Homeschooling: Was würdet Ihr Euren Kindern unbedingt beibringen?

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  • Für Jugendliche:

    Auf jeden Fall eine Art "Lebenskunde":

    - was gehört alles dazu einen Haushalt zu führen (Finanzen, Einkauf, Kochen, Sauberhalten, Reparieren, Planen, ...)

    - wie funktioniert unser Steuersystem, Wahlsystem, Rechtssystem, Datenschutz ...

    - wie schreibe ich Behördenbriefe/eMails,

    - 10-Finger-Schreiben am Computer,

    - Verständnis mathematischer Zusammenhänge im Alltag (Statistik, Prozentrechnung, ...),

    - Verständnis für politische Zusammenhänge und deren geschichtlichen Hintergründe in der Gemeinde, im Bundesland, in Deutschland, Europa und der Welt, inkl. aktueller Tagespolitik

    - Verständnis für Natur und Umwelt mit allen Themen die damit zusammenhängen, insbesondere Klimakatastrophe und Artensterben und unser persönlicher Einfluss darauf

    - Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge (z.B. Wetter, Geologie, physikalische Grundlagen, ...), Grundlagen der genutzten Technik,

    - Grundlagen von Gesundheit und Ernährung

    - Internetrecherche, inkl. Interpretation und Beurteilung von Quellen, Erkennen von Fakenews, gerne englischsprachig

    - Re- und Upcycling sowie DIY-Projekte


    Ich höre ja gerne Podcasts da gibt es zu vielen Themen sehr interessante Sachen.


    Bei jüngeren Kindern auf jeden Fall Interessen fördern und dafür vielfältige Angebote für die verschiedensten Lernformen (Hören, Sehen, Lesen, Selber tun) für das Lernen mit allen Sinnen.

    Dabei können sicher nach und nach auch die o.g. Themen zentral oder am Rande eine Rolle spielen und mit aufgegriffen werden. Ich finde es wichtig, dass sie Selbstwirksamkeit erleben und Ergebnisse sehen können.

  • zur lebenspraxis wurde ja einiges schon genannt. wichtig scheinen mir zusätzlich noch die dinge/kompetenzen, die in der familie nur unzureichend vermittelt werden können und die konkreter erfahrungen bedürfen, also vor allem soziale kompetenzen wie


    - wie verhalte ich mich, wenn ich neu zu einer gruppe hinzustosse? wie finde ich meinen platz z.b. in einer gruppe fremder, gleichaltriger oder in einer gruppe von menschen, die meine interessen teilen?

    - wie vertrete ich meine meinung?

    - kompromiss-, aber auch durchsetzungsfähigkeit

    - konstruktiver umgang mit konflikten

    - umgang mit kritik und lob

    etc.

    ko_nijntje mit muck (2004), mogli (2006), miep (2007) und mimir (2011)

  • Oh ja, das wäre für die Schule großartig.

    Als Extraschulfach am Besten. Damit wäre schön viel gewonnen.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Das finde ich auch alles wichtig.


    Dazu dann noch mal zu schauen, wie und unter welchen Bedingungen verschiedene Sachen hergestellt werden.

    Zum Beispiel Handys: was braucht es, bis das Handy im Laden liegt. Über Entwicklung über die Herstellung bis zu den Rohstoffen. Stichwort seltene Erden. Was braucht es zum Abbau? Und was macht das mit der entsprechenden Region? Kinderarbeit? Schadstoffe? Profiteure (Warlords?).

    Oder Kleidung: wie und wo werden Rohstoffe gewonnen? Wie und wo werden die Sachen gefertigt? Was macht das mit der Gegend?

    Oder Nahrungsmittel: wo und wie werden die hergestellt? Das ganze System von Erntehelfern, Fleischindustrie. Der zum Teil enorme Wasserverbrauch und was das in der Gegend für Folgen hat.

  • Noch eine Stimme für Tastschreiben / 10-Finger-Schreiben. Unbedingt!

    Das ist mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil des Schriftspracherwerbs und gehört damit eigentlich in den Grundschullehrplan. Das habe ich auch vor dem Lockdown schon so gesehen und meinen Kindern entsprechend nahegebracht.

  • Zum 10-Finger-System. Das hatten sie beide in der Schule, haben es aber nicht konsequent umgesetzt und ihre eigene Technik entwickelt.


    Sie tippen aber genauso schnell wie ich (professionelle Ausbildung im Maschineschreiben und daher kenne ich auch die Schwachstellen der "individuellen Methoden"). Ich denke, das wird schwierig zu verargumentieren sein.

  • Projekte planen:

    - Recherche

    - Datenbanken/Archivieren

    - Daten strukturieren, klassifizieren, auswählen, interpretieren

    - Darstellungswechsel (Kartographie - Karten digital und analog erstellen, Diagramme in verschiedenster Form erstellen und nutzen können, Schemata und Modelle entwerfen/weiterentwickeln)

    - Präsentieren (zusammenstellen)

    - Neues entwickeln

    - Möglichkeiten der Verbreitung kennen und nutzen

    - Vernetzung

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Im Fach Biologie würde ich ganze Biotope ansehen - was sie charakterisiert, wer und was darin lebt, welche Randbedingungen das Biotop hat und welche Wechselwirkungen mit Nachbarbiotopen.

    Daran anschließend stellt sich die Frage, wie wir Menschen das beeinflussen. Beispiel: Kaufe ich Torferde für die Rhododendren, kalke den Rasen daneben und werfe den Rasenschnitt in die Biotonne, oder mache ich mir die Mühe, Komposthaufen anzulegen und umzusetzen, um den Boden fruchtbar werden zu lassen? Letzteres dauert länger und ist mühsam. Oder ein anderes Beispiel: Ökobilanzvergleich von Flussbegradigungen zum Zweck des Lastentransports auf Schiffen versus Straßenausbau und Lastentransport per LKW bzw. Schienennetzausbau und Güterzugtransporte. Das Thema ist komplexer und eher für Ältere geeignet.


    Auf jeden Fall würde ich für viel mehr direkte Erlebnisse sorgen, als sie in der Schule möglich sind! Hingehen, nachsehen, Proben nehmen, vergleichen, auswerten... vor dem Buch oder Bildschirm haben die Themen weder Duft noch Temperatur noch verursachen sie Muskelkater.

    Weitermachen. Nicht nur denken, sondern tun.

  • Wir lesen mit unseren Kindern Zeitung.

    Einzelne Artikel, die sie besonders spannend finden, vertiefen wir.

    Manchmal diskutieren wir dann, manchmal müssen wir Eltern selbst noch recherchieren.

  • Sprachen und dazu alles mögliche über ein Land wo die Sprache gesprochen wird, wenn möglich auch hinfahren und vor Ort unterrichten.


    Praktisches. Wie mache ich meine Steuererklärung und wie ist das Steuersystem aufgebaut, wie funktionieren Prämienverbilligungen und Stipendien und wie fair sind die Regelungen da. Was für Versicherungen gibt es, welche brauche ich und was für Risiken sind nicht versicherbar oder ok zu haben (das wird dann erfahrungsgemäss schnell philosophisch). Wie ist Sozialhilfe aufgebaut, was machen die "Anreize" da wieder rauszukommen mit einem. Was ist soziale Ungerechtigkeit, was ist Leistungsgesellschaft, wie sind alternative Lebensformen zur Norm, gibt es die Norm überhaupt. Kesb und ihre Schwachstellen/ ihre guten Seiten (ist bei uns halt interessant wegen der ehemaligen Pflegekinder und wegen unseres Berufes).


    Ich würde viel Wert auf einen guten Schreibstil und Rechtschreibung legen, da ist bei ins in der öffentlichen Schule wenig angekommen.

  • ohje das klingt alles so toll und so spannend uns ich wünschte, wir könnten Freilerner sein. Also falls ihr das jetzt gerade angeht VivaLaVida viel Spaß dabei!(ihr lebt nicht in D,wa?)

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...

  • Bei uns haben Reisen ganz viel angestoßen. Egal ob das Interesse für eine andere Sprache oder Schrift, andere Religionen, politische Systeme, Geschichtsthemen, im Unterwegs sein aber auch technische Dinge die einem begegnen (wie funktioniert das Wasserkraftwerk oder eine Schleuse, welche Techniken hatten die Baumeister des Ulmer Münsters für den höchsten Kirchturm der Welt?), Umweltthemen (was wird wo angebaut oder wächst dort und wie wirkt sich der Klimawandel aus, Zugang zu Trinkwasser) oder Soziales (Ernte"sklaven" in Süditalien) usw.


    Abgesehen davon findet unser junger Erwachsener das Leben sehr kompliziert. Was ist ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, wie funktioniert das System Krankenkasse oder das Rentensystem? Online-Banking, Steuern zahlen oder Rückerstattungen beantragen, Geld anlegen, Dokumente ordentlich verwalten, Bescheinigungen anfordern und irgendwo einreichen...


    Und ein paar praktische Dinge finde ich nützlich. Kochen, Fahrrad reparieren, Wäschepflege, Ordnung halten, eine Reise planen, wo möglich Grundzüge des Gärtnerns, Auto fahren


    Berufsbedingt finde ich Grundsatzwissen über die Funktionsweise von Körper und Seele essentiell

  • Das wird hier von der 1. Klasse an in (humanistischer) Lebenskunde gelehrt.


    Interessanter Thread, vielleicht finde ich heute Abend Zeit hier noch weiter einzusteigen.

  • Ich war auch so ein wissbegieriges Kind und habe sämtliche Leserätsel, die es in der Schule als Freiwilligenaufgabe gegeben hat, durchgearbeitet :) Meine Kinder sind da sehr unterschiedlich und nur sehr themenspezifisch Feuer und Flamme... heutzutage hat man ja im Internet so viele Möglichkeiten sich selbstständig weiterzubilden - mein Sohn hat mich letztens erst überrascht, weil er beim Abendessen von einer Doku über Schwarze Löcher erzählt hat, die er sich auf Youtube angesehen hat... ohne irgendeinem Arbeitsauftrag ;) Daher würde ich sagen das Thema, das die Kinder interessiert ist grundsätzlich einmal das beste Thema.

    Was generell zu kurz gekommen ist, ist je nach Schule unterschiedlich... Wenn man nicht gerade eine Tourismusschule besucht, dann gesunde Ernährung und Sprachen, wenn man keine technische Schule besucht hat, dann praktisches Arbeiten am Computer, wenn man nicht grad eine wirtschaftliche Schule besucht hat, dann auf jeden Fall das Thema Finanzen oder Unternehmensgründung ect.


    Praktische Dinge im Haushalt und Co lernen die Kinder spätestens in ihrer ersten eigenen Wohnung, wenn sie nicht schon vorher mitgeholfen haben oder sich dafür interessieren. Ich finde gerade in jüngeren Jahren ist es daher wichtig viel auszuprobieren und kennenzulernen um zu wissen, was einen interessiert und je nachdem was die Schule da bietet kann man dieses Spektrum ergänzen.

    Spiritualität ist auch etwas, das leider oftmals zu kurz kommt oder zu wenige Perspektiven bietet.

  • Meine Kinder haben sich gewünscht wieder Kunst und Naturbrut bei den Hühnern zu vergleichen. Dazu kommt dann auch noch Embryologie - wie wächst so ein Küken heran, wie entwickeln sich Zellen zu den verschiedenen Organen. Ich bin gerade schwanger da kann man Parallele zur menschlichen Entwicklung machen.


    Was mir wichtig ist: Schnellrechnen bzw. Kopfrechnen, noch ein bisschen zum Thema Aufghanistan. Was ich für meinen 10 jährigen für wichtig halte ist ein Gefühl dafür zu entwickeln was 1 Meter, 10 cm, 30 und 50 cm bedeuten, wie kann er das abschätzen mit Hilfe seinen Körpers. 50 und 100 Meter, zusammen 1 Kilometer geradeaus laufen und wissen was die Entfernung bedeutet und schätzen können. Das Gleiche in Bezug aus Zeit: 1 Minute, 5 Minuten… 15 Minuten.


    Schwierige Wörter ab und zu sehen und die Schwierigkeit erkennen um es richtig zu schreiben.

  • VivaLaVida

    aber sie schreiben mit der ganzen Hand, oder? Ich meine, auch wenn die Finger-Tasten-Zuordnung nicht ganz der Norm entspricht, ist man damit doch wesentlich sicherer als mit Zwei-Finger-Such-System. Allein die Fähigkeit am Bildschirm mitzulesen und Fehler sofort zu erkennen ist doch schon Gold wert.

  • VivaLaVida

    aber sie schreiben mit der ganzen Hand, oder? Ich meine, auch wenn die Finger-Tasten-Zuordnung nicht ganz der Norm entspricht, ist man damit doch wesentlich sicherer als mit Zwei-Finger-Such-System. Allein die Fähigkeit am Bildschirm mitzulesen und Fehler sofort zu erkennen ist doch schon Gold wert.

    Ich denke auch, es muss nicht das klassische 10-Finger-System sein, aber zumindest schnell und blind möglich.