Waldorfschulen / Anthroposophie - ein kritischer Thread

Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
  • Ich halte Waldorf für eine Nische, ich glaube, der Einfluss ist gesamtgesellschaftlich eher gering…

    das glaube ich inzwischen nicht mehr. Es ist viel mehr Waldorf drin wo man gar nicht weiß. Oder war euch klar, dass die Kampagne "Bildschirmfrei bis 3" oder wie die heißt ebenfalls von da kommt? Und deren Beispiele gibt es durchaus einige.


    Anthroposophie hat ein Grundmisstrauen gegenüber evidenzbasierter Medizin.

    Das sehe ich nicht so. Anthroposophische Medizin sieht sich immer als ein "zusätzliches Angebot" zur Schulmedizin.

    sie basiert aber halt auf ausgedachtem ohne wissenschaftlichen Hintergrund.



    Und weil grad noch mal das aufkam, dass wir so tun als wäre im Schulsystem und in der Schulmedizin (schrecklicher Begriff übrigens) alles supi. Wieder Whataboutism.

  • Und Privatschulen müssen doch eigentlich auch einkommensschwache Kinder aufnehmen? Das wird doch bei Waldorf nicht anders sein, oder? Die werden doch irgendwie auch staatlich unterstützt oder bezuschusst.

    Ja.


    Sie bekommen je nach Bundesland so um die 85% dessen, was staatliche Schulen bekommen, der Rest muss über Beiträge, Elternarbeit und Spenden etc. finanziert werden.


    Privatschulen dürfen niemanden aufgrund der finanziellen Situation ausschließen. De facto gibt es sicherlich eine Vorauswahl darüber, wer überhaupt daran denkt, sein Kind auf so eine Schule zu schicken. Bei Waldorfs muss man sich dann der Beitragskommission stellen, das ist so eine Art Jobcenter von und für Eltern, nur krasser. Also du musst sich finanziell nackig machen und dann noch erklären, warum Großeltern und Onkel und Tante nichts beitragen können.


    Quelle: mein Vater war lange in der Beitragskommission unserer Schule und sehr stolz darauf, dass am Ende kein Kind beitragsfrei auf die Schule ging.


    Ich fand das immer ein bisschen fragwürdig, aber mein Vater ist kein Anthro, sondern - bei aller Liebe - in so mancher Hinsicht ein waschechter Boomer.

  • Und weil grad noch mal das aufkam, dass wir so tun als wäre im Schulsystem und in der Schulmedizin (schrecklicher Begriff übrigens) alles supi. Wieder Whataboutism.

    Ja. Weil das hat ja nun wirklich niemand behauptet, ist ja auch kein Thread über kritische Sichtweisen zur Schulmedizin, sondern es ging halt um die anthroposophische Medizin.

  • Das sehe ich nicht so. Anthroposophische Medizin sieht sich immer als ein "zusätzliches Angebot" zur Schulmedizin.

    Aus eigenem Erleben: Oft ja, immer nein. Ich habe z.B. persönlich schon erlebt, dass von einer anthroposophischen Medizinerin abgeraten wurde von:


    Impfungen

    Bauchspiegelung bei Verdacht auf Endometriose

    Genauere Abklärung bei Verdacht auf Thrombose


    Jeweils mit der Idee, dass das mehr schadet als hilft obwohl die Evidenz in allen drei Fällen zu den Behandlungen rät. Das ist kein ergänzendes Angebot mehr.

  • Anthroposophie hat ein Grundmisstrauen gegenüber evidenzbasierter Medizin.

    Das sehe ich nicht so. Anthroposophische Medizin sieht sich immer als ein "zusätzliches Angebot" zur Schulmedizin.

    ????? Nein so sieht sie sich ganz bestimmt nicht.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Also, wie hier über Demeter hergezogen wird, das steht wirklich in keinem Verhältnis zum Tatsächlichen.

    Die Böden sind besser als bei allen anderen Formen von Bio.


    Und auch die Tierhaltung ist deutlich tiergerechter.

    Wir haben in der Landwirtschaft ein echtes Antibiotikaproblem, es gibt immer mehr Resistenzen.

    Das ist eine der größten Herausforderungen in der Zukunft.


    Da kaufe ich doch lieber Demeterprodukte.


    Ich frage mich auch, wem mit der Herstellung von Demeterprodukten ein Schaden entsteht. Es gibt ja auch besonders Wasser, Mondscheinäpfel, und was sonst noch außerhalb von Demeter.


    Und es wurde hier schon sehr oft betont, wie individuell das staatliche Schulsystem im Vergleich zu Waldorf ist und auch die staatlichen Kindergärten.

    Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht.


    Und wie man Silbermöwes Beitrag so schlechtreden kann, das fand ich extrem unfair. Für ihr Kind war dieser Kindergarten scheinbar ein großer Glücksfall.


    Aber gut, hier schreiben vielleicht zehn oder maximal zwanzig Userinnen, die sich gegenseitig aufschaukeln, das spiegelt ganz sicher nicht die Meinung des ganzen Forums wieder.

    Auch wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass man , wenn man nicht ganz so kritisch ist, allein dasteht.


    Gerade Weleda wird hier im Forum ja öfter mal empfohlen.

  • und wieder, nur weil es andern Hokuspokus gibt heißt es doch nicht, dass der mit Demeter irgendwie normal und ok ist. Natürlich ist belebtes Wasser auch totaler Quatsch (Gruß an die Quarks Science Cops).

  • Also ich vermeides es Demeter-Produkte zu kaufen und Weleda sowieso. Genauso wie ich nichts von Homöopathie-Herstellern kaufe und ganz sicher nicht zu einem Anthroposophischen Arzt.

  • Ich habe mal ein Beispiel aus dem Leben meiner Kinder:


    Mein Sohn hat ja ADS und einen sehr niedrigen IQ. Das war beim lernen natürlich sehr hinderlich.

    Die Lösung waren in unserem Fall dann tatsächlich Medikamente, für deren Dosierung wir auf die Zusammenarbeit mit der Schule angewiesen waren.


    Wäre das mit einer Waldorfschule möglich gewesen?

    Meines Wissens wohl nicht, und das finde ich schon ein Problem.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Deshalb ist aber der Biostandard nicht schlechter.


    Demeter hat nun mal die strengsten Bestimmungen fürs Tierwohl aller Siegel.


    Und eben auch für den Boden und die CO2-Speicherung ist Demeter von Vorteil.

  • Hm, das finde ich jetzt aber schon sehr spekulativ.


    Käme sicherlich auf die Schule an.


    Eine Klassenkameradin hat übrigens tatsächlich mal ein Referat über den Einfluss von irgendwas auf Wasser gehalten, das fand ich tatsächlich relativ unseriös und fand es seltsam, dass unser promovierte Bio- und Chemielehrer das nicht stärker hinterfragt hat.

  • Wäre das mit einer Waldorfschule möglich gewesen?

    Meines Wissens wohl nicht, und das finde ich schon ein Problem.

    Ähm doch. Das ist doch reine Spekulation. Schreibt doch bitte von euren tatsächlichen Erfahrungen. Ich kann gut verstehen, dass jemand wie PaulaGreen nichts mehr mit Waldorfs zu tun haben möchte nach der Erfahrung mit dem Kindergarten. Aber vieles geht hier doch gerade wild durcheinander.


    Ich find das ehrlich gesagt schade, dass ich gerade das Gefühl habe, dass es nur das Pro-Waldorf und Contra-Waldorf Lager zu geben scheint und nichts dazwischen. Ich sehe durchaus einiges kritisch an Waldorfschulen und hab mein Kind trotzdem auf einer. Ja, das geht.

  • Ich halte Waldorf für eine Nische, ich glaube, der Einfluss ist gesamtgesellschaftlich eher gering…

    das glaube ich inzwischen nicht mehr. Es ist viel mehr Waldorf drin wo man gar nicht weiß. Oder war euch klar, dass die Kampagne "Bildschirmfrei bis 3" oder wie die heißt ebenfalls von da kommt? Und deren Beispiele gibt es durchaus einige.

    Ich auch nicht. Auch auf der persönlichen Ebene - da läuft so vieles so subtil und Erwachsene, die durch dieses System geprägt wurden, verstehen nicht mal, dass da Dinge anders gelaufen sind als außerhalb der Waldof Bubble und woher bestimmte Einstellungen eigentlich kommen. Wie gesagt, hier ploppt da immer mal wieder etwas wie aus dem Nichts auf, was extrem vehement verteidigt wird und vollkommen irrational ist. Märchen sind da ein eigentlich recht harmloses Thema, ebenso welche Puppen und Kuscheltiere akzeptabel waren. Aber eben z.B. auch diese Ablehnung von Medikamenten und Arztbesuchen. Glückwunschschreiben enthalten immer wieder seltsame Formulierungen, die ich auch erst mal einzuordnen lernen musste. Die Vorstellung zum Thema Glauben und Christentum ist auch einfach ganz ganz seltsam, was bei uns z.B. Einfluss auf das Weihnachtsfest hat. Kirche wird extrem runtergemacht (wobei da vermutlich noch etwas anderes reinspielt). Wir sagen auch einen Spruch zum Essen, von dem ich inzwischen weiß, dass er aus dem Waldorf-System kommt.


    Es gibt wirklich einfach Gründe dafür, warum bestimmte Einstellungen in der Waldorf-Community deutlich weiter verbreitet sind als außerhalb.


    Mir war einiges auch schon vor dem Waldorf-Salat-Podcast bewusst - aber der verstärkt das Unbehagen frag noch mal deutlicher. Mir war z.B. vieles bzgl. Demeter oder Weleda vorher auch nicht so klar.

  • Es schrieb hier jemand, eine Demeterkuh bekäme kein Antibiotikum, wenn notwendig.

    Das ist nicht wahr, nur der vorbeugende Einsatz ist nicht erlaubt und das ist auch sehr sinnvoll.


    Tiergesundheit bei Demeter | Demeter
    Für uns steht Gesunderhaltung durch geeignete Haltungsbedingungen an erste Stelle. Im Krankheitsfall heißt das für uns: Das Tier so schonend wie möglich zu…
    www.demeter.de


    Impfungen sind auch erlaubt.


    Ich bin übrigens kein Waldorfbefürworter.

    Aber dieser Thread hier hat für mich mit konstruktiver Kritik nichts zu tun. Es ist eher so, dass alles schlecht gemacht wird und extrem negativ dargestellt wird, siehe das Beispiel mit dem Ritalin.

  • Grundverständnis wo die Nahrung her kommt? Mit Kackhörnchen und Zauberei bei der Landwirtschaft? Ne wenn dann bitte richtig ohne Hokuspokus. Ich kauf mittlerweile keine Demeterprodukte mehr.

    Ich war Waldorfschülerin und bin Waldorfmutter, aber ich hatte noch nie von diesem Hokuspokus gehört , bis ich vor kurzem die Doku über Demeter in der Mediathek sah.


    Welche FWS verpflichtet denn noch Demeter?

    Die Landwirtschaftspraktika finden auf Demterhöfen statt. Zumindest bei den Waldörflern die ich kenne.

    War bei uns nicht so. Die einzige Vorgabe war, dass es möglichst Bio sein sollte, aber auch das war kein Muss. Berufsoraktikum und Sozialpraktikum sucht man sich auch selber .


    Aber es geht ja hier um Kritik. Und ich gehöre (inzwischen) zu den Leuten, die ihr Kind trotz der Esoterik da hin schicken. Und zwar in etwa aus den Gründen die Susan Sto Helit als positive Aspekte oben schreibt. Da nennt sie so ziemlich alles das was ich auch gut finde.


    Als Schülerin fand ich dieses Denken von oben herab ganz schrecklich, dass Waldorfs meinen, sie wären war besseres. Ich habe es nie so empfunden, für mich hatte schon immer alles Vor-und Nachteile.

    Und ganz schlimm, bis heute, das Gemecker über Staatsschulen (das ist dort wie ein Schimpfwort) .


    Ich hatte dann eine Weile gar keine Lust auf Waldorfschule und fand bei beiden Kindern jeweils die Grundschule in der Nähe besser. Die Entscheidung beim 2. Kind pro Waldorfschule war eine ganz individuelle, weil die weiterführenden Schulen in der Nähe die schlechtere Wahl gewesen wären (in meinen Augen, für dieses spezielle Kind).


    Ich habe meine Schulzeit aber geliebt und bin bis heute mit den damaligen Klassenkameraden verbunden. Und ich freue mich sehr über die ein oder andere handwerkliche Fähigkeit, die ich damals gelernt habe.


    Ich könnte richtig viel Gutes über meine Zeit in der Waldorfschule schreiben, aber trotzdem verstehe ich einige der Kritikpunkte und teile sie auch.

  • Ich habe auch den Eindruck, mal versucht hier in Teilen Waldorf, Homöopathie oder Antroposophie als das Böse zu enttarnen und eine irgendwie gefährliche Ideologie.

    Ich kenne einen Haufen christlicher Schulen, die einfach nur gute Arbeit machen und solche, da zieht es mir bei den vermittelten Lehren die Schuhe aus- dann deshalb über alle christlichen Schulen schlecht zu urteilen und meine Skepsis an der Religion über sie auszuschütten ist mit zu kurz gedacht und wird den tatsächlichen Gegebenheiten nicht gerecht.

    Elfen und Märchen gibt es nicht, ob Gott existiert ist auch nicht bewiesen und Glaube an was auch immer beruht regelmäßig nicht auf Fakten. Wer bin ich, mir da eine Sache herauszupicken und wiederholt festzustellen, dass das nun Schrott sei und nicht stimmt und so weiter…

    Leben und Leben lassen

    Eine extreme Wissenschaftsgläubigkeit kann übrigens auch in die Hose gehen.

    4 Jungs 2006-2013, 2 Hunde und 6 Schildis


    Für immer im #herz : Mani,Yaco,Emma, Fini,Bilbo und Dotti - meine allerbesten 4-Pfoten-Freunde #kerze

    Wir sehen uns irgendwann wieder #herzen


    Eines Tages werde wir alle sterben - aber an allen anderen Tagen nicht #sonne

  • Ich finde hier im Thread übrigens sehr unschön, dass man Waldorfschüler quasi als gehirngewaschen darstellt. Wie kommt ihr (ich hab jetzt nicht im Kopf, wer das genau angedeutet hat - kann aber gerne nochmal nachgucken, wenn es interessiert) darauf?