Hamstern wir jetzt Nurofen? - Die aktuelle Situation um Kindermedikamente

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  • „In Deutschland ist laut Apothekerverband eine wachsende Zahl an Medikamenten nicht erhältlich. "Über 250 Mittel sind aktuell als nicht lieferfähig gemeldet", sagte der Vizevorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Hans-Peter Hubmann, der Nachrichtenagentur dpa. "Das Problem ist schon sehr bedeutend, das muss man klar sagen."

    In dem Artikel steht auch etwas zu den Gründen, es werden Lieferketten und Festbeträge der Kassen genannt.

    Tagesschau

  • Wobei die Festbeträge oder Rabattverträge auch nicht aus dem Nichts kommen. Ewig wurde in Apotheken viel teure Markenprodukte abgegeben, es konnte zudem viel über die Kasse abgerechnet werden. Das konnte so auch nicht weiter gehen. Ich glaube seit Mitte der 90iger gibt es diese Rabattverträge.

    Hab den Artikel noch nicht gelesen, mach ich jetzt mal.

  • Ich habe heute Morgen ein AB (für mich) nicht bekommen. (bzw. "Lieferbar im Laufe der Woche")

    Die Apothekerin hat direkt beim Arzt angerufen um Alternativen zu besprechen, der ist aber nicht erreichbar. Sie wollte es den Tag über noch versuchen und wenn das klappt, bekomme ich die Alternative gebracht.

    Ich bin ja sehr dankbar für den Aufwand , aber ich denke, wenn das jetzt Dauerzustand wird, dann machen die Apotheken bald dicht.

  • Ich habe heute Morgen ein AB (für mich) nicht bekommen. (bzw. "Lieferbar im Laufe der Woche")

    Die Apothekerin hat direkt beim Arzt angerufen um Alternativen zu besprechen, der ist aber nicht erreichbar. Sie wollte es den Tag über noch versuchen und wenn das klappt, bekomme ich die Alternative gebracht.

    Ich bin ja sehr dankbar für den Aufwand , aber ich denke, wenn das jetzt Dauerzustand wird, dann machen die Apotheken bald dicht.

    Leider ist das Dauerzustand. Und die Praxen laufen auch echt am Limit, das weiß ich. Aber wir haben Patienten die haben Rezepte von Praxen die ne Stunde entfernt sind. Selbst wenn der Arzt ne Alternative hat, die dann auch verfügbar ist, wie kommt das Rezept zu uns? Das können wir auf dem Rezept nicht ändern und somit dann auch nicht abrechnen.

    In näher gelegenen Praxen holen wir die Rezepte ab, aber das ja im Grunde nur weil wir nett sind ? Das bekommen wir nicht erstattet, die 2,90€ Botengebühr deckt die Kosten ja keinesfalls.

    Ach je, es liegt viel im Argen. Zumal ich auch befürchte das die anderen Mittel die als Ersatz dann herhalten auch vielleicht bald nicht mehr so verfügbar sind. Bei Ibuprofen und Paracetamol war es ja ähnlich.

  • Gartenprinzessin

    Ich nutze Fiebersaft eher selten. Tagsüber beobachte ich Fieber eher, nachts wenn die Kinder wegen Schmerzen nicht schlafen können gebe ich primär was. Tagsüber sind die Schmerzen oft nicht so das Problem.

    Ab und an mal bei starken Wachstumsschmerzen, wobei das betroffene Kind da seit einiger Zeit Ruhe hat. Bei den anderen ist es nicht so ausgeprägt, da reicht eincremen.

    Das herzkranke Kind bekommt allerdings auch tagsüber bei Fieber was, da sie nicht so lange und nicht so hoch fiebern darf, weil sonst der Puls zu sehr hoch geht und das ist Herz zu sehr belasten würde.

    Bei der ist es wichtiger als bei den anderen die nötigen Medis vorrätig zu haben. Bei den Geschwistern wäre das schlimmste, was ich erwarten würde eine komplett schlaflose Nacht.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und ohne Ticker, dafür nur mit der Hälfte der Kinder.

  • Ich bin mitten in der Hyposensibilisierung mit Bienengift und kriege kein Gift mehr. Die alte Version ist ausgelaufen und wird nicht mehr produziert, die neue ist auf Wochen nicht lieferbar. Muss ich vielleicht doch ne Biene aus der Beute bei den Nachbarn klauben und ärgern?

    Ich habe auch schon die Antikörperspritze gegen die Migräne auf anraten der Apothekerin auf Vorrat besorgt, ohne die habe ich 8-10 Migränetage im Monat, bei denen ich nicht handlungsfähig bin.

    Es scheint sich durch viele Bereiche zu ziehen, aber bei den Kindern ist es am schlimmsten.


    Corva
    mit Großtochter (5/2000),
    auch-schon-ganz-groß-Sohn (6/2004)

  • Hier gibt es Fieber bzw Schmerzsaft bei Fieber und deswegen absolut scheiße fühlen (beim kleinen früher schon ab 38,5).

    Schmerzen (vor allem Ohren, Hals, Kopf). An Aushalten find ich nix heroisches.

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)

    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)

    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Ich bin mitten in der Hyposensibilisierung mit Bienengift und kriege kein Gift mehr. Die alte Version ist ausgelaufen und wird nicht mehr produziert, die neue ist auf Wochen nicht lieferbar. Muss ich vielleicht doch ne Biene aus der Beute bei den Nachbarn klauben und ärgern?

    Ich habe auch schon die Antikörperspritze gegen die Migräne auf anraten der Apothekerin auf Vorrat besorgt, ohne die habe ich 8-10 Migränetage im Monat, bei denen ich nicht handlungsfähig bin.

    Das mit der Migräne (inkl. sämtlicher neurologischen Ausfälle) ist mein persönlicher Horror, wenn ich dann nicht Aspirin und Vomex da habe, muss irgendwann der Notarzt kommen. Ach nee, der kommt ja auch nicht #haare

    Genauso ein Horror: die AD, die ich nehme, da reicht schon ein Tag den ich mal vergesse und ich krieg einen Migräneanfall und es geht weiter wie eben beschrieben #kreischen

  • Allen die wirklich dringend auf ein Medikament angewiesen sind kann ich echt nur raten, sich rechtzeitig um ein neues Rezept zu kümmern. Mit ein paar Tagen Vorlauf lässt sich meist noch was besorgen, aber, wie es ja oft ist, "ich brauche es heute Abend" kann es echt eng werden #hmpf

  • Allen die wirklich dringend auf ein Medikament angewiesen sind kann ich echt nur raten, sich rechtzeitig um ein neues Rezept zu kümmern. Mit ein paar Tagen Vorlauf lässt sich meist noch was besorgen, aber, wie es ja oft ist, "ich brauche es heute Abend" kann es echt eng werden #hmpf

    ich war gestern und heute mit angst in der Apotheke - das eine hatte ich noch bis Freitag, das andere bis heute. aber zum Glück scheint LThyroxin und Methylphenidat nicht betroffen zu sein. V.a. vei ersteren hatte ich schon häufiger mal Probleme.

    Hab mir für Ende Januar eine Rezepterinnerung gestellt.

    LG, Kalliope

    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Allen die wirklich dringend auf ein Medikament angewiesen sind kann ich echt nur raten, sich rechtzeitig um ein neues Rezept zu kümmern. Mit ein paar Tagen Vorlauf lässt sich meist noch was besorgen, aber, wie es ja oft ist, "ich brauche es heute Abend" kann es echt eng werden #hmpf

    Das mach ich eh nie, das so weit rauszuzögern. Werde aber tatsächlich mal beim nächsten Termin fragen, ob man nicht direkt zwei Packungen vom AD aufschreiben kann.

  • Okay, also muss ich mir jetzt nicht als Rabenmutter vorkommen, weil ich das nicht daheim habe.

    Wir habe sowas auch nie gebraucht. #weissnicht

    #angst Dann bin ich wenigstens nicht die einzige Mutter, der die Bezeichnungen hier nichts sagen.

    Das hat doch nichts mit guter oder schlechter Mutter zu tun. Hätte ich nur Kind 1, wüsste ich auch nicht, was ein Pariboy ist, dass es verschiedene Geschmacksrichtungen von Fiebersäften gibt und wie man Antibiotikumssaft für Kinder anrührt und trickreich verabreicht. #zwinker

    mit Sohn groß (2007) und Sohn klein (2010)

  • Nimodipin ist auch nicht lieferbar. Ein riesiges Problem für unsere Patienten mit Vasospasmen.

    Ibuprofen als Saft ist in der Apotheke auch immer wieder aus. Es kommen aber auch Lieferungen, man muss Glück haben.

  • Ich habe gestern in der Apotheke den letzten Paracetamolsaft verkauft, Ibuprofen als Saft ebenso gestern die letzte Flasche verkauft. Die Hersteller sagen uns wir bekommen erst im neuen Jahr was. Aktuell haben wir nichts für Kinder da! Ich bin fassungslos.

    Wir stellen Paracetamol Zäpfchen selber her, allerdings würden die laut unserem Rezepturprogramm knapp über 20€ kosten, wer will das zahlen? Wahrscheinlich werden wir sie günstiger abgeben, wirtschaftlich ist das nicht. Aber mit den Krankenkassen können wir das nicht abrechnen vermutlich und die Eltern würden Wucher vermuten. Es ist ein Jammer und kein Ende wirklich in Sicht.

    Jetzt versteh ich, warum die Ärztin in der Bereitschaftspraxis neulich uns förmlich gedrängt hat, das Rezept für Paracetamolzäpfchen mitzunehmen. Auch wenn ich mehrfach versichert hab wir haben noch haltbare daheim. "Die verfallen bestimmt bald, holen Sie sich welche, die kosten Sie ja nix. Es ist wichtig welche daheim zu haben." Ich hab mich gewundert, normal sind die doch froh wenig verordnen zu müssen. Habs dann aber doch geholt weil "naja, sicher ist sicher. Braucht man ja doch gelegentlich mal". Jetzt sind wir auf jeden Fall für die nächsten Monate versorgt, selbst wenn Sohni jetzt noch paar Infekte einsammeln sollte diesen Winter.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Allen die wirklich dringend auf ein Medikament angewiesen sind kann ich echt nur raten, sich rechtzeitig um ein neues Rezept zu kümmern. Mit ein paar Tagen Vorlauf lässt sich meist noch was besorgen, aber, wie es ja oft ist, "ich brauche es heute Abend" kann es echt eng werden #hmpf

    Ich habe einen kleinen Vorrat von L-Thyroxin, weil ich immer Schiss habe, dass es nicht mehr lieferbar ist und ich dann ganz doof da stehe.

    #angst

  • Leider ist das Dauerzustand. Und die Praxen laufen auch echt am Limit, das weiß ich. Aber wir haben Patienten die haben Rezepte von Praxen die ne Stunde entfernt sind. Selbst wenn der Arzt ne Alternative hat, die dann auch verfügbar ist, wie kommt das Rezept zu uns? Das können wir auf dem Rezept nicht ändern und somit dann auch nicht abrechnen.

    In näher gelegenen Praxen holen wir die Rezepte ab, aber das ja im Grunde nur weil wir nett sind ? Das bekommen wir nicht erstattet, die 2,90€ Botengebühr deckt die Kosten ja keinesfalls.

    Ach je, es liegt viel im Argen.

    Das könnte aber auch leicht geändert werden! In der Schweiz ist es üblich, das die Rezepte direkt von Arzt an Apotheken per mail geschickt werden können.

  • Das könnte aber auch leicht geändert werden! In der Schweiz ist es üblich, das die Rezepte direkt von Arzt an Apotheken per mail geschickt werden können.

    Da sind die deutschen Datenschützer davor.

    Es gibt diese Systeme in vielen europäischen Ländern, aber in D wollte man es selbst erfinden, ohne mal über die Landesgrenzen zu schauen und ohne die Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen der betroffenen Parteien zu hören oder den Prozess mal von Anfang bis Ende und durch alle Bereiche durchlaufen zu lassen.

    Auf die Idee kommen sie jetzt erst, nachdem die Feldversuche krachend gescheitert sind (übringens: auf Apothekenseite läuft es geschmeidig).

    Aber auch per Briefpost wird es schwierig, weil viele Praxen Rezepte nur in die Post stecken, wenn der Patient vorher eine Briefmarke da gelassen hat. Sogar, wenn der Fehler in der Praxis beim Ausstellen des Rezeptes passiert ist (Falsche Stärke, Unterschrift vergessen oder solche Sachen).

    Zu den Lieferengpässen zurück: ja, in den 1980er Jahren wurde im Pharma-Bereich noch gut Geld verdient. Aber das ist echt lange vorbei. Durch die Marktmacht der Krankenkassen und ihrer Rabattverträge sind die Hersteller gezwungen, extrem knapp zu kalkulieren, Produktion ins Ausland zu verlegen, Produktlinien aufzugeben. Was sich vor zwei Jahren noch als Nullsummenspiel unter dem Aspekt "wir bleiben im Geschäft" gerechnet hat, geht halt jetzt nicht mehr. Da scheinen die Vertragsstrafen für Lieferausfälle billiger zu sein, als die Produktion.

    Die Zeiten, als es reichlich mittelständische Pharmaunternehmen in D gab, die von der Forschung und Zulassung, Wirkstoffsynthese, Herstellung der Arzneiform, Konfektionierung und Vermarktung alles selbst gemacht haben, sind lange vorbei.

    Es gibt keine Redundanzen mehr, dass ein anderes Unternehmen einspringen könnte und mal eine Runde Ibu für den Wettbewerber kochen könnte.

    Weltweit gab es (vor ein oder zwei Jahren?) noch 5 Fabriken, die Ibu synthetisiert haben, davon ist eine Hütte abgebrannt . Wie der aktuelle Stand ist, weiß ich ehrlich gesagt aber nicht...

  • Leider ist das Dauerzustand. Und die Praxen laufen auch echt am Limit, das weiß ich. Aber wir haben Patienten die haben Rezepte von Praxen die ne Stunde entfernt sind. Selbst wenn der Arzt ne Alternative hat, die dann auch verfügbar ist, wie kommt das Rezept zu uns? Das können wir auf dem Rezept nicht ändern und somit dann auch nicht abrechnen.

    In näher gelegenen Praxen holen wir die Rezepte ab, aber das ja im Grunde nur weil wir nett sind ? Das bekommen wir nicht erstattet, die 2,90€ Botengebühr deckt die Kosten ja keinesfalls.

    Ach je, es liegt viel im Argen.

    Das könnte aber auch leicht geändert werden! In der Schweiz ist es üblich, das die Rezepte direkt von Arzt an Apotheken per mail geschickt werden können.

    In Österreich wird das Rezept direkt auf die digitale Krankenkassen-Karte gebucht, also ohne, dass man damit beim Arzt erscheinen müsste. Ich fand das sehr praktisch, als ich in Ö gelebt habe.