  • Ich hab extreme Schmerzen die vom Kiefergelenk kommen und stell mir schon die Frage, ob die durch die jahrelange kieferorthopädische Behandlung kommen.


    Das Geschäft um die Zähne blüht. Für mich ist die Vielzahl der Behandlungen wo es auch noch jede Menge Zuzahlung gibt einfach auffällig. Man weiß in andern Bereich im Gesundheitssystem auch, dass oft lieber schneller operiert wird, weil es mehr Geld dafür gibt bzw. man auf ne bestimmte Zahl von OPs kommen muss. Warum sollte das im Zahnbereich anders sein.

  • Elfchen , es gibt in dem Bereich nun mal einige, die extrem schnell die Preisliste der Zuzahlungen zücken.

    Nicht alle, klar, aber ich hab aus den Berichten im Bekanntenkreis schon oft den Eindruck, da wird gern mal die teuerste Lösung mit allem drum und dran verkauft, weil nur diese das einzig wahre ist. Und das erste, was auf den Tisch kommt, ist die Preisliste.

    Wir haben bei j. Auch den kfo gewechselt, ich hab mich schlicht nicht gut genug beraten gefühlt. In der 2. Praxis lief es um Welten besser und s. Ist jetzt auch dort. Bei beiden war eine Behandlung klar nötig, aber in welchem Umfang, darüber gingen die Meinungen dann doch ziemlich auseinander.


    Ich kanns auch bei Orthopäden z. B. Gut verstehen, wenn die Patienten gern noch woanders nachfragen, wenn der erste Orthopäde gleich ne OP nahe legt...

    LG H. mit J. (17,5) und S. (bald 12)

  • Ich hatte auch so einen Doppeldecker wegen Unterbiss, aber wegen verpennter KO-Behandlung?! Ich bin mir sicher die allermeisten bei meinem KO früher hatten so ein Ding zu Anfang und wir waren klassenweise beim gleichen.


    Mein Kind ist fast 11 und ich frag jedes Mal beim Zahnarzt wegen KO und der sagt immer es gebe eine "Ruhezeit" beim Zahnwechsel, die hat mein Sohn gerade und es werde erst in eins, zwei Jahren weitergehen und wir sollten bloß nicht zum KO gehen, der würde sicher was machen wollen - aber vor allem wolle der Geld verdienen. Ich frag nächstes Jahr wieder und dann mal sehen.


    Mach dir keine Vorwürfe und hole dir eine Zweitmeinung!

  • Ich weiß, dass ein Sohn von homunkulus eine feste Spange mit Herbstscharnier hatte, das klingt so wie bei deiner Tochter.

    Bei ihm wurde die Behandlung viel später begonnen, ich glaube mit 16. Ich glaube aber, bei Mädchen muss man sowas früher machen.

    Sie waren in der kieferorthopädischen Abteilung der Uniklinik, was ich deshalb weiß, weil sie begeistert alle dorthin schickt (uns z.B.😁) Dort bekommst du einfach nichts kostenpflichtiges empfohlen.

  • Mein Kind ist fast 11 und ich frag jedes Mal beim Zahnarzt wegen KO und der sagt immer es gebe eine "Ruhezeit" beim Zahnwechsel, die hat mein Sohn gerade und es werde erst in eins, zwei Jahren weitergehen und wir sollten bloß nicht zum KO gehen, der würde sicher was machen wollen - aber vor allem wolle der Geld verdienen.

    Das finde ich, mit Verlaub, eine bodenlose Frechheit allen Kieferorthopäd*innen gegenüber.

    Er ist Zahnarzt, nicht mehr und nicht weniger.

    Kieferorthopäd*innen haben dazu noch eine Facharztausbildung. Und das aus gutem Grund.

    Die Kinder, deren Spangen ich herstelle, sind in der Regel so 11/12/13.


    Ehrlich, das unterscheidet sich grad nullkommagarnicht vom Lehrer*innenbashing, was hier auch gerne mal vorgeworfen wird.

  • Ich weiß, dass ein Sohn von homunkulus eine feste Spange mit Herbstscharnier hatte, das klingt so wie bei deiner Tochter.

    Bei ihm wurde die Behandlung viel später begonnen, ich glaube mit 16. Ich glaube aber, bei Mädchen muss man sowas früher machen.

    Sie waren in der kieferorthopädischen Abteilung der Uniklinik, was ich deshalb weiß, weil sie begeistert alle dorthin schickt (uns z.B.😁) Dort bekommst du einfach nichts kostenpflichtiges empfohlen.

    Siehste mal, ich war über 10 Jahre lang Patientin einer kieferorthopädischen Abteilung einer Uniklinik und ich würde das nicht mehr machen und auch nicht empfehlen #weissnicht

    Die kochen auch nur mit Wasser...

  • Danke für die vielen Antworten, toll!

    Also erstmal liegt mir was dran zu sagen, dass das nichts mit "Schönheit" zu tun hat. Fehlstellungen können in späteren Jahren ganz üble Folgen haben, das wurde uns für diesen Fall meiner Tochter ganz ruhig von unserer Zahnärztin erklärt, und ich weiß es auch selbst, von früher. Ich finde übrigens das Gebiss meiner Tochter sehr schön, es ist eben ihres und individuell. Wir mögen es, die Zähne sind in sich auch gerade.

    Zum Thema Zähneziehen: Meine Kinder verlieren einfach ihre Zähne nicht, mein Sohn zB hatte ca ein halbes Jahr lang, wie ein Haifisch:), zwei Zahnreihen vorne. Und auch, dass ein Milchzahn mit 15 dann doch mal gezogen werden muss, weil der andere eben nicht rausdrängt, obwohl angelegt, hat so rein gar nichts mit Geldverdienen zu tun. Die Ärztin hat auch noch mal eine "Selberrauswackelnzeit" eingeräumt, die jetzt aber einfach nicht mehr zu lange sein soll.

    Wir waren schon bei 2 KO, jetzt, innerhalb von 2 Wochen. Der erste hat kurz und knapp gesagt, erst lose Spange für ein Jahr, dann feste Zahnspange, und hat auf Rückfragen von mir fast patzig reagiert. Von der Sache aber deckungsgleich zum zweiten, der stark problematisiert hat.

    Meine Tochter hat 2 Gründe, warum sie von der gesetzlichen Krankenkasse die Korrektur bezahlt kriegen würde. Zum einen beißen die Unterzähne nicht auf die oberen (2mm?) und zum anderen hat sie einen Kreuzbiss- irgendwo hinten?


    Ich habe jetzt rausgelesen, dass ein "Doppeldecker" (welcher das sein könnte, keine Ahnung, lohnt es sich zu fragen?) evtl. gar nicht so belastend ist? Auch, wenn er definitiv auch teilweise tagsüber getragen werden muss?

    Ich tendiere dazu, jetzt ganz schnell anfangen zu wollen, denn ja, ich habe auch gelesen, dass Mädchen mit ihrem Wachstum deutlich früher abschließen als Jungs, und sie hatte ja diesen ungeheueren Wachstumsschub gerade? Daher tendiere ich zu einer "schnellen" Lösung mit der losen Spange, auch wenn der KO als Alternative die Feste und Scharnier benannt hat.

    Wäre so ein Scharnier denn belastend? Und was, wenn das Wachstum des Kiefers wirklich schon abgeschlossen ist - gent das dann alles überhaupt noch? Da habe ich jetzt fast die meiste Angst: sie zieht es durch, und dann ist es total frustrierend, weil sich nichts tut und sie "umsonst gelitten" hat (ich dramatisiere- aber ich bin in genau dieser Stimmung)