Sponsorenlauf in der Schule

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  • Naja, ich habe Mut, nein zu sagen und bereits der Schulleitung geschrieben. Mein Kind schämt sich. Das kann ich zum Mut haben nicht zwingen und es ist mit 11 Jahren erst dabei, zu üben, sich gegen außen zu behaupten und für seine von der Menge abweichende Meinung einzusetzen... Ob es mitmacht, bzw. was es macht, wissen wir noch nicht. Vielleicht erkaufen wir ihm für 5 € einen freien Tag ohne "Arbeiten" sondern für Zimmer aufräumen und lego aussortieren.

  • Hier läutet das erste Kind, das mit Sponsorenliste vor der Tür steht regelmässig den Sommer ein ;)


    Nett ist dann, wenn Tage später auf der Strasse gefragt wird: "Ach, ich wusste gar nicht, dass dein Sohn xy macht, spannend". Man lernt so einiges über die Nachbarskinder.

    Wir geben meist einen Fixbeitrag, pro Verein sponsern wir nur ein Kind - und freuen uns, dass mein Kind etwas an seine Vereinsausflüge mitverdient.


    Ihr diesjähriger "Lauf" war ein Postenlauf, mit Teams aus allen Altersgruppen, passend zum Thema des Vereins alles mit Musikfragen/aufgaben (inkl. Hüpfen im Takt).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich finde es auch unschön. Es wird sehr wohl geguckt, wer wieviel erläuft und wenn es dann noch einen Preis gibt, ist das doch auch klar, dass das bewertet wird.

    Mein Kind wäre krank, echt.

    Hier gab es solche Sponsorenläufe zum Beispiel von der Sparkasse... die Leute konnten verschiedene Strecken laufen, es wurden Getränke und Bananen gesponsert, die Sparkasse hat pro Kilometer irgendwas bezahlt, alle hatten ein paar schöne Stunden und am Ende waren ein paar tausend € erlaufen.

  • Wieso ist es so verkehrt, etwas für die Gemeinschaft zu machen? Das ist mein Ernst - warum ist das so schlimm?

    Weil sich möglicherweise nicht jede Familie das leisten kann, sowas zu finanzieren? Und es unter den Schülern dann verglichen wird, wer wieviel Kohle einläuft?

    Weil man anhand der Sponsorenzettel, auf den finanziellen Hintergrund der Familien schließen kann?

    ... oder auf den Beliebtheitsstatus.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Hier gibt es das an Qs Schule auch, das war allerdings schon vor den Pfingstferien, als es noch nicht so heiß war.


    Ich finde das in Ordnung. Hier geht die Hälfte an Unicef, die andere Hälfte geht an den Förderverein der Schule (und wird damit unter anderem dafür genutzt, Familien, die es brauchen, finanziell zu unterstützen bei Klassenfahrten usw.).


    Q ist in der 9., da gilt es zumindest im Vorfeld offenbar nicht mehr als cool, großen Eifer bei der Aktion an den Tag zu legen. Q hat es nicht mal geschafft, mir den Blankozettel vorher mitzubringen. Am Abend vorher war Elternsprechtag, wo ich den Klassenlehrer gefragt hatte, wie ich das ohne Blankozettel machen soll (ich habe dann handschriftlich einen verfasst), da erzählte er, darüber solle ich mir keine Gedanken machen - er hätte erst einen einzigen Rücklauf bekommen.


    Anscheinend konnte der Lehrer Q (und vermutlich den Rest der Klasse) dazu motivieren, 10 Runden zu laufen.


    Sowas wie einen Preis für den höchsten eingefahrenen Betrag gibt es hier nicht, das finde ich auch daneben.


    Ich glaube nicht, dass außer dem Lehrer (und vielleicht dem, was die Kinder sich gegenseitig erzählen) hier jemand weiß, wer wie viel spendet.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Bei uns gab es das, als ich Jugendliche war. Ich fand es ganz nett, denn es war ohne Leistungsdruck/Vergleiche und es fiel Unterricht aus. Die Logik hat sich mir nie erschlossen - wer hat etwas davon, wenn ich X Kilometer laufe? Hätte ich die Spenden nicht einfach so einsammeln können? Dem Spender kann es doch egal sein ob er mir 5 Mark gibt und ich laufe dafür herum oder ob er mir einfach nur so 5 Mark gibt. Das Geld ist ja nicht für mich sondern für das Hilfsprojekt. Die Empfänger (ein konkretes Hilfsprojekt) hatten auch nichts davon, dass ich laufe...



    Jetzt wird es hier auch an den Schulen gemacht und es ist immer noch so...ohne Druck und Vergleich, alle haben Spaß und es fällt Unterricht aus, worüber sich das Kind dann freut ;)

  • Reeza aber dann ist das halt so. Warum sollen manche Kinder nicht einfach mehr Sponsoren haben als andere? So ganz klar ist mir nicht, warum das schlimm ist.

    und mir ist nicht klar, wieso man das ganze nicht freiwillig machen kann, so könne die Freude haben, die daran Freude haben, und die, die entweder keine Lust drauf haben oder es sich nicht leisten können, müssen nicht mit machen.


    Mir ist auch nicht klar, wieso das schlimm ist. Wenn es nach mir ginge, lebten wir in einer glücklichen, fairen Welt, in der jeder Sich um seine Dinge kümmert und nicht über andere urteilt. Und in der Kinder nicht auf dem Schulhof rumlaufen und angeben, wieviele Sponsoren sie schon haben - und andere ärgern oder fertig machen, weil bei ihnen niemand drauf steht.

    Ich glaub vlt ist das einem nur nicht ganz klar, wenn man nie arm war, und nie das Kind auf dem Schulhof, das bei für andere scheinenden Kleinigkeiten nicht mitreden konnte - weil kein Geld dafür da war. Und nie deswegen geärgert, abschätzig behandelt oder ausgegrenzt wurde. ABer das ist ein weites Feld, das wollte ich jetzt hier eigentlich gar nicht aufmachen, sorry. Ich war so ein Kind, und unter anderem deswegen bin ich sehr sensibel für solche Veranstaltungen - und sehe die Kinder, die jetzt in meiner damaligen SItuation sind.

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...

  • Sollen sie in der Schule etwas organisieren, mit Alten im Heim spielen, Stadtpark müll suchen, Nistkästen bauen.... Gibt genug, wo nicht Kinder von Nachbarn und Eltern Geld erbetteln müssen. So fühlt es sich für mich an.

    ja!

    Und da gibt es dann keine Vergleiche wer am meisten einsammelt, wer den größten Nistkasten baut etc?

  • Bei uns gab es das, als ich Jugendliche war. Ich fand es ganz nett, denn es war ohne Leistungsdruck/Vergleiche und es fiel Unterricht aus. Die Logik hat sich mir nie erschlossen - wer hat etwas davon, wenn ich X Kilometer laufe? Hätte ich die Spenden nicht einfach so einsammeln können? Dem Spender kann es doch egal sein ob er mir 5 Mark gibt und ich laufe dafür herum oder ob er mir einfach nur so 5 Mark gibt. Das Geld ist ja nicht für mich sondern für das Hilfsprojekt. Die Empfänger (ein konkretes Hilfsprojekt) hatten auch nichts davon, dass ich laufe...



    Jetzt wird es hier auch an den Schulen gemacht und es ist immer noch so...ohne Druck und Vergleich, alle haben Spaß und es fällt Unterricht aus, worüber sich das Kind dann freut ;)

    Es geht drum, dass das Kind selbst das Gefühl hat, etwas bewirken zu können. Oder so....

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Sollen sie in der Schule etwas organisieren, mit Alten im Heim spielen, Stadtpark müll suchen, Nistkästen bauen.... Gibt genug, wo nicht Kinder von Nachbarn und Eltern Geld erbetteln müssen. So fühlt es sich für mich an.

    ja!

    Und da gibt es dann keine Vergleiche wer am meisten einsammelt, wer den größten Nistkasten baut etc?

    naja so gesehen kannst du das auf alles münzen, auch auf Kunstunterricht und Bastelprojekte. Wenn einfach alle zusammen nach Anleitung einen Nistkasten bauen wieso sollte das bewertet werden? Der größte ist nicht der beste. Die größere Spendensumme ist aber schon die bessere.

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...

  • Sollen sie in der Schule etwas organisieren, mit Alten im Heim spielen, Stadtpark müll suchen, Nistkästen bauen.... Gibt genug, wo nicht Kinder von Nachbarn und Eltern Geld erbetteln müssen. So fühlt es sich für mich an.

    ja!

    Und da gibt es dann keine Vergleiche wer am meisten einsammelt, wer den größten Nistkasten baut etc?

    Da sind die Kinder nicht auf Andere angewiesen.

    Alle zusammen in der Gruppe Müll sammeln = Fleiss bringt Müll

    Alle zusammen aus gleichen Bausötzen Nistkästen bauen = Fleiss bringt Nistkasten


    Spenden sammeln = soziales Umfeld/Goodwill/finanzielle Möglichkeiten bringen Unterschriften

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Bei uns gab es das, als ich Jugendliche war. Ich fand es ganz nett, denn es war ohne Leistungsdruck/Vergleiche und es fiel Unterricht aus. Die Logik hat sich mir nie erschlossen - wer hat etwas davon, wenn ich X Kilometer laufe? Hätte ich die Spenden nicht einfach so einsammeln können? Dem Spender kann es doch egal sein ob er mir 5 Mark gibt und ich laufe dafür herum oder ob er mir einfach nur so 5 Mark gibt. Das Geld ist ja nicht für mich sondern für das Hilfsprojekt. Die Empfänger (ein konkretes Hilfsprojekt) hatten auch nichts davon, dass ich laufe...



    Jetzt wird es hier auch an den Schulen gemacht und es ist immer noch so...ohne Druck und Vergleich, alle haben Spaß und es fällt Unterricht aus, worüber sich das Kind dann freut ;)

    Es geht drum, dass das Kind selbst das Gefühl hat, etwas bewirken zu können. Oder so....


    Wir waren schon Jugendliche (weiterführende Schule) und hatten dieses Gefühl jedenfalls nicht.


    Hätten wir beim Nachbarn den Rasen gemäht, Babygesittet o.Ä. und dafür Geld bekommen, hätte es sich irgendwie produktiver angefühlt. (Aber das ist viel komplizierter zu organisieren für die Schule.)

  • Dann läuft das Kind eben mit ohne Denkzettel abzugeben? Ist doch auch kein Problem. Manche Kinder laufen mehr und andere weniger.


    Dass Kinder deswegen geärgert werden, da sehe ich durchaus Handlungsbedarf. Und verstehe deinen Ärger besser. Woher wissen die anderen Kinder das überhaupt? Und warum machen sie sich überhaupt über andere lustig? Da braucht es Gespräche.


    Ich vermute aber ganz stark, dass dieses Problem des hänselns auch unabhängig vom Spendenlauf existiert und würde mich da an die schulsozialarbeiterin wenden.

    "C'est ici que l'aventure se mêle au vent de la mer."

    Pierre Marc Orlan

  • Aber auch sportliche Leistung. Wenn das niedrigbesponsorte Kind 20 Runden läuft und das Kind mit vielen Sponsoren nur 4 gleicht sich das wieder aus.

    Ich habe z.B. aus der Ferne meinen Neffen besponsort. Kein Zettel, da nicht vor Ort, Geld wurde überwiesen. Also es gibt schon Möglichkeiten dass das nicht in Vergleiche ausartet. Wobei ich ein klassenweise Sponsoring auch besser fände, um Konkurrenzgedanken zwischen Schulkameraden durch Gemeinschaftsgefühl zu ersetzen.

  • Ich wurde neulich gefragt von einem Kind, ob ich mit spenden könnte. Da habe ich gefragt, wieviel so üblich ist. Ich bekam zur Antwort, dass das absolut anonym ist und somit kein Wettbewerb unter den Kindern. Außerdem konnte ich eine Obergrenze angeben und ankreuzen, ob ich eine Spendenquittung möchte. Das fand ich dann stimmig.

  • Bei uns damals wars völlig egal wieviel Runden gelaufen wurden, völlig egal wer wieviel gespendet hat pro Runde.

    Vergleichen untereinander (also unter den Kindern) wurde lediglich die Anzahl der Namen. Viel = beliebt, wenig = mag offensichtlich keiner

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Wieso ist es so verkehrt, etwas für die Gemeinschaft zu machen? Das ist mein Ernst - warum ist das so schlimm?

    Ich habe jetzt nur bis hier gelesen, weil ich die letzte Stunde noch gearbeitet habe. Aber dazu möchte ich gleich etwas schreiben, weil mich dein Post ein bisschen traurig macht. Ich fühle mich nicht als unsozial, ich habe auch nichts dagegen, etwas für die Gesellschaft zu tun. Im Gegenteil, ich glaube , dass ich in meinem Brotberuf sogar sehr viel für die Gesellschaft tue. Oft weit über meine Grenzen hinaus.

    Mich stört, dass die Kinder Freunde und Nachbarn fragen sollen. Mich stört es, weil es sich für mich nach betteln anfühlt. Mich stört auch, dass Kinder mit großer Verwandtschaft da wahrscheinlich weniger Probleme haben. Mich stört auch, dass die Freundin meiner Tochter, die es nicht schafft, eine 750 m Runde zu laufen, wahrscheinlich gar kein Geld heraus laufen können wird. Mich stört, dass verglichen wird, welches Kind wie viel Geld eingelaufen hat, und dass man den erkaufen kann.

    Wenn die Kinder an einem Nachmittag in der Woche zur Schule kommen würden und Müll sammeln, das fände ich super. die Monte Schule, an der meine Tochter war, hat das gemacht. Da habe ich mich nie gesträubt, im Gegenteil.

    Verstehst du was ich sagen möchte? Es geht nicht darum, dass ich nichts für die Gesellschaft tun will, es geht darum, dass ich das Gefühl habe mich und meine Tochter einer unangenehmen Situation auszusetzen, einmal damit, dass sie Nachbarn ansprechen soll, und dann damit, dass ich indirekt unsere finanziellen Verhältnisse offen legen soll.

    Vielleicht hat mich auch am meisten das Beispiel im Elternbrief geärgert. Da wird geschrieben, dass eine Tante dem Kind fünf Euro pro Runde aufschreibt. Es ist aber möglich, einen Maximalbetrag anzugeben. Das könnten zum Beispiel 30 € sein. Und wenn das Kind dann mehr als sechs Runden läuft, zahlt die Tante trotzdem nur 30 €.

  • Ich finde, Spenden sollten komplett freiwillig sein. Eltern werden schon unter Druck gesetzt. Man möchte ja nicht, dass das Kind gar niemanden auf der Liste hat. Die, die gar nichts haben, müssen dafür auf sehr wichtige Dinge verzichten und das ist ein Unding.