Gewohnheiten ändern - Tätigkeiten verheiraten?

Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
  • Hallo zusammen #rabe

    Ich lese gerade "Atomic Habits" von James Clear. In einem Kapitel geht es darum, Gewohnheiten zu etablieren, indem man etwas, das man tun möchte (zB auf dem Handy rumdaddeln) mit etwas verbindet, das man tun sollte (zB Liegestütz), indem man sich mit dem einen für das andere belohnt (wenn ich mein Handy zur Hand nehme, mache ich erst zehn Liegestütz und dann surfe ich auf Insta).

    Funktioniert so etwas bei euch? nachhaltig?

    Ich habe da immer so ein Gefühl von "ich lass mich doch nicht verankern, ich kann auch einfach so auf Insta surfen". Also das, was ich tun sollte, ist keine notwendige Voraussetzung für das, was ich gerne tun möchte.

    Was besser funktioniert, ist, zwei Sachen zu verbinden, die für sich genommen nur so meh sind, aber sich gegenseitig verbessern. Sowas wie beim Morgensport das Handelsblatt Morning Briefing hören. Oder beim Radfahren oder Putzen einen längeren Podcast. Oder bei der Steuererklärung Tee trinken und bisschen Hintergrundmusik anmachen. Jedes alleine fände ich langweilig, aber wenn ich es kombiniere, habe ich eine okaye Zeit und fühle mich hinterher gut, weil ich etwas geschafft habe.

    Kennt ihr das? Und habt ihr weitere Beispiele?

  • Beim sporteln mit jillian eine Serie gucken... funktioniert gerade super: holt mich in der dunklen Jahreszeit aus dem Nachmittagstief, kurbelt den Kreislauf an und die Serie (darf nichts anspruchsvolles sein) entspannt.

  • Auf dieses "erst die Arbeit, dann das Vergnügen"-Ding hätte ich nicht so Bock.

    Was ich aber zeitweise erfolgreich verbinde sind Dinge, die ich gerne regelmäßig machen möchte, mit Dingen zu verbinden, die ich regelmäßig mache, weil ich zum einen so dran denke, die zu machen, und zum anderen dafür keine Extrazeit verschwende.

    Das sind beispielsweise Standpositionen oder Balanceübungen beim Zähneputzen oder Grätsche üben beim Fernsehen.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Beim putzen oder kochen oder backen, was mich alles jetzt nicht so begeistert... Laut Musik hören und mitsingen.

    Ja, ich habe eine extra CD mit Italienischen Liebesliedern zum Putzen :D


    Beim sporteln mit jillian eine Serie gucken... funktioniert gerade super: holt mich in der dunklen Jahreszeit aus dem Nachmittagstief, kurbelt den Kreislauf an und die Serie (darf nichts anspruchsvolles sein) entspannt.

    Hört sich toll an!

    Ich will dann immer lieber nur auf dem Sofaoder Bett liegen, und so fernsehen. #rolleyes


    Was ich aber zeitweise erfolgreich verbinde sind Dinge, die ich gerne regelmäßig machen möchte, mit Dingen zu verbinden, die ich regelmäßig mache, weil ich zum einen so dran denke, die zu machen, und zum anderen dafür keine Extrazeit verschwende.

    Das sind beispielsweise Standpositionen oder Balanceübungen beim Zähneputzen oder Grätsche üben beim Fernsehen.

    Ha! Stimmt! Im Aufzug oder beim Zähneputzen oder während ich auf die Mikrowelle oder die Kaffeemaschine warte, stehe ich oft auf einem Bein, um meine Balance zu verbessern und nicht so oft umzuknicken (das hilft auch wirklich ein bisschen).

    Ich habe jetzt neu angefangen, bei Telefonkonferenzen, bei denen ich nur zuhören muss, Dehnungsübungen zu machen oder aus dem Fenster zu schauen.

  • Ich habe jetzt neu angefangen, bei Telefonkonferenzen, bei denen ich nur zuhören muss, Dehnungsübungen zu machen oder aus dem Fenster zu schauen.

    Mein Freund nutzt sowas zum Spülmaschineausräumen.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Funktioniert so etwas bei euch? nachhaltig?

    So ungefähr. Ich gebe Dingen einen festen Platz in Abläufen, sodass ich durchaus zwei oder drei oder auch mehr Sachen gleichzeitig (auf einem Weg sozusagen) mache, also Tätigkeiten ineinander verschachtele. Allerdings koppele ich sie nicht zwangsläufig an angenehme Sachen, sondern einfach an irgendwas, was ich ohnehin mache. Meine Belohnung bestehrt eher darin, dass ich dann ganz viele Dinge sehr schnell abschließen kann. D.h. ich seh immer zu, dass die Belohnug durch das Erledigen über die Tätiigkeiten trägt, also dass ich nicht ewig an fünf Sachen gleichzeitig dran bin, sondern immer schön abschließe dabei. Aber ja, ich koppele viel, das hilft mir auch deshalb, weil es den Mental Load verringert, weil ich mich nur an Pakete erinnern muss, und meistens muss ich das noch nicht mal, weil bestimmte Dinge sich einfach aus dem Tagesablauf ergeben, und dann hängt der Rest schon dran. Das funktioniert für sich wiederholende Dinge besser als eine Liste zu machen, die ich über den Tag runterlaufe. Wenn es Einzelereignisse sind, die ich nicht immer wieder mache, z.B. irgendwas in den Keller bringen, dann koppel ich per Liste und schaffe so eine Menge, die mich nicht extra kostet oder zumindest weniger, als wenn ich sie als Tätigkeit isoliert ausgeführt hätte.

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

    age.png


    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.

    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

    Whatever you want, it isn't me.

    Other people's ambitions are not my specialty.

    Sometimes I can see from here clear to the ocean.

    Sometimes I'm blind.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.

  • Wie so oft in solchen Ratgeber Büchern muss man gucken, was zu einem passt. Er schreibt über so viele verschiedene Ansätze und Ideen.

    Ich hab das Kapitel übrigens so nicht in Erinnerung, sondern eher so, dass man Gewohnheiten verkettet, um neue Gewohnheiten zu etablieren und so einfacher im Alltag fest zu integrieren. . Ich muss jetzt unbedingt nochmal nachlesen, ob ich den Aspekt der Belohnung einfach nur überlesen hatte

    Denn das Verketten klappt hier schon sehr gut.

    "C'est ici que l'aventure se mêle au vent de la mer."

    Pierre Marc Orlan

    If something won't matter in 5 years, don't waste more than 5 minutes worrying about it now.

  • Ich habe jetzt neu angefangen, bei Telefonkonferenzen, bei denen ich nur zuhören muss, Dehnungsübungen zu machen oder aus dem Fenster zu schauen.

    Mein Freund nutzt sowas zum Spülmaschineausräumen.

    Ich habe das Spülmaschineausräumen mit der Mikrowelle gekoppelt. Es ist erstaunlich, was man alles in 1-2 Minuten schaffen kann.

    Ich mach das, während die Kaffeemaschine läuft! 2 Tassen = 1 Spülmaschine. :D

    Beim Zähneputzen mach ich Beckenbodentraining.

    mit Sohn groß (2007) und Sohn klein (2010)

  • Ich habe das Spülmaschineausräumen mit der Mikrowelle gekoppelt. Es ist erstaunlich, was man alles in 1-2 Minuten schaffen kann.

    Das habe ich auch eine zeitlang gemacht. Während Mikrowelle oder Milchschäumer oder ähnlichem.

    Aber ich habe mich mit meinem Freund so oft darüber gezofft, dass dann ja möglicherweise über Stunden eine halbausgeräumte Spülmaschine rumsteht, in die er dann (weil es für ihn ein Ding der Unmöglichkeit ist, einfach zu erkennen, ob eine Spülmaschine halb leer oder halb voll ist #rolleyes ) schmutziges Geschirr dazustellt, dass ich die Spülmaschine jetzt gar nicht mehr ausräume. Wenn mein Freund kein Meeting hat, mit dem er das koppeln kann, muss er halt wertvolle Zeit drauf verschwenden. Oder Q macht es.

    Beim Zähneputzen mach ich Beckenbodentraining.

    Das mache ich beim Treppensteigen.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Hm…. Einerseits - den Gedanken finde ich interessant

    Andererseits…bin ich ein mindfulness fan… Achtsamkeit… und das hört sich an wie das Gegenteil

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Die Spülmaschine bei mir zuhause läuft nur einmal pro Woche und wird dann von meinem Putzmann ausgeräumt. #love Um die im Büro kümmern sich die Reinigungskräfte dort.

    Wie so oft in solchen Ratgeber Büchern muss man gucken, was zu einem passt. Er schreibt über so viele verschiedene Ansätze und Ideen.

    Ich hab das Kapitel übrigens so nicht in Erinnerung, sondern eher so, dass man Gewohnheiten verkettet, um neue Gewohnheiten zu etablieren und so einfacher im Alltag fest zu integrieren. . Ich muss jetzt unbedingt nochmal nachlesen, ob ich den Aspekt der Belohnung einfach nur überlesen hatte

    Denn das Verketten klappt hier schon sehr gut.

    Ja natürlich, ich wollte jetzt auch nicht das Buch schlechtmachen. Da steht viel interessantes drin!

    Der erwähnte Vorschlag ist aus dem Abschnitt zu "temptation bundling".

    claraluna ich bin absolut für innehalten, durchatmen und genießen zu haben, aber es gibt tatsächlich eine Reihe Tätigkeiten, die sinnvoll, aber langweilig sind und da möchte ich nicht unbedingt jede Minute bewusst erleben.

  • Ich denke, es kommt auf das Ziel an.

    Also brauche ich einfach eine Erinnerung? Ich vergessen zB gerne die Pflanzen zu giessen. Jetzt habe ich das Pflanzen giessen an meinen Waschtag gekoppelt, dann klappt das besser und ich weiss genau, wann ich das letzte Mal gegossen habe.

    Brauche ich eine Motivation? Dann muss ich also mir etwas positives dabei verschaffen. Das ist zb. Podcast hören während dem Putzen. Dann habe ich das Gefühl die Zeit sinnvoll genutzt zu haben und es ist auch nicht so langweilig.

    Muss ich mich wirklich überwinden? 10 Liegestützen fände ich jetzt öde, mache ich nicht gerne. Dann überlege ich mir, ob ich überhaupt Liegestütze benötige um mein eigentliches Ziel zu erreichen, evtl. gehe ich ja lieber Schwimmen. Ich halte nichts davon mich aus Prinzip zu quälen, wenn es auch anders geht.

    wenn es Liegestütze es sein müssen, dann würde ich mir überlegen, dass ganze weniger schlimm zu machen, also lieber dazu auf dem Laptop zu gucken und mich nicht erst nachher mit Daddeln belohnen. Es ist irgendwie so eine sinnlose Verknüpfung. Dann lieber "Vor dem Duschen immer noch 10 Liegestützen machen, dann lohnt es sich gleich doppelt unter die Dusche zu hüpfen".

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Ich hab das Buch auch vor ein paar Jahren mal gelesen. Wobei, ich glaube nicht fertig. Vielleicht sollte ich es nochmal zur Hand nehmen. Das Leben ist mit gesunden und funktionierenden Routinen defitiv einfacher.

    Erst die Arbeit dann das Vergnügen funktioniert für mich ganz gut, muss ich sagen. Ich arbeite nämlich gerne in Wellen, also gerne auch kürzere oder längere (Hoch)Stressphasen in denen ich wenig Zeit für Privatleben habe, und danach entsprechend lange (oder kürzere) Entspannungsphasen. (Wenn ich in der Stressphase drinstecke verfluche ich diesen Rhythmus natürlich, aber übers Jahr gesehen tut mir das insgesamt sehr gut. Ich glaube, die Tatsache dass mir das gut tut hat auch mit meinem leichten Hang zum Perfektionismus zu tun.)

    So Sachen wie Stretching oder Balanceübungen mache ich am liebsten beim Sport (der übrigens in Stressphasen nicht stattfindet ;)). Ich mag das, dass ich mir Zeit dafür nehme. Nebenbei Zähneputzen oder sowas würde mich überfordern. Dann mache ich es ganz schnell gar nicht mehr. Die Spülmaschine räume ich aus wenn sie fertig ist und wenn ich Zeit habe. Da mache ich eigentlich nichts nebenher. Klar, manchmal läuft der Wasserkocher nebenher oder der Ofen ist an. Aber das ist dann eher dem Umstand geschuldet dass halt beides in der Küche stattfinden muss. Der Gedanke mehrere Dinge gleichzeitig zu machen stresst mich schon beim Lesen etwas. Oder vielleicht ist es das Verketten an sich. Ich kriege da etwas Beklemmungen.

    Manche Routinen/habits habe ich vor 25, 15 oder 5 Jahren bewusst etabliert (anfangs mit viel Anstrengung) und sie sind nachhaltig. Viele andere sind aber nicht nachhaltig gewesen. Die hab ich größtenteils schon wieder vergessen...

    Also ich glaube für mich funktioniert es, neue Routinen zu etablieren indem ich mich erstmal akribisch dran halte und dem ganzen eher mehr Aufmerksamkeit schenke als weniger. Beim Verketten ist ja eher das Gegenteil der Fall. Das ist sicher auch Typsache.

  • Ich bin eigentlich total der "erst die Arbeit und dann das Vergnügen-Typ". Aber in Stresszeiten priorisiere ich extrem durch, was noch sein muss und werde extrem effizient. Leider fallen dann die gerade erst etablierten Zeitfenster für z.B. Sport wieder als erstes aus der Liste.

    Verheiraten funktioniert eher bei Haushaltssachen bei mir, dadurch ist mit relativ wenig Aufwand hier immer eine gewisse Grundordnung bzw. sammelt sich kein Desaster mehr an.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.

    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Zum Thema Achtsamkeit: Achtsamkeit ist ja kein Selbstzweck. Ich würde für mich schauen, wo es mir gut tut, achtsam zu sein, und wo es einfach egal ist. Die Fähigkeit, sich von seinen Handlungen innerlich zu lösen, hat auch ihre Vorteile, und dann finde ich das auch okay.

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

    age.png


    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.

    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!

    Whatever you want, it isn't me.

    Other people's ambitions are not my specialty.

    Sometimes I can see from here clear to the ocean.

    Sometimes I'm blind.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.