Lesen beim Kleinkind

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  • Allein die vielen Beispiele hier zeigen meiner Meinung nach, dass es keine zu verallgemeinernde Regel gibt. Das mit der Geschwisterreihenfolge passt hier z.B. garnicht.

    Hier hat Kind 1 mit 2 Jahren Interesse gezeigt, erst an einzelnen Großbuchstaben (auch hier viel im öffentlichen Raum, oder auch am selbst aus Klötzen legend, basteln, etc), dann am Anlaut erkennen (Ich sage ein Wort und er wollte erkennen mit welchem Buchstaben das beginnt, da hatten wir dann einige dieser ABC Bilderbücher) und dann am Lesen lernen wollen - er hat das massiv eingefordert. Dieses Kind konnte mit 3,5 tatsächlich lesen und hat vor Einschulung bereits selbstständig ganze Bücher in kleiner Schrift (Jim Knopf, Sams, etc) gelesen. Soviel zum Augen-Thema.

    Kind 2 (mit viel lesenden Bruder und deshalb auch gut mit Material versorgt) hatte vor der Einschulung immer wieder phasenweise Interesse an Buchstaben, kannte auch alle Buchstaben und konnte Anlaute z.B. erkennen, hat Lesen dennoch erst in der 1. Klasse beherrscht.

    Zum Ursprungsthema: ich würde hier weniger "verkopft" rangehen, Worte, Buchstaben, Laute beherrschen unseren Alltag und wenn das Kind da Interesse hat, "findet" es das Material von allein. Ein Satz Spielbuchstaben (z.B. Magnete, etc) und ein paar Bücher in Großbuchstabenschrift sind sicher gut da zu haben, der Rest kommt bei aufmerksamer, kreativ auf die gezeigten Interessen eingehender Haltung der Eltern (Beispiele gibt es im Thread genug) automatisch - oder auch nicht, wenn das Interesse wieder erliegt.

  • Ich kann mich auch nicht erinnern, dass bei uns im Kindergarten irgendwas in der Richtung gemacht wurde (OK, war ein Waldkindergarten. Aber wäre ja trotzdem möglich etwas anzubieten).

    Wenn Du Dich mit Walddorfpädagogik beschäftigen würdest, wäre wohl schnell klar, dass man das genau da sicherlich überhaupt nicht erwarten kann dass das angebten wird...

    Das war ein Waldkindergarten, kein Waldorfkindergarten. Da gibt es keine feste Vorstellung davon, wann Kinder lesen lernen können/sollen/wollen.

  • meine Einschätzung ist auch, dass insbesondere in D ehr skeptisch bis ablehnend reagiert wird auf das Interesse von jungen Kindern (<6 Jahre) an Buchstaben und Lesen. Ebenso aber auch wenn so junge Kinder schon Rechnen wollen/können bzw ein großes Zahlenverständnis haben.

    In anderen Ländern, insb.mit Institutioneller Vorschule (oder auch Home Schooling durch die Eltern) wird teils deutlich früher damit begonnen.

    Ich kann mich auch nicht erinnern, dass bei uns im Kindergarten irgendwas in der Richtung gemacht wurde (OK, war ein Waldkindergarten. Aber wäre ja trotzdem möglich etwas anzubieten).

    Wenn Du Dich mit Walddorfpädagogik beschäftigen würdest, wäre wohl schnell klar, dass man das genau da sicherlich überhaupt nicht erwarten kann dass das angebten wird...

    Kuekenmama schreibt nur von Waldkindergarten. Nicht von Waldorf (nur ein D).

    Das ist (zum Glück ) nicht deckungsgleich.

    Liebe Grüße
    Martina

    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Jeder geht da von seinen Erfahrungen aus. Ich kenne auch nur vereinzelte, die vor der Schule schon lesen. (Also nicht nur Buchstaben kennen).

    Was ich noch wichtig finde, ist dass die Kinder lautieren also mmmmm nicht em und lllll nicht el.

    Sonst heißt MA plötzlich Ema. Das macht es nur schwieriger.

    Ich kenne wie gesagt auch nur wenige Kinder. Im Kindergarten waren viele Vorschulkinder schon richtig heiß auf Lesen und Schreiben lernen, das war dann aber eben die Altersgruppe 5-7. Und auch nicht alle von ihnen kamen dann wirklich so weit , dass sie richtig lesen gelernt haben.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass das wirklich an der in Deutschland verbreiteten Haltung liegt, dass im Kindergarten sowas noch nicht dran ist. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass bei uns im Kindergarten irgendwas in der Richtung gemacht wurde (OK, war ein Waldkindergarten. Aber wäre ja trotzdem möglich etwas anzubieten).

    Also in unseren Kindergärten (Wald und Drinnen) wurden vor allem Vorläuferfähigkeiten zum Lesen und Schreiben geübt (Schwungübungen, allgemeine Förderung der Feinmotorik, Silbenklatschen, Übungen zur Sprachstruktur, den eigenen Namen und den der anderen Vorschüler*innen schreiben und erkennen etc.). Aber es wurde kein Lind gebremst, das mehr wissen wollte.

  • Ich kann mich auch nicht erinnern, dass bei uns im Kindergarten irgendwas in der Richtung gemacht wurde (OK, war ein Waldkindergarten. Aber wäre ja trotzdem möglich etwas anzubieten).

    Wenn Du Dich mit Walddorfpädagogik beschäftigen würdest, wäre wohl schnell klar, dass man das genau da sicherlich überhaupt nicht erwarten kann dass das angebten wird...

    Das war ein Waldkindergarten, kein Waldorfkindergarten. Da gibt es keine feste Vorstellung davon, wann Kinder lesen lernen können/sollen/wollen.

    Sorry, dann hatte ich mich verlesen

  • Ich erkenne meine Kinder bei vielen Schilderungen wieder. So schön, hatte einiges vergessen. Merci :)

    Mama, was ist das für ein Auto?" - "Weiß ich nicht, ich muss erst drumherum gehen - ah schau, ein Nissan."), an den Schaufenstern, über dem Supermarkt, ...

    Stimmt, hier auch, ich lernte alle Automarken kennen in dieser Zeit!

    "Oma, da ist ein M. Ein A und ein X!" Da stand halt Max

    Gell, überall Buchstaben! Ich fand es eine enorm spannende Phase und toll zum begleiten - wenn ich denn nicht dringend weiter wollte aber doch vorher unbedingt das Plakat fertig gelesen werden musste...

    ...der Rest kommt bei aufmerksamer, kreativ auf die gezeigten Interessen eingehender Haltung der Eltern (Beispiele gibt es im Thread genug) automatisch - oder auch nicht, wenn das Interesse wieder erliegt.

    Danke fürs "Beispiele gibt es..." ich hatte mich gerade etwas überlesen gefühlt.

  • Was ich noch wichtig finde, ist dass die Kinder lautieren also mmmmm nicht em und lllll nicht el.

    Das finde ich auch sehr wichtig. Das ist so der einzige "große Fehler", der aus meiner Sicht als Grundschullehrerin oft gemacht wird. Wir bekommen oft Kinder in die 1. Klasse, die die meisten Buchstaben kennen, aber eben Ka, Be, El.. usw. sagen. Denen fällt das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule oft schwerer, als Kindern, die noch gar keine Buchstaben kennen, weil sie verwirrt sind.

    Meine Mittlere hat übrigens auch einfach mit ihren (Kleinkind-)Bilderbüchern lesen gelernt.

    Eine Buchstabentabelle finde ich auch ein gutes Hilfsmittel, wenn Kinder immer wieder fragen, wie Wörter geschrieben werden. So können sie sich selbst helfen.

  • Eine Buchstabentabelle finde ich auch ein gutes Hilfsmittel, wenn Kinder immer wieder fragen, wie Wörter geschrieben werden. So können sie sich selbst helfen.

    Ich halte diese Buchstabentabellen und das Motivieren der Kinder, sich mit diesen Tabellen Wörter selbst zusammenzubauen, für einen der großen Fehler der heutigen Grundschulpädagogik und eine Ursache, warum sich so viele Kinder so schwer mit Rechtschreibung tun. Das impliziert nämlich den Gedanken, dass man sich die Schreibweise der Wörter rein durch genaues Hinhören und Zusammenfügen der gehörten Laute erschließen kann. Einem nicht zu vernachlässigenden Teil der Kinder fällt es schwer, sich von dieser Vorstellung später wieder zu lösen.

    Gerade im Vorschulalter würde ich eher nach irgendwas mit Vorlagen von richtig geschriebenen Wörtern schauen. Wir hatten z.B. ein Scrabble-Spiel, wo für das Vorschulalter Wörter drauf standen und man dann die Buchstabenplättchen diesen Wörtern zuordnen konnte. Oder das Kind motivieren, dass es einen Erwachsenen fragt, wie etwas geschrieben wird und es dann abschreiben lassen.

  • Jette ich denke, diese Diskussion würde hier den Rahmen des Threads sprengen.

    Ich selbst habe mich nicht nur in meinem Studium vor fast 30 Jahren sondern auch danach im Berufsleben immer wieder mit dieser Thematik beschäftigt und nutze die Anlauttabelle aus voller Überzeugung im Unterricht.

  • Was ich noch wichtig finde, ist dass die Kinder lautieren also mmmmm nicht em und lllll nicht el.

    Das finde ich auch sehr wichtig. Das ist so der einzige "große Fehler", der aus meiner Sicht als Grundschullehrerin oft gemacht wird. Wir zlbekommen oft Kinder in die 1. Klasse, die die meisten Buchstaben kennen, aber eben Ka, Be, El.. usw. sagen. Denen fällt das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule oft schwerer, als Kindern, die noch gar keine Buchstaben kennen, weil sie verwirrt sind.

    Die Aussage habe ich schon oft gehört und kann ihn so gar nicht nachvollziehen. Das erste Mal habe ich ihn gehört beim Infoabend vor der Einschulung meiner Ältesten. Da waren meine beiden älteren Kinder 5 und fast 4 und es wat sozusageb längst "zu spät" dafür ihnen beizubringrn, dass die Buchstaben nicht Em und Pe heißen, sondern mmm und p. Erst dachte ich tatsächlich ich hätte das was falsch gemacht, aber dann wurde mir klar, dass das nicht stimmt. Natürlich heiß der Buchstabe "P" Pe, und gleichzeitig heißt der Laut für den er meistens steht "P". Buchstabenname und Laut sind ja nicht das gleiche. Wenn man konsequent nur die Laute nennt, wie unterscheidet man dann "Ce" und "Zett" oder "Ef" und "Vau"? Und wie geht man mit Buchstaben um, die für mehrere Laute stehen, wie z.B. der Buchstabe E, der mal klingt wke am Anfang von Esel und mal wie am Anfang von Ente oder der Buchstabe "Vau", der mal klingt wie in Vogel und mal wie in Vase?

    Viel wichtiger finde ich, dass die Kinder relativ bald verstehen, dass Buchstabennamen und Laute nicht das gleiche sind. Meinen Kindern hat das jedenfalls mehr geholfen als das insitieren der Grundschullehrkräfte, dass es "mmm" und nicht "Em" heißt, denn dieses Konzept hilft nicht weiter, bei den Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, dass die Laute eben nicht immer die gleichen sind und man aus dem geschriebenen Wort nicht immer erkennen kann, welcher Laut hier verschriftlicht wurde.

  • Es gibt ja auch diese Bild-Wort Geschichten, aber das ist vermutlich nicht das,was du suchst,oder? Also quasi "Er ging aus dem [Bild eines Hauses] und sah eine [Bild einer Blume]"

    Solche Bücher haben wir hier auch, aber irgendwie kapiere ich deren Nutzen nicht ganz, denn genau das "tolle" Wort, das sich so gut eignen würde, ist ja eben NICHT da, sondern durch das Bild ersetzt. #confused

    Cupcake Ja Karte mit Bild ist schon mal gut, aber ich stelle mir vor, dass a) die Schrift größer ist und b) man Wort und Bild auf einer Seite der Karte hat.


    Aber... so wild kann das eigentlich nicht sein, das selbst zu machen.. #schreiben Aber drucken lassen, am besten auf Karton oder so... oder laminiert.. Hm.

    Ich müsste irgendwo noch so ein Legespiel haben, wo man das dann auch paarweise zusammen fügen muss, soll ich das mal raussuchen und bei den Kreativraben einstellen?

    edit: mindestens eins der beiden habe ich noch

    20200415_143101zqjnz.jpg

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    Liebe Grüße von Michaela

    Jungsklamotten, selbstgenähtes, Bücher, Spielzeug und noch mehr im
    ♥ Rabenflohmarkt ♥

  • Zunächst mal danke an ALLE für den Input und das Aufnehmen des Themas.

    sind die Bücher von Mo Willams (z.B. https://www.amazon.de/Das-Buch-%C3%B…s/dp/395470126X) vielleicht schon etwas? Die haben nur ganz wenige Wörter auf einer Seite und sind super witzig.

    Diesen Beitrag von dir Jette hatte ich glatt überlesen und eben mal geschaut: Die sind wirklich SEHR lustig, ich glaube die werde ich so oder so mal besorgen :)

    Brina Berlind

    Danke für den Link, da scheint einiges spannendes dabei zu sein!


    Als unser Kind in dem Alter viel Interesse am Lesen und Schreiben hatte, haben wir ihn in einem Word Dokument in großer Schriftgröße schreiben lassen. Manchmal habe ich ein Wort geschrieben, das er dann nachgetippt hat, manchmal hat er "Wörter" getippt, die ich dann vorgelesen habe. Dann durfte er die Wörter bunt machen und so weiter.

    und

    Das ist bei uns schon passiert, ziemlich genau so. Auch andere Beispiele, die hier so kamen, wie Produktverpackungen oder Aufschriften draußen, das begleitet uns schon eine Weile und wir beantworten das auch immer.

    Ihr Kinderzimmer ist mit diesen Puzzlematten ausgelegt, die Zahlen und Buchstaben darstellen, und es wird immer wieder thematisiert ("Mama, welche Zahl ist das?" - "Das ist ein Buchstabe, damit macht man Wörter. Das ist MMMM, der "MMMAma"-Buchstabe" - so ungefähr läuft das dann). Wir haben schon die Zahlen von 1 bis 9 legen müssen, sie hat die selbstständig dann durch andersfarbige Zahlen gleichen Werts ausgetauscht, wir haben die Anfangsbuchstaben zu den Zahlwörtern drunter gelegt...

    Ich versuche mal zusammenzufassen: Hier passiert einfach für mein Gefühl "viel" zu diesem Thema, ich bin aber jetzt froh zu lesen, dass das garnicht ungewöhnlich ist, und ich hatte einfach das Gefühl, dass wir da nur ganz dilettantisch mitmachen als Eltern und da irgendwie nicht so richtig wissen, was wir da tun/wollen/sollen.

    Dank weiteren Nachdenkens, auch wegen dieses Threads, sind wir zu folgender Überlegung gekommen: Die Idee, dass wir nicht irgendwie "künstlich", im Sinne von "lehren/unterrichten" bzw. mit Leistungsdruck oder so drangehen wollen, ist schon richtig. Uns kam es so vor, als wäre jeder Ansatz, der über die Ebene der Buchstaben geht, ein solch künstlicher Weg. Dass es mehr darum ginge, dem Kind einfach nur das "Produkt Wort" zu zeigen und es ihm selbst zu überlassen, das wahrzunehmen, auseinanderzubasteln, oder eben nicht.

    Zum Beispiel kann sie mittlerweile unglaublich viel Zeug auswendig. Lieder, Reime, aber auch ein Petersson und Findus Buch kann sie fast Wort für Wort mitsprechen. Und dann nimmt sie sich all diese Elemente, Reime, teilweise ja unbekannten Wörter,und bastelt sie neu zusammen, reimt, singt vor sich hin, ersetzt (teilweise absichtlich falsch) die Wörter, lacht sich kaputt... Wir dachten: Ihr jetzt noch die "abstrakte Ebene Schrift", also das fertige Wort, dazuzugeben, ist eigentlich gar nicht mehr so ein großer Schritt und dann soll sie damit ebenso verfahren... wie sie eben will.

    PaulaGreen Ich glaube du warst es, die es "verkopft" genannt hat. Es klingt vielleicht alles etwas kompliziert, weil ich versuche hier in Worte zu fassen, was sich in unseren Köpfen abspielt und das wir nicht richtig benennen können, weil wir eben nicht auf diesem Feld ausgebildet sind, und ich dachte eben: Bestimmt gibt es für diese "Methode" oder die Ideen, die wir da haben, längst Fachbegriffe und Methoden, ich kenne die nur noch nicht - also frage ich mal die Raben. Mir scheint aber, dass das gar nicht der Fall ist, tatsächlich kommt bei allem hier genannten die "Doman-Methode" dem noch am ehesten nahe, aber das ist ja 60 Jahre altes Zeug - ich ging davon aus, das hat längst einer besser beschrieben (und in diesem Doman-Buch sind auch echt ein paar gruselige Stellen #eek Ist halt schon alt).

    Kurzum: Glaube, es gibt nicht DIE Methode oder Lösung und es gibt - das war der nächste Gedanke, auf den wir jetzt kamen - auch überhaupt kein "richtig oder falsch". Wir machen NICHTS kaputt, wenn wir auf ihre Fragen antworten und wenn wir ihr IRGENDWAS in die Hand geben - wir werden an ihrem Eifer sehen, ob es für sie spannend ist oder nicht, und wir werden immer wieder etwas anbieten, und es wird auf jeden Fall etwas positives sein. Denn es bedient ihre Neugier und sie wird in ihrem interesse gesehen. Und mehr müssen wir gar nicht machen. Denn es ist uns ja explizit NICHT wichtig, dass sie jetzt früh lesen lernt oder so. Wir wollen ihr zum SPIEL Dinge anbieten, die ihr interesse geweckt haben - und das kann in einem halben Jahr ja auch wieder was anderes sein.

    Wir sind für uns überein gekommen, dass die pure Präsenz dieser "der Schule vorbehaltenen Inhalte" (was total dämlich ist, als müsste man Kleinkinder davon fern halten weil sie sonst Schaden nehmen könnten) kein Problem darstellt und vollkommen okay ist, solange das Kind dadurch nicht das Gefühl bekommt, es gäbe dazu eine Erwartungshaltung o. ä.


    Unsere Bauchschmerzen rührten womöglich einfach daher, dass wir beide die Erfahrung gemacht haben als Kinder, in unserem jeweiligen Umfeld aufzufallen, weil wir eben auch an "nicht altersgerechten" Dingen interessiert waren und unsere Eltern das jeweils womöglich nicht gut begleitet haben. Die Verunsicherung, die wir empfunden haben, kam aber ja nicht durch das frühe Verständnis (bei mir war es ebenfalls das Lesen, bei meinem Mann vor allem mathematische Dinge), sondern durch die UMWELT. Und genau hier ist ja der Unterschied: Unser Kind hat da eben jetzt ein anderes Umfeld. Und so wie wir jweils auch recht alleine uns einige Dinge erschlossen haben, könnte unser Kind das im Zweifel auch, aber es ist toll für sie, dass sie Eltern hat, die sie dabei begleiten und dabei aber nicht eingreifen, etwas vorgeben, einen Plan verfolgen oder oder...


    Wir "dilettieren" also mal fröhlich weiter :) Streng genommen macht man ja als Eltern eh nix anderes, die ganze Zeit. Weil die kleinen Menschen ja ohne Bedienungsanleitung geliefert werden - irgendwie krieg ich diesen Gedanken nur echt schwer aus dem Kopf, glaube ich. Aber der Hund liegt wohl an anderer Stelle begraben...

    Wenn jemand zum Thema noch was spannendes findet oder sich hier eine weitergehende Diskussion dazu ergibt, gerne. Aber meine ursprüngliche Anfrage ist jetzt erstmal "befriedigt". Danke an die, die beigetragen haben #top

  • Unser drittes Kind hat im Kindergarten lesen gelernt, evtl. auch, als das nächst ältere Geschwister in die Schule kam? Kurioserweise haben wir das zuhause gar nicht mitbekommen - irgendwann hat uns die Erzieherin erzählt, dass er anderen Kindern manchmal vorliest.

    Im Nachhinein tut es mir leid, dass wir solche Schritte gar nicht dokumentiert haben - von keinem der Kinder kann ich jetzt sagen, wann sie welche Buchstaben erfasst haben o.ä. Ich würde dir, enfj-a also vor allem (zumal deine Frage ja beantwortet ist) ans Herz legen, gelegentlich mit Datum aufzuschreiben, was sich euer Kind gerade Neues erschlossen hat.

    (Wir haben eigentlich nur eine Wörterliste, die wir für die Pädaudiologin aufgeschrieben haben, und dann die ein oder andere Erinnerung wie z.B. das Vorschulkind, dass die Preise samt Kommazahlen zusammengerechnet hat oder ein bisschen Dokumentation aus dem Kindergarten. Aber bei drei Kindern gehen die Erinnerungen, die nicht irgendwo fixiert sind, dann gerne durcheinander.)

  • Der Große hat auch sehr früh Buchstaben für sich entdeckt und konnte mit 2,5 seinen Namen schreiben und aus Fließtext herauserkennen. 8o Zu deiner Beruhigung: Diese Entwicklung hat dann eine Pause gemacht, so dass er vor der Einschulung zwar lesen konnte, aber lange nicht mehr so weit voraus war wie wir damals befürchtet hatten. Klar, einerseits freut man sich und ist stolz, was das Kind schon alles kann. Andererseits ist man ja aber auch wirklich ein bisschen beunruhigt, wo das wohl alles hinführt und ob es damit in der Schule dann Schwierigkeiten bekommt ... #knuddel


    Der Kleine war im Kindergartenalter in der Hinsicht viel weniger auffällig, konnte aber zur Einschulung viel flüssiger lesen und auch schreiben in Groß- und KLeinbuchstaben, was wir gar nicht so richtig mitgekriegt hatten. #freu

    mit Sohn groß (2007) und Sohn klein (2010)

  • Hallo,

    in diesem Alter kann man durchaus Interesse wecken für Laute, Buchstaben und lesen. Alles, was der Alltag so hergibt, ich würde gar nicht groß pädagogisches Material kaufen:

    - viel vorlesen

    - Bedeutung von Schrift vorleben, wie z.B. Einkaufszettel schreiben (bzw. fürs Kind 2 Sachen drauf malen mit Bild + Schrift, die es dann selbst suchen darf)

    - den eigenen Namen als Schrift bedeutsam machen (Guck mal, hier steht "MARA"... schau, ich schreibe "MARA" drauf)

    - wichtig als Vorläufer fürs Lesen und Schreiben ist das Sprachbewusstsein: Reime, Silben, Laute - da ist das Internet voll mit Spielen dazu. Kleine Gedichte/Verse, Abzählreime, Sprachspiele... Alles ist wichtig und fördert sehr.

    - Falls ihr zu den Buchstaben kommt: Immer mit Laut benennen, nicht so wie wir Erwachsenen. Also zu "M" nicht "Em" sagen, sondern "MMM".

    Meine Jüngste sagte mit 3 Jahren: "Mama, Fiona fängt mit 'Fi' an, oder?"

    Wenn sie soweit sind, über Sprache nachzudenken, dann ist der Weg zum Lesen und Schreiben vorbereitet.

    LG Pelle

    LG Pelle

    Sohn 01, Tochter 04, Tochter 08