Dauernd erschöpft

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  • Hallo liebe Raben,


    ich fühle mich in letzter Zeit dauernd erschöpft und kann mich besonders nachmittags zu nichts aufraffen. Wenn wir etwas Schönes vorhaben, geht es, aber so im normalen Alltag hänge ich spätestens ab 14 Uhr komplett in den Seilen. Dies geht über normale Müdigkeit deutlich hinaus.


    Körperlich ist alles un Ordnung. Ich habe ein großes Blutbild inklusive aller Schilddrüsenwerte, Vitamin D und B12 machen lassen - alle Werte super!


    Jetzt habe ich folgende Überlegungen angestellt:


    1. Ich schlafe sehr schlecht, weil ich aktuell immer Verspannungen und Schmerzen im Rücken habe. D.h. ich schlafe zwar, wache aber mit Schmerzen auf. Jetzt haben mekn Mann und ich die Matratze getauscht, so geht es etwas besser.


    2. Ich bin in dem Wechseljahren und denke, das könnte auch damit zusammenhängen.


    3. Ich fühle mich beruflich gerade unzufrieden und überlege eigentlich ständig daran herum, wie ich da etwas ändern kann. Ich bin Lehrerin und mache gerade eine Ausbildung zur bindungs- und beziehungsorientierten Familienberaterin.


    4. Ich vermute stark, dass ich ADHS habe und mich deshalb der Alltag zunehmend fertig macht. Ich habe schon diverse Stellen wegen Diagnostik angeschrieben, aber leider noch keine Antwort erhalten.


    5. Depression? Das will ich irgendwie nicht glauben.

    (Warum? Passt nicht zum Selbstbild. Blöd, ich weiß.)


    Was will ich von euch? Am liebsten Austausch, Anregungen, aber auch Kopftätschler.


    Vielleicht kennt das ja jemand von euch!


    Liebe Grüße,


    NatureBear

  • Ich kann dich sooo gut verstehen. Mir geht’s gerade ähnlich *seufz*.

    Ich könnte manchmal im Büro mit dem Kopf auf die Tischplatte fallen und einfach nur schlafen, schlafen, schlafen.

    Mein Schlaf ist gerade auch nicht so gut (wahrscheinlich auch Menopausen-bedingt) und mein ganzes Drumherum geht mir sowas von auf den Geist!

    Bei mir wird es eine Kombi aus allem Möglichen sein, allen voran Erschöpfung und Unzufriedenheit.


    Wieso vermutest du ADHS bei dir?

    Ich bin diagnostiziert, nehme aber im Moment keine Tabletten (dabei fällt mir ein, dass ich unbedingt mal wieder zu meinem Neurologen muss…).

    Depressionen sind übrigens sogenannte Kormobiditäten bei ADHS, können also ADHS-bedingt sein.

    Wegen Diagnostik: hast du es schon mal bei Psychiatrie-Ambulanzen versucht?

    Wenn du aus dem Großraum Ruhrgebiet kommst, kann ich dir die Bochumer ADHS-Ambulanz empfehlen.


    Tja, schlaue Tipps, damit es dir besser geht, habe ich leider keine.

    Aber Kopf tätscheln kann ich prima, wenn du magst: #taetschel

  • Nur kurz ein paar Ideen:

    Nützt es denn, wenn du einen Mittagsschlaf machen kannst, kurzen power nap, hinlegen und entspannen, einmal kurz wegdösen (10-15 Minuten) oder etwas länger? Oder bist du danach erst richtig fertig?

    Schlechter Nachtschlaf ist doof, Schmerzen kosten ziemlich viel Energie, das ist nicht zu unterschätzen.

    Mich hat vor ein paar Jahren so ein viskoelastischer Matratzentopper gerettet, damit bin ich auch wieder fitter.

    Was mich bei Deiner Aufzählung noch angesprungen hat: Punkt 3: werden in der Ausbildung eigene Themen angetippt und das beschäftigt Dich mehr als bewußt ist?

    Hast Du genug Zeit für aktive Bewegung, die Spaß macht, Dich abschalten lässt?

    Alles Gute, hoffentlich bist Du bald wieder besser bei Kräften.

  • Danke euch beiden schon mal!


    Abete, tut mir leid, dass du ähnliche Probleme hast.

    Ich habe sehr viele Symptome von AD(H)S, bin extrem chaotisch und impulsiv. Ich kann allerdings gut kompensieren, weshalb ich gut durch die Schule und auch noch einigermaßen gut durchs Studium gekommen bin. Im Beruf leide ich mehr und mehr darunter, weil mir Fehler unterlaufen und ich Dinge vergesse. Deshalb möchte ich auch unbedingt die Diagnostik anstoßen.

    Danke für den Tipp mit der Bochumer Ambulanz, da werde ich mal nachhören.

    Würde sowas auch eventuell schneller gehen, wenn ich meine Hausärztin mit ins Boot hole?


    rökja, Mittagsschlaf hilft bedingt. Ich muss es aber schaffen, ihn kurz zu halten, was mir leider oft nicht gelingt. Ich verlängere dann die Zeit oft um 30 Minuten und dann bin ich völlig Matsche...

    Danke auch für dem Tipp mit dem Matratzentopper, da schau ich mal!


    Möglicherweise werden in der Ausbildung Themen angetippt, die auch meine eigenen sind, obwohl ich glaube, dass ich meine Themen in den letzten Jahren relativ gut bearbeitet habe. Was eher angetippt wird: In der Ausbildung merke ich, wofür ich brenne. Ich kam mit leuchtenden Augen aus dem Praxiswochenende und freue mich riesig auf das Nächste. Ich würde am liebsten nur noch beraten. Aber: Ich bin Beamtin und tue mich schwer damit, einen solchen Job zu kündigen. Außerdem ist das ein riesiges Problem für meinen Mann. Er hat ein großes Sicherheitsbedürfnis, und wenn ich beruflich umschwenke, würde ihm das sehr große Angst machen. Darüber reden wir oft. Ich habe aber das Gefühl, dass ich nicht noch 20 Jahre so weitermachen kann...


    Ich glaube, da kommt so einiges zusammen.

  • Nachtrag: Bewegen tu ich mich viel. Ich gehe mit dem Hund raus und mache alles zu Fuß. Ich komme jeden Tag auf mindestens 10 000 Schritte. Für den Rücken müsste ich sicher wieder gezielt was tun, ich hatte 2017 schon einen Bandscheibenvorfall.

  • Körperlich ist alles un Ordnung. Ich habe ein großes Blutbild inklusive aller Schilddrüsenwerte, Vitamin D und B12 machen lassen - alle Werte super!

    Nachfrage, weil da leider immer noch zu viele Ärzte Mist verzapfen: Bist Du sicher, dass Schilddrüse sauber gecheckt wurde? Wurde nur der TSH bestimmt (wie hoch ist der) oder auch andere Werte wie fT3, fT4, Antikörper? Wurde ein Ultraschall gemacht?

  • Es wurde auf jedem Fall auch fT3 und fT4 genommen, da hatte ich extra nach gefragt. Ultraschall wurde nicht gemacht.

  • Es wurde auf jedem Fall auch fT3 und fT4 genommen, da hatte ich extra nach gefragt. Ultraschall wurde nicht gemacht.

    Hast Du Dir die Werte geben lassen und selbst mal angeschaut? Könntest Du die vielleicht posten (inkl. Referenzbereiche)?

  • Sorry, wenn ich so nachfrage. Aber es laufen da draussen leider immer noch viel zu viele Leute mit Schilddrüsenproblemen rum, denen ihre Ärzte erzählen, dass alles ok sei. Ich habe leider lernen müssen, mir solche Werte immer selbst anzuschauen und mir ein eigenes Bild zu machen.

  • Es gibt auch viele Ärzte, die meinen, Vitamin D und Ferritin Wert sei in Ordnung, dabei ist er es nicht. Die Werte wären tatsächlich ganz cool…

  • Depression nur an der Erschöpfung festzumachen ist etwas wenig. Es passt auch nicht, dass es dir nachmittags schlechter geht, das ist eher ein „normaler“ Erschöpfungsverlauf; Depression lässt Betroffene um diese Zeit meist am stabilsten sein, da ist eher die Zeit zwischen Aufstehen und Mittag am schlimmsten.


    Der Lehrerinnenalltag lässt uns aber in dieser Zeit am Vormittag „rennen“ und dieses Gerenne ist auch ein Weg, der Erschöpfung und der Selbstreflexion davonzurennen. Wie ist es denn am Wochenende um diese Zeit? In den Ferien? Kommst du irgendwann auf die Ruhe?

  • Mit Reizoffenheit, wie sie zu ADHS, Hochsensibilität und noch stärker zum Autismus gehört, ein normales Leben zu leben, ist einfach anstrengend. Je nachdem, wie resilient Du bist, kannst Du es länger oder kürzer aushalten, aber es strengt immer an.

    Entsprechend sind mehr und andere Erholungszeiten nötig als beim Bevölkerungsdurchschnitt.


    Es kann gut sein, dass Du recht hast, körperlich gesund bist, nicht depressiv und trotzdem richtig tief erschöpft.


    Kannst Du mehr Erholung in den Alltag einbauen?

    #hmpf ... auf dem Rückweg in den Alltag...

  • Körperlich ist alles un Ordnung. Ich habe ein großes Blutbild inklusive aller Schilddrüsenwerte, Vitamin D und B12 machen lassen - alle Werte super!


    Nur weil diese Werte in Ordnung sind heißt das noch lange nicht dass körperlich alles in Ordnung ist. Oder würden noch mehr wie genommen, wir Folsäure, Zink, Vitamin B 6…?


    Ich habe schon öfters Mängel gehabt, die man nicht im Blutbild gesehen hat, der Erfolg mit der Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen ect hat mir aber so sehr geholfen innerhalb kurzer Zeit dass da ein Defizit gewesen sein muss.

    Meine erste Maßnahme wäre daher eine Vitaminkur, z.b. von Ortholomol, die man Mal einen Monat macht und schaut ob sich etwas verbessert. Leider ist das recht teuer.

    Gute Erfahrung habe ich ansonsten mit einem Vitamin b Komplex, Vitamin C und Zink genannt.

    Was genau mit davon fehlte, weiß ich leider nicht aber ich habe mich nach 3 Woche Einnahme wir ein neuer Mensch gefühlt!


    Wenn es dann nicht etwas besser ist, würde ich weiter sehen in Richtung der anderen Themen.

    "Mit einer Kindheit voller Liebe kann man ein halbes Leben hindurch die kalte Welt aushalten." Jean Paul


    Töchterchen (2006) und Klein-Töchterchen (2011)