Kaiserschnitt nach vaginaler Geburt

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  • Mein erstes Kind war ein KS.

    Mein zweites und drittes Kind kamen spontan und mein viertes war ein KS.

    Hätte ich nie mitgerechnet. Aber war nicht schlimm. Bonding noch im OP.

    Manchmal ist es eben so. Babys Herztöne fielen in den Keller. Aber nach der Geburt war bei ihm alles inordnung.

  • Ich kenne hier niemanden. Aber ich war immer, auch nach den ersten zwei Geburten, nervös.


    Hast Du die Sorge? Du planst ja wieder mit einer Doula zu gebären, oder? Das und einiges andere reduziert das Risiko.


    Es ist sicher immer eine gute Idee die Wehenarbeit lange Zuhause zu leisten.

    Nicht zu lange. Mein drittes Kind war sehr schnell und ich kenne das auch von vielen anderen Frauen. Letztendlich war es so, dass ich mit Straßenbahn und zu Fuß im Geburtshaus ankam, zwar mit Wehen, aber alles im Rahmen. Eine halbe Stunde später war sie da - in nur einer einzigen Presswehe geboren. Hätte ich nicht einen Vorsorgetermin gehabt, hätte ich vermutlich noch länger (zu lange) gewartet.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Mein 3. Kind kam deswegen überraschend zuhause. Zum Glück war meine Hebi 15 Minuten vorher gekommen. Eigentlich nur zur Untersuchung. Wir sind dann gleich zuhause geblieben. War meine schönste Geburt.

  • Also laut mehreren Hebammen ist die Chance einer Sectio nach Spontanentbindungen sehr gering, wenn zuvor nichts gefunden wurde, was medizinisch induzieren würde.

    Ich habe vor der Geburt von Nr3 sehr viele "Befragungen" durchgeführt. #zwinker

    Ich durfte mir dann aussuchen, wie ich entbinden möchte, da ich 1x spontan und 1x Sectio zuvor hatte.

    Falls du einen Bericht für eine " gute" und geplante Sectio lesen willst, ich habe einen im September geschrieben.

  • Mein zweites Kind lag in Querlage.

    Also wurde es ein Kaiserschnitt.

    Ich hatte furchtbar Angst davor und hatte, kurz bevor der Chirurg anfing, einen Panikschub.

    Ich wills jetzt nicht so ausführen, jedenfalls bekam ich was gespritzt ( Propofol?)

    und mir gings schlagartig so gut, dass ich mit dem Team scherzen konnte.

    Ein KS ist kein Weltuntergang und manchmal halt einfach nötig.

  • Für mich wäre es der pure und absolute Horror.

    Ich wollte auch auf gar keinen Fall einen Kaiserschnitt und hatte eine Hausgeburt geplant. Die war dann so schwierig und es dauerte alles so lange, dass irgendwann im Raum stand, dass wir ins KH müssen, wenn es jetzt nicht weiter geht. Ich war so erschöpft und hatte auch Angst um mein Baby, dass es in dem Moment in Ordnung gewesen wäre. Es wäre dann einfach nicht anders gegangen und mein Baby gesund im Arm zu halten, wäre gefühlt tausendmal wichtiger gewesen, als wie es aus meinem Körper gekommen wäre.

    (Es kam dann doch noch zu Hause.)

  • Wichtig ist tatsächlich, sich vorher damit auseinanderzusetzen, dass es eben auch ein KS werden kann und was einem dann wichtig ist. Damit man nicht völlig von der Situation überrascht wird. Ich habe beim ersten Kind nicht damit gerechnet, gar nicht und wurde im Kurs auch nicht darauf vorbereitet. Als Erstlingsmama hatte ich sowieso keine Ahnung, was da auf mich zukommen könnte. Unter anderem deshalb war ich ab K2 dann in einer anderen Klinik, in der permanent Ärzte und Ärztinnen vor Ort sind und ggf. auch sehr spontan einen KS machen können und in der man nach der OP nicht vom Kind getrennt wird. Außerdem wurde ich dort deutlich besser mit Schmerzmedikamenten versorgt und allgemein war dort einfach vieles besser. Ich bin deshalb bei K3 mit meinem geplanten KS auch wieder dort hin. Beide waren für mich nicht zu vergleichen mit dem ersten. Auf so vielen Ebenen. Auch die OP-Techniken unterscheiden sich zum Teil erheblich, je nach Krankenhaus.

  • Wichtig ist tatsächlich, sich vorher damit auseinanderzusetzen, dass es eben auch ein KS werden kann und was einem dann wichtig ist. Damit man nicht völlig von der Situation überrascht wird. Ich habe beim ersten Kind nicht damit gerechnet, gar nicht und wurde im Kurs auch nicht darauf vorbereitet. Als Erstlingsmama hatte ich sowieso keine Ahnung, was da auf mich zukommen könnte. Unter anderem deshalb war ich ab K2 dann in einer anderen Klinik, in der permanent Ärzte und Ärztinnen vor Ort sind und ggf. auch sehr spontan einen KS machen können und in der man nach der OP nicht vom Kind getrennt wird. Außerdem wurde ich dort deutlich besser mit Schmerzmedikamenten versorgt und allgemein war dort einfach vieles besser. Ich bin deshalb bei K3 mit meinem geplanten KS auch wieder dort hin. Beide waren für mich nicht zu vergleichen mit dem ersten. Auf so vielen Ebenen. Auch die OP-Techniken unterscheiden sich zum Teil erheblich, je nach Krankenhaus.

    Das finde ich einen wichtigen Beitrag! In meinem Geburtsvorbereitungskurs war das nämlich auch, trotz Nachfragen meinerseits, überhaupt nicht Thema, bei 25% Kaiserschnittrate in dem Krankenhaus wo ich ihn machte, und mehreren Zwillingsmamas, wo das ja statistisch häufiger indiziert ist. Und dabei ist es meiner Ansicht nach wichtig, die Abläufe zumindest zu thematisieren damit Frau weiß, was sie ggf. erwartet.

  • Wichtig ist tatsächlich, sich vorher damit auseinanderzusetzen, dass es eben auch ein KS werden kann und was einem dann wichtig ist. Damit man nicht völlig von der Situation überrascht wird. Ich habe beim ersten Kind nicht damit gerechnet, gar nicht und wurde im Kurs auch nicht darauf vorbereitet. Als Erstlingsmama hatte ich sowieso keine Ahnung, was da auf mich zukommen könnte. Unter anderem deshalb war ich ab K2 dann in einer anderen Klinik, in der permanent Ärzte und Ärztinnen vor Ort sind und ggf. auch sehr spontan einen KS machen können und in der man nach der OP nicht vom Kind getrennt wird. Außerdem wurde ich dort deutlich besser mit Schmerzmedikamenten versorgt und allgemein war dort einfach vieles besser. Ich bin deshalb bei K3 mit meinem geplanten KS auch wieder dort hin. Beide waren für mich nicht zu vergleichen mit dem ersten. Auf so vielen Ebenen. Auch die OP-Techniken unterscheiden sich zum Teil erheblich, je nach Krankenhaus.

    Das finde ich einen wichtigen Beitrag! In meinem Geburtsvorbereitungskurs war das nämlich auch, trotz Nachfragen meinerseits, überhaupt nicht Thema, bei 25% Kaiserschnittrate in dem Krankenhaus wo ich ihn machte, und mehreren Zwillingsmamas, wo das ja statistisch häufiger indiziert ist. Und dabei ist es meiner Ansicht nach wichtig, die Abläufe zumindest zu thematisieren damit Frau weiß, was sie ggf. erwartet.

    Das unterschreibe ich ganz fett! In meinem Kurs im Geburtshaus ging es die ganze Zeit darum, dass wir Frauen doch natürlich gebären können und was wir dafür tun können. Das sollte sicher stärkend und ermutigend sein, aber es gibt halt doch auch die Fälle, wo Dinge anders kommen als geplant. Ich wäre komplett planlos gewesen, wäre es doch ein Kaiserschnitt geworden. Bei der letzten Geburt war ich da viel besser informiert.


    Du scheinst ja schon sehr genau zu wissen, was dich daran so antriggert gluecksmama Mir hat es bei solchen Horrorszenarien manchmal geholfen sie wirklich komplett durchzuspielen und zu durchdenken. Für die Psyche ist ja der Kontrollverlust etwas, was schwer auszuhalten ist. Wenn man sich dann für das Worst-Case-Szenario ein paar Strategien zurecht gelegt hat, kann das vielleicht hilfreich sein.

  • Ich bin so Eine. Aber: es war geplant. Es gab vor der dritten Schwangerschaft eine größere Entfernung eines Myoms an der Gebärmutter. Das war dann die „Indikation“.


    Das war aber gut, weil ich mich darauf einstellen konnte. Ein Kind vaginal in der Klinik, eins zu Hause und dann ein Kaiserschnitt.


    Ich möchte dir Mut machen. Egal wie es kommt, jede Geburt hat ihr Eigenleben und im Rückblick kann ich jeder Geburt wunderbare Momente abgewinnen.

    Frau Carlina mit einigen Rabenkindern #rabe

  • Ja, so sieht es hier in meinem Bekannten- und Freundeskreis auch aus :)

    Und dann sind ja immer auch so Sachen wie die oben erwähnte Querlage mit zu berücksichtigen.

    Und auch BEL ist für viele Frauen ein Grund für einen KS. Fließt alles mit ein...

    Komisch, dass man da keine Zahlen findet.


    Beim Rockenschaub gibt's noch Zahlen, das Buch hätte ich hier - aber letztendlich sagt der ja, gibt seiner Ansicht nach kaum wirklich handfeste KS-Gründe... und das ist ne sehr theoretische und idealistische Sicht auf die Sache, denn heute bzw real entscheidet das ja vor allem das Krankenhaus mit seinen Vorgehensweisen, Routinen, Vorkehrungen...


    Ich hab ja massive Vorbehalte gegen eine Geburt im Krankenhaus gehabt, weil ich in meiner Vorgeschichte ne Reihe von Gründen hatte.... Ein KS war dabei nur ein Randthema, eine mögliche weitere schlimme Ausprägung des an sich schon total unverkraftbar scheinenden Szenarios, mich in ein KH und in die Hände völlig fremder Menschen zu begeben (denen ich ein Handeln in meinem Sinne in der Frage nach einem KS ja gleich noch weniger zutrauen konnte...)


    Und dann habe ich zwei Wochen vor ET Bücher und Studien und Zahlen gewälzt, wie wahrscheinlich eine Plazentaimplantationsstörung und damit verbundene Risiken sind, Risiko für KS in dem Zusammenhang... und nix wirklich stichhaltiges gefunden natürlich. Was womit ich hätte arbeiten können...

    Gemeinsam mit meinem Mann habe ich entschieden, dass wir keine hausgeburt machen, auch wenn das Risiko eigentlich gering schien, dass es wirklich zu Komplikationen kommt... aber es war da und wir konnten offen üner unsere jeweiligen Ängste reden. Und wir konnten verabreden, was wir tun können, damit für mich/uns, diese KH Situation irgendwie bewältigbar wird... und eine Woche vor ET bin ich mit der Leiterin des Kreißsaals alles durchgegangen, sie hat sich tatsächlich zwei Stunden Zeit für mich genommen und alles notiert, es so aufgeschrieben dass es die diensthabenden Kolleginnen dann auch so vorfinden, dass sich denen erschließt was ich auf keinen Fall will etc... und wie unsere "Eskalationsdramaturgie" aussieht etc, bis hin zu Kaiserschnitt und dem was damit verbunden gewesen wäre.


    Das hat mir sehr geholfen. Mir hat auch sehr geholfen, dass mein Mann bis in die Details den Kenntnisstand hatte, den ich auch habe, und ich an meiner Seite jemanden habe von dem ich weiß, dass er die Nerven behält, für mich eintritt, dem das zuzutrauen ist.


    Und dann konnte ich mit aller übrigens Vorbereitung die ich hatte (bei mir im Kurs war KS übrigens Thema, die hat das sehr sehr toll gemacht!) in eine Geburt starten, eine Woche nach ET an einem tollen Sommertag und mit vile innerer Ruhe, weil ich wusste, dass ich alles getan habe, was ich hätte tun können, dass ich alles wusste, was mir eben möglich war zu wissen, dass es jetzt einfach nicht mehr in meiner Hand liegt, sondern ich und das Kind uns da tatsächlich einfach reinfallen lassen können.

    Und dann hatte ich ne wirklich tolle Geburt in diesem hebammengeleiteten Kreißsaal mit einer tollen jungen Hebamme, die genau "mein Typ" war und uns total damit unterstützt hat, dass sie uns klar vermittelt hat, dass wir scheinbar alles im Griff haben.

    Und am ende musste noch die Ärztin kommen wg schulterdystokie, die sich dann aber doch noch selbst löste, und dann hatten wir das tatsächlich geschafft.

    Und ich mit dieser riesigen Angst vorm KH und Interventionen etc.... hatte zwei Buscopan, das wars. Weil wir keine Angst hatten. Weil wir selbst beschlossen hatten, dass es so sein wird, nichts davon kam von außen.


    Ich weiß nicht, ob das im Falle KS auch geklappt hätte, ich denke aber schon. Zumindest wenn fremdbestimmung ein großer Aspekt deiner Ängste ist, dann kann das durchspielen, vorbereiten und vorab-beschließen bestimmter Szenarien eine Hilfe sein. Wenn man dann auf dich zukommt mit "wir würden jetzt zu einem KS raten", dann könntest du sagen "Ja, genau in einem solchen Falle habe ich vorher für mich festgelegt, dass das für mich dann die richtige Option wäre." Und dann ist es für dich okay, vielleicht, weil es eben DEINE Entscheidung war, dass das der Fall X ist in dem du das auch so siehst.



    Weiß nicht ob das hilfreich ist. Ist mitten in der Nacht...


    Aber wenn ich mich heute frage, ob es richtig war ins KH zu gehen oder ob zuhause nicht doch alles gut gegangen wäre, kann ich sagen: weiß ich nicht. Kann so sein, kann so sein. Wir haben es aber so entschieden, und damit ist es gut.

    Und ob ich einfach "Glück" hatte, dass es dann so gut lief? Nein ich glaub das war nicht mehr so viel Glück. Das war eine unkomplizierte Schwangerschaft einer gesunden etc Frau mit großartiger Unterstützung durch den Mann, in einem bewusst ausgewählten KH mit detaillierter Auseinandersetzung mit den geburtsmodi und den "inneren Dämonen"

    Ich hatte einfach keine Angst. Und deswegen war es gut! Die Angst ist der Feind. Nicht der Kaiserschnitt.

    • Offizieller Beitrag

    Es gibt Kaiserschnitte und Kaiserschnitte. Die können durchaus auch sehr respektvoll ablaufen, und einvernehmlich beschlossen werden.


    Ich hatte und habe auch sehr große Probleme damit, wenn über mich weg Dinge beschlossen werden. Es hilft mit in solche Situationen direkt zu fragen, ob ich 5 Minuten Zeit habe, die Lage zu überdenken, ob man mir die pro und kontra Möglichkeiten erklären kann, tief Luft zu holen und dann zu evaluieren - ich habe mir mal vor Jahren einen Zettel in den Geldbeutel gelebt mit genau solchen und mehr Fragen, die ziehe ich dann raus.


    Es ist gut zu wissen wie ein Kaiserschnitt abläuft, den Unterschied zwischen Not- Kaiserschnitt, der innerhalb von Minuten ausgeführt werden muss und einem mit mehr Zeit zu kennen. Es sei d da die Indikationen. Man sollte wissen, welche Möglichkeiten es zur Betäubung gibt. will und darf und will die Mutter zu gucken, darf und kann das Baby im OP direkt zur Mutter,

    Werden die Hände angebunden, was hinterher gut hilft, was sind typische Nebenwirkungen der Betäubung, wohin kommt das baby, was hilft bei der Heilung? Wer darf mit in den OP?


    Die meisten Frauen brauchen dieses Wissen nicht. Dennoch hilft es, sich auch diese Option genauer anzugucken, dann ist es keine fuerchterliche unbekannte Komponente mehr.

  • Hier hatte ich bei Nr.3 erst eine Plazenta previa, die, wenn sie sich nicht hochgezogen hätte, einen KS nötig gemacht hätte. War dann aber nicht der Fall. Also drei vaginale Geburten für deine interne Statistik ;)

    Ich kenne auch niemanden, der erst beim dritten einen KS hat.

    Dem Tipp von Miamaria mag ich aber nochmal Nachdruck verleihen. Wenn du keine HG möchtest, dann doch zeitig losgehen.

  • Wow, danke euch allen für so viel Einblick.

    Da waren sehr viele schöne Impulse für mich dabei, die ich sicherlich in den nächsten Tagen noch einmal wälzen werde. Danke!


    Der Kontrollverlust und die Selbstbestimmung ist nicht mein Thema, da bin ich tiefenentspannt.


    Der Ablauf, inkl. Medikation ist mir im Allgemeinen bekannt, für exakt diesen Kreißsaal werde ich noch ein Gespräch haben.


    Der Papa und die Doula sind involviert und kennen auch meine gesamte Vorgeschichte, die dabei nicht ganz irrelevant ist.


    Eine Hausgeburt ist aus diversen Gründen ausgeschlossen. Dass wir zeitig los müssen, hab ich definitiv auf dem Schirm. Das mittlere Kind kam wahnsinnig schnell und kräftig.


    Angst vor dem KS an sich habe ich auch nicht.

    Und dass er kein Weltuntergang ist, stimmt wohl - hilft mir jetzt aktuell aber nicht so wahnsinnig viel weiter #cool


    Ich bin gerade etwas in Eile, daher "stenographischer" :)


    Danke für eure Infos und auch die Links zum wissenschaftlichen Material!

  • Liebe Glücksmama,


    eine Frau weiß ich, die nach zwei guten vaginalen Geburten (einmal Geburtshaus, einmal Hausgeburt) zwei Kaiserschnitte hatte, einmal wegen eines vorher erkennbaren Risikos, einmal wegen einer gefährlichen Geburtskomplikation. Alle Kinder haben den Anfang gut überstanden und die Frau heilte so gut wieder zu, wie es nur möglich ist, aber an den Erinnerungen an die Komplikation hatte sie eine Weile zu kauen. Inzwischen ist es einfach ein Teil ihrer Biographie geworden.

    Ihrer Geschichte wegen bekam ich meine beiden Kinder in einem sehr sorgfältig ausgesuchten Krankenhaus - nicht dem Nächstgelegenen, wo es überdurchschnittlich viele Kaiserschnitte gab "weil die Geburt nicht voranging", sondern in einem, wo die Frauen Zeit bekommen, so lange es den Kindern gut geht.

    Als in meiner ersten Geburt der Spezialist nicht am Steißbein vorbeipasste und die Hebamme Alarm schlug, hat mir die herbeigerannte Oberärztin mit wenigen, klaren Anweisungen die natürliche Geburt gerettet. Als ich vor der zweiten Geburt Angst vor einer Wiederholung des Problems hatte, gab es ein sehr sorgfältiges Geburtsplanungsgespräch, eine respektvolle und sorgfältige Untersuchung, und meine Wünsche wurden notiert. Bei Zappelchens Geburt hielten sich alle an diese Vorgaben, obwohl so viel zu tun war, dass keine Hebamme Zeit hatte: die Assistenzärztin erwies sich als so kompetente wie gelassene Entbindungshelferin. Das war eine schöne Geburt! So eine wünsche ich Dir.


    Dieser eigenen Erfahrung wegen tute ich ins gleiche Horn wie die anderen: wir stammen von Menschen ab, die ihre Geburt überlebten. Meistens geht alles gut. Es gibt aber (mindestens) einen realen Grund für Deine Angst. Hast Du ein solches Krankenhaus wie ich in erreichbarer Nähe, dann bitte dort um ein Geburtsvorbereitungsgespräch.


    Ich schicke Dir gleich eine PN mit meiner Wohnregion. Bist Du in der Nähe, dann empfehle ich Dir gern dieses Krankenhaus.

    Es gibt nicht "die" und "uns": Menschen sind überall Menschen.

    Frieden beruht nicht auf Konsens, sondern auf konstruktivem Umgang mit Konflikten.

  • Hallo.

    Ich bin eine, die beim dritten Kind nach zwei Spontangeburten einen Kaiserschnitt hatte.

    Die ersten beiden waren mehr oder weniger klassische Krankenhausgeburten, nicht toll, aber auch nicht schlimm.

    Beim dritten war ich älter und selbstbestimmter und kritischer, es sollte eine Hausgeburt werden.

    Wegen Herztonauffälligkeiten zogen wir dann erst ins Geburtshaus um, da dies näher am Krankenhaus lag, dann ins Kranknehaus, wo schließlich die Entscheidung zum Kaiserschnitt getroffen wurde. Mit mir, ich wurde gefragt, aber es gab keine gute Alternative, das CTG war schlecht und Abwarten und forcieren hätte möglicherweise einen Notkaiserschnitt provoziert. So hatte ich Zeit, mich mit dem Gedanken "anzufreunden" und alles lief noch in Ruhe ab. Es stellte sich eine Nabelschnurkomplikation als Ursache heraus, es wäre also ohne Section nicht gegangen.

    Die OP selbst war kein Problem, ich empfand auch die postoperative Zeit als nicht schlimm, war sofort wieder auf den Beinen.

    Was mir zu schaffen machte, war die Trennung vom Kind nach der Geburt, er musste auf die NEO. Ich bin denen dann dermaßen auf die Nerven gegangen, indem ich quasi sein Bett nicht verlassen habe, daß er mir schließlich schon am nächsten Tag unter Auflagen wieder gegeben wurde, aber dieser erste Tag war für mich schlimm.


    Für mich schwierig an der Geschichte war, daß ich mich eben nicht vorher mit der Möglichkeit befasst hatte, daß es eine Sectio werden könnte.
    Das hatte ich überhaupt gar nicht in Erwägung gezogen, mit keinem Gedanken. Deshalb hat mich dann zwar nicht die OP, aber die Zeit danach schon sehr mitgenommen und geprägt.


    In der vierten Schwangerschaft habe ich mich dann sehr intensiv mit dem Thema befasst, erstens habe ich für mich eine sehr realistische Einschätzung erstellt, was das Wiederholungsrisiko angeht (unter Einbeziehung der Umstände für mich sehr gering), und habe alle Faktoren, auf die ich Einfluß hatte, optimiert. Das betraf hauptsächlich ganz klare Pläne hinsichtlich bevorstehender Interventionen, keine medikamentöseEinleitung z.B..

    Und v.a. habe ich ganz klar festgelegt, was ich nach der Geburt / evtl. Re-Sectio brauche, um mit einer Trennungssituation besser klar zu kommen. Ich hatte diesmal zwei Begleiter, Papa und Freundin, einer wäre bei mir geblieben, der andere mit dem Kind gegangen und nicht von seiner Seite gewichen. Ich hatte mir eine Bondingtop für den OP besorgt. Ich hatte Kolostrum ausgestrichen und eingefroren, um Zufüttern zu vermeiden. Usw.

    Ich hatte trotz geplanter Hausgeburt in der Klinik das Planungsgespräch, alle meine Pläne dort klar kommuniziert, meine Bedingungen, meine Bedürfnisse. Auffällige Zettel mit ebendiesen (farbiges Papier) mit ebendiesen in die Akte und in den Mutterpass usw.

    Das hat mir sehr viel Sicherheit gegeben, ich fühlte mich deutlich (!) besser gewappnet.


    Eine Hausgeburt wurde es dann wegen vorzeitigem Blasensprung nicht, ich ging schließlich in die Klinik zum Einleiten mit meinen Mitteln und unter meinen Bedingungen und es wurde letzlich dort eine gute, sehr zügige Spontangeburt, nach der wir ambulant heim gingen.

    Ich weiß noch, wie ich bis zuletzt gedacht hatte, hoffentlich klappt es so, und dann lag sie tatsächlich da, einfach so!

    Diese Geburt hat mich mit der vorherigen sehr ausgesöhnt.


    Aber ich bin sicher, ich wäre auch mit einem weiteren Kaiserschnitt zurecht gekommen, da ich die Planung einfach komplett in meine Hände genommen hatte und alle Eventualitäten vorher durchgegangen war, optimiert und vorbereitet, was möglich war und das ganze sehr selbstbestimmt vonstatten ging.


    Liebe Grüße und alles Gute für Dich, Seda

  • Danke, Sedativa für deine ausführliche Schilderung!


    Tatsächlich befasse ich mich gerade mit genau diesen Punkten. Meine Klinik handhabt es sogar routinemäßig so, dass das Baby noch im OP per Bondingtuch zu Mama darf. Lediglich etwa 1 Minute bis zur Abnabelung muss man aushalten. Ich werde das alles genau durchsprechen.


    Kannst du mir - gerne per PN - sagen, wie du das mit dem Kolostrum gemacht hast?


    Danke dir!