Immer stärkere Regression (Kind fast 6)

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  • Meine Vorschülerin hat gerade eine ähnliche Phase. Will wieder nur von mir ins Bett gebracht werden (seit ca. 1,5 Jahren ging dafür endlich auch Papa fast gleich gut), will tagsüber stillen, will getragen werden, braucht nachts mehr Zuwendung (sonst wurde sie zwar wach, brauchte dann aber keine Hilfe beim zb in unser Bett kommen oder Wasser trinken), redet Babysprache, spielt Baby, will nur von mir in den Kindergarten gebracht / abgeholt werden, die Trennung im Kindergarten fällt ihr wieder viel schwerer...


    Mich macht es auch fertig, weil es mir soviel abverlangt. Es war so eine Erleichterung, dass endlich Papa fast genauso gut war wie ich. Und die beiden großen Kinder brauchen mich auch sehr viel gerade...


    Wir haben im Januar einen Ersttermin bei der KJP, bei der auch die anderen beiden angebunden sind. Die jetzige Phase war dafür nur das Tüpfelchen auf dem i.


    Wie sieht es denn allgemein mit der emotionalen Entwicklung bei deiner Tochter aus?

  • das klingt so anstrengend, Luxa #knuddelKein Wunder, dass deine Akkus leer sind und du Entlastung in Form eines "grossen" Kindes brauchen könntest.


    Und du darfst jammern.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Dass Regression ein ganz normales Phänomen sein kann, ist hier ja schon erwähnt worden.

    Jetzt mag ich aber nochmal kurz darauf Bezug nehmen, wenn das Begleiten des Kindes im Alltag durchgehend einfach sehr, sehr anstrengend ist, weil das Kind fast durchgehend zugewandte Aufmerksamkeit und emotionale Co-Regulation benötigt. Das könnte darauf hinweisen, dass das Kind neurodivers ist; ganz oft findet man diese "Besonderheiten" dann auch mehr oder minder ausgeprägt bei den Eltern.

    Das kann dann auch die große Erschöpfung/Frustration bei den Eltern erklären die über normale "naja, so ist das halt, wenn man Kinder hat"-Erschöpfung hinausgeht.
    Da lohnt es sich dann, das Kind auf der einen Seite mal anschauen zu lassen; aber auch bei sich selbst gucken zu lassen.
    Nicht selten können neurodiverse Erwachsene mehr oder minder gut kompensieren. Die Kompensationsleistung kann aber nachhaltig kippen, wenn ein Kind 24/7-Bereitschaft fordert und die üblichen Pausen zum Wiederaufladen der Akkus fehlen.

    Genau in die Richtung gingen meine Überlegungen auch. Ich konnte es gestern abend nur nicht mehr so gut zum Asdruck bringen.


    Meiner Erfahrung nach kann ein Abklären auch sehr heilsam sein für die gesamte familiäre Situation. Gerade die Gespräche im Vorfeld fand ich unheimlich bereichernd zum Bilanzziehen und Einsortieren. Gerade wenn die Familie da schon so lange in den Mechanismen (Kompensation, Vermeidung, usw.) drin steckt. Ich finde auch sie klingt sehr clever - in Zusammenhang mit ihrer emotionalen und sozialen Verfassung kann es (je nach Lehrkraft) da auch richtig Stress in der Schule geben. Mein Ratschlag ist daher vor der Einschulung aktiv zu werden und nicht nur mit einem dumpfen Bauchgefühl reinzuschlittern*.


    * Wir hatten die ersten zwei Schuljahre Glück, dann wurde es schlimm. Eine Diagnose gab es erst mit 11 Jahren - das war eigentlich viel zu spät.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Das ist auch ein Grund unsere Vorschülerin jetzt bei der KJP vorzustellen.


    Die anderen beiden erhielten ihre Diagnose mit 11 und 13 und ich bin über soo vieles traurig, dass sich durch früheres Wissen zumindest teilweise hätte anders machen lassen.

  • Zu spät für Edit: Bei uns liegt es vermutlich daran, dass im Kindergarten viel Unruhe und Unsicherheit herrscht weil fast das komplette Personal gegangen sit und bisher nur teilweise/übergangsweise ersetzt wurde. Dazu nimmt der Schulwechsel des Mittleren von Sonder- auf Regelschule viel Raum ein.

  • Du kannst dich auch erstmal ohne Kind beraten lassen, wenn das einfacher sein sollte, und das schildern, was du hier geschrieben hast. Danach kannst du mit einer Beraterin besprechen, ob eine Abklärung sinnvoll ist oder nur du Tipps und Anregungen und Gespräche nutzt.

    Ich finde, dass hört sich nicht nach einer Störung o.ä. an, sondern eher nach einer herausfordernden Entwicklungssituation. Da können schon Gespräche reichen.

  • Luxa Jammer ruhig. Es war und ist und bleibt wohl anstrengend. Ich hab dich damals sehr zugewandt erlebt. Dazu soll auch selbstfürsorge gehören. Hol dir Unterstützung. Es geht ja nicht darum, dass das Kind falsch ist sondern ihr als Familie es nicht leicht habt.


    Drück dich mal

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Du weisst ja, meine kleine ist auch so. Nur mittlerweile 9. also: I feel you.

    wahrscheinlich ist Dein Kind schulreif, kognitiv. also im Kindergarten zu wenig input, plus eh schon schwierig vom Charakter her (nicht bös gemeint, ich hab 2 so kinder), plus die ganzen äusseren Umstände. Das wäre meine "Diagnose".

    Zu Abklärung kann ich nicht viel beitragen, wir stehen erst am Anfang. Aber eben, anderes Alter und andere Baustellen.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • und nur ein kurzes Ergänzen aus meinem eigenen Erleben: ich hab manchmal so getan, als könnte ich Sachen nicht, bzw. als ob ich mich an Dinge nicht erinnere etc., weil ich merkte, dass die anderen Kinder das nicht können und nicht auffallen wollte. und bei uns gab es keine so krassen Altersdurchmischungen wie in deutschen Kindergärten - das ist bei euch echt eine Ecke mehr, bei uns sind sie ab 4/spätestens 4.5 im Kindergarten unter Gleichaltrigen und älteren. Da fallen die ganzen Kleinkinder weg. (ausser im Tagi, je nach dem)

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Meine Kinder haben sowas auch immer mal und mich macht das total irre. Ich verstehe dich daher total. Wenn man eigentlich heilfroh ist, dass sie älter, vernünftiger und selbstständiger werden, kann das ganz schön antriggern.


    #knuddel

  • Der großartige und viel zu früh verstorbene Dr. Posth (vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen) sagte zu solchen "Rückschritten" , dass das Kind in eine Phase zurückkehrt, in der es sich nicht überfordert fühlte und nun die daran anschließenden Phasen erneut durchlaufen will. Im Hier und Jetzt scheint es ja wirklich allerhand Turbulenzen bei euch gegeben zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass sie die Geborgenheit aus dem Baby- bzw Kleinkindalter sucht, um sich sicher zu fühlen.

    Ich denke, ich würde es möglichst gelassen ertragen ( und fühle mit dir, ich kann das auch nicht gut ab...#haare. Interessanterweise beobachte ich das ganz ähnlich bei meinem 5jährigen Neffen mit 3jähriger Schwester. Der Junge hat Tendenzen zur HB, ist total redegewand und begreift wirklich viel. Und will dauernd Baby sein #yoga)

  • Zu bedenken ist auch, dass das "Grosskind" mit 6 wirklich noch klein ist. Wenn man noch ein zweites Kind bekommt, verschiebt sich da die Sichtweise ziemlich und das kann mitunter sehr ungerecht sein.

    Mir ist das erst in seiner ganzen Tragweite bewusst geworden, als mein drittes Kind so "gross" würde, wie das erste bei Geburt von Nummer 2. Es war wirklich fast noch Miniklein (5 Jahre).


    Es ist wirklich anstrengend (gerade diese Babysprache (kam bei uns aus dem Kiga; es war, als würde das große, sprachlich sehr weite Kind eine Fremdsprache lernen. Er hat einfach imitiert, um die gebräuchlichen "Codes" zu lernen...) kommt bei sprachlich weiten Kindern wohl haufiger vor) aber ich würde dir raten, zu versuchen, milde zu sein und deinen Blick dafür zu schärfen, wie schnell dein Grosskind gewachsen ist, als das kleine kam.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)