Kaiserschnitt nach vaginaler Geburt

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  • Hallo ihr Alle :)

    Gibt es Zahlen dazu, wie hoch das Risiko eines Kaiserschnittes nach zwei vaginalen Geburten ist?

    Ich möchte ausdrücklich keine Diskussion anstoßen darum, dass KS-Geburten auch vollwertige Geburten sind, dass jede Geburt einzigartig ist, dass das doch kein Risiko sei, usw.

    Nur: gibt's Zahlen dazu, wie häufig Kaiserschnitte sind, wenn vorher zwei Kinder vaginal geboren wurden?

    Oder kann man das schlicht nicht sagen?

    Danke :)

  • Ich habe keine Zahlen (die würden mich auch interessieren), nur Beobachtungen im Umfeld: Mir fällt spontan niemand in meinem Umfeld ein, die nach spontanen Geburten einen Kaiserschnitt hatte. Natürlich gibt es viele Gründe für einen KS, der nichts damit zu tun hat, wie die ersten Kinder geboren wurden. Da fallen mir gerade eine ganze Menge ein.

    Ich kenne entweder nur Frauen, bei denen eine spontane Geburt nach KS geklappt hat, die nur spontane Geburten hatte (die allermeisten) oder die nur KS hatte, weil sich dann z. B. die Gründe wiederholt hatten, andere Gründe zum KS geführt haben und ggf. dann das dritte Kind ein geplanter KS wurde wg. hoher Risiken nach zwei KS.

    Ich würde sagen, dass die Chance, spontan zu entbinden, wenn man schon zwei Kinder spontan geboren hat, relativ hoch sind, weil manche Gründe, die eine spontane Geburt verhindern, einfach nicht gegeben zu sein scheinen.

  • Die hohen KS-Raten kommen eben auch durch die Fälle, in denen nach dem ersten KS einfach bei der nächsten oder den nächsten Geburten eher wieder ein KS gemacht wird. Weil einfach die Risiken andere sind. Und dass es eben auch die Fälle gibt, bei denen nach zwei spontanen Versuchen beim nächsten Mal ein geplanter KS gewählt wird, weil das Risiko z. B. wegen schneller Schwangerschaftsfolge zu groß wäre. Ich bin z. B. so ein Fall. Also hebe ich mit drei KS (bei mir eben eine Rate von 100 %) die Statistik der Kaiserschnitte. Eine Rate von über 30 % Kaiserschnitte klingt natürlich nach viel und nach hoch. Aber ich habe die Anteile ja schon von denen Frauen übernommen, die nach zwei spontanen Geburten eben keine 33%ige Wahrscheinlichkeit auf einen KS haben, weil sie ja schon ihre 67 % Spontangeburtrate aufgebraucht haben.

    Ich kenne einige Frauen, die 1, 2 oder 3 Kinder haben und nur KS hatten. Mir fällt spontan in meinem Umfeld nur eine Frau ein, die spontane Geburten nach einem KS hatte. Und eben ganz, ganz viele, die 1 bis 7 Kinder spontan geboren haben.

  • Ja, so sieht es hier in meinem Bekannten- und Freundeskreis auch aus :)

    Und dann sind ja immer auch so Sachen wie die oben erwähnte Querlage mit zu berücksichtigen.

    Und auch BEL ist für viele Frauen ein Grund für einen KS. Fließt alles mit ein...

    Komisch, dass man da keine Zahlen findet.

  • Ich kenne hier niemanden. Aber ich war immer, auch nach den ersten zwei Geburten, nervös.

    Hast Du die Sorge? Du planst ja wieder mit einer Doula zu gebären, oder? Das und einiges andere reduziert das Risiko.

    Es ist sicher immer eine gute Idee die Wehenarbeit lange Zuhause zu leisten. Auch bei einem Blasensprung bei reifem Kind die Wehen abzuwarten, da die Infektionsgefahr im KH nach meiner Recherche viel höher ist, schon wegen der vaginalen Untersuchungen. Außerdem wird sehr unterschiedlich gehandhabt wann eingegriffen („angeschubst“) wird (ich hatte im meinem Umfeld 12-24 h). Eingriffe sind ja auch immer noch ein Risikofaktor. Vielleicht ist Dir das alles schon bekannt… Die Infektionswerte lassen sich auch Zuhause per Blutabnahme überwachen (hatte meine Hebamme so bei einer Frau gehandhabt, die hatte mehrere Tage nach BS geboren).

    Ich denke, Du hast einiges in der Hand und machst das schon ganz richtig. Ein Restrisiko bleibt immer. Ein bißchen Glück und auch ein bißchen Schicksal (läßt sich ja nicht alles vermeiden - und das will man ja auch nicht: in manchen Situationen kann das die richtige Option sein).

    Du könntest gucken, wo Du noch was optimieren kannst, Risiko weiter reduzieren und dann hast Du auch schon alles richtig gemacht. :)

  • Meinst du das Risiko während eines Kaiserschnitts oder das Risiko, dass einer nötig werden könnte?

    Ich habe fünf Kinder, alle spontan entbunden.

    Bei Kind Nummer 2 sah es erst so aus, dass ein Kaiserschnitt nötig werden müsste, da die Plazenta etwas vor dem Muttermund lag. Durch das zunehmende Gebärmutterwachstum wurde die Plazenta aber noch weiter „hochgezogen“, sodass ich doch spontan entbinden durfte.

    Bei Kind Nr. 5 kam ich ins Krankenhaus irgendwann wurden die Herztöne meiner Tochter schlecht. Da brach dann Hektik aus. Es wurde alles für eine Not-Sectio vorbereitet, plötzlich normalisierten sich die Herztöne wieder und es ging dann doch mit der spontanen Entbindung.

  • Danke auch euch beiden :)

    Ich meinte das Risiko, dass einer notwendig werden könnte.

    Ja, Cogi, es geht in dem Fall um mich.

    Für mich wäre es der pure und absolute Horror.

    Alle Vorkehrungen sind getroffen, alle Zeichen stehen positiv.

    Ich merke gerade, dass sich in mir drin ein wahnsinnig großer Druck aufzubauen beginnt und eine riesige Angst wächst.

    Das hat verschiedene Gründe und ich bin da sehr klar und reflektiert.

    Dieser Druck und diese Angst sind halt aber auch wieder nicht gut.

    Kraft, es auseinanderzunehmen hab ich grad nicht, Vertrauen, dass schon alles so kommt, wie es soll, hab ich grade schlicht nicht.

    Deshalb mal meine Frage nach der nackten Statistik (die es offensichtlich so nicht gibt #freu).

  • Gibt es eine Möglichkeit für Dich, einen Kaiserschnitt als zwar unwahrscheinliches, aber dennoch mögliches Szenario zu besprechen bzw gedanklich durchzuspielen? Ich hatte ähnliche Gedanken und fand es hilfreich da Infos von der FÄ zu bekommen.

  • Sagen wirs so, es gibt Gründe für einen Kaiserschnitt, die bei der Mutter liegen. Eine ehemalige Nachbarin hatte z.B. ein so enges Becken, dass da kein Kind durchpasste (zwei Mal versucht). Da bereits ihre Mutter und Großmutter nur Kaiserschnittgeburten hatten, war es wohl vererbt. Diese Gründe fallen bei Dir weg.

    Alle anderen Gründen bleiben bestehen. Einige davon kann man ziemlich gut ausschließen bevor die Geburt los geht, z.B. Querlage des Kinder oder Plazenta vor dem Muttermund.

    Darüber brauchst Du Dir auch keine Gedanken machen, dass weißt Du ja deutlich bevor die Wehen los gehen.

    Bleiben also all die Unwägbarkeiten, die so eine Geburt mit sich bringt. Die einzige, wirklich für Mutter oder Kind akut lebensbedrohliche Situation, die nur wenig Zeit zu reagieren lässt (und nicht etwa stundelangen Vorlauf hat, so dass man halbwegs in Ruhe entscheiden kann, was man macht), ist meines Wissens nach, dass sich die Plazenta nicht löst und das mit deutlichen Blutungen einher geht.

    Da ist das Kind aber schon geboren und "nur" die Mutter ist betroffen. Im Geburtshaus oder bei Hausgeburt wird dann der RTW gerufen, in der Klinik geht es sehr rasch in den OP.

    Insofern lass es auf Dich zukommen. Geburten sind hierzulande, egal wie, sehr sicher und für all die Komplikationen gibt es Notfallpläne. Aber dafür hast Du Fachpersonal, die dafür die Verantwortung tragen.

  • Danke, Drahtesel, jetzt fühle ich mich grad nicht mehr wie ein Marsmännchen.

    Ich bespreche das mit Hebamme und Doula, hatte diese Angst beim zweiten Kind zum ersten Mal und da hat mir v.a. meine Doula sehr geholfen.

    Ja, Frau Mahlzahn, da hast du recht.

    Es ist halt einfach ein Restrisiko, das bleibt.

    Wie immer im (Eltern)leben.

    Edit: achso: nach der Geburt in den OP zu müssen, das wäre echt saublöd und ich möchte das natürlich keinesfalls. Noch schlimmer allerdings ist für mich der Gedanke der Sectio. Viel schlimmer.

  • Danke, Drahtesel, jetzt fühle ich mich grad nicht mehr wie ein Marsmännchen.

    Ich bespreche das mit Hebamme und Doula, hatte diese Angst beim zweiten Kind zum ersten Mal und da hat mir v.a. meine Doula sehr geholfen.

    Ja, Frau Mahlzahn, da hast du recht.

    Es ist halt einfach ein Restrisiko, das bleibt.

    Wie immer im (Eltern)leben.

    Ja, dummerweise ja.

    Ich finde ja, dass das ein Punkt ist Geburten, der Angst macht, dieser Kontrollverlust. Egal wie gut Du dich vorbereitet hast, egal wie sorgfältig Du Geburtsort, Hebamme etc. Ausgewählt hast, egal wie gesund Du dich ernährt hast und egal wie viel Schwangerschaftsyoga Du betrieben hast, Du hast es nicht in der Hand. Es ist viel Schicksal dabei.

    Ich finde seit meinen Geburten diesen Satz "Muttee und Kind sind wohlauf" nicht mehr banal.

  • Edit: achso: nach der Geburt in den OP zu müssen, das wäre echt saublöd und ich möchte das natürlich keinesfalls. Noch schlimmer allerdings ist für mich der Gedanke der Sectio. Viel schlimmer.

    Warum? Kannst du es artikulieren oder einfach ein Bauchgefühl?

  • Das kann ich schon artikulieren, ist aber a) ein Zusammenspiel aus einigen Gründen und b) mir für hier einfach zu intim #crying

    Deshalb schrieb ich ja, dass ich das sehr sauber reflektiert bekomme, aber trotzdem nur deshalb noch kein adäquater Umgang damit für mich gefunden ist.

  • Ich hatte nach zwei spontanen Geburten eine Sectio beim dritten Kind.

    Beim zweiten damals stand auch eine im Raum, das hat mir sehr große Angst gemacht, über Wochen habe ich nur geweint deshalb. Im letzten Moment ging es dann doch spontan.

    Beim dritten Kind bin ich natürlich davon ausgegangen, dass es auch wieder klappt. Hat es dann aber nicht.

    Ich habe ja eine komplexe PTBS, die hätte durch den Eingriff samt Kontrollverlust getriggert werden können.

    Das ist aber nicht passiert, es war retrospektiv völlig ok und der Eingriff samt Folgen nicht im Ansatz so hart wie gedacht.

    Es ist aber doch sehr unwahrscheinlich, dass beim dritten eine Sectio erfolgen muss.

    Sollte es aber wider alle Umstände passieren, muss es nicht so schlimm sein, wie du es dir vielleicht gerade ausmalst.

  • Naja, es gibt schon auch noch maternale Gründe für eine Sectio, die erst beim 3. Kind auftreten. Ich halte das Risiko auch für gering, aber so etwas wie eine Präeklampsie, HELLP etc können einen denke ich immer treffen, ehrlicherweise weiß ich aber nicht, ob nach 2 unkomplizierten Schwangerschaften das Risiko da geringer ist.

    Von daher würde ich schon versuchen, mich mit der Möglichkeit zu befassen und anzufreunden, aber das tust du ja bereits.

    Ich kenne persönlich keine Frau mit Sectio nach 2 vaginalen Geburten, aber viele, incl mir mit vaginalen Geburten nach Sectio.