Mathe Drama 1. Klasse

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  • Einen konkreten Tipp kann ich nicht geben und ich bin auch nicht vom Fach, antworte also einfach als Mutter eines Erstklässlers. Hier ist es so, dass (und das war auch erklärtes Ziel, welches uns beim Elternabend mitgeteilt wurde) die erste Klasse besonders dazu dienen soll, ein grundlegendes Mengenverständnis für die abstrakte Zahl / Ziffer zu bekommen. Hier hat die Schule ja schon recht früh begonnen und erst diese Woche haben sie die 10 erreicht. Jede Zahl wird versucht in all ihren Facetten zu begreifen (Finger, Würfelaugen, Strichliste mit Fünferpäckchen, Punkte, und freilich Äpfel, Stifte, Bälle, Zwerge, Zahl schreiben, Zahl malen, Punkte malen, Zahlen in den Sand schreiben etc etc.). Es geht also wirklich um ein Begreifen dessen, was die Zahl repräsentiert. Da mein Kind sehr, sagen wir mal symbolaffin ist, war mir die Bedeutung zu Beginn überhaupt nicht klar. Ich denke aber das zeigt, wie wichtig das ist und dass deine Tochter ggf. wirklich erst einmal (wie vermutlich die meisten Kinder) Hilfe dabei braucht, sich unter einer Zahl etwas vorstellen zu können.


    Edit: Ich sehe gerade, Möwe hat das sehr viel besser erklärt. Mein Beitrag also eher zur Veranschaulichung, dass dies an einigen Schulen auch erklärtes Ziel der ersten Klasse ist (was zeigt, dass es vielen Kindern schwerfällt).

  • Polarlicht: oh ja, genau - Ziffern in Sand malen, Plättchen legen, ...

    Hier waren auch ganz viele Aufgaben immer doppelt zu lösen, auf verschiedene Arten.

    In zahlen: 3 + 2 = ?

    Als gemalte bildergeschichte: 3 Enten im Teich, 2 kommen angeflogen, Kind soll im nächsten Bild 5 Enten im Teich malen.

    Punkte: Kind malt in einem vorgegebenen Feld 3 rote Punkte und direkt dran 2 blaue.

    Partnerarbeit: Kind 1 hält Finger hoch - erst 3, dann zwei - Kind 2 hält 5 Finger hoch.

  • Ich würde versuchen, mit der Lehrerin im Gespräch zu bleiben und konkret zu fragen, welche Inhalte wie bearbeitet werden.

    Günstig für die Darstellung von Mengen finde ich die Steckwürfel aus dem Dick-Sytem in rot und blau, da kann mal sowohl geordnete als auch ungeordnete Mengen darstellen und das Ganze später zu Zehnerstangen zusammen klicken.

    In diesen Anfängen ist es sinnvoll, viel als Handlung machen zu lassen und im Alltag viel mathematisch zu denken und herauszufordern.

    Eine Dyskalkuliediagnostik wird hier von der Schulpsychologie erst ab der 3. Klasse empfohlen, da sich die SuS erstmal in das Schulsystem einfinden sollen, es in dieser Zeit noch viele Entwicklungsmöglichkeiten gibt und von einer frühen Etikettierung abgesehen werden soll.

    Welches Mathebuch und welche Materialien werden im Unterricht genutzt?

    Sind die Fehler vor allem um +/-1? Dann sind es meistens Zählfehler. Am Anfang ist es richtig, dass Mengen abgezählt werden. Dazu können auch gut die eigenen Finger genutzt werden; das machen Kinder auch recht lange. Erst wird immer von vorne bei 1 beginnend gezählt, dann z.B. bei 3+2 bei 3 begonnen und dann um 2 weitergezählt. Du kannst probieren, ob deine Tochter die Zahlenreihe an einer beliebigen Stelle fortsetzen kann. Später werden die Aufgaben im Zehnerbereich automatisiert.

  • Ui, schon so viele Ideen und Tipps! Danke!


    Das erwähnte Spiel ist schon bestellt.


    Mit dem Eierkarton und ansprechendem essbarem Inhalt werden wir ganz sicher probieren.

    Die anderen Sachen, Hundertertafel, Mathewürfel Slumbox usw. werde ich mir noch genauer ansehen. Auch hier danke.

    Einen Rechenschieber kann ich mir auch gut vorstellen.


    Beim Kinderarzt war ich deshalb noch nicht. Das fand ich noch nicht nötig. Allerdings war ich von dem Gespräch mit der Lehrerin enttäuscht. Das müsste doch auffallen wenn ständig so viele falsche Ergebnisse im Arbeitsheft stehen.


    Heute Abend hab ich mit ihr beim kochen nebenher etwas geübt. Gewürze und Zutaten addiert. Dann versuche ich sowas öfters. Da muss ich nur vorsichtig sein, dass ich sie nicht anfange zu nerven. Sonst ist sie schnell in der Verweigerung.

    Wahrscheinlich sind meine Erwartungen wirklich zu hoch, für die kurze Zeit.

    Meine Befürchtung ist halt, wenn nicht mal einfache Addition sitzt ist sie schnell abgehängt wenn so schnell das nächste kommt.


    Wir werden üben, (ich mich in Geduld) und dann im neuen Jahr weiter sehen.


    Vielen Danke für die zahlreichen Tipps, ich nehme gerne noch mehr.

  • zahlreichen Tipps, ich nehme gerne noch mehr.

    Na dann - was für draußen:

    Hinkekästchen sind ganz wunderbar als Vorbereitung für die Subtraktion, weil man erst die Zahlenfolge raufhüpft, den anfangs geworfenen Stein (Tannenzapfen, Kreidestück, Wasgeradezurhandwar) aufsammelt und dann die Zahlenfolge wieder runterhüpft. Zu subtrahieren wird viel einfacher, sobald man rückwärts zählen kann, und das Gehopse macht Spaß.

    Weitermachen. Nicht nur denken, sondern tun.

  • Einen Rechenschieber finde ich total wichtig; ich kann mir gar nicht vorstellen, einem Kind ohne Rechenschieber Mathe beizubringen.

    Und diese Holzzahlen im richtigen Größenverhältnis, sodass die 4 und die 3 übereinander so groß sind wie die 7 finde ich auch super - die sind auch toll, wenn es hinterher ans Multiplizieren geht. Wir haben die Box von Calculix.


    Meinen Kindern hat es auch immer geholfen, die Rechnungen vorstellbar zu machen. 4+?=6 : "Du brauchst sechs Eier für Pfannkuchen. Im Kühlschrank sind aber nur vier. Wie viele müssen wir noch kaufen, um alle sechs zu haben?"

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    Ist aber glaub ich eher was für schon bisschen ältere Kinder - so ab 4.Klasse

    „Der Sinn des Lebens besteht darin, seine Individualität in Übereinstimmung mit der Umwelt zu leben.“


    Remo Largo

  • Zahlzerlegung ist das Zauberwort ...und im 1. Schuljahr ein wichtiger Lernschritt. Ich kann eine Menge in verschiedene Teilmengen zerlegen: 6 in 4 und 2 zum Beispiel. Sie ist Voraussetzung, um die oben beschriebene Lückenaufgabe zu lösen.

    Die Zahlzerlegung benötigt man später dann, um über den Zehner zu rechnen und ist in der Mathematikdidaktik eine wesentliche Grundfähigkeit.


    Schüttelbox macht genau das... zerlegt die Menge in zwei Teilmengen. Ansonsten kann man spielerisch Schokokugeln/ Gummibärchen whatever in Teilmengen zerlegen, unbedingt in Schritten, so kann man innere Bilder aufbauen und vom Material lösen!

    1. Schritt: Mit Sicht auf das Material : beide Teilmengen sichtbar

    2. Schritt. Eine Teilmenge sichtbar, eine abdecken ( unter der Hand/ unter dem Tuch)

    3. Schritt: keine Teilmenge sichtbar (Sichtschutz, beide Teilmengen abdecken) , nur beschreiben...

    Später...wenn das entspannt läuft und Kind sicher wird, kann man das mit den + und -Aufgaben verknüpfen (6 zerlegt in 4 und 2, dazu gehört 4+2=6 oder 2+4 =6 oder 6- 4= 2 oder 6-2 = 4)


    Unbedingt nur entspannt üben und Erfolgserlebnisse schaffen!!! Wenn Schritt 2 z.B. noch schwer ist, zurück zu Schritt 1.

    Die Zahlzerlegung ist für viele Kinder schwer...und man kann ihr Verständnis super zu Hause unterstützen.

    Es gibt eine Förderkartei von Schipper, die genau das macht. Kostenlos zum Download auf dieser Seite:

    https://www.friedrich-verlag.d…henschwierigkeiten-562184

    da runterscrollen bis zu den Downloads, da findest du die "Übungen zur Prävention von Rechenstörungen"

    Viel Spaß!

    • Offizieller Beitrag

    Janima, danke für den tollen Tipp!


    Ich habe hier nämlich eine Viertklässlerin sitzen, bei der genau das passiert ist, was alle hier anmahnen: der Klassenlehrer hat jede Menge Druck aufgebaut.

    Und als ich beim letzten Elterngespräch vor kurzem mit den neuen LPs meinte, mein Ziel sei, Talpita das Selbstvertrauen in Mathe zurückzugeben, musste sie sogar weinen - was die Lehrpersonen ziemlich erschreckt hat, weil sie sie anders eingeschätzt haben. #heul Aber ich bin sicher, mit dem Team schaffen wir das!


    Deshalb auch von mir: bloss kein Druck. Wenn Dir echt mulmig ist: von Fachleuten abklären lassen. Und ansonsten: Mathe im Alltag als Spass etablieren! Es ist cool, wenn man Dinge zählen, in gleich grosse Haufen legen muss ("Schatz, kannst du mir vier gleich grosse Haufen Christbaumkugeln/Kekse machen?"). Gerade in der Anfangsphase ist jede Begegnung mit Zahl und Menge wichtig und hilfreich.


    Und ja, 4+?=6 ist schon sehr schwer für das Alter.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    • Offizieller Beitrag

    Wie haben ab dem Kindergartenalter gerne so cracker/Gummibärchen/smarties Mathe gemacht.


    Also jeder bekommt zB 6 Gummibärchen. Dann gibt einer zwei an jemanden anderen. Oder wer hat mehr? Wie viele hat man dann. Oder wie viele sind noch da?


    Ähnlich auch das Spiel - drei Bären gehen in eine Höhle. Einer kommt raus, ist in der Höhle noch ein Bär, wie viele Bären sind da noch?


    Gut kann man auch beim Memory die Karten zählen, vergleichen, nachguckend wie viele mehr einer bräucht im zu gewinnen.


    Sowas kann man ganz gut im Alltag variieren und bespielen.

  • Meine Befürchtung ist halt, wenn nicht mal einfache Addition sitzt ist sie schnell abgehängt wenn so schnell das nächste kommt.

    Das würde ich so nicht sagen. Minus ist ja z.B. nur die Umkehrung von plus. Das kann man schon zusammen üben, auch wenn das erste noch nicht gefestigt ist.


    Ansonsten ist es sicherlich sinnvoll, wie es hier viele schreiben, das in Alltagssituationen zu besprechen, um den Kindern auch den Sinn und damit die Motivation klar zu machen. Zum wirklichen Üben finde ich es aber sinnvoller, immer wieder ein bestimmtes Material zu nutzen, am besten das was in der Schule genutzt wird (also Rechenschieber oder Rechenschiff oder...) Dabei ist es wichtig, dass das Material Struktur hat - also die Fünf eine bestimmte Farbe, die 10 eine neue Reihe o.ä. Die Finger finde ich auch sehr wichtig, da diese immer dabei sind und für unser Zehnersystem gut geeignet sind. Dabei finde ich es aber wichtig, dass das Kind die Finger nicht mehr immer abzählen muss. Also so etwas wie z.B. sieben Finger zeigen und schnell "verstecken". Weiß das Kind, welche Zahl gezeigt wurde? Oder eben umgekehrt eine Zahl nennen und schnell zeigen lassen. Das erleichtert das Rechnen, weil nicht mehr immer nachgezählt werden muss sondern das Ergebnis zu erkennen ist.

    (bin Grundschullehrerin mit Lieblingsfach Mathe)

  • etwas spät aber:

    Meine Jüngste hatte für die Schule (dort war Fingerzählen nicht gerne gesehen) eine "Rechenmaus" (->Google), eine einfache Stoffmaus mit langem Schwanz. Auf dem waren 20 Perlen (Zahlenraum der 1. Klasse), immer 5 in einer Farbe, locker schiebbar aufgefädelt. Da konnte sie dann ähnlich zum Abakus oder den Perlen-Rechentafeln einfach die Perlen hin und her schieben und nebenbei üben, Mengen mit einem Blick zu erfassen (ähnlich wie Cesalu beschreibt: nicht zählen, sondern "wissen" wie viel das ist)

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -