Strompreise und überhaupt: Inflation

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  • ch bin halt noch nicht ganz sicher, was wirklich Inflation ist

    Das hier ist Inflation:


    Die Gebrauchtwagen sind doch jetzt schon nicht mehr bezahlbar. Unser Auto kommt nicht mehr durch den TÜV und wir brauchen ein neues (altes). Keine Chance ein vernünftigen Preis zu bekommen. Handeln brauchst du nicht mehr. Verkäufer:innen sagen nimm es zu den Preis der da steht oder die nächsten werden es nehmen. Genau so läuft es doch schon.

    Wenn dir nichts anderes übrig bleibt als den Preis zu bezahlen, weil du das Produkt brauchst. Es gibt nicht genug Waren für die vorhandene Geldmenge. Die Waren werden aber gebraucht, weshalb jeder Preis dafür bezahlt wird und diejenigen die die Preise nicht bezahlen können gehen leer aus und haben ein riesiges Problem ihren Alltag noch am laufen zu halten.

  • In einer Inflation fällt der ganze Luxus als erstes weg, logisch.

    Nicht zwangsläufig. Wenn sich das Geld entwertet, dann muss man es ausgeben, solange es noch was wert ist. Also eigentlich heizt eine echte Inflation den Konsum, auch den von Luxus, eher an als dass da was gebremst werden würde.


    Aber mir geht es wie Daroan : Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht hauptsächlich Umstrukturierungen sind.


    Zu deiner Frage, was die Familie macht, bei denen einer der Jobs 60 km entfernt ist. Die Antwort wird sein „Rechnen“. Wenn sich der Job nicht mehr lohnt, dann wird man das dem Arbeitgeber sagen müssen.


    Man kann ÖPNV und Fahrrad übrigens auch kombinieren, per Faltrad sogar ohne erhöhte Diebstahlgefahr (hab ich ein Jahr lang gemacht für eine 100km-Pendelstrecke).


    Ansonsten gibt es noch die Optionen, die man früher hatte: Umziehen oder ein Zimmer vor Ort oder man nimmt halt einen Job der erreichbar ist.


    Edit:

    Aias, das das du da schilderst ist nicht „Inflation“ sondern das ist „der Markt regelt“. Inflation wird es erst, wenn es sich von den Gebrauchtwagen ausdehnt auf die gesamte Gesellschaft.

  • Genau das. Die Sachen werden ja nicht einfach so teurer, letztendlich regeln hier ja Angebot und Nachfrage den Preis. Ist mehr Angebot als Nachfrage, geht der Preis runter, weil die Händler ihre Ware sonst nicht los werden. Ist mehr Nachfrage als Angebot, werden die Sachen teurer, weil sich genug Menschen finden, die die höheren Preise trotzdem zahlen. Und da ohnehin nicht genug Angebot für die ganze Nachfrage da ist, gehen zwangsweise Menschen leer aus, üblicherweise die, mit wenig Geld.


    Weshalb Inflation vor allem ein Problem der ärmeren Bevölkerungsgruppen ist, wo das Geld vorher oft schon kaum bis zum Monatsende gereicht hat und die nun auch im Regelfall nicht plötzlich mehr verdienen, mehr Sozialhilfe erhalten, etc. #hmpf


    Das bezieht sich ja letztendlich auf alles. Das Auto, den Strom, Elektrogeräte, aber irgendwann auch auf Kleidung, Nahrungsmittel und co.

  • Hm, wenn ich hier durch unseren Vorort fahre reiht sich ein gebraucht Autohändler an den anderen. Die Höfe voller gleich aussehender , für mich neu aussehender Autos.

    Das kann doch auch nicht das Ziel sein.

    Warum muss ein Auto alle zwei Jahre ausgetauscht werden? Man kann Autos auch gut 10 Jahre lang fahren, viele auch 20 Jahre lang. Dann warzen die Rohstoffe auch für andere Sachen frei.

    Unser "neues" Auto ist ein 15 Jahre alter Opel Zafira.

    Und der ist tatsächlich wie neu. Man würde nie meinen das der 15 Jahre alt ist. Wir fahren unsere Autos wirklich bis sie auseinanderfallen.

  • Nicht zwangsläufig. Wenn sich das Geld entwertet, dann muss man es ausgeben, solange es noch was wert ist. Also eigentlich heizt eine echte Inflation den Konsum, auch den von Luxus, eher an als dass da was gebremst werden würde.

    ja das war schnell hingeschrieben, der wegfall von Luxus betrifft die mit weniger Geld und als ich das geschrieben habe hatte ich die Situation derer mit weniger Geld im Kopf. Das lässt sich natürlich nicht auf alle Schichten so verallgemeinern, da hast du schon recht.

  • Ich finde im Moment weniger die Inflation besorgniserregend als die Berichterstattung darüber. Die Inflationsrate, die wir momentan haben, ist kein bisschen besorgniserregend, in der Ausprägung gab es das immer mal wieder. Die Knappheit bestimmter Produkte wird aber extrem verschärft, wenn sich, wie z.B. letzte Woche bei Zervakis und Opdenhövel, ein sogenannter „Experte“ hinstellt und alle Zuschauer dringend auffordert, jetzt sofort alle Weihnachtsgeschenke zu kaufen, also wirklich jetzt sofort, weil es in ein, zwei Wochen absolut nichts mehr zu kaufen gibt. Wozu sowas führt, haben wir ja beim Klopapier letztes Jahr gesehen.

    Und das Schlimmste ist, dass diejenigen, die dann nicht sofort hysterisch losrennen und drei Playstations kaufen, die Blöden sind.

  • sogenannter „Experte“ hinstellt und alle Zuschauer dringend auffordert, jetzt sofort alle Weihnachtsgeschenke zu kaufen,

    Ja, schlimm.


    Der Vorteil gegenüber Klopapier ist nur, dass die Leute sich nicht alle exakt das Gleiche zu Weihnachten schenken wollen. Außerdem kann man Weihnachten auch ganz gut ohne materielle Geschenke überstehen. Klopapier ist da schon ein bisschen essentieller. ;)

  • Ich schätze, dass das Frühjahr 2020 da ohnehin bei vielen Spuren hinterlassen in Bezug auf Konsum. Vorher war man es ja ehrlich gesagt (also junger Mensch) schon gewohnt, dass man quasi alles bekommt, was man halt grade so haben möchte und braucht. Im Laden, im Internet... innerhalb von wenigen Tagen war ja praktisch immer alles verfügbar.
    Und dann kam Corona und zum ersten mal hat man manches schlicht nicht bekommen. Oder nur mit erheblichem Aufwand und kreativem Eifer. Was vorher selbstverständlich war, ging plötzlich nicht mehr so einfach. Selbst wenn einen das nicht existenziell bedroht hat, hat sich die Sicht schon irgendwie verschoben. Ich freu mich jedenfalls immer noch, wenn ich einen großen Stapel Klopapier im Laden sehe, wenn ich welches kaufen möchte #hammer

  • Ich habe das hier mit dem Neuwagen erzählt, weil es zu Inflation im Gebrauchtwagenmarkt führen wird.

    Es wird in den nächsten Jahren immer weniger Gebrauchtwagen auf dem Markt geben, weil jetzt gerade nicht mehr so viele Neuwagen auf den Markt kommen, die später Gebrauchtwagen sein werden. Auch der Gebrauchtwagen von Midna2 wurde mal als Neuwagen gekauft.

  • Es dauert wohl noch ein bisschen, bis uns insgesamt die Autos ausgehen, Aias .


    Es gibt insgesamt ungefähr 50 Mio PKW in Deutschland. Insbesondere im städtischen Raum gibt es viel zu viele davon - sie stehen überall rum und nehmen dem restlichen Verkehr (insbesondere Fahrrad und Fuß) den Platz weg.


    Dass die heutigen Neuwagen die Gebrauchten von in ein paar Jahren sind, ist insbesondere da ein Problem, wenn sich die Leute solche Stadtpanzer kaufen - oder Verbrenner insgesamt. Wer einfach nur wenig Geld hat und ansonsten vernünftig ist, fährt ja lieber ein sparsames Auto ohne hohe Wartungskosten.

  • Die Antwort wird sein „Rechnen“.

    Rechnen tun anscheinend auch die Gewächshausbetreiber in den Niederlanden. Ist euch mal aufgefallen wieviel Gemüse im Supermarkt aus den Niederlanden kommt? Klar, auf die Blumen kann man in einer Inflation verzichten, aber Gemüse?

    Ich hab jetzt keinen Link, aber die sind dabei die Gewächshäuser runterzufahren, weil sich das mit den Energiekosten so nicht mehr rechnet. Düngemittelproduktion wird auch runtergefahren und teilweise eingestellt. Wenn wir hier nicht aufpassen landen wir noch in einer echten Lebensmittelkrise.

  • Also hier kommt das meiste Gemüse und Obst aus Spanien. Das finde ich angesichts des Wassermangels dort wirklich besorgniserregend. Der Strom für ein Gewächshaus kann, gerade wenn der fossil erzeugte Strom zu teuer ist, auch selbst erzeugt werden.


    PS: Und Düngemittel sparsamer einzusetzen ist eher gut als schlecht meiner Meinung nach.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Aias , ich kann das echt nicht so stehen lassen, wenn du „in einer Inflation“ immer so als das Schreckgespenst hinstellst. Das, was im Deutschland um 1930 zu massenhaftem Elend und zum Faschismus geführt hat, war nicht Inflation, sondern das Gegenteil, nämlich Deflation.


    Was wir hier haben ist nicht „eine Inflation“, sondern es ist die Kombination aus Corona und Klimakrise. „Inflation“ ist irgendwie unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich.


    Ja, eine Nahrungsmittelkrise ist zu erwarten und nicht nur eine.

  • #blink  Aias wo hab ich doch als verzogene Mercedes Fahrerin verunglimpft?

    Ich habe ehrlich gesagt keine Zeit und Lust mich jetzt mit den einzelnen Posts weiter auseinander zu setzen


    Wollte aber einen Artikel in der Zeit empfehlen, der sich mit den globalen Lieferketten, Engpässen auseinander setzt

    in dem Artikel kam auch jemand zu Wort dass die Deutschen Konsum extrem negativ sehen und hat frühere Gesellschaften erwähnt, wo Konsum wichtig war, war schon immer wichtig aber so dass es auch an spätere Generationen weitergegeben wird. Sprich man hat hochpreisig gekauft und hohe Qualität. Das hat mir gefallen.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Die Antwort wird sein „Rechnen“.

    Rechnen tun anscheinend auch die Gewächshausbetreiber in den Niederlanden. Ist euch mal aufgefallen wieviel Gemüse im Supermarkt aus den Niederlanden kommt? Klar, auf die Blumen kann man in einer Inflation verzichten, aber Gemüse?

    Ich hab jetzt keinen Link, aber die sind dabei die Gewächshäuser runterzufahren, weil sich das mit den Energiekosten so nicht mehr rechnet. Düngemittelproduktion wird auch runtergefahren und teilweise eingestellt. Wenn wir hier nicht aufpassen landen wir noch in einer echten Lebensmittelkrise.

    Ich schüttele echt den Kopf. Und ich wollte ja gar nicht mehr darauf einsteigen. Ein letztes Mal - versprochen.

    Willst du hier provozieren?

    Was ist mit wir kaufen regional, unterstützen unsere Bauern, essen saisonal? Reduzieren so viel wie möglich den transportierter?

    Dachte wirklich das wäre mittlerweile Konsens.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • "Inflation“ ist irgendwie unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich.

    Ich hab eine ordentliche Inflation mitgemacht und kann das so nicht stehen lassen. Wenn das Geld schlicht nicht mehr genug wert ist, um den täglichen Bedarf ausreichend zu decken, ist es durchaus lebensbedrohlich, für die schwächsten der Gesellschaft nämlich. Da geht's nicht um ein Auto, sondern um genug zu essen und eine Jacke im Winter.

    LG H. mit J. (17,5) und S. (bald 12)

  • Am besten würde man Gewächshäuser mit der Abwärme von Kraftwerken beheizen, statt Wasser in Kühltürmen zu verdampfen.
    Das funktioniert natürlich nur in einem kleinen Umkreis, und ist schwierig bei den typischen Dimensionen von Grosskraftwerken.

    1 GW elektrisch ~ 2 GW Abwärme, damit kann man zig km2 Gewächshäuser heizen.

  • Hm, wenn ich hier durch unseren Vorort fahre reiht sich ein gebraucht Autohändler an den anderen. Die Höfe voller gleich aussehender , für mich neu aussehender Autos.

    Das kann doch auch nicht das Ziel sein.

    Warum muss ein Auto alle zwei Jahre ausgetauscht werden? Man kann Autos auch gut 10 Jahre lang fahren, viele auch 20 Jahre lang. Dann warzen die Rohstoffe auch für andere Sachen frei.

    Unser "neues" Auto ist ein 15 Jahre alter Opel Zafira.

    Und der ist tatsächlich wie neu. Man würde nie meinen das der 15 Jahre alt ist. Wir fahren unsere Autos wirklich bis sie auseinanderfallen.

    Alle zwei Jahre tauschen finde ich auch nicht sinnvoll.

    Aber alte Autos haben nicht den Sicherheitsstandard heutiger Autos. Ich hätte kein gutes Gefühl mit einem 15 Jahre alten Auto. Vor allem wenn das Auto von einem Vielfahrer genutzt wird. OK, wenn man es nur in der Stadt braucht, ginge das sicherlich, aber pro Monat 2000 km über die Autobahn, das wäre mir zu heikel.

    Ich finde das ist etwas anderes als z.b. ein Sofa aller drei Jahre auszutauschen.


    Allerdings muss man sich das natürlich auch leisten können.

    "Mit einer Kindheit voller Liebe kann man ein halbes Leben hindurch die kalte Welt aushalten." Jean Paul


    Töchterchen (2006) und Klein-Töchterchen (2011)




  • Ich habe auch den Eindruck, dass die Verwerfungen von Corona, und nicht nur die, erst jetzt langsam sichtbar werden und in Zukunft vieles anders bleibt und wird. Und solche Umstellungen gehen nie geräuschlos, auch wenn sie u.a. wegens des Klimas notwendig sind. Der soziale Aspekt und die soziale Gerechtigkeit wird insgesamt wohl der wichtigste Punkt werden, weil damit alles steht und fällt. Auch die Akzeptanz für bestimmte Situationen, Entscheidungen bei Wahlen, Reaktionen der Menschen, Frieden. Das Ding ist viel mächtiger als es vielleicht einigen erscheint. Mit ein paar Maßnahmen und kleinen Änderungen wird es nicht getan sein.