Kämpferischen Frauentag uns allen!

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  • Aber viel bemerkenswerter als die einzelnen Influencerinnen finde ich ja den Umstand, DASS sich eben mit Videos, die das Hausfauendasein feiern, offensichtlich Geld verdienen lässt. DASS es ein sehr großes Publikum für so etwas gibt. Mehr als 100 Mio Klicks für die Hashtags #stayathomegirlfriend und #tradwife - warum konsumieren so viele Menschen gerade solchen Content?

    Das ist das, was ich auch meine.

    Dass jeder Dreck produziert wird, der sich irgendwie zu Geld machen lässt, ist mir nicht neu. Dafür braucht es nicht mal ein Dschungelcamp.

    Aber dass es einen Haufen Leute gibt, die sich solche Videos geben, ist für mich ein Mysterium.

    Das ich trotz Zusammenlebens mit einem Partner, der haufenweise unerträgliches Zeug im Fernsehen konsumiert, noch nicht lüften konnte ?

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Warum soll ich als Arbeitgeberin private Entscheidungen meiner Mitarbeiterinnen subventionieren

    Weil diese privaten Entscheidungen auch deine Rente sichern.

    Ansonsten wurde schon einiges Gutes dazu geschrieben.

    Du brichst alles auf die augenblickliche individuelle Sichtweise runter.

    Wo das hinführt sehen wir ja gerade.

    Ganz individuell treffen immer mehr Frauen die persönliche Entscheidung keine Kinder mehr zu bekommen und das führt langfristig zu einem Mangel an Arbeitskräften und dann werden die Arbeitgeberinnen - ganz individuell - froh sein, wenn sie noch Personal finden.

    Und diese sind in dieser Gesellschaft aufgewachsen und haben dann auch, ganz persönlich für sich, gelernt, in erster Linie auf sich zu achten.

    Auf diese Menschen wirst auch du ganz persönlich angewiesen sein.

    Menschen sind soziale Wesen. Und die nächste Generation großzuziehen als Privatsache abzutun funktioniert nicht.

    It all started with the big BANG!

    (Big Bang Theory)

  • Wir hatten heute in der Firma eine Lesung von Alexandra Zykunov aus ihrem Buch:

    Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!
    »Wütend, lustig und prägnant. Alexandra Zykunov erklärt patriarchale Muster so, dass sie alle verstehen und danach sofort abschaffen wollen.« Teresa Bücker…
    www.alexandrazykunov.de

    Alxandra Zykunov ist "Co-Erfinderin und Co-Redaktionsleiterin des Magazins Brigitte BE GREEN".

    Ich kannte die Inhalte im wesentlichen schon und bin daher zwischendurch zu dem Parallelevent mit unserem CEO geflitzt, aber was ich mitbekommen habe, war gut gemacht und unterhaltsam.

    Falls ihr mal ein schönes Geschenk für einen Mann sucht. #ja

  • Ich denke, die Betrachtung des Einen (individuelle Ebene) sollte das Andere (gesellschaftliche Ebene) nicht ausschließen.

    Es ist doch ganz furchtbar, dass Arbeitgeber so wie von claraluna geschrieben, über Frauen denken (müssen).

    Oder dass Mädchen sich gegen Berufe entscheiden, die sie gerne machen (und die auch dringend gebraucht) würden, nur weil sie schlecht bezahlt sind.

    Das ist doch letztlich wie bei der Klimakrise. Der Einzelne kann Entscheidungen treffen und wird damit sein eigenes kleines Universum (oder Gewissen) ein bisschen besser machen, aber insgesamt gesehen ändert das NICHTS. Es geht am Ende hier wie dort nur über eine kritische Masse und über politischen Willen.

    Ich stimme außerdem Schnuck zu. Eine Frau ist kein Mann und wird das auch nie sein. Emanzipation hin oder her. Es gibt biologische Grundlagen, die dafür sorgen, dass Frauen Kinder gebären und im Normalfall eine engere Bindung und ein anderes Verantwortungsgefühl haben, als Männer. Sie sind das Sicherheitsnetz für ihre Kinder.

    Und NanaBaby : Ich kenne fast nur Familien, in denen die Eltern mind. 175% erwerbstätig sind (zumindest mit Kindern jenseits des Krippenalter). Anders wäre Familie bei den Einkommen kaum finanzierbar. Voraussetzung ist aber natürlich, dass genügend Betreuungsangebote vorhanden sind, sowohl im KiTa, als auch Hortbereich. Dann funktioniert das sehr gut, auch ohne Unterstützung von außen, v.a. wenn die Eltern an einem Strang ziehen und sich die Carearbeit aufteilen.

    Ich finde die Initiativen für 4-Tage-Woche richtig gut. Früher gab es schon mal so eine Initiative für eine 32-h-Woche für Eltern. Wenn das standardmäßig in Unternehmen gleichermaßen selbstverständlich wäre für Männer und Frauen mit Kindern, wäre schon einiges erreicht in Richtung Gleichberechtigung.

  • Aber viel bemerkenswerter als die einzelnen Influencerinnen finde ich ja den Umstand, DASS sich eben mit Videos, die das Hausfauendasein feiern, offensichtlich Geld verdienen lässt. DASS es ein sehr großes Publikum für so etwas gibt. Mehr als 100 Mio Klicks für die Hashtags #stayathomegirlfriend und #tradwife - warum konsumieren so viele Menschen gerade solchen Content?


    ich glaube, weil wir an unsere grenzen stoßen mit unserer lebensweise.

    der aufwand, alles allein stemmen zu müssen im leben mit kindern, ist enorm. unsere gesellschaft baut darauf auf, dass paarweise gearbeitet und gewirtschaftet und aufgetreten wird. das modell funktioniert aber nur, wenn frauen massiv draufzahlen. an freiheit, teilhabe, rechten. mit einer klareren, vertikalen arbeitsteilung geht zumindest die belastung etwas zurück, da man sich nicht noch für 2 euro 50 krummlegen muss.

    viele frauen sind es müde, sich abzustrampeln und abzurackern. und sie haben angst, ihr leben auf etwas so unverbindliches wie die moderne beziehung zu gründen. der druck auf frauen, selbständig zu agieren, nimmt zu - ohne, dass ihnen etwas von der last anderweitig abgenommen wird. männer dagegen schanzen sich ständig selbst vorschüsse zu (oder erhalten sie von den frauen im vorauseilenden gehorsam hechelnd überreicht, z.b. in form von "er muss es auch einfach so machen können, wie ER es will, ich weiche dann gern von meinem standard ab."

    von klein auf wird uns das romantische ideal von der liebe, die durch dick und dünn geht, eingepfriemelt. aber leider benehmen sich nahezu null männer so, dass sie dafür in frage kämen. ich glaube, diese tradwifenummer ist der verzweifelte versuch, SELBST eine passende umgebung zu kreieren. das, was frau ohnehin tun muss (weil es sonst niemand tut), GUT und im eigenen tempo erledigen können. den mann auf eine weise "verpflichten" können, die "natürlich" erscheint und erfolg verspricht, "weil es ja früher auch funktioniert hat" (was verklärt wird).


    und übrigens, wenn ich verzweifelt unter meiner last geächzt habe früher, dann habe ich mir nie die care-tätigkeiten weggewünscht. sondern immer nur das geldverdienenmüssen. sozialisation knallt eben total. gleichzeitig wusste ich natürlich, dass es vom rationalen standpunkt niemals möglich ist, aus der geldverdiennummer rauszukommen, wenn ich jetzt nicht fett geld gewinne oder so. aber der tradwife-trend ist nicht rational, er ist verzweifelt und nostalgisch und augenzukneifen von frauen, die knallhart überfordert sind oder aus angst vor unweigerlicher überforderung schon jetzt in starre verfallen.


    lg patrick

  • Meine Rente ist gesichert ?

    Du verkennst den Umstand dass Globalisierung Unternehmen auf den globalisierten Arbeitsmarkt zurückgreifen

    Finde ich hier niemand suche ich halt in anderen Ländern….

    Na und genau… angewiesen werde ich dann wohl mal auf die rumänische oder philippinische Pflegekraft sein. Merkst du denn nicht was hier gerade allüberall passiert?

    Deine Logik passt auf unsere globalisierte Welt nicht mehr.

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Zu Freda 32 Stunden Woche

    In der Metallindustrie sind es gerade mal 35

    Und auch hier wieder… können doch alle machen… wo liegt das Problem?

    DAS würde mich wirklich interessieren

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Es geht darum, dass man (Mann, aber v.a. Frau) deutlich geringere Karrierechancen hat, wenn Teilzeit gearbeitet wird.

    Nur wenn es selbstverständlich ist, diese Arbeitszeit als "voll" wahrgenommen wird, werden diese Arbeitskräfte auf Augenhöhe gesehen.

    Und nein, die 35-h-Woche ist in Deutschland nicht "normal".

    Ich habe im Februar den nächsten Schritt in der "Karriereleiter" gemacht, den ich sicher auch problemlos auch schon vor 15 Jahren hätte machen können, wenn ich nicht Teilzeit arbeiten würde. Der Prüfer war sehr verwundert, warum jemand "so altes" wie ich, das jetzt erst macht, es sind sonst nur viel jüngere Kollegen. Klar.

    Und genau das ist auch ein großer Faktor im Gender Pay Gap.

    In meiner Branche merke ich, dass so langsam, dass auch immer mehr Männer in Teilzeit/Elternzeit/Sabbatical etc. gehen. Aber es dauert halt ... und da muss sich eben die Wahrnehmung ändern.

  • Klar, die anderen Länder haben auch nichts besseres zutun, als die alten Deutschen mitzuversorgen.

    Die philipinische oder rumänische Pflegekraft kommt, so lange sie entsprechend bezahlt wird. Dass das für uns günstig ist, liegt an derzeit bestehenden Machtverhältnissen, auf deren bestehen ich mich nicht verlassen würde. Bis wir alt sind, kann sich da einiges geändert haben.

    It all started with the big BANG!

    (Big Bang Theory)

  • Lach und räusper… Du weißt schon wie Wechselkurse entstehen?

    Aber ja selbst erst dich, wenn wir irgendwann Putin gesteuert sind, worauf du jetzt wohl hinauswillst oder eher auf Arbeiter aller Länder vereinigt euch?

    Immer wieder faszinierend hier zu lesen.

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Freda ich weiß das alles… ich weiß nicht, warum es Familien nicht gelingt ein gleichberechtigtes Modell zu leben. Die Rahmenbedingungen sind da.

    Wie Du schon bemerkt hast ändert sich das auch gerade.. zumindest in den Bereichen, die ich kenne

    Mir gehts hier um die jammrigen die böse Gesellschaft… well .. wie ich gesagt habe… alle Rahmenbedingungen sind da.

    Frau muss sich halt eingestehen, dass ihre Partnerschaft doch nicht so super duper gleichberechtigt ist, da der Mann ja UNMÖGLICH Teilzeit arbeiten kann weil er ja ACH SOOOO WICHTIG ist.

    Oder ist Teilzeit arbeiten einfach ganz bequem?

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • ich weiß nicht, warum es Familien nicht gelingt ein gleichberechtigtes Modell zu leben. Die Rahmenbedingungen sind da.

    Wie Du schon bemerkt hast ändert sich das auch gerade.. zumindest in den Bereichen, die ich kenne

    Ich frage mich ob du hin und wieder mal hier im Forum die Threads der Frauen liest, deren Beziehung schwierig ist und warum die sich trennen.

    Ich empfinde dich als auf einem sehr hohem Ross sitzend.

    Btw. Meine Tochter hat Tischlerin gelernt und weisst du warum sie ihren Traumjob nicht ausüben kann? Weil sie eine Frau ist und keiner bereit ist an den bestehenden Strukturen was zu ändern.

    Weil die Handwerkskammer Vorgaben macht, die kein kleiner Betrieb erfüllen kann.

    Meine Tochter sagt selber sie braucht keine eigene Toilette udn auch keinen eigenen Unkleideraum. Interessiert nur niemanden. Vorgaben sind Vorgaben.

  • Teilzeitarbeit ist nicht „bequem“, sie ist oft notwendig, um effektiv arbeiten zu können und nicht in den Burnout oder eine Krankheitsspirale zu kommen. Das zeigen die Studien zur 4-Tage-Woche deutlich, dass die AN motivierter, leistungsfähige und deutlich weniger krank sind.

    Ich persönlich möchte auch nie wieder Vollzeit arbeiten. Nicht weil ich „bequem“ bin, sondern weil es mir die Möglichkeit gibt, ehrenamtlich tätig zu sein, jetzt wo die Kinder größer sind.

  • Ich würde gar nicht mehr Vollzeit arbeiten können. Meine Chefin möchte auch niemand mit 40h einstellen, nur wenn er unbedingt drauf besteht. Sie bietet von sich aus maximal 35h. Einfach weil wir sonst viel zu wenig Erholungsgebiet haben und der Job ordentlich fordert. Viele Jüngere Kollegen hören wieder auf, weil sie einer massiven Verantwortung gegenüber stehen, die sie noch nicht leisten können, weil die Erfahrjng fehlt.

    Von aussen sieht das bei uns oft so leicht aus.

  • Die Frage, was "Vollzeit" ist, ist doch auch eine total willkürlich beantwortete. Jahrzehntelang waren es 55 bis 68 Stunden pro Woche, noch 1970 war die durchschnittliche Arbeitszeit in Vollzeit 44 Stunden, 1990 40 Stunden. Die Älteren ;) erinnern sich auch an die Kampagne "Samstags gehört Vati mir". Daran zeigt sich aber auch schon, auf wen Vollzeiterwerbstätigkeit ausgerichtet ist: den Mann.

    "Das Normalarbeitsverhältnis (zum dem Vollzeit oder Vollzeitnah gehört, Anm..v. Mir) beschrieb bereits in seiner „Blütezeit“ nie eine empirische Realität für alle Beschäftigtengruppen, sondern orientierte sich am Ideal des männlichen Ernährermodells, also an einem Familienbild, in dem der Mann als Allein- bzw. zumindest Hauptversorger seiner Familie auftritt. Dadurch festigten sich traditionelle Geschlechterbeziehungen. Vor allem Frauen, aber auch Migranten, profitierten als Beschäftigte während des wirtschaftlichen Aufschwungs der 1950er und 1960er Jahre kaum von den sozialen Errungenschaften, die sich mit dem Normalarbeitsverhältnis verbanden."

    (https://www.bpb.de/themen/arbeit/…content-title-2)

    Für mich bedeutete Feminismus auch lange, dass beide in einer Partnerschaft Vollzeit arbeiten können. Mittlerweile halte ich das für völligen Schwachsinn. Wenn der ökonomische Druck so groß ist, dass zwei Menschen Vollzeit arbeiten müssen, um eine Familie zu versorgen, hakt es aber mächtig im System. Gleichberechtigung ist viel mehr als das Recht Vollzeit arbeiten zu dürfen. Allen voran wäre es mal der Wandel, dass Männer auch in Teilzeit arbeiten.

    Ob Teilzeit bequem ist? Finde ich nicht, aber umgekehrt gefragt: Warum sollte Mensch es sich denn unnötig unbequem machen? Wofür?

  • Die Faszination der Hausfrauenblogs liegt auch daran, dass verschüttete Fähigkeiten gezeigt und gelehrt werden. Was ich nicht verkehrt finde. Kochen, Backen, Nähen, Gemüse anbauen. Das ist im Trend braucht aber viel Zeit dafür weniger Geld... also das geht auch Richtung Nachhaltigkeit, Minimalismus etc.

    Ich kann das nachvollziehen obwohl ich nie die Möglichkeit hatte, eine Hausfrau zu sein.

  • Ich halte das für eine Gegenbewegung der Jugend.

    Meine Generation hatte oft die Mutter als Hausfrau zuhause und hat dagegen rebelliert und versucht, es Anders zu machen.

    Nun kommt die nächste Generation und rebelliert gegen unsere Generation und ist fasziniert von Hausfrauen (so wie man halt von Leben fasziniert ist, die man nicht mehr kennt)