Elternsprechtag mit Kind?

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  • Ich würde in dem Fall auch das Kind dabei haben wollen. Ihr könnt ohne E ja keine Lösung finden, er muss ja mitmachen. Und er sollte auch seine Sichtweise einbringen, es gibt ja Gründe, weswegen er abhaut.

    Genau das.

    In diesem konkreten Fall wirds ohne nicht gehen.

    Naja, doch. Ich finde es für ein 8jähriges Kind nicht angemessen, da an einer Lösung beteiligt zu sein. Was soll er denn da auch sagen oder machen?

    Es ist die Verantwortung des Lehrers, seinen Unterricht so zu gestalten, daß ihm die Kinder nicht weglaufen.

    Und es ist die Verantwortung von uns Eltern, dafür zu sorgen, daß das Kind körperlich okay ist und kooperieren kann.

    Und da kann ich dem Lehrer in so einem Gespräch schon auch mal sagen, wenn er die Klasse so überfordert und anschreit, dann muß er damit rechnen, daß E. darauf mit hohem Blutzucker und Weglaufen reagiert. Ich weiß nur nicht, ob ich das im Beisein von E. so sagen will.

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Vielleicht spreche ich erst allein mit dem Lehrer und wir holen E. nachher dazu?

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Übrigens ist E. schon seit März unglücklich in Werken. (Er hat Werken bei dem Lehrer seit Februar, davor Handarbeit und letztes Schuljahr einen anderen Werklehrer.) Uns war nur bis diese Woche nicht bewußt, wie sehr ihn das belastet.

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Und da kann ich dem Lehrer in so einem Gespräch schon auch mal sagen, wenn er die Klasse so überfordert und anschreit, dann muß er damit rechnen, daß E. darauf mit hohem Blutzucker und Weglaufen reagiert. Ich weiß nur nicht, ob ich das im Beisein von E. so sagen will.

    Das würde ich auch im Beisein des Kindes so sagen.

    Der Lehrer will doch das Kind dabei haben, dann muss er auch damit leben, dass das dann im Beisein des Kindes passiert.


    Ich denke aber auch, dass Kinder mitbekommen können, wenn die Eltern meinen, dass ein Lehrer was falsch macht.


    Wenn dass dann klar ist, dass es um den einen Lehrer geht, der in dem Punkt etwas falsch macht, sehe ich da auch das Problem nicht.

    Das Kind sieht ja auch, was falsch läuft.


    Und dein Kind bekommt seine Rückendeckung, Ist doch gut.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ich habe tatsächlich eher ein Problem mit der Aussage: "der Lehrer muss seinen Untericht so gestalten, dass...".

    Nicht konkret auf den Fall, den ich nicht beurteilen kann, sondern als grundsätzliche Einstellung, wie Unterricht zu funktionieren hat.

    Darum finde ich - auch bei 8jährigen - die "Dreiergespräche" sinnvoll, denn es IST ein Dreigespann, dass den Unterricht beeinflusst.

    Und ein 8jähriges Kind, dass sich was in den Kopf gesetzt hat, kann durchaus sehr "dagegen werken".


    Wäre es eine Möglichkeit, dass Dein Mann übernimmt?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Mein Sohn ist auch acht und ich würde ihn in einem solchen Gespräch dabei haben wollen.

    Erst recht, wenn ich das gefühl habe, dass die Lehrperson irgendwie zu ruppig oder von oben herab spricht - dann kann ich den nämlich runterholen und bei der Gelegenheit mal klarstellen, was ich mir unter angemessener Wortwahl vorstelle.

    Aber auch dem Kind gegenüber würde ich klar sagen, dass ich zwar Verständnis für sein Unbehagen habe und gern alles versuche, dass es ihm in dieser Stunde besser geht - dass ich in der Frage, ob man den Unterricht vollverweigern kann, aber auch ganz auf der Seite des Lehrers bin. Das geht halt so nicht, da muss eine andere Lösung gefunden werden.

  • Ich finde aber auch, dass es Grenzen gibt, was man sich als Kind gefallen lassen muss.


    Ich lasse mir auch bei der Arbeit nicht alles gefallen, und bin auch schon gegangen, weil mir der Umgang nicht gepasst hat.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ja, aber da wäre es dann ja, wie vom Lehrer vorgeschlagen, Zeit an einen Tisch zu sitzen und zu reden?

    Und zwar miteinander, nicht übereinander - finde ich zielführender.


    Und wenn im Gespräch den Eltern nur klar wird, dass diese Lehrer-Kind-Kombi nicht geht, ist auch was gewonnen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Wir sprechen hier doch alle dafür, dass sich alle drei an einen Tisch setzen und reden.

    Eventuell ist es auch nötig, dass der Leher mitbekommt, dass die Mutter sein Verhalten ebenfalls untragbar findet.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ich finde aber auch, dass es Grenzen gibt, was man sich als Kind gefallen lassen muss.


    Ich lasse mir auch bei der Arbeit nicht alles gefallen, und bin auch schon gegangen, weil mir der Umgang nicht gepasst hat.

    Die Schule hat eine Aufsichtspflicht. Wenn ein Kind weg läuft ist das nicht zu tolerieren und es muss schnell nach Lösungen gesucht werden.

    Dass nun ein Gespräch zu dritt stattfinden soll, ist meines Erachtens der erste Schritt um eine Lösung zu finden.


    Alternativ wäre es eine Möglichkeit gewesen, dass sich die Eltern direkt bei der Schule melden und um Hilfe bitten, da ihr Kind aus dem Unterricht gelaufen ist, weil es Probleme gab/gibt.

  • Ich kenne das teilweise und bin zwiegespalten dazu. Ich finde, manche Sachen muessen einfach erst zwischen Eltern und Lehrer geklaert werden. Ich als Elternteil bin auch befangener, wenn ich vor dem Kind spreche, vor allem wenn es um Defizite geht. Weniger Klartext. Ich moechte vor allem mein Kind schuetzen. Andererseits sehe ich auch viel Positives bei so einem Entwicklungsgespraech mit Kind. Allerdings ist das hier kein Entwicklungsgespraech, bei dem auch viele schoene Sachen ueber das Kind gesagt werden, sondern ein Problemgespraech.


    Vielleicht geht es, das Du erst mit dem Lehrer alleine sprichst und dann E hinzukommt. Finde ich eine gute Loesung.

  • Dazu gehört dann aber auch, dass Kind nicht so zu verschrecken, dass es wegläuft.


    Oder worauf willst du hinaus, Ica ?


    Nur zur Klarstellung: Ich halte es für eine gute Lösung, über den Vorfall zu sprechen. Habe ich ja auch geschrieben.

    Ich bin aber auch der Meinung, dass es am Lehrer ist, sich so zu verhalten, dass er ein Kind nicht verschreckt, in dem er z.B. schreit.

    Man kann von einem Kind nicht verlangen, dass es alles aushält, damit Lehrer keine Probleme kriegen.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Hier sind diese Gespräche auch zu dritt und es läuft geregelt ab. Es ist doch auch ein gutes Lernfeld für das Kind, wie Probleme gelöst werden können. Selbstwirksamkeit und sich selber aus der Situation zu befreien bringt einen doch viel weiter als wegzulaufen. Diese Lernerfahrung ist doch wichtig für das Kind. Als Rückendeckung und für die Sicherheit ist die Bezugsperson dabei. Ich finde das für den ersten Versuch eine gute Chance für das Kind zu wachsen.

    Abbrechen kann man im Zweifel immernoch und einen extra Termin ausmachen. Auch das Kind kurzzeitig rausschicken ist hier bei Elterngesprächen bsp. in der Ergotherapie oder andere Situationen völlig normal. Das fand keines meiner Kinder irgendwie komisch.

  • Ich finde es grundehrlich, da alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Ich habe solche Gespräche sowohl als Lehrkraft als auch als Mutter geführt. Wichtig ist m.E. gefühlte "Unannehmlichkeiten" und Unstimmigkeiten ganz offen zu benennen, damit das Kind die nicht unterschwellig hört und sich komische Gedanken macht.

    Es ist die Verantwortung des Lehrers, seinen Unterricht so zu gestalten, daß ihm die Kinder nicht weglaufen.

    Das kannst du so denken, aber bitte etwas wertschätzender gegenüber dem Lehrer formulieren.


    lg roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Es gibt vermutlich verschiedene Sichtweisen darüber, wie es zum Verhalten des Kindes und des Lehrers gekommen ist. Und nun findet ein Gespräch statt. Weiteres wird sich dann zeigen.

  • Ich gebe zu, dass mich die nahezu einhellige Meinung, Kind solle dabei sein, überrascht.

    Bei uns waren Elterngespräche immer ohne Kind, wir hatten aber nie ein Problemgespräch, nur normale Elterngespräche.

    @Tikani, ich kann deine Bedenken gut nachvollziehen und würde in so einem Fall wie bei euch auch lieber zuerst auf der Erwachsenenebene mit der Lehrkraft reden, bevor man mit dem Kind zusammen ins Gespräch geht.

  • Hier sind auch die Zeugnisgespräche mit Kind. Ab der 1. Klasse.


    Es gibt quasi 3 Teile: Lehrer und Kind, alle zusammen und nur Lehrer und Eltern.


    Da das immer so ist, ist das auch keine komische Situation, wenn das Kind dann draussen wartet.

  • Zeugnisgespraeche bzw Entwicklungsgespraeche sind hier - an der einen Schule - auch Lehrer/Kind und dann Lehrer/Eltern (da kann aber Kind auch dabei sein wenn die Familie das moechte).


    Ich empfinde dieses Gespraech jetzt aber irgendwie als etwas anderes. Bei Entwicklungsgespraechen werden auch sehr die Staerken des Kindes hervorgehoben. Ich empfinde es auch als schwierig, wenn der Lehrer Tikaani schon automatisch in eine Vermittlerrolle draengt.


    Gespraeche mit Kind sind bestimmt gut, wenn es vorher schon einmal geuebt wurde von allen Beteiligten, also auch Positives zur Sprache kommt. Dann gehen auch Problemgespraeche eher.


    Jemand schrieb oben, dass sie es ein bisschen als "Theaterstueck" empfindet., also diese Dreiergespraeche. So empfinde ich das teilweise auch muss ich sagen. Vor allem eben wenn das nicht der normale Umgang an der Schule ist.

  • Bei solchen Gesprächen kann es helfen, mit ganz klaren Erwartungen reinzugehen und auch als erstes das Wort zu ergreifen und das Problem zu benennen. Und zwar aus KIndersicht natürlich.

    "Guten Tag, Frau XY." Hinsetzen. "Wir sind heute hier, weil E im Werkunterricht neulich so große Not hatte, dass er die Klasse verlassen musste. Ich hoffe, wir finden zu dritt heute eine gute Lösung, denn das geht so natürlich nicht."

    Damit verbittest du dir automatisch ein "Frau Tikani, E macht Schwierigkeiten!", machst aber gleichzeitig klar, dass das Kind hier eine Option gewählt hat, die weder für Eltern noch für die Schule okay geht.

  • Ich habe in 7 Jahren Schule noch kein einziges Lehrergespräch ohne das betreffende Kind geführt, auch kein Krisengespräch.

    Aus meiner Sicht ist die Grundlage für ein solches Gespräch jedoch die Offenheit aller Beteiligten dafür, dass jeder etwas zur Lösung beitragen muss, im Sinne von "Wer (Schüler, Lehrer, Eltern) kann was dafür tun, um die Situation zu verbessern"


    Hier lese ich, dass der Lehrer die Erwartung hat, dass Eltern und Kind etwas dafür tun, die Situation zu verbessern (Kind soll sich ändern, Eltern soll hierfür auf Kind einwirken)

    Und dass die TE die Erwartung hat, dass der Lehrer etwas ändert ("Es ist die Verantwortung des Lehrers, seinen Unterricht so zu gestalten, daß ihm die Kinder nicht weglaufen.")


    So macht ein klassisches 3er Gespräch vielleicht tatsächlich wenig Sinn, weil das Kind nur in das Thema der Erwachsenen (Wer hat welche Verantwortung zur Veränderung) hineingezogen wird - und das hat tatsächlich nichts mit dem Kind zu tun.

    Mein Lösungsansatz wäre, dass die Erwachsenen sich in einem 1. Gespräch darüber austauschen und einigen, wer die Verantwortung zur Veränderung trägt - aus einer Sicht alle 3 (Eltern, Lehrer, Kind) gemeinsam.

    Das könnte eine gute Grundlage für ein dann zu erfolgendes ergebnisoffenes 3er Gespräch sein.


    Ich würde die zwei Gespräche nicht am selben Tag, sondern getrennt voneinander führen.