Strompreise und überhaupt: Inflation

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  • Mein Gas- und mein Strompreis beträgt seit Oktober das 2,5-fache vom vorherigen 😬


    Ich werde das irgendwie stemmen können, aber das Geld fehlt dann an anderer Stelle.

  • Anja das ist krass!!!!

    Wohnen und Versorgung in D ist so teuer und in der Regel fehlt es dann für nachhaltige Produkte. Sehr viele sind dann gezwungen, z B Lebensmittel aus minderwertiger und ressourcenfressender Produktion zu kaufen.

  • Ja genau. Ich habe 100% Ökostrom und -gas und bleibe da auch bei, aber an irgendeiner Stelle muss gespart werden (oder ich setze meine Arbeitszeit wieder auf 100%, hatte gerade schön auf 80% reduziert #heul ) - schon sehr krass diese Mehrkosten.

  • Ökogas? Ist das dann was anderes als hauptsächlich hoch treibhausaktives Methan?

    Ich hab gerade extra nachgeschaut, weil ich den Namen immer vergesse: BioLPG heißt das Zeug: biogenes liquified petroleum gas.


    Wir haben das dieses Jahr bestellt, und ich drücke mir selbst die Daumen, dass ich nicht irgendeinem Greenwashing auf den Leim gegangen bin ... #angst


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Naja, es ist eine Notlösung wenn gerade noch nichts besseres geht.


    Fürs Heizen und für Warmwasser sollten wir mittelfristig auf hauptsächlich Solarthermie mit Wärmespeicher und auf Wärmepumpen umstellen. Wenn wir die Energie der Sonne direkt speichern (im Wärmetank) oder direkt den aus Wind oder Sonne gewonnenen Strom nutzen ist das sehr viel effizienter als alles andere.


    Selbst Strom aus den ineffizientesten diskutierten Speicherarten ist noch deutlich effizienter als wenn man den Umweg über den Anbau von Pflanzen nutzt.

  • Naja, es ist eine Notlösung wenn gerade noch nichts besseres geht.


    Fürs Heizen und für Warmwasser sollten wir mittelfristig auf hauptsächlich Solarthermie mit Wärmespeicher und auf Wärmepumpen umstellen. Wenn wir die Energie der Sonne direkt speichern (im Wärmetank) oder direkt den aus Wind oder Sonne gewonnenen Strom nutzen ist das sehr viel effizienter als alles andere.


    Selbst Strom aus den ineffizientesten diskutierten Speicherarten ist noch deutlich effizienter als wenn man den Umweg über den Anbau von Pflanzen nutzt.

    Sehe ich genauso.


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Naja, es ist eine Notlösung wenn gerade noch nichts besseres geht.


    Fürs Heizen und für Warmwasser sollten wir mittelfristig auf hauptsächlich Solarthermie mit Wärmespeicher und auf Wärmepumpen umstellen. Wenn wir die Energie der Sonne direkt speichern (im Wärmetank) oder direkt den aus Wind oder Sonne gewonnenen Strom nutzen ist das sehr viel effizienter als alles andere.


    Selbst Strom aus den ineffizientesten diskutierten Speicherarten ist noch deutlich effizienter als wenn man den Umweg über den Anbau von Pflanzen nutzt.

    Wobei die Zweitverwertung von Resten/Abfällen sehr sinnvoll ist. Gerade in der Landwirtschaft fällt soviel überschüssige Biomasse an (Getreidekörner vs. ganze restliche Pflanze besonders beim Mais). Aber auch aus anderen Produktionszweigen gibt es viel biogenen Abfall. Solche Biogasanlagen gibt es auch in sehr klein: https://www.brandeins.de/magaz…energie-auf-den-schultern

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • wieso wird denn Obst und Gemüse teurer aber anderes nicht, oder anderes auch?

    Anderes auch. Getreidepreise und Rapspreise sind kräftig gestiegen. Natürlich erstmal gut für uns, wir sind Landwirte. AAAber: Düngerpreise steigen ins absolut Uferlose, bzw. Produktion wird eingestellt, es gibt kaum noch etwas zu kaufen. Wir wissen noch nicht, wie wir unsere Getreide- und Zuckerrübenfelder im Frühjahr werden düngen können. Eventuell können wir noch Gülle vom Nachbarn auftreiben, ansonsten wird es eine Kümmerernte geben. Auch die hohen Dieselpreise machen uns zu schaffen bei den Treckern.

    LG, LilliMarleen


    *`74 + Mädchen*7/03 + Junge*5/06 + Junge *5/08

  • Gerade in der Landwirtschaft fällt soviel überschüssige Biomasse an (Getreidekörner vs. ganze restliche Pflanze besonders beim Mais).

    Beim Mais wird überwiegend ja eh die ganze Pflanze verwendet. Und das Stroh ist beim Getreide mitnichten Abfall. Es hat einen großen Wert für die Bodenstruktur und auch noch einen Düngewert.

    LG, LilliMarleen


    *`74 + Mädchen*7/03 + Junge*5/06 + Junge *5/08

  • Trotzdem fällt doch Biomasse als Abfall an, oder?

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Wobei die Zweitverwertung von Resten/Abfällen sehr sinnvoll ist.

    Ja, natürlich. Aber das, was bei dir im Tank landet, ist eben keine Verwendung von Resten und Abfällen. Also jedenfalls keine sinnvolle.


    Solche flüssigen Treibstoffe braucht man dort, wo es eben nicht direkt mit Strom geht, und zwar nicht deshalb, weil niemand 10 000 Euro in eine Wärmepumpe investieren will, sondern deswegen, weil man zu weit weg ist von Stromversorgung. Schiffe oder Flugzeuge zum Beispiel.


    Und Biomasse als Feststoffe oder als Gas wäre sinnvoll als Reserve für Dunkelflauten, also für Zeiträume, wo man eben nicht mit Wind und Sonne aktuell Strom erzeugen kann.

    Im Augenblick sind die Regelungen so, dass Biomassekraftwerke einfach konstant durchlaufen, auch wenn genug anderer regenerativer Strom verfügbar wäre, weil sie sonst nichts bezahlt kriegen. Müsste dringend geändert werden.

  • Ja!

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Da der Strang wohl auch um Inflation allgemein geht, erzähle ich hier mal eine Anekdote. Der Arbeitgeber meines Mannes stellt ihm einen Firmenwagen zur Verfügung. Das ist immer ein Mietauto, das er öfters tauscht. Im Sommer gab es dann beim Tausch einen Benziner. Eigentlich war Diesel geplant, gab es aber nicht auf dem Markt. Diesen Monat sollte wieder getauscht werden. Gestern hat er erfahren, dass er kein anders Auto kriegt, weil keins zu bekommen ist auf dem Neuwagenmarkt. 18 Monate Wartezeit für Neuwagen.

    Die Autoproduktion wird vielleicht eh bald eingstellt wegen Magnesiummangel und der Mangel würde dann auch die Produktion von E-Bikes zum Beispiel betreffen.

    Es gibt zunehmend immer weniger Waren auf dem Markt, ich hab gar kein gutes Gefühl dabei. Was will man denn mit Geld, wenn man sich nix kaufen kann, weil es nix zu kaufen gibt?

  • Das mit den so gravierenden Lieferschwierigkeiten verstehe ich nicht so richtig, also diese Ausmaße. Wegen einem Frachter, der Pandemie und gestiegener Nachfrage, vereinfacht gesagt. Aber so massive Auswirkungen? Das ist so für mich nicht vorstellbar, bei dem Überangebot was vorher da war. Also nicht dass ich es nicht glaube sondern es entbehrt da meiner Vorstellungskraft. Wir waren ja immer verwöhnt, alles immer genug da. Ebenso nicht die derart gestiegenen Energiepreise. Ich arbeite in der Energiebranche und beobachte die Insolvenzen mit Sorge.

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • Ich gehe eigentlich davon aus, dass es nochmal wieder ein bisschen besser wird, aber die derzeitige Krise ist nicht einfach nur die Nachwirkung von Corona und von einem quer gestellten Frachter, sondern schon auch Folge der beginnenden Klimakatastrophe.


    Es gab große Zerstörungen durch Unwetter in den vergangenen Monaten (das war ja nicht nur im Ahrtal, sondern beispielsweise auch in China, in Japan, in Nordamerika, in Norditalien und - wobei das für unsere Industrieproduktion egal ist - immer wieder in Afrika) und es gibt große Ernte- und Produktionsausfälle durch Wassermangel und einen Ausfall in der Wasserkraft durch zu wenig Regen an vielen Stellen.

  • Das mit den so gravierenden Lieferschwierigkeiten verstehe ich nicht so richtig, also diese Ausmaße. Wegen einem Frachter, der Pandemie und gestiegener Nachfrage, vereinfacht gesagt. Aber so massive Auswirkungen? Das ist so für mich nicht vorstellbar, bei dem Überangebot was vorher da war.

    Es geht um einige Rohstoffe, bzw. Produkte. Aber das zieht dann einen Rattenschwanz nach sich.

    Das Ding ist, das erst gedrosselt wurde, dann kam es zu Verschiebungen der Marktanteile, dann gab es einen fluminanten Nachfragesprung und nun ist alles durcheinander.


    Manche Dinge sind eben nicht weniger, sondern quasi in anderen Kanälen gelandet. Und da müsste man nun massiv mehr produzieren um die alten Kanäle auch wieder adäquat zu bedienen.

    Oder die Preise der Rohstoffe sind so gestiegen, dass es sich für den Produzenten nicht mehr rechnet.

    Die Preise für Fracht (Containerpreise!) in den letzten Monaten um das 6-7 fache gestiegen.


    Wir bekommen täglich Mail von Vorlieferanten.


    Aber so schlecht ist das nicht.


    Dieses unsägliche "Just in time" System ist vorerst futsch.

    Wir haben vermehrt Anfragen von Mitbewerbern betreffend Zusammenarbeit, was wirklich Sinn macht. Einkaufsgemeinschaften bilden usw.

    Secondhandprodukte werden mehr gefragt. Wir können zb. Brutgeräte revidieren und wiederverkaufen.


    Die Produkte werden länger eingesetzt und nicht so schnell weggeschmissen.

    Auch die Aufarbeitung von Retourenwaren wird sich wieder mehr lohnen.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)