Neugeborenes in den ersten Tagen verwöhnen, aktiv unterstützen damit es ihm gut geht.

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  • Hallo Raben,


    Eine Freundin bekommt ihr zweites Kind in den nächsten Wochen und fragte mich heute wie man sein Neugeborenes richtig verwöhnen kann im frühen Wochenbett. Beim ersten Kind lief es nicht so gut in der Klinik nach der Sectio.

    Da fiel mir nicht besonders viel ein: Baby ständig bei sich tragen oder auf sich schlafen lassen, viel nackig kuscheln, stillen, wenig Besuch, Ruhe und Stille. Das wollte sie aber nicht hören, das war ihr irgendwie klar.

    Stehe ich auf einer Leitung oder habe ich viel vergessen?


    Ich beobachte meine Babys immer genau. Mein Dritter war 8 Tage übertragen, er hatte Kohldampf, also Durst und Hunger und Mühe sein Mekonium loszuwerden. So habe ich ziemlich bald nach der Hausgeburt sein Bäuchlein massiert und er ist alles innerhalb 24 Stunden losgeworden, ich hatte nach 24 Stunden schon viel Milch. Collostrum hat er fix alles ausgetrunken in wenigen Stillmahlzeiten am ersten Tag.

    Ich glaube meine Freundin meint solche Aktionen mit „Verwöhnen“,Ich finde das Wort schwierig in diesem Kontext. Könnt ihr helfen? Was würdet ihr unter Neugeborenes verwöhnen verstehen.erzählt mal, was kann man ihnen gutes tun.


  • Ich verstehe da nix anderes als du. Bedürfnisbefriedigung und gut auf sich selbst achten.

    Sie scheint eher so Aktionen zu meinen. Dann wäre doch gutes Essen für sie selbst kochen lassen oder sowas für sie. Das Baby bekommt es ja durch die Muttermilch.

    Lieder singen, mit einer Babybürste übers Haar streicheln, rausgehen an die frische Luft.

    Keine Ahnung. Wär mir alles zu viel. Aber da ist ja jeder Mensch anders.

  • Verwöhnen find ich als Wort sehr schräg für ein Neugeborenes 🤷‍♀️

    24/7 kümmern, aber das geht doch nicht anders 🤷‍♀️ Man interagiert zusammen und lernt sich kennen…


    Vielleicht denkt sie, sie hätte was falsch gemacht beim Ersten?

  • Ich verstehe unter Verwöhnen eines Neugeborenen, es ganz in Ruhe und mit viel Nähe ankommen lassen. Kein Action, keine Aktionen, Wärme, Liebe, Zärtlichkeit, Zeit zum Schlafen, gern auch in roter Bettwäsche, damit die Farbe "stimmt", die es kennt. Wobie mir mit roter Wäsche dann vielleicht doch was zum Verwöhnen eingefallen ist, wenn sie Äußerlichkeiten meint?

  • Ich würde ihr einfach versichern, dass neugeborene kein verwöhnprogramm brauchen.

    Zeit zusammen, kein schlafen-essenslern-programm, kuscheln, sich kennenlernen.

  • Die Idee mit der roten Bettwäsche wird sie glücklich machen - das ist etwas das sie aktiv vorbereiten kann. Ich glaube auch sie möchte etwas gut machen und selbst das Gefühl haben sich vorbereitet zu haben. Ich dachte vielleicht an eine gezielte bezahlte Stillberatung nach der Geburt?

  • Neugeborenes verwöhnen würde für mich vor allem bedeuten, dass Mutter und Kind sich erst mal ausgiebig in aller Ruhe kennenlernen dürfen und möglichst nicht allzuviel Trubel.


    Nach meiner ersten Geburt lag ich mit einer Frau im Zimmer, die gerade ihr 4. oder 5. Kind bekommen hatte und gefühlt pausenlos Besuch hatte. Also nicht nur Mann und die älteren Kinder sondern auch noch weitere Leute. Das Baby kam dabei nach meinem Eindruck viel zu kurz und ich fand es einfach nur fürchterlich.


    Was für mich ggf. auch dazugehören würde: sollte es Probleme mit dem Stillen geben, möglichst früh jemanden dazuholen der sich wirklich auskennt und versuchen, dass diesbezüglich in der Klinik nicht irgendein Mist gemacht wird wie unnötig(!) mit Flasche füttern, exakte Zeitabstände einhalten

  • Ich dachte vielleicht an eine gezielte bezahlte Stillberatung nach der Geburt?

    #gruebel Das würde ich erst nach der Geburt entscheiden, falls Probleme auftreten.



    Ich weiß nicht, wie sie die Geburt plant, aber ich wäre eher für möglichst schnell wieder nach Hause und dann so planen, dass man die ersten Tage wirklich viel mit dem Baby im Bett kuscheln kann. (Essen kochen und Wäsche waschen soll bitte wer anderes machen.)

  • Ich hatte jetzt bei meinem vierten Baby ein Erlebnis in den ersten Tagen: sie war nachts sehr unruhig und wirkte verloren in dieser Welt. Meine Hebamme hatte mir in einem Nebensatz mal von der "Begrenzung" der Gebärmutter und des Bauches und des Verlustes dieser Begrenzung durch die Geburt erzählt. Das kam mir dann in den Sinn und ich habe mein Baby genommen und so an mich rangelegt und umarmt und gehalten, um ihn wieder diese Begrenzung zu geben und die große Welt kleiner zu machen. Und tatsächlich wurde sie dadurch ganz ruhig, man konnte spüren und hören, wie der Atem ruhig wurde und sie ganz selig schlief. Aber ist das Verwöhnen?! 🤔 Vielleicht eher für mich, so ganz bewusst bei diesem Baby sein zu können, etwas tun zu können (auch wenn es Rückenschmerzen verursacht) und diese Verbindung zu spüren.

  • Ich dachte vielleicht an eine gezielte bezahlte Stillberatung nach der Geburt?

    #gruebel Das würde ich erst nach der Geburt entscheiden, falls Probleme auftreten.



    Ich weiß nicht, wie sie die Geburt plant, aber ich wäre eher für möglichst schnell wieder nach Hause und dann so planen, dass man die ersten Tage wirklich viel mit dem Baby im Bett kuscheln kann. (Essen kochen und Wäsche waschen soll bitte wer anderes machen.)

    Ich denke es wird wieder eine Sectio, sie möchte vielleicht ein normale Geburt probieren. Ich bin da die falsche Person um mit ihr darüber zu sprechen. Das „möchte vielleicht“ ist für mich ein Alibi. Sie kennt mich schon sehr lange und sie weiß das ich Hausgeburt und ambulante Geburten bevorzuge. Sie möchte es jetzt gut machen da stehen aber ganz andere Probleme im Weg. Bücher die ich ihr angeboten habe wollte sie nicht, die wären zu ökig. Sie will kein Schmerz aushalten und da fällt für mich jede Bemühung mit ihr über eine normale Geburt zu sprechen und zu planen raus. Normale Geburten sind schmerzhaft und ohne Schmerz geht es dabei nicht. Eine PDA lehnt sie ab. Möchte es aber diesmal besser machen als beim letzten Kind. Hier in der Umgebung gibt es leider keine Möglichkeit eine Beleghebammen zu haben, dazu hätte ich ihr geraten.

  • Ganz unökig: zu meiner Zeit gab es von der Techniker Krankenkasse eine DVD zur Vorbereitung auf das Stillen. Die fand ich damals beim 1. Kind ganz gut gemacht und hat nach meiner Erinnerung auch rausgebracht, dass die ersten Tage ziemlich darüber entscheiden, ob das problemlos anläuft oder man in Schwierigkeiten reinläuft. Keine Ahnung, ob das beim 2. Kind noch interessant wäre - aber ich weiß ja nicht, was da bei ihrem 1. Kind schlecht gelaufen ist.

  • Mh, Neugeborenes verwöhnen. Ja, die Beschreibung finde ich auch etwas schräg.


    Wenn ich die Geschichte so lese, ginge es für mich da eher um Bestärkung der Mama. Darum mit der ersten Geburt und dem ersten Wochenbett ins Reine zu kommen oder es zumindest zu akzeptieren, dass es so war.

    Und ja, vielleicht wirklich das, was hier im allgemein als "bedürfnisorientierter Umgang" definiert wird, und oben schon mehrfach beschrieben ist.


    Wenn sie gerne etwas vorbereiten will, könnte sie Sachen für sich mitnehmen. Energieriegel/Nüsse/Stillkugeln oder was auch immer, damit sie in den ersten Tagen den Kopf frei hat.


    Ich habe beim Nachhause-Kommen aus dem Krankenhaus das Baby erstmal in mein Nachthemd gewickelt, das ich im Krankenhaus anhatte, ich dachte, der Geruch könnte etwas Schönes und Beruhigendes in der neuen Umgebung sein.


    Aber sonst fällt mir echt nichts ein.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Vielleicht sowas ganz einfaches wie ein weiches Wollmützchen für die ersten Tage, solange sie das Gefühl hat, dass das Baby sich damit wohl fühlt. Rote Bettwäsche und rotes Licht (Puffbeleuchtung) hat sich bei uns auch gut angefühlt.


    Und für den Fall, dass es wieder nicht so wird, wie sie sich das vorgestellt hat: Manche Hebammen bietet einige Wochen nach der Geburt ein "Bonding-Bad" an, davon höre ich sehr viel Gutes. Den Müttern tut das oft sehr, sehr gut. Den Babys dadurch sicher auch.

  • Ich glaube, die Rabeneltern sind in der Hinsicht einfach linguistisch verdorben. Hier klingt "Verwöhnen" immer negativ ("Verwöhn das Blag nicht, sonst tanzt es dir in fünf Jahren auf der Nase rum!" ^^), aber ich denke, außerhalb der Rabenbubble ist das Wort zu 50% immer noch positiv konnotiert à la "Verwöhnprogramm in der Therme" oder so, also einfach sich (oder dem Baby/Kind) ganz ausgiebig was Gutes tun.

    Ich würde ja versuchen, in diesen Tagen diskret irgendwie die Mama zu verwöhnen. ;)

  • Ich dachte auch schon, dass die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Kaiserschnitt hoch ist, leider. Deshalb würde ich versuchen, vor allem in diese Richtung zu planen, also: Wie das Baby nach einem weiteren Kaiserschnitt verwöhnen? Sonst ist die Enttäuschung nachher vielleicht riesengroß.


    Ich hatte genau die Situation: Sectio und beim zweiten Kind zwar natürliche Geburt geplant, lief aber aufgrund der Umstände dann eben doch auf eine zweite Sectio hinaus, die sehr heilsam für mich war, eben, weil ich den Fall zumindest mitgedacht hatte.


    Was mir einfällt:

    - Bonding Top fürs Krankenhaus und Wochenbett, evtl. sogar bei Kaiserschnitt gleich in den OP anziehen, wenn das möglich ist

    - Baby immer nahe bei sich haben (im eigenen Bett oder direkt daneben im Beistellbett)

    -.dem Baby eine Spieluhr ins Bett legen, dessen Melodie es schon aus dem Bauch kennt oder ein (babysicheres) Kuscheltier oder Schnuffeltuch, das nach Mama riecht.

    - Wärmelampe am Wickeltisch

    - Stillen nach Bedarf

    - Bonding Bad ist auch schön zum Verarbeiten

    - Viel im Tragetuch tragen (ich hatte ein kuscheliges rotes elastisches für die erste Zeit)

  • Wenn ich die Geschichte so lese, ginge es für mich da eher um Bestärkung der Mama. Darum mit der ersten Geburt und dem ersten Wochenbett ins Reine zu kommen oder es zumindest zu akzeptieren, dass es so war.

    Das lese ich da auch raus. Und in der Kombination mit dem nunja, eingeschränkten Zugang zum Thema Geburt, würde ich auch eher überlegen, wie man einen weiteren Kaiserschnitt besser über die Bühne bekommt. Hier war doch kürzlich auch ein ganz schöner Geburtsbericht mit Kaiserschnitt zu lesen. Ich glaube das kann in dem Fall dann heilsamer sein als ein verkrampfter, halbherziger Versuch eine spontane Geburt zu schaffen und dann wieder die Enttäuschung danach.

    (Geht jetzt ein bisschen weg vom Thema).


    In der ersten Zeit zu Hause finde ich vor alle viel Kuscheln wichtig, gerne auch mit Hautkontakt unter einer warmen Decke. Für die Mama eine gute Versorgung und Unterstützung.

    Wenn sie stillen möchte und sich da vorbereiten will: Ich fand dafür die Stillkinder Seite super informativ.


    Bonding Bad habe ich auch nur gutes davon gehört bisher.

  • Danke für Eure Überlegungen. Alle haben mir geholfen ihren Wunsch besser einzuordnen. Ich glaube es geht wirklich darum sie zu stärken.

  • Ich finde übrigens einen KS viel schmerzhafter als eine natürliche Geburt. Das danach ist der Horror. Da fand ich meine spontanen Geburten ein Kinderspiel dagegen.

    Ich würde ihr raten, im gewünschten KH nach dem Ablauf eines Ks zu fragen. Da gibt es grosse Unterschiede. Bei meinem letzten KS bekam ich ein Bondingtop an und das Baby kam im OP direkt auf meine Brust. Das fand ich toll.

    Ansonsten würde ich ihr sagen, das die Geburt nur ein kurzer Moment im Leben des Kindes ist. Ich hatte z. B. 2 KS und 2 spontane Geburten, davon eine HG. Aber ich spüre die gleiche Bindung zu allen 4. Da ist wirklich kein Unterschied.

  • Vielleicht wäre auch eine Mütterpflegerin eine Überlegung wert. Jemand, der die Mama umsorgt, hilft ein wirkliches Wochenbett zu haben, sich des großen Geschwisterkindes annehmen kann, für Gespräche da ist, eventuell Verwöhnmomente anleiten bzw. begleiten kann (Bad, Massage etc.).

    Viele Grüße SonnenLotte #sonne
    mit Groß (4/12) #love und Klein (3/16) #herzen