Elternsprechtag mit Kind?

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  • Hagendeel Hausbau ist IMMER in Klasse 3, daran ist nicht zu rütteln. Das hat mit dem sog. Rubikon zu tun, dem Entwicklungsschritt, den Kinder in dem Alter machen, wie eine Wiederholung der Autonomiephase, nur auf der nächsten Stufe: sie begreifen sich nochmal mehr als getrennt von anderen, das geht oft einher mit einem Gefühl der Verlorenheit, und deshalb ist es wichtig, daß sie gerade dann besonders "Hülle haben" bzw. sich Schutz aufbauen können, auch im ganz praktischen, materiellen Sinn, "Dach über dem Kopf", sich als selbstwirksam und gestaltend erleben können.


    Falls es Dich interessiert: *** Achtung, Link zu einer Waldorf-Seite im Spoiler ***


    Übrigens hat grade eben die Klassenlehrerin angerufen, E. hat sich vor einer Viertelstunde, kurz vor Unterrichtsschluß im Musikunterricht den Kopf an der Tafel gestoßen (nicht schlimm, sie haben die Beule gekühlt, aber sie holt J. aus dem Unterricht, daß er ihn zum Bus begleitet, und wir sollen nachmittags beobachten, ob alles okay ist). Passieren kann immer was, das muß nicht mit der Säge sein.

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Und noch was zum Brüllen: mein Mann macht ja Schulbegleitung für ein autistisches Kind in einer 4. Klasse an einer Brennpunkt-Regelschule und ist mittags oft fix und alle, weil es ihm so zusetzt, wie die Lehrerinnen (alles Frauen) gegen die Unruhe in der Klasse anschreien. Das ist da gang und gäbe. Dauernd, nicht wegen Sicherheit, sondern als allgemeiner Tonfall, genervt, schimpfend, wütend, verzweifelt. Die Kinder reagieren schon gar nicht mehr drauf, schalten auf Durchzug, sagen: mir doch egal. Insofern bin ich ja geradezu froh, daß es an unserer Schule (und übrigens auch in unserer Familie) so selten vorkommt und die Kinder noch ein Gespür dafür haben und es ihnen nicht egal ist, wenn ein Erwachsener sie anschreit. Sie reagieren verletzt, sie spüren die Verletzung noch, die darin liegt.

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Furchtbar!

    Und das war an der Schulen meiner Kinder (auch "Brennpunktgebiet", staatliche Schulen) zum Glück nicht so, da wurde nicht gebrüllt.

    Klar, passieren kann immer was.

    Für mich wär es trotzdem ein Unterschied, ob sich ein Kind an der Tafel stößt oder ob Kinder mit Feile oder Säge in der Hand durch den Klassenraum toben und der Lehrer das nicht bzw. nur durch Brüllen in den Griff bekommt.

    Von dieser Rubikongeschichte hab ich auch schon gelesen ... trotzdem danke für den Link, da ist es nochmla sehr gut erklärt! Mir persönlich kommt das ganze Modell irgendwie starr vor, aber klar - das Hausbauprojekt ist total cool. Alles Gute für deinen Jungen! Es wird schon gut gehen mit dem Werkunterricht, der Lehrer wirkt nach deiner Schuldierung vom Unterricht mit kleinen Kindern eher überfordert, aber insgesamt doch ansprechbar und nett.

    Gute Besseung für deinen Sohn!

  • Danke Hagendeel (und ja, das Modell IST starr und antiquiert... da sind noch ganz andere Schoten enthalten... muß man mögen - oder zumindest hinnehmen - , wenn man sich für diese Schulform entscheidet)

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Ich finde das mit den Sägen und Feilen ehrlich gesagt nicht schlimm.

    Die werden da nicht mit Säge in den Füßen auf den Händen laufen. Dass man als Dötz in dem Alter mal mit Werkzeug in der Hand losrennt, kommt eben vor. Das passiert uns ja auch ab und zu noch.

    Ich stelle mir vor, dass der Lehrer dann halt mal kurz durch den Raum ruft, um das entsprechende Kind möglichst schnell zu erreichen.


    Viertling erschreckt sich in solchen Situationen auch sehr schnell und tut das nicht einfach wieder ab, sondern wird dann ein wenig ängstlich. Ihm hilft es immer, wenn man erklärt, warum man in dieser Situation gebrüllt hat.

  • Bei der Beschreibung des Halls im Raum und der natürlichen Stimme des Lehrers kann ich mir vorstellen, dass für ein sensibles Kind schon normales Sprechen grenzwertig sein kann.

    Generell wirkt der Lehrer gesprächsbereit, oder lese ich das falsch?

    Dann mit E. velleicht genau darüber auch nochmal reden, und wie von Ohnezahn gesagt, zu erklären versuchen.

    Und dem Lehrer das nochmal rückmelden in zwei Wochen, wie es jetzt für E. ist. Vielleicht geht das dann ja schon mit einem positiven Effekt einher.

  • Im Vergleich (mein Mann macht Schulbegleitung an einer Regelschule, Brennpunkt, da wäre so ein Gespräch undenkbar!) ist es aber an dieser Schule immerhin möglich, so zu sprechen, ohne negative Konsequenzen für das Kind befürchten zu müssen.

    Meine Kinder gehen und gingen beide auf Regelschulen, und da wird nicht gebrüllt.


    Auch auf der Förderschule im sozialen Brennpunkt, auf die mein Sohn eine zeitlang gegangen ist, war brüllen nicht gerade das Mittel der Wahl.


    Dass sind doch immer bestimmte einzelne Lehrer:innen und Schulen.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Oh, ich wollte damit nicht sagen, daß ich meine, es würde auf Brennpunkt- oder Regelschulen immer gebrüllt. Ich meinte nur die Schule, an der mein Mann arbeitet. Da ist das leider so. Die Kinder aus der Nachbarschaft hier besuchen eine andere Regelschule und da ist der Umgangston durchaus freundlich und zugewandt und die Lehrenden nehmen sich auch viel Zeit, auf die Kinder einzugehen.

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)