Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
  • Hachje, als meine Kinder kleiner waren, hatte ich das Gefühl, mich besser auszukennen und sie besser zu verstehen als jetzt🙈.

    Gut, dass es euch gibt, die ich fragen kann…

    Unser Sohn wird bald 11 und gestern sagte mein Mann, dass er das Gefühl hat, dass er nicht mehr so fröhlich und unbeschwert ist wie in den ganzen Jahren davor. Und das er das alte Ich unseres Sohnes so sehr vermisst.

    Mein Mann ist im Moment auch sehr empfindlich und niedergeschlagen und das setzt ihm noch zusätzlich zu.

    Unser Sohn ist tatsächlich ein unglaublich sonniges Gemüt, sehr beliebt und total freundlich.

    Im Sommer ist er auf die weiterführende Schule gekommen-in die Sportklasse.

    Da sind viele sportliche Kinder, viele Fussballer, so wie er.

    Für die weitergehende Schule hat er dann (endlich) ein Handy bekommen, damit er mit uns kommunizieren kann, falls etwas mit dem Bus ist oder er noch in der Innenstadt bleiben möchte.

    Allerdings hat er auch ein paar Spiele drauf bekommen, die zu bestimmten Zeiten freigeschaltet sind.

    Dennoch klebt er am Handy.

    Er hat tatsächlich Suchttendenzen (kenne ich von mir selbst…) und kann sich selbst nicht regulieren.

    Er umgeht unsere Sperren und hintergeht uns. Versteckt das Schulipad und guckt damit youtube.

    Mein Mann hat jetzt mitbekommen, dass unser Sohn den anderen Klndern erzählt hat, was er für Spiele spielen würde und dass er in-App-Käufe machen darf. Das stimmt alles nicht.

    Er sagt, er sagt das, weil er nicht uncool sein möchte.

    Am Wochenende hat er bei einem Freund aus seiner Klasse in deren Wohnwagen übernachten dürfen. Und da stellte sich heraus, dass dort Animés ab 16 geguckt wurden.

    Ich finde es so ätzend, dass die anderen Eltern so wenig auf die Mediennutzung ihrer Kinder achten und denen soviel erlauben.

    Ich würde gerne noch eine andere Bubble für meinen Sohn haben, ausser diese Fussball- und Schulbubble, in der die Schnittmenge sehr hoch ist.

    Besonders schwierig macht, dass er absoluter Mitläufer ist und sich immer den lauten Anführern anschließt. Das war seit Kindergarten so. Und bisher waren das auch nicht so die Kinder, die ihm gut getan hätten/haben🥺.

    Wie kann man ihn unter andere Kinder bekommen? Ich habe an eine zweite Sportart gedacht. Oder Musikschule.

    Irgendwo muss es doch Eltern geben, die uns ähnlich sind. Wir sind zwar kein mainstream, aber es muss doch noch andere Kinder geben, die nicht nur an Medien kleben!

    VHS bietet leider nichts an-wir wohnen in einer Kleinstadt 😪.

    Heute Morgen war der Sohn auch ganz ruhig im Auto und hat kaum was gesagt, bzw wollte mit mir nicht darüber sprechen😩.


    Ist das die Vorpubertät?

    Was kann ich machen, damit er in der richtigen Spur bleibt?

    Ich bin ganz traurig. Ich habe mir das so anders vorgestellt 😢

  • Meine Kinder sind schon größer und deshalb habe ich leicht reden: Aber alles was du beschreibst, wirklich jedes Detail, hört sich für mich erstmal völlig normal an. Ja, das ist das Alter in dem sich erste pubertäre Anzeichen bemerkbar machen. Ihr werdet da auch als Eltern reinwachsen. #knuddel

  • Vorpupertät ist ja hormonell bedingt.

    Das würd ich jetzt nach der Beschreibung eher nicht als Hauptsache ansehen. Sondern eher Platz finden in der neuen Bubble, Sachen die er in Filmen/Spielen gesehen hat, nicht verarbeiten kann aber auch mit niemandem richtig drüber reden kann (bei den Freunden weil kein Baby sein wollen, bei Euch weil Angst vor Ärger/Freundeverbot/...)

    Das gehört zum Grösserwerden auch dazu und braucht Begleitung, aber ist jetzt kein Vorpupertätsproblem in dem Sinn wo man relativ machtlos wär (was machste schon effektiv gegen Hormonchaos #weissnicht )

    Ich würde mit dem Kind im Gespräch bleiben, mir vorher Anregungen von Medienexperten (Flimmo , Schau hin o.ä., notfalls ne gute! Erziehungsberatung) einholen.

    Wichtig ist, dass er alles erzählen kann und ihr ihm helft, auch wenn er Mist gebaut/Verbote übertreten hat.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Dennoch klebt er am Handy.

    In den USA wurde in den letzten Monaten immer stärker Stimmen laut, dass Smartphones erst ab 16 fuer Kinder gut zu handhaben sind, davor gibt es mittlerweile viele Studien, dass sich Smartphone-Nutzung deutlich negativ fuer die Entwicklung und die Psyche der Kinder auswirkt. Deshalb - wenn dein Kind jetzt schon ein Handy hat, braucht es schlichtweg viel mehr Begleitung und Unterstützung und auch Begrenzung.


    ersteckt das Schulipad und guckt damit youtube.

    Dann schalte doch das Internet fuer das Gerät aus.

    was er für Spiele spielen würde und dass er in-App-Käufe machen darf. Das stimmt alles nicht.

    Auch das halte ich fuer normal - er will dazugehören und anscheinend ist genau das Thema in seiner Peergroup gerade wichtig und angesagt.

    Wie ging es ihm denn mit den Animes ab 16? Ich wuerde versuchen anzuerkennen, dass er dazugehören moechte (ohne ihm alles zu erlauben, aber einfach emphatisch grenzen setzen) und gleichzeitig mit ihm üben die eigenen Grenzen zu erkennen. Der Drang dazugehören zu wollen ist in dem Alter sehr typisch und normal. Manche haben das ausgeprägter als andere.

    "C'est ici que l'aventure se mêle au vent de la mer."

    Pierre Marc Orlan

    If something won't matter in 5 years, don't waste more than 5 minutes worrying about it now.

  • Mit ähnlich altem Sohn (allerdings mit einem Haufen special effects) würde ich die Hauptbaustelle darin sehen, den eigenen Platz in der neuen Klasse und Schule zu finden.
    Und das erlebe ich bei uns als sehr herausfordernd, weil eben in vielen Haushalten ganz andere Dinge erlaubt sind, aber die Kinder auch nicht altersentsprechend unterstützt werden.


    Die Mädchen pubertieren tatsächlich schon deutlicher und neben "xy geht mit abz" geht es dann um Mode und Musik.
    Bei den Jungs sind neben Animes natürlich Computerspiele die Themen.
    Mir ist wichtig, da relativ eng mit meinem Kind im Gespräch zu bleiben. Ich schaue auch entsprechende Youtube Videos mit und diskutiere mit ihm, warum dieses Anime diese Altersbeschränkung hat. Damit akzeptiert er das dann auch besser.
    Im übrigen sind die dazugehörigen Mangas oft noch deutlich brutalter in der Darstellung, aber eben nicht auf dem Index.

    Bei uns darf erheblich mehr gezockt werden, als in anderen Haushalten. So stellen wir z.B. einen eigenen Minecraft Server zur Verfügung, damit unser Kind und seine Freunde in geschütztem Rahmen gemeinsam Spielen können.

    In App Käufe: ich vermute, nirgendwo wird so viel gelogen. #zwinker
    Aber es geht eben oft um gekaufte Charaktere oder Skins. Nur die sind cool, auch wenn sie im Spiel keinen Unterschied machen.

    Typisch präpubertär ist der Körpergeruch. Pumakäfig ist nichts gegen das Zimmer, wenn da 3 Jungs den ganzen Nachmittag gespielt haben.

  • Danke für eure Antworten. Sie sind wertvoll für mich!

    Nach Puma riecht er nicht. Nur leicht schwitzig, wenn er viel Sport gemacht hat.


    Er ist mir sehr ähnlich 🫣 Ich wollte auch zu den Coolen gehören. Konnte ich nicht und bin in der Reste-Clique gewesen.

  • Er ist mir sehr ähnlich 🫣 Ich wollte auch zu den Coolen gehören. Konnte ich nicht und bin in der Reste-Clique gewesen.

    Wie ging es dir damit? War das im Nachhinein schlimm? Vielleicht kannst du über deine Erfahrung auch mit ihm reden, einfach von dir erzählen und anbieten, er kann dann ja selbst nachdenken, ob es auf ihn zutrifft.

    "C'est ici que l'aventure se mêle au vent de la mer."

    Pierre Marc Orlan

    If something won't matter in 5 years, don't waste more than 5 minutes worrying about it now.

  • Zum Thema Filme gucken bei Übernachtungsparties, das war hier genau in dem Alter auch ein Thema. Ich habe das von mir aus bei den Eltern angesprochen und darum gebeten, keine FSK 12 Filme (oder drüber) schauen zu lassen, und habe das auch bei uns nicht erlaubt, auch wenn Besucherkinder cool sein wollten und danach gefragt haben.

    Das hat hier gut geklappt, es wurde immer drauf geachtet, auch wenn die jeweiligen Familien teilweise für sich einen anderen Umgang damit pflegten.

    Damit mussten nicht meine Kinder irgendwas ansprechen, sondern es wurde vorher geklärt und im Zweifel war ich halt die Uncoole.

    Handy und Schul-Tablet haben hier im heimischen WLAN eingestellte Begrenzungen, nur sehr knapp bemessene mobile Daten, und die Eltern haben das Fritzbox-Passwort. Das ist wirklich nicht schwer einzustellen.

    Wir haben immer versucht, darüber im Gespräch zu bleiben und zu erklären. Es gibt ein Mitsprache-Recht und die Möglichkeit, Ausnahmen und Verlängerungen zu bekommen, aber die Verantwortung liegt bei den Eltern. Und wir haben auch immer klargestellt, dass, wenn Software-Lösungen nicht funktionieren (Sperren umgangen werden), eine Hardware-Lösung durchgesetzt wird (Geräte werden eingesammelt). Das ist auch ein paarmal vorgekommen.

    Was die Kinder sich gegenseitig erzählen, was andere Eltern erlauben, hat viel mit Wunschdenken und Phantasie zu tun. Ein Realitätscheck bei anderen Familien hat bei uns eigentlich immer gezeigt, dass auch dort Regeln gelten und durchgesetzt werden.

    Ich bin übrigens bekennendes Mitglied der uncoolen "Reste-Clique"! - Cool sein ist kann extrem anstrengend sein, und sicher nicht die beste Grundlage oder das beste Kriterium, um Freundschaften wachsen zu lassen.

  • Ich würde auch empfehlen, den Router zu bestimmten Zeiten auszuschalten bzw. sein Tablet mit mobilen Daten zu begrenzen. Und dann zusehen, dass ihr - soweit eure Zeit das erlaubt - viel mit ihm unternehmt, rasugeht, da seid. Seinen Platz in der neuen Klasse zu finden braucht oft Zeit. Vielleicht ist das Internet-/Handythema ja auch eines für den nächsten Elternabend in der Schule?

  • Ich finde es so ätzend, dass die anderen Eltern so wenig auf die Mediennutzung ihrer Kinder achten und denen soviel erlauben.

    Wenn euer Sohn behauptet, er dürfe dieses und jenes, dann glauben die anderen Eltern das über euch aber auch #zwinker

    Meine Älteste ist noch jünger, aber ich hatte auch schon Anrufe von der Mutter eines Klassenkollegen, ob sie xy dürfe, weil angeblich ALLE das dürfen. Nein, durfte sie nicht.

    Und für mich klingt es auch nicht nach Vorpubertät - aber nach einer sehr anstrengenden Phase, vor der ich mich jetzt schon fürchte #angst

    Ich wünsche euch viel Geduld und hilfreichere Tipps als ich habe...

  • Kann ich dir leider nicht helfen, hier gibt es unbegrenzte Mediennutzubg. Das war ein zwei Jahre recht krass und viel und hat sich von ganz alleine reguliert.

    Ich wünsch dir einfach das du entspannt mit dem ganzen in Zukunft umgehen kannst.

    Warum mir aber in neuester Welt Anarchie gar so gut gefällt? Ein jeder lebt nach seinem Sinn, das ist nun also auch mein Gewinn! Ich laß´ einem jeden sein Bestreben, um auch nach meinem Sinn zu leben.

    Johann Wolfgang v. Goethe


  • Ich finde es so ätzend, dass die anderen Eltern so wenig auf die Mediennutzung ihrer Kinder achten und denen soviel erlauben.

    Wenn euer Sohn behauptet, er dürfe dieses und jenes, dann glauben die anderen Eltern das über euch aber auch #zwinker

    Meine Älteste ist noch jünger, aber ich hatte auch schon Anrufe von der Mutter eines Klassenkollegen, ob sie xy dürfe, weil angeblich ALLE das dürfen. Nein, durfte sie nicht.

    Und für mich klingt es auch nicht nach Vorpubertät - aber nach einer sehr anstrengenden Phase, vor der ich mich jetzt schon fürchte #angst

    Ich wünsche euch viel Geduld und hilfreichere Tipps als ich habe...

    dazu als Anekdote: In der Grundschulzeit war für unsere Kinder die Nutzung von Fernsehen und Wii-Konsole sehr strikt begrenzt, und nur am Wochenende mal für einen gemeinsamen Abend genutzt.

    Was war der häufigste Eintrag im Montagsheft unseres Sohnes (wo sie jede Woche Montags in der ersten Schulstunde etwas zum Wochenende reinschreiben oder malen sollten) - ein Strichmännchen vor einem Kasten, mit der Info "ich habe Wii gezogt" . die Wanderausflüge, Zoo, Spielverabredungen, Fußball-Turniere, Familienbesuche, Plätzchenbacken, Waldpicknicks, Inline-Skate-Runden, Bastelaktionen, ..... davon ist nur sehr sehr sporadisch was in diesen Berichten gelandet. Das Kind hat halt immer das am einfachsten aufzuschreibende genutzt. Alternativ ging noch "xy war da, wir haben geschpielt".

    Ich habe das ja erst am Ende des Schuljahres in die Hände bekommen, und will gar nicht wissen, was sich die Lehrkräfte zu unserer Einstellung zur Mediennutzung für ein Bild gemacht haben.