Waldorfschulen / Anthroposophie - ein kritischer Thread

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  • Naja, aber das will doch gerade eine ganzheitliche Betrachtungsweise:

    Naja, aber da sind wir doch jetzt beim Punkt:

    Ganzheitliche Betrachtungsweise sagt: Das und das Bedürfnis hast Du und deshalb musst Du das und das machen.

    Bedürfnisorientiwrt sagt: Ich nehme ohne Vorannahme und Erwartungen wahr, welches Bedürfnis Du hast und gehe darauf ein.

    Wie geht das zusammen?

  • Naja, aber das will doch gerade eine ganzheitliche Betrachtungsweise:

    Nicht nur die kognitiven Fähigkeiten zu stärken, sondern auch die anderen Bereiche....

    Ich will hier niemanden zum "Explodieren" bringen...

    Ich sehe schon, es geht hier nicht um Auseinandersetzung sondern um??? Frust abladen?

    ich weiß ehrlich gesagt nicht was Du unter ganzheitlicher Betrachtungsweise verstehst. Was ist ganzheitlich?

    Wer definiert das? Da steckt dahinter dass irgendjemand definiert was zu ganzheitlich gehört. Und dann ist man eben ganz schnell bei den Defiziten. Statt sich auf die Stärken zu konzentrieren - deswegen auch mein Hinweis auf die positive Psychologie.

    Und deine letzten 2 Zeilen sind echt nett… gelingender Versuch jemanden zu diskreditieren oder aus der Diskussion zu schmeißen. Auch das sind die Waldorfvertreter wirklich geübt darin… gerade diejenigen, die die externe Kommunikation betreiben.

    Naja, aber das will doch gerade eine ganzheitliche Betrachtungsweise:

    Naja, aber da sind wir doch jetzt beim Punkt:

    Ganzheitliche Betrachtungsweise sagt: Das und das Bedürfnis hast Du und deshalb musst Du das und das machen.

    Bedürfnisorientiwrt sagt: Ich nehme ohne Vorannahme und Erwartungen wahr, welches Bedürfnis Du hast und gehe darauf ein.

    Wie geht das zusammen?

    PaulaGreen drückt das so viel besser aus als ich :)

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Da sagst du ein wahres Wort. Ich habe auch Probleme damit, etwas per se als Ganzes zu vertäfeln weil Aspekt X oder Y nicht in die eigene Philosophie passt.

    4 Jungs 2006-2013, 2 Hunde und 6 Schildis

    Für immer im #herz : Mani,Yaco,Emma, Fini,Bilbo und Dotti - meine allerbesten 4-Pfoten-Freunde #kerze

    Wir sehen uns irgendwann wieder #herzen


    Eines Tages werde wir alle sterben - aber an allen anderen Tagen nicht #sonne

  • Danke, das Du auf meine Frage eingehst.

    Einige der Beispiele, die Du aufzeigt, sind für mich genauso unerklärlich wie das Waldorf Thema. Z.B. wie man mit dem heutigen Wissen - ganz unabhängig von dem individuellen Glauben - noch Mitglied der rk Kirche sein kann.

    Letztendlich sind das ja alles kognitive Dissonanzen, deren Überbrückung wir alle durch , wie Du es richtig beschrieben hast, Kompromisse bewältigen müssen.

    Für mich sind die von Dir beschriebenen Beispiele unterschiedlich große und tiefe Dissonanzen - bei einigen kann ich nachvollziehen, dass man die zusammenbringt, bei anderen erlebe ich die Dissonanzen als so unvereinbar (also z.B. Waldorf und Bedürfnisorientierung), dass ich es weder kognitiv noch emotional nachvollziehen kann.

  • Und was ist, wenn es das Kind möchte?

    So es denn wirklich das Kind möchte (und das ganze nicht eigentlich die Motivation der Mutter, des Vaters, der Oma.... Ist), wird es das vermutlich eigenständig tun...

    Um dann ganz massiv in der waldorfeinrichtung davon abgehalten zu werden

    Wie gut kennst du denn die waldorfszene?

    Ich Kenne so viele Kinder die zurückgestellt wurden weil sie noch nicht sieben waren. Und ja das hat system

    Meine Schwester wurde mit 5 eingeschult, obwohl meine Eltern beide Anthros sind und sie/wir in einen Waldorfkindergarten gegangen ist. Sie war einfach schon schulreif ... ihre große Tochter ist auch schon mit 5 eingeschult worden. Bei ihrer jüngsten haben sie eine Rückstellung überlegt. Ich denke, dass sind einfach individuelle Erfahrungen und kann man nicht verallgemeinern.

    Mein Vater ist übrigens extremer Impfbeführtworter und hat während Corona wirklich harte Überzeugungsabreit in seinem Umfeld geleistet.

    In Waldikreisen ist Schwurbel eindeutige häufiger vertreten. Ich weiß noch, dass ich als Kind immer dachte im Goetheanum würden Hexen und Zauberer leben.

    Gerade die Familie meines Vater ist sehr in der Antroprosophie verwoben. Mein Großvater (habe ich nie kennen gelernt) kannte wohl auch Herr Steiner persönlich. Es sind (fast) alle sehr liebe offene Menschen, die aber schon zum Teil sehr abenteuerliche Ansichten zu Kindesentwicklung haben.

    Ich konnte aber mit jeden darüber diskutieren. Allerdings kenne ich mich selber nicht wirklich mit Steiner aus, weil es mich sehr wenig interessiert hat.

    Aus meiner persönlichen Erfahrung, teile ich die Auffassung , dass Kinder die ADHS haben, sehr schlecht in das Schulprinzip passen. Meine beste Freundin ADHS und HB, hat nur knapp ihre Mittlere Reife bekommen, obwohl sie so so viel Potential hatte.

    Ich merke, dass ich ganz viel wunderbar an der Schule fand (Werken, Schmieden, malen, meine Klassengeschmeinschaft) und ganz viel aber auch nicht (mein Chemieunterricht war ein Witz, Aufklärungsunterricht war faktisch nicht vorhanden).

    Ich habe in der Oberstufe gewechselt, weil ich mein Abi mit Bio und Chemieschwerpunkt machen wollte und das war an meiner Schule nicht möglich.

    Meine Tochter wird keine Waldorfschule oder Kindergarten besuchen.

    Um Steiner/ Rassismus habe ich mir da keine Gedanken gemacht, weil ich das aus meinem Umfeld gar nicht kenne. Meine Eltern waren immer sehr darauf bedacht, mit uns über diese Themen zu reden und in unserer Klasse wurde das auch viel aufgearbeitet.

    Mir ist das ganze einfach viel zu christlich. Das möchte ich nicht für mein Kind. FÜR MICH fällt das in die gleiche abstruse Welt wie die Anthroposophie. Mir fehlt für beides wohl da religiöse Gen und kann es ehrlich schlecht nachvollziehen l.

  • Und ich vermute, dass das sehr viel Unwissen dabei ist, weil von außen betrachtet das ja alles so schön aussieht.

    Wirklich rein sieht man halt nur wenn man sich damit beschäftigt, oder wenn es einen selbst negativ erwischt.

    Ist ja auch nett - so eine einheitliche Schulgemeinschaft, die gegen die böse Welt da draußen steht. Kritisch wird’s halt, wenn das eigene Kind da nicht reinpasst oder das eigene Weltbild zu viel Dissonanzen erfährt.

    Gleiches für die Medizin. Das Krankenhaus das ich ganz gut kenne - wunderschöne Atmosphäre, Umgang top, Pflege top. Aber ehrlich, mir wäre es lieber, die Person, hätte es überlebt (nicht zu verschweigen, die anderen Fälle, die ich da erleben durfte) als dass der Umgang nett gewesen wäre.

    NUR… das sieht man von außen. Die Leute im System meinen immer noch das hat bzw. Hatte alles seine Richtigkeit.

    Grüße von Claraluna

    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Merkst du eigentlich wieviel Wertung schon in deinem Text steckt?

    Sie rieten ihn mit anderweitig zu fördern…

    Ich merke es nicht nur, sondern habe es absichtlich so geschrieben als Antwort auf die Frage, was passiert, wenn ein Kind liest und rechnet, bevor das offiziellerweise dran ist. Es wurde geschaut, was das Kind denn außerdem interessiert und weiterbringt. Lesen konnte es zuhause.

    Außerdem werde ich nicht im öffentlich lesbaren Bereich die Diagnosen dieses Kindes ausschreiben. Mit Anmeldung findest Du sie im Forum an vielen Stellen. Diese Waldorfkita war die erste Stelle, welche mich darauf hinwies, dass das Kind etwas bestimmtes haben könnte - erst acht Jahre später wurde dieser Verdacht fachgerecht bestätigt. Schaut man dann, welches Vorgehen bei intelligenten Kindern mit diesen Diagnosen empfohlen wird, dann war diese Kita ziemlich nah am Optimum. Gefeiert haben sie ihn für seinen Möhrensalat, so gut konnte den kein anderes Kind machen.

  • Sorry Tobin… genau christlich ist das nicht… sondern… tja.. keine Ahnung Sekte.

    Wenn man an keine "höhere Macht" glaubt, ist beides sehr abenteuerlich, was da vermittelt wird und es werden die christliches Feste sehr stark zelebriert. Da möchte ich einfach nicht, durch ein Schule.

  • Sorry Tobin… genau christlich ist das nicht… sondern… tja.. keine Ahnung Sekte.

    Ich sehe das inzwischen auch so.

    Meine Beschäftigung mit Waldorf rührt daher, dass meine Schwiegereltern offenbarvziemich überzeugte Antros sind obwohm sie das nicht offen sagen und seltsamerweise nach einem grandios schiefgegangen und daraufhin abgebrochenn Waldorfschulbesuch meines Mannes rein gar nichts mehr offen darüber beigebracht haben. Ich merke aber immer mal wieder, dass da aus heiterem Himmel plötzlich Themen auftauchen, die ich inzwischen einordnen kann seitdem ich mich mit Steiner und Waldorfschule beschäftigt habe.

    Ganz ganz schlimm finde ich immer wieder, dass Waldorf- und Montessorischulen oft zusammen genannt werden. Dazwischen liegen Welten.

  • Und deine letzten 2 Zeilen sind echt nett… gelingender Versuch jemanden zu diskreditieren oder aus der Diskussion zu schmeißen. Auch das sind die Waldorfvertreter wirklich geübt darin… gerade diejenigen, die die externe Kommunikation betreiben.

    Das passiert doch gerade genau umgekehrt: Die wenigen Waldörflerinnen hier im Thread, die freundlich und reflektiert ihre Sichtweise darlegen werden von der deutlichen Mehrheit der Kritikerinnen z.T. übel angegangen, sollen sich rechtfertigen, ihre Aussagen werden zerpflückt, persönliche Erfahrungen (!) schlechtgemacht z.B. von Silbermöwe , und z.T. anscheinend absichtlich missverstanden, sie werden mit irgendwelchen anderen Leuten in einen Topf geworfen, die Krebsmedikamente ablehnen...für mich sieht das aus wie gemeinsames Fertigmachen von andersdenkenden Minderheiten. Ohne inhaltlichen Sinn. Das entwickelt sich hier richtig unangenehm, finde ich und hat m.E. schon Mobbingqualitäten. Wozu ist das denn gut? Die o.g. Fragen von @Happy dazu habe ich mir auch gestellt.

    Vorher hier als Suzanne unterwegs #blume

    Im Forum seit dem 13.10.2008

  • Sorry Tobin… genau christlich ist das nicht… sondern… tja.. keine Ahnung Sekte.

    Wenn man an keine "höhere Macht" glaubt, ist beides sehr abenteuerlich, was da vermittelt wird und es werden die christliches Feste sehr stark zelebriert. Da möchte ich einfach nicht, durch ein Schule.

    Findest Du? WEnn ich mir anschaue, was da in der Atlantis Forschung erzählt wird, von Mondbrüllern bis zu Auralesern, Elfen, Klabautermännern, scheint mir das Christentum auf etwas gefestigteren und vor allem nachvollziehbareren Grundsteinen zu stehen

    Grüße von Claraluna

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  • Und deine letzten 2 Zeilen sind echt nett… gelingender Versuch jemanden zu diskreditieren oder aus der Diskussion zu schmeißen. Auch das sind die Waldorfvertreter wirklich geübt darin… gerade diejenigen, die die externe Kommunikation betreiben.

    Das passiert doch gerade genau umgekehrt: Die wenigen Waldörflerinnen hier im Thread, die freundlich und reflektiert ihre Sichtweise darlegen werden von der deutlichen Mehrheit der Kritikerinnen z.T. übel angegangen, sollen sich rechtfertigen, ihre Aussagen werden zerpflückt, persönliche Erfahrungen (!) schlechtgemacht z.B. von Silbermöwe , und z.T. anscheinend absichtlich missverstanden, sie werden mit irgendwelchen anderen Leuten in einen Topf geworfen, die Krebsmedikamente ablehnen...für mich sieht das aus wie gemeinsames Fertigmachen von andersdenkenden Minderheiten. Ohne inhaltlichen Sinn. Das entwickelt sich hier richtig unangenehm, finde ich und hat m.E. schon Mobbingqualitäten. Wozu ist das denn gut? Die o.g. Fragen von @Happy dazu habe ich mir auch gestellt.

    Du ziehst da jetzt einen Satz von mir raus um das da oben zu schreiben? Und unterstellst dann Mobbing?

    Ich merke an dem was Du schreibst, dass Du dich mit dem Thema wohl nicht auskennst, sonst hättest Du da oben die Krebsmedikamente nicht zitiert. Krankheit in der Antroposohie zum Beispiel.

    Hier sind keine Waldörfler die ihre Sicht darlegen, auf das könnte man ja rational eingehen, sondern - was hier auch getan wird…. Wo mobbe ich denn bitte?

    Weil D hier noch Silbermöwe zitiert hast - ich glaub ihr natürlich, dass sie mit der Einrichtung glücklich war. Bleibe trotzdem dabei, dass ihr Text zeigt, dass Defizite gesehen werden und nicht die Stärken. Auf das gehst Du leider gar nichts in oder auf PaulaGreens viel freundlichere und faktenbasierte Frqgen zum Thema bedürfnisorientiertung.

    Mobben will ich hier niemand. Kam an. Ich halte mich zurück.

    Grüße von Claraluna

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  • Ach und doch eines noch… das ganze heißt ein kritischer Thread…

    Ich hätte hier eigentlich schon gedacht, dass das ein Ort ist, wo ich den Scheiß edit… extrem negativ und belastende Erlebnisse den ich damit erlebt habe teilen kann.

    Grüße von Claraluna

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  • Ich denke schon, dass man als bedürfnisorientierte Eltern eine Waldorfeinrichtung wählen kann und sich da wohlfühlen kann und sich da engagieren kann, warum nicht?

    Mir wäre es nix, aber das muss ja nicht für alle zutreffen.

    Ich finde aber auch, dass man katholisch und Feministin sein kann.

    Jeder, der irgendwo Mitglied ist, vertritt einen Teil der Werte und Vorstellungen dieser Weltanschauung und einen Teil eben nicht. Die Frage ist, ob einen der andere Teil so abschreckt, dass man ihn nicht aushalten kann. Und wenn eben die speziellen Waldorfeinrichtungen in denen man aktiv ist, eher bedürfnisorientiert sind, warum soll es dann nicht gehen?

  • Der Thread heißt ja nun schon "ein kritischer Thread" und wurde gestartet, um eben nicht den Thread zur Waldorfschule zu sprengen und sich trotzdem kritisch austauschen zu können. Ich denke Stimmen von Waldorfeltern sind natürlich trotzdem gern gehört aber es ist dann vielleicht nicht so überraschend wenn dann Gegenwind kommt?

  • Sorry Tobin… genau christlich ist das nicht… sondern… tja.. keine Ahnung Sekte.

    Wenn man an keine "höhere Macht" glaubt, ist beides sehr abenteuerlich, was da vermittelt wird und es werden die christliches Feste sehr stark zelebriert. Da möchte ich einfach nicht, durch ein Schule.

    Findest Du? WEnn ich mir anschaue, was da in der Atlantis Forschung erzählt wird, von Mondbrüllern bis zu Auralesern, Elfen, Klabautermännern, scheint mir das Christentum auf etwas gefestigteren und vor allem nachvollziehbareren Grundsteinen zu stehen

    In meiner Gefühlswelt ist das tatsächlich auf der gleichen Ebene einzuordnen. Also Atlantis ist für mich gleich "real" wie Gott.

  • Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es hier um Austausch geht, sondern eher um Bashing.

    Wenn man hier liest, gewinnt man ja den Eindruck, dass sowohl in der Schulmedizin als auch im normalen Schulsystem alles wunderbar ist. Das hab ich so schon lange nicht mehr gelesen 😀

    Ich habe da eher sehr differenzierte Erfahrungen gemacht und denke, es hängt wie überall von einzelnen Personen mehr ab als vom System.

    Ich kenne wenig Waldorfschüler und die haben fast alle Abitur, und deren Eltern sind nicht besonders anthroposophisch.

    Ich halte Waldorf für eine Nische, ich glaube, der Einfluss ist gesamtgesellschaftlich eher gering…

    Und Privatschulen müssen doch eigentlich auch einkommensschwache Kinder aufnehmen? Das wird doch bei Waldorf nicht anders sein, oder? Die werden doch irgendwie auch staatlich unterstützt oder bezuschusst.

  • Mir ist nach wie vor schleierhaft, wie Waldorf Befürworter diese Ideologie mit den Werten dieses Forum vereinbaren können.

    Und deine letzten 2 Zeilen sind echt nett… gelingender Versuch jemanden zu diskreditieren oder aus der Diskussion zu schmeißen.

    Ja, vermutlich bin ich hier im Forum nicht richtig ☹️

    u.a. eine enge Freundin von mir, die ihn über eine ganz andere Ecke kennt und zu der Zeit immunsupremiert war.

    Das tut mir sehr leid. Ich bin ja selbst zu Corona Zeit Krebskrank geworden und kann das gut nachvollziehen.

    Anthroposophie hat ein Grundmisstrauen gegenüber evidenzbasierter Medizin.

    Das sehe ich nicht so. Anthroposophische Medizin sieht sich immer als ein "zusätzliches Angebot" zur Schulmedizin.

  • Danke, das Du auf meine Frage eingehst.

    Einige der Beispiele, die Du aufzeigt, sind für mich genauso unerklärlich wie das Waldorf Thema. Z.B. wie man mit dem heutigen Wissen - ganz unabhängig von dem individuellen Glauben - noch Mitglied der rk Kirche sein kann.

    Letztendlich sind das ja alles kognitive Dissonanzen, deren Überbrückung wir alle durch , wie Du es richtig beschrieben hast, Kompromisse bewältigen müssen.

    Für mich sind die von Dir beschriebenen Beispiele unterschiedlich große und tiefe Dissonanzen - bei einigen kann ich nachvollziehen, dass man die zusammenbringt, bei anderen erlebe ich die Dissonanzen als so unvereinbar (also z.B. Waldorf und Bedürfnisorientierung), dass ich es weder kognitiv noch emotional nachvollziehen kann.

    Ich denke dass das persönliche Erleben auch eine große Rolle spielt. Wenn du selbst vielleicht deine eigene Schulzeit eher blöd fandest und dann auf recht patente, freundliche Waldorfpädagog:innen triffst, die dir sagen, dass sie mit dir zusammenarbeiten wollen und dir ziemlich interessant und für Laien erst einmal plausibel begründet etwas über Wladirfpädagogik erzählst, kommst du gar nicht darauf, dass das nicht für alle Kinder passen könnte. Und wenn dein Kind da gut reinpasst, wirst du es vielleicht nie merken. Dann hast du nie eine Dissonanz, die du überwinden musst. Wenn du den Kram mit den Entwicklungsstufen glaubst, natürlich auch nicht.

    Nach dem, was mir meine Eltern aus ihrer Schulzeit erzählt haben, sind sie da sehr viel weniger "gesehen" worden als wir in der Waldorfschule. Obwohl es zwei ganz unterschiedliche Schulen waren (ein altsprachliches Jungs-Gymnasium und eine Gesamtschule).

    Bei uns war es definitiv so, dass man anthroposophische Ideologie nur an wenigen Ecken wirklich bemerkte, und auch dann nur, wenn man sich dafür interessierte. Atlantis kam nicht vor, zu den rassistischen Äußerungen von Steiner gab es Anfang der 2000er mal eine mehr oder minder kritische Ausstellung / Auseinandersetzung, Überlegungen zu Temperamenten oder ähnlichem kamen vielleicht ein- oder zweimal vor, wir haben echt viele coole Sachen gemacht, die och auf einer staatlichen Schule höchstwahrscheinlich nicht gemacht hätte. Die Schwierigkeiten mit Mobbing hätte ich anderswo genauso haben können, die Menge des Schulstoffs wäre vielleicht stellenweise größer gewesen, aber nicht hinreichend. #weissnicht

    Andere Waldorfschulen sind ganz anders und würde ich nicht geschenkt besuchen wollen. #weissnicht

    Ganz ganz schlimm finde ich immer wieder, dass Waldorf- und Montessorischulen oft zusammen genannt werden. Dazwischen liegen Welten.

    Ja, das ist echt immer so ein Zeichen von kompletter Ahnungslosigkeit.