Freiwilligendienst im Ausland - Tipps?

Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
  • Hallo,

    habt ihr oder eure Kinder Erfahrungen mit Freiwilligendiensten im Ausland?

    Meine Tochter macht nächsten Sommer ihr Abi und würde danach gerne ein Jahr „so etwas“ machen.

    Wir sind also noch ganz am Anfang unserer Überlegungen und haben bisher nur so ein bisschen rumgesurft dazu.


    Habt ihr Tipps?

    Welche Organisation ist gut, wovon ratet ihr ab?

    War es voll finanziert oder habt ihr noch etwas selber zahlen müssen?

    Und und und.

    Wir freuen uns über jeden Hinweis dazu.

  • Ich habe 2007/08 mein FÖJ mit DTP e.V. in Tansania gemacht und kann das Programm sehr empfehlen. Inzwischen läuft es als weltwärts und ich bin dem Verein als Ehemalige immer noch verbunden.

    Mir fehlt gerade etwas die Zeit zum ausführlichen Schreiben, bei Fragen dazu kannst du mich gerne anschreiben.

  • Ich war einen Sommer in einem Camphill in New York State, diese gibt es in vielen Ländern. Camphill ist eine anthroposophische Bewegung, die auf Rudolf Steiner zurückgeht, es sind Lebensgemeinschaften, in denen Menschen mit Behinderungen gemeinschaftlich mit Familien und Freiwilligen leben. Ich habe das als Sozialpraktikum fürs Studium gemacht, es gab aber viele, die ein ganzes Jahr dort waren. Waren sehr interessante Einblicke für mich, da ich mich vorher nie mit Steiner und Co. beschäftigt hatte. Es wurde biodynamisch gegärtnert und Tierhaltung betrieben, viele handwerkliche Angebote gemacht, gemeinsame Freizeitaktivitäten. Einen Tag in der Woche hatte ich frei und wir Freiwilligen sind oft an unseren freien Tagen nach NYC gefahren. Die Flugkosten dorthin habe ich selber übernommen, Kost&Logis frei sowie ein Taschengeld gab es. Bewerbung habe ich glaube ich über die Camphill association of North America gemacht, man kann sich sicherlich auch direkt bei in Frage kommenden Camphill communities bewerben. Eine Klassenkameradin hat das direkt nach dem Abi für ein Jahr in Kanada gemacht, über sie kam ich darauf und empfehle es immer wieder gerne, es war eine wunderbare Zeit dort mit wunderbaren Menschen.

  • Meine Tochter wollte über weltwärts ins Ausland gehen. Auf der Website stehen so viel ich weiß keine Bewerbungsfristen. Sie hat sich im Januar oder Februar des Abi-Jahres beworben, für Projektbeginn September (man muss den 18. Geburtstag erreicht haben) und war leider zu spät.


    Der ijgd bietet auch Projekte an.

  • Vielen Dank ihr drei, über Camphill und Weltwärts sind wir auch gestoßen.

    Zu westwärts gehören dann lauter kleine Institutionen bei denen man sich dann bewerben kann, sehe ich das richtig? Und man meldet sich dort an und bewirbt sich nicht gezielt für ein Land, Hilfsorganisation, Einsatzbereich?


    thumbelina wie anthroposophisch war es denn dann in deiner Einrichtung? Mit Camphill war ein Bekannter vor ca. 30 Jahren mal in Irland und fand es super. Das wäre eben auch nicht so fremd wie Südamerika oder Afrika, da hätte sie irgendwie doch schon etwas Bammel.


    husky wir sind jetzt 12/ 13 Monate vor Beginn. Ich hoffe das reicht dann noch.


    Wieviel war denn euer Arbeits/ Freizeitverhältnis? Blieb denn die Möglichkeit Land &Leute kennen zu lernen oder wart ihr sehr in eurer Arbeitsblase? Ist natürlich klar das es auch immer typsache ist.

  • Ich war wegen eines Praktikums in einer Kunstschule in Irland in einem Camphill, also dort hatte ich ein Zimmer und etwas Anschluss.


    Soweit ich mitbekommen habe, sind die Camphills, ähnlich wie Waldorfschulen, nicht missionarisch unterwegs und belehren Dich nicht über Steiner und co. Aber sie leben meistens ganz anders, darauf muss man sich einlassen wollen. In meinem Camphill hatte die Familie keinen Fernseher, keine Spülmaschine, es wurde viel musiziert und es haben viele, mir damals fremde Feste und Veranstaltungen stattgefunden. Die Landwirtschaft ist auch sehr wichtig, aber da ich im Winter dort war, habe ich davon weniger mitbekommen. Und es waren verschiedene Freiwillige aus Polen, USA, Deutschland und Schweiz dort.


    Also es ist eine krasse Blase, die damals für mich wenige Berührungspunkte zur "normalen" Welt hatte, aber ich fand es gerade deswegen sehr toll.

    Große Kleine 09/10 und ganz Kleine 06/16

  • Ja, ich vermute, Ihr liegt zeitlich gut im Rennen. Wird Dein Kind vor Projektbeginn 18 sein?


    Von dem, was ich mitbekommen habe, gibt es auf der Website von weltwärts eine Datenbank, wo jedes konkrete Projekt drin steht. Wenn man sich dann die Projekte raus sucht, die einen interessieren, ergibt sich eine Struktur, z. B.


    Thailand OrganisationXY Projektnr. 1, 2, 25

    Thailand OrganisationABC Projektnr. 48, 76

    Indien ...


    Bei jedem Projekt steht die E-Mail-Adresse für die Bewerbung dabei. Meine Tochter hat dann jeweils eine "Sammelbewerbung" für die Projektnummern dieses Ansprechpartners, die sie interessiert hätten, geschrieben.


    Wichtig ist noch, daß es Vorbereitungstreffen gibt, die man zeitlich einplanen muss. Ich habe aber nicht mitbekommen, wann die stattfinden (ob zum Beispiel erst in den Sommerferien vor Projektbeginn).


    Viel Erfolg!

  • Unsere Tochter war mit dem SCI in Indien. Die Vor- und Nachbereitung war prima und das Projekt auch.


    Das Fazit hier war, dass vom Freiwilligendienst hauptsächlich die Freiwilligen profitieren. Wenn Eure Tochter starke Ambitionen hat die Welt retten zu wollen oder zumindest wirklich etwas zu bewegen, dann könnte sie das auch noch tun, wenn sie einen Beruf gelernt hat und vor Ort wirklich arbeiten kann. Die Organisation vor Ort ist auf die Gelder angewiesen, die für die Unterbringung und Betreuung der Freiwilligen fließen, das war mir vorab nicht so klar. Das prägt natürlich (vielleicht auch speziell in Indien) den Umgang mit den Freiwilligen. Als weiße junge Frau in ein Land des globalen Südens zu gehen konfrontiert einen unweigerlich mit Spätfolgen von Kolonialismus und positivem Rassismus.

    Ich sehe die Freiwilligendienste inzwischen etwas kritischer als vor diesen Erfahrungen, wenngleich es natürlich für unsere Tochter eine sehr prägende und stärkende Zeit war.


    Hier sollten durch Eigeninitiative ca. 2000 € der Organisation zufließen, also quasi das Kindergeld das man während der Zeit weiter bezieht. Das war aber kein Muss, denn die Freiwilligendienste sollen ja allen offenstehen. Den Rest hat die Organisation übernommen, einschließlich eines "Taschengeldes" von 150€, das vor Ort der Gehaltshöhe der regulär Angestellten entsprach und alle Kosten einschließlich Reisen gedeckt hat.

  • Vielen Dank ihr drei, über Camphill und Weltwärts sind wir auch gestoßen.

    Zu westwärts gehören dann lauter kleine Institutionen bei denen man sich dann bewerben kann, sehe ich das richtig? Und man meldet sich dort an und bewirbt sich nicht gezielt für ein Land, Hilfsorganisation, Einsatzbereich?


    thumbelina wie anthroposophisch war es denn dann in deiner Einrichtung? Mit Camphill war ein Bekannter vor ca. 30 Jahren mal in Irland und fand es super. Das wäre eben auch nicht so fremd wie Südamerika oder Afrika, da hätte sie irgendwie doch schon etwas Bammel.


    husky wir sind jetzt 12/ 13 Monate vor Beginn. Ich hoffe das reicht dann noch.


    Wieviel war denn euer Arbeits/ Freizeitverhältnis? Blieb denn die Möglichkeit Land &Leute kennen zu lernen oder wart ihr sehr in eurer Arbeitsblase? Ist natürlich klar das es auch immer typsache ist.

  • So wie Neschka würde ich es auch beschreiben. Also ich hatte wie gesagt vorher keine Berührungspunkte, aber mir hat das Miteinander dort sehr gut getan, es gab feste Zeiten und Abläufe, gemeinsames Essen mit Tischgebet, gemeinsamen Hausputz mit Musik, im Sommer kam der Großteil unserer Lebensmittel direkt frisch geerntet aus dem Garten und so gutes Rindfleisch wie dort habe ich nie wieder gegessen. Die Kinder liefen frei herum auf dem Gelände, wurden zuhause geboren und homegeschooled. Das Studium anthroposophischer Literatur fand nur in festen Zirkeln mit den länger dort lebenden Erwachsenen statt soweit ich mich erinnere, bei Interesse kann man sicher mitmachen, aber mir hat niemand das Thema aufgedrängt. Das Einzige was mir davon immer noch hängengeblieben ist, ich war zwei, drei Tage nach der Ankunft krank, es wurde mir Tee ans Bett gebracht mit den Worten das sei so, weil mein Astralkörper nicht so schnell nachkäme, das dauere ein paar Tage, der physische Körper reist eben unnatürlich schnell per Flugzeug. :D

  • Einzige was mir davon immer noch hängengeblieben ist, ich war zwei, drei Tage nach der Ankunft krank, es wurde mir Tee ans Bett gebracht mit den Worten das sei so, weil mein Astralkörper nicht so schnell nachkäme, das dauere ein paar Tage, der physische Körper reist eben unnatürlich schnell per Flugzeug. :D


    Hihi #freu Das ist schon typisch. Es gibt ja auch einige komische Ansichten zur Kindesentwicklung, da bekommt man bestimmt auch Mal was mit. Und Homöopathie natürlich. Es ist halt eine allumfassende meist abweichende Weltanschauung. Aber grundsätzlich ist das Miteinander in einem Camphill oder in anderen anthroposophischen Einrichtungen sehr wohlwollend, respektvoll und wertschätzend.


    Ich finde das für junge Menschen, so als ergänzende Sicht auf die Welt schin sehr bereichernd.

    Große Kleine 09/10 und ganz Kleine 06/16

  • Etwas OT: Es gibt eine Camphill-inspirierte Gemeinschaft auf Hawaii und sie suchen Coworker :D Wie cool wäre das denn?!


    (Vielleicht in 10 Jahren, wenn die Kinder etwas größer sind #nägel )

    Große Kleine 09/10 und ganz Kleine 06/16

  • Etwas OT: Es gibt eine Camphill-inspirierte Gemeinschaft auf Hawaii und sie suchen Coworker :D Wie cool wäre das denn?!


    (Vielleicht in 10 Jahren, wenn die Kinder etwas größer sind #nägel )

    #super

    #post*#post*#post*#post*#post*#post*#post *8 * 9 * #post * 11 * #post * 13 * 14 * 15 * 16 * 17 * 18 * #post * 20 * #post * 22 * 23 * 24

  • So richtig kommt sie irgendwie nicht weiter. Sie ist jetzt bei 3 Organisationen mit Bewerbungen für 9 Einrichtungen dran, muss da nun alles mögliche einrichten, inkl, ärztlicher Gutachten und so. Und hat Gespräche und Termine mit denen.

    Es sind alles Camphills oder Einrichtungen über weltwärts esk oder ijfd.


    Und alle erwünschen spenderkreise von 2500-3500€ vorab an die Organisation. Nix mit Kindergeld monatlich oder so.

    Und für Uk kommt dann noch 900€ Visum.


    Umso mehr ich mich da reinlese, geht es mir wie even und ich frag mich was der Sinn des ganzen sein soll.


    Wie leicht ist es denn als junger Mensch alleine ins nahe Ausland zu gehen für ein fsj oder sowas. Also ohne Organisation. Zumal sie ja am liebsten nach Irland oder UK möchte.

    Auch liebäugelt sie mit arbeiten bei internationalen Schulen. Sowas geht ja vielleicht auch ohne Organisationen.

  • Ich war damals mit ASF (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste) im Ausland.

    Das war - vor 20 Jahren- mit am günstigsten. 500 Euro und man sollte einen Förderkreis von 10 oder 15 (?) Leuten aufbauen, die monatlich 10 Euro für das Jahr geben. Das konnten Privatleute, Organisationen, Gemeinden sein.. Es gab aber auch ein paar, die weniger Förderer hatten, das war dann auch i.O.

    Projekte gibt es im UK, Irland nicht.


    https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.asf-ev.de/freiwilligendienst/&ved=2ahUKEwjNjM-6lt37AhU1QPEDHcv2APsQFnoECAgQAQ&usg=AOvVaw316tm_ciy5o3u15EWYXaA_

  • kraya Work and Travel gibt es in Irland und es geht selbst organisiert, falls das was wäre. Das sind aber eher Hilfsjobs.. Nur mal so als Option. Vielleicht ist es dann auch vor Ort einfacher, etwas in dem Bereich zu finden, der sie interessiert.

    Infos zB hier, unten steht auch was über Praktika.

  • kraya Work and Travel gibt es in Irland und es geht selbst organisiert, falls das was wäre. Das sind aber eher Hilfsjobs.. Nur mal so als Option. Vielleicht ist es dann auch vor Ort einfacher, etwas in dem Bereich zu finden, der sie interessiert.

    Infos zB hier, unten steht auch was über Praktika.

    Au Pair war früher ein Klassiker und wenn man kleine Kinder mag, finde ich das eine tolle Möglichkeit, ein anderes Land kennenzulernen. (Ich war selber zweimal Au Pair. So ein Jahr finanziert sich selber.)

    #post*#post*#post*#post*#post*#post*#post *8 * 9 * #post * 11 * #post * 13 * 14 * 15 * 16 * 17 * 18 * #post * 20 * #post * 22 * 23 * 24

  • Umso mehr ich mich da reinlese, geht es mir wie even und ich frag mich was der Sinn des ganzen sein soll.

    Es gibt unterdessen viele Veranstalter, die damit ihr Geld verdienen, das Auslandsjahr (teuer) mit dem "Rund um sorglos" Paket zu verkaufen. Für die macht es auf jeden Fall Sinn.

    #post*#post*#post*#post*#post*#post*#post *8 * 9 * #post * 11 * #post * 13 * 14 * 15 * 16 * 17 * 18 * #post * 20 * #post * 22 * 23 * 24

  • kraya Work and Travel gibt es in Irland und es geht selbst organisiert, falls das was wäre. Das sind aber eher Hilfsjobs.. Nur mal so als Option. Vielleicht ist es dann auch vor Ort einfacher, etwas in dem Bereich zu finden, der sie interessiert.

    Infos zB hier, unten steht auch was über Praktika.

    ... wenn man ehrlich ist, kann man auch im Freiwilligendienst nur "Hilfsjobs" machen.

    #post*#post*#post*#post*#post*#post*#post *8 * 9 * #post * 11 * #post * 13 * 14 * 15 * 16 * 17 * 18 * #post * 20 * #post * 22 * 23 * 24