Gender-Kacke in Schule und Alltag 2.0

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  • Ich kann generell mit Leistungssport nullkommanull anfangen. Und ich verstehe die irrsinnigen Geldsummen bei den Männern überhaupt nicht. Für meinen Geschmack sollten nicht die Frauen mit Fußball Millionärinnen werden können, sondern die Männer sollten halt auch bloß noch symbolische Sachpreise bekommen. So war das ja auch noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Männersport: Die Fußballweltmeister von 1954 hatten alle einen bürgerlichen Beruf neben dem Sport und mussten für die Teilnahme an der WM ihren Jahresurlaub opfern!

    Die heutige Kommerzialisierung des Männerfußballs empfinde ich als völlig absurd und abstoßend. Wenn Männer mit Sport nicht mehr ihren Lebensunterhalt (und noch viel mehr) finanzieren könnten, dann wäre auch der Anreiz zu Doping und zu allen möglichen Machtspielen nicht mehr so groß. Es würden nicht tausende Sklaven beim Bau von Fußballstadien mitten in der Wüste sterben müssen und es würden keine Sportfunktionäre den Diktatoren dieser Welt in den Hintern kriechen.

    Vor diesem Hintergrund kann ich mir ehrlich gesagt nicht wünschen, dass die Fußballerinnen mit den Männern gleichziehen. Sondern in einer idealen Welt wären umgekehrt die Fußballer genauso bodenständig wie die Fußballerinnen. Mir ist bewusst, dass das ein frommer Wunsch ist.

    Ich bin bei dir - die Spitzengehälter von den Fußballstars und die Beträge um die sie gehandelt werden, sind fernab jeder realistischen Vorstellung von Leistung. Profisport ist aber nicht nur Fußball - das Gros der Profisportler (auch Fußballer abseits der Stars) ist von solchen Beträgen weit entfernt, Männer auch und Frauen sowieso. Und warum sollte man mit Sport nicht seinen Lebensunterhalt verdienen, wie auch in allen anderen weltlichen und geistlichen Sparten auch - und auch hier gibt es teilweise Verdienste, die fernab jeglicher Vorstellungskraft liegen.

    Problem bei Frauensport - sie investieren genauso viel wie Männer, können aber vielfach im Gegensatz zu diesen nicht davon leben und das sollte für sie genauso möglich sein.

    Klar können nur ganz wenige Männer mit Fußball (und in ein paar wenigen anderen Sportarten) zu überbezahlten Weltstars aufsteigen. Diese wenigen reichen aber schon aus, um ein ganzes System aus Doping, Korruption und Machtkämpfen aufrechtzuerhalten. Diese krassen Auswüchse schon in der F-Jugend mit extremem Konkurrenzdruck, Mobbing und Diskriminierung von Mädchen, gibt es ja nur deshalb, weil die Kinder und vor allem ihre Eltern davon träumen, in den exklusiven Club der Spitzenverdiener aufzusteigen. Gäbe es diese wenigen Spitzenverdiener nicht, gäbe es auch dieses ganze Haifischbecken nicht.

    Klar gibt es solche Haifischbecken und absurd überbezahlte Stars auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, z.B. in der Popmusik, in Hollywood oder in der Welt der Models. Und überall dort auch krassen Sexismus.

    Das Leben ist schön. Von "einfach" war nie die Rede.

  • Bzw generell in der Wirtschaft.

  • Danke Spinosa

    Ich sehe es ganz genauso, kann es nur nicht so gut in Worte fassen.

    Als Jugendliche habe ich mir sehr gerne (Männer) Fußballspiele angeschaut. Ich hatte jahrelang eine Dauerkarte beim Bundesligaverein der Nachbarstadt und bin mit einer Gruppe Freundinnen zu fast jedem Heimspiel gefahren. Mittlerweile stößt mich das nur noch ab. Diese unglaublichen Gehälter, Korruption, die Vergabe der FIFA WMs an fragwürdige Länder, Stars, die schon zig Millionen verdient haben und dann zum Abschluss ihrer Karriere in Ländern spielen, die Menschenrechte mit Füßen treten, um noch das Maximum herauszuholen. Die Homophobie und der Rassismus in den Stadien haben sich leider in die falsche Richtung weiterentwickelt und ich habe da einfach absolut kein Verständnis mehr und mag mir das alles nicht mehr anschauen.

  • Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Aussage Männer seien beim Kunstturnen oder Eiskunstlauf unästhetischer schon etwas problematisch finde. "Geschmack" ist ja auch gesellschaftlich bedingt und die Gesellschaft verortet eben eher Frauen in solchen grazilen Sportarten. Genauso ist es ja auch Genderkacke, wenn man sagt, dass man Kugelstoßen nicht schaut, weil die Frauen dort zu muskulös sind. Oder wenn jemand Männer mit Schminke oder Kleidern per se unästhetisch findet.

    Natürlich kann keine etwas für ihre individuellen Empfindungen und Prägungen. Mir wäre es aber lieber, wenn Menschen solche Prägungen kritisch hinterfragen und das nicht einfach so raushauen.

  • Natürlich kann keine etwas für ihre individuellen Empfindungen und Prägungen. Mir wäre es aber lieber, wenn Menschen solche Prägungen kritisch hinterfragen und das nicht einfach so raushauen.

    Und es darf dann auch gerne als persönliche Meinung gekennzeichnet werden.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Puuuuuh…hat jemand den Interview Schnipsel mit Sarah Engels gesehen?
    Sie würde sich nicht als Feministin bezeichnen, denn sie hat ja einen ganz tollen Mann und mag Männer auch #confused?!

    Irgendwie hoffe ich noch, es wäre aus dem Zusammenhang gerissen…wie kann frau denn so einen Unsinn reden?

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • wie kann frau denn so einen Unsinn reden?

    Wahrscheinlich schlicht und ergreifend, weil frau das ganze Leben lang gelernt hat, den Kopf schief zu legen und süss zu sein und zu sagen, dass sie "Männer lieb" hat, einem oft weiter bringt, ohne irgendwo anzuecken. Zumindest hoffe ich das - sonst müsste ich mir eingestehen, dass die jüngere Generation immer noch das Märchen glaubt, dass Feministinnen keine "richtigen" Frauen sind #heul

  • Das ist ja so ähnlich wie bei Friedrich Merz "Er hat auch eine." Wae das sein Pressesprecher? Ich finde das nicht mehr.

    Wenn sie einen wirklich netten Mann hätte, wäre er Feminist.

    Liebe Grüße von Peppi mit Groß-S, Klein-S und Mini-S

  • Puuuuuh…hat jemand den Interview Schnipsel mit Sarah Engels gesehen?
    Sie würde sich nicht als Feministin bezeichnen, denn sie hat ja einen ganz tollen Mann und mag Männer auch #confused?!

    Irgendwie hoffe ich noch, es wäre aus dem Zusammenhang gerissen…wie kann frau denn so einen Unsinn reden?

    Ich war auch gelinde gesagt irritiert 😵‍💫. Gleichzeitig hat sie ja einen Verein oder irgendwas gegründet für „starke Mädchen“, daher irritiert es mich noch mehr und ich hoffe, sie lernt noch dazu bzgl. des Begriffs Feminismus.

  • Ich habe auch einen netten Mann und kenne einige Männer, die ich wirklich mag und ich bin Feministin.

    Da hat eine echt den Feminismus nicht verstanden.

    Mein Mann regt sich im übrigen mehr über Männer auf, als ich. Also über die Männer schimpfen wir hier alle, und wissen auch, wen wir damit meinen. Einzelne Männer können nichts dafür, mit welchen Geschlechtorganen sie zur Welt gekommen sind und es gibt einige, die völlig in Ordnung sind, die aber auch nicht so auffallen, weil sie sich dann eher zurückhalten.

    Ist halt was anderes, aber gut, muss ich hier nicht erklären, und Sarah Engels wird das hier nicht lesen.

    Ist ja auch was anderes, ob wir gemeinsam an unserer patriarachlen Sozialisation arbeiten, oder ob ich da gegen ihn arbeiten muss.


    Und dann kann ich mich hier gleich auch mal beschweren:

    Ich gehe Dienstags meistens schwimmen, einfach ne halbe Stunde Bahnen schwimmen, weils für den Rücken, den Blutdruck und die Zuckerwerte gut ist. Mein Zeitfenster ist nicht sehr groß, weil ich davor und danach unterrichte.

    Es gibt in dem Schwimmbad einen Bereich fürs Bahnen schwimmen. Die meinste Leute schwimmen auch einfach hin und her ihre Bahnen, aber es gibt immer welche, und das sind immer Männer, die so kraulen, dass sie wild spritzen. Das machen sie auch schnell genug, dass sie mich überholen, so dass ich mehrere Ladungen Wasser ins Gesicht bekomme. Frauen kraulen auch, kriegen das aber hin, ohne Meter weite Wasserfontainen. Und dann sind da noch die Rückenschwimmer. Mehrfach hatte ich schon einen Kopf etwa auf Höhe meiner Hüfte direkt an meiner Hüfte. Und es war immer ein Männerkopf. Rückenschwimmen, einfach drauf los, und dann in mich reinschwimmen, und mich doof anschauen.

    Es sind wirklich immer Männer, die sich so krass rücksichtslos verhalten.

    Dort schwimmt übrigens öfters eine Frau die blind ist, mich also nicht sieht, weil sie es nicht kann, nicht weil sie sich gesagt hat, heiz ich mal rückwärts durchs Becken. Der passiert sowas nicht. Sie hat mich einmal beim schwimmen mit der Hand ganz sanft am Fuß berührt und sich dafür entschuldigt.

    Das ist so ein krasser Kontrast zu den Typen, die sich so daneben benehmen, und sich nicht mal entschuldigen.

    Wobei, doch, ein Mann hat sich sogar fürs in mich reinschwimmen entschuldigt. Der hatte sehr deutlich Migrationshintergrund und war noch deutlich jünger als ich.

    dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, (.......)

    ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch

    – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn – wenn ihr nicht NEIN sagt.

    (Wolfgang Borchert)

  • Ich habe noch eine Anmerkung zu den Bemerkungen einiger Userinnen hier, dass die Diskussion nicht zu akademisch oder wissenschaftlich sein sollte. Das ist natürlich völlig legitim, aber nach meiner Meinung führt das Ausblenden wissenschaftlicher Studien bei solch komplexen Themen wie dem Thema "Unterordnung der Frauen im Patriarchat" dazu, dass die eigentlichen Ursachen nicht gesehen werden, Maßnahmen für eine Verbesserung ins Leere laufen im Endeffekt patriarchale Probleme weiter gefestigt werden. Warum? Weil in unserer Gesellschaft die naheliegende Reaktion ist: Wir schieben die Verantwortung für die Unterdrückung immer den
    Unterdrückten zu. Sie sind diejenigen, die etwas ändern und etwas verbessern müssen, sie müssen sich nur etwas mehr anstrengen oder ein bisschen mehr "dies" sein und ein bisschen weniger "das". Aber wenn das möglich wäre, dann gäbe es ja gar keine Unterdrückung. Teil der Unterdrückung ist eben, dass es den unterdrückten Personen an Geld, Macht, Zeit u.s.w. fehlt, um das überhaupt umsetzen zu können. Das gleiche gilt für BiPoc, also rassistisch benachteiligte Gruppen.
    Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen, dass in unserer Gesellschaft Frauen durchschnittlich weniger Geld haben als Männer (Gender-Pay-Gap) und aufs Gesamtleben gerechnet noch viel weniger als die 16% Gehaltsunterschied (Gender-Lifetime-Earning-Gap). Sie haben weniger Freizeit (Gender-Leisure-Gap) und sind quasi in allen Branchen in Führungspositionen in der Minderheit. Und sie sind daran nicht selber Schuld, sie können das durch mehr Leistung nicht ändern. Wenn wir das nicht als Fakten akzeptieren und bei Diskussionen immer wieder hinterfragen und relativieren (z.B. durch anekdotische Gegenbeweise), dann diskutieren wir an den Problemen vorbei.

  • Nur hat ja hier im Thread niemand angezweifelt, dass Frauen strukturell benachteiligt werden. (Auch Mondschein hat das nicht getan.) Zu akademisch war die Diskussion nicht, weil auf Diskriminierung hingewiesen wurde. Sondern weil mit Fachbegriffen und Fremdwörtern um sich geworfen wurde, ohne diese zu erklären.

    Und herablassend war es, Mondschein englischsprachige Fachbegriffe in geballter Form um die Ohren zu hauen, ohne diese wenigstens zu übersetzen, und Mondschein anschließend süffisant zu fragen, ob sie davon schon einmal etwas gehört habe. Da war m.E. die Schwelle zum Mobbing erreicht.

    Das Leben ist schön. Von "einfach" war nie die Rede.

  • Auch nach meinem Eindruck bestreitet doch niemand, dass es Strukturen gibt, durch die Frauen - trotz rechtlicher Gleichberechtigung - in vielen Belangen benachteiligt werden.

    Aber über die Frage, wie man darauf einerseits als Einzelperson und andererseits der Staat durch Gesetze reagieren sollte und was das genaue Ziel einer Veränderung sein sollte, gehen die Meinungen teilweise auseinander. Und das ist ja auch okay so.

  • Auch nach meinem Eindruck bestreitet doch niemand, dass es Strukturen gibt, durch die Frauen - trotz rechtlicher Gleichberechtigung - in vielen Belangen benachteiligt werden.

    Mir sind extrem viele dieser Strukturen tatsächlich nicht bewusst (gewesen), deswegen bin ich froh über jeden Hinweis und jede Erklärung und jede Meta-Betrachtung. Das ist ja das Fatale: Man denkt so schnell auf den altbekannten Gleisen! Manches muss ich auch mehrmals von verschiedenen Seiten hören und lesen, bevor ich es verinnerliche. Und dann noch zweimal, um es anschließend holprig selbst jemandem erklären zu können...

  • Nur hat ja hier im Thread niemand angezweifelt, dass Frauen strukturell benachteiligt werden. (Auch Mondschein hat das nicht getan.) Zu akademisch war die Diskussion nicht, weil auf Diskriminierung hingewiesen wurde. Sondern weil mit Fachbegriffen und Fremdwörtern um sich geworfen wurde, ohne diese zu erklären.

    Und herablassend war es, Mondschein englischsprachige Fachbegriffe in geballter Form um die Ohren zu hauen, ohne diese wenigstens zu übersetzen, und Mondschein anschließend süffisant zu fragen, ob sie davon schon einmal etwas gehört habe. Da war m.E. die Schwelle zum Mobbing erreicht.

    Danke.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Und herablassend war es, Mondschein englischsprachige Fachbegriffe in geballter Form um die Ohren zu hauen, ohne diese wenigstens zu übersetzen, und Mondschein anschließend süffisant zu fragen, ob sie davon schon einmal etwas gehört habe. Da war m.E. die Schwelle zum Mobbing erreicht.

    „Gender-Pay-Gap“ ist inzwischen genauso geläufig wie „Mobbing“ - und wenn man sich nicht sicher ist, was es bedeutet, kann man es in einer Minute googeln. Hier zu behaupten, dass die Schwelle zum Mobbing erreicht wäre, ist entweder absichtlich total daneben, oder du kennst die Begrifflichkeit nicht wirklich, weil auch Mobbing für dich ein „englischsprachiger Fachbegriff“ ist.

  • Wenn ich den Begriff Mobbing google, dann komme ich ziemlich genau auf das, was hier abläuft. Und es ist ebenso typisch, das Userinnen, die sich deutlich dagegen positionieren, direkt eine überhebliche Antwort entgegen bekommen.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Ich denke, es ging Spinosa um diesen Beitrag hier:

    Mondschein Kennst Du den Gender-Leisure-Gap nicht (Freizeit-Gap)? Den Gender-Pay-Gap und den Gender-Lifetime-Earning-Gap auch nicht? Gender-Care-Gap, Gender-Role-Models, Gender-Representation-Gap? Nie gehört?

    Gibt zu allem belastbare Zahlen und sehr aussagekräftige Studien. Damit wird's klarer.

    Ich habe das tatsächlich auch als sehr herablassend, überheblich und belehrend empfunden.

    Übrigens kenne ich diese ganzen "Gaps" auch nicht alle, finde das auch nicht zwingend nötig und möchte trotzdem mitdiskutieren und nicht nur vom überlegenen Wissen anderer Userinnen "lernen" dürfen, die zumal meist ganz bestimmte Ansichten zu dem Thema haben, ohne auf eine solche Weise abgekanzelt zu werden.

    Was genau in diesem Zusammenhang "das" Problem oder "die" Lösung ist, kann sich ja auch nicht aus Studien ergeben und dazu kann es auch keine objektive, wissenschaftlich eruierbare Wahrheit geben.