Waldorfschulen / Anthroposophie - ein kritischer Thread

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  • In Waldorfschulen gibt es das Fach Religion nicht

    doch. Es gibt konfessionellen Religionsunterricht, wenn die ortsansässigen Gemeinden wen in die Schulen schicken, und es gibt überkonfessionellen Religionsunterricht für diejenigen, welche nicht im konfessionellen Unterricht sitzen. Es gibt auch die Möglichkeit für Eltern, das eigene Kind von beidem befreien zu lassen.

    Trotzdem sind die Inhalte des alten Testaments auch Teil des Hauptunterrichts, genau so wie die Sagen aus der Edda, griechische Mythologie oder was man aus dem alten Persien an Mythen noch rekonstruieren kann. Den Religionssunterricht gibt es zusätzlich.

  • Das wurde auch schon geschrieben, aber zum Thema gute waldorfschulen: grundlegend zu kritisieren ist eine Struktur, hier die waldorfpädogik, die sich per definitionem der Überarbeitung, Weiterentwicklung und der Auseinandersetzung mit Kritik entzieht. Wenn dann irgendwer auf der Basis doch toll unterrichtet ist das für mich der geistliche der tolle Kirche für Kinder anbietet und dennoch ist da die Institution Kirche die sich der Aufarbeitung systematischer misshandlung und missbrauch an Kindern entzieht bzw. versucht zu entziehen.

    Der Unterschied ist nur: die Missbräuche liegen nicht in der kirchlichen Grundfeste (aka Glaubensgrundsätze) begründet, sondern wurden durch die Strukturen geschützt, wenn sie passierten. Viele, sehr viele Menschen machen wegen dieser Glaubensätze gute Kirche - bei Waldorf ist mein Eindruck der umgekehrte: viele engagierte Menschen machen trotz der Grundsätze gute Schule.


    Da bin ich ehrlich: das erstere ist mir deutlich sympathischer. Immer noch.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ch will die Theorien oder Ansätze von Waldorf jetzt gar nicht groß verteidigen - aber die Geschichten aus der Bibel werden in religiösen Schulen eben nicht als Glauben sondern als „das ist so“ dargestellt,

    Von welcher "religiösen" Schule redest Du?

    Leider gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl fundamentalistischer Bekenntnisschulen. Das hat nichts, nicht im entferntesten,

    mit den katholischen Gymnasien meiner Jugend zu tun.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • In Waldorfschulen gibt es das Fach Religion nicht, auch nicht ein Fach "Mythen" oder so. Sondern es werden die Mythen verschiedener Kulturkreise einfach zusammen mit historischen Begebenheiten und Naturgesetzen behandelt. Inwieweit den Kindern dann trotzdem klar ist, dass das eine Weltanschauung und das andere (Natur-) wissenschaft ist, hängt vom Talent und Engagement der jeweiligen Lehrkraft ab.


    Das ist ein himmelweiter Unterschied.

    Doch, das Fach gibt es durchaus, sogar in unterschiedliche Religionen unterteilt.

  • Da täuscht Du Dich, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Da wurde sehr viel sehr kritisch, auch mit den Ordensschwestern, die gleichzeitig Schulträger waren, diskutiert.


    Die katholische Kirche ist unglaublich bunt und vielfältig und bietet ungeahnte Freiräume die neben strukturellen, machtmissbräuchlichen Strukturen stehen.


    Ich finde, man kann ohne Probleme als Atheist seine Kinder auf eine katholische Schule schicken ohne dass diese indoktriniertes werden und erklärt wird „steht so in der Bibel. Ist so“. Auf evangelische auch.

  • Ja, von denen sollte man die Finger lassen. Ich kenne hier in der weiteren Umgebung allerdings nur ein staatlich anerkanntes bei dem das so ist. Das gehört zum Opus Dei, Finger weg!

  • In Waldorfschulen gibt es das Fach Religion nicht,

    Doch, gibt es - ich kenne es aus Erzählungen von Eltern, die ihre Kinder in Walldorfschulen hatten.

    Echt, das gibt's auch? Ich hatte mir mit meinem Sohn zusammen vor ein paar Jahren eine Waldorfschule angeschaut, weil ich aus Gründen damals vermutet hatte, dass diese Schule für genau dieses Kind passen könnte. (Ich halte es auch jetzt noch für möglich, dass es gepasst hätte. Aber das Schulgeld hat uns dann doch abgeschreckt.) Jedenfalls gab es an dieser Waldorfschule keinen Religionsunterricht. Überhaupt keinen, weder konfessionell noch überkonfessionell. Ich erinnere mich noch, dass einige der anderen Eltern beim Tag der offenen Tür das sogar besonders gut fanden, dass es kein Reli gibt. In jedem Klassenzimmer stand aber eine sehr liebevoll gestaltete Weihnachtskrippe (es war im Dezember).

    Es gibt etwas Gutes in dieser Welt, Herr Frodo. Und dafür lohnt es sich, zu kämpfen. (Samweis Gamdschie)

  • Der Unterschied von religiösen Schulen zu Waldorf ist, dass die Eltern bei den religiösen Schulen überwiegend wissen auf was sie sich einlassen. Es wird gebetet, gesungen, es gibt Gottesdienste usw. Aber es wird normaler Stoff gelehrt und nicht Mythen als Fakten da gestellt. Zu viele Eltern geben ihre Kinder auf Waldorfschulen, weil halt besser als die böse Regelschule und haben wenig bis kaum Ahnung was da eigentlich dahinter steckt.



    Und ja auch bei den Anthros gibt es ne Religion, die Christengemeinschaft. (das ist aber nicht das was in den Waldorfschulen im Reliunterricht dran kommt, soweit ich weiß)


    Aber da wären wir halt wieder beim Whataboutism. Sicherlich läuft in den christlichen Kirchen auch sehr viel beschissen. Macht es halt null besser was Waldorf ist.

  • Und ja auch bei den Anthros gibt es ne Religion, die Christengemeinschaft. (das ist aber nicht das was in den Waldorfschulen im Reliunterricht dran kommt, soweit ich weiß)

    Doch, hier an der Waldorfschule ist das genau so. Die Glaubensinhalte unterscheiden sich in einigen Punkten zur kath. und evang. Kirche.

  • Und ja auch bei den Anthros gibt es ne Religion, die Christengemeinschaft. (das ist aber nicht das was in den Waldorfschulen im Reliunterricht dran kommt, soweit ich weiß)

    Doch, hier an der Waldorfschule ist das genau so. Die Glaubensinhalte unterscheiden sich in einigen Punkten zur kath. und evang. Kirche.

    Bei uns konnte man wählen zwischen evangelischem Religionsunterricht, dem Reli-Unterricht der Christengemeinde und einem "freichristlichen" Religionsunterricht.


    Es hängt von der Schule ab. An der Schule in Wales, auf der ich als Gastschülerin war, gab es keinen Religionsunterricht. Die waren aber insgesamt klein, es gab z.B. auch keinen Eurythmieunterricht.

  • Genau, freichristliche Kirchen kenne ich einige über meine Arbeit, und dort wird der „Geist ihres Glaubens“ durchaus nicht nur im Religionsunterricht gelebt und behandelt.

    4 Jungs 2006-2013, 2 Hunde und 6 Schildis


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    Eines Tages werde wir alle sterben - aber an allen anderen Tagen nicht #sonne

  • Woher weisst du denn so genau, wieviele Eltern da wie wenig Ahnubg haben? Ich finde die Aussage sehr gewagt.Aus den Unterrichtsinhalten wird bei Waldorf doch kein Geheimnis gemacht #weissnicht

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  • In Waldorfschulen gibt es das Fach Religion nicht,

    Doch, gibt es - ich kenne es aus Erzählungen von Eltern, die ihre Kinder in Walldorfschulen hatten.

    Echt, das gibt's auch? Ich hatte mir mit meinem Sohn zusammen vor ein paar Jahren eine Waldorfschule angeschaut, weil ich aus Gründen damals vermutet hatte, dass diese Schule für genau dieses Kind passen könnte. (Ich halte es auch jetzt noch für möglich, dass es gepasst hätte. Aber das Schulgeld hat uns dann doch abgeschreckt.) Jedenfalls gab es an dieser Waldorfschule keinen Religionsunterricht. Überhaupt keinen, weder konfessionell noch überkonfessionell. Ich erinnere mich noch, dass einige der anderen Eltern beim Tag der offenen Tür das sogar besonders gut fanden, dass es kein Reli gibt. In jedem Klassenzimmer stand aber eine sehr liebevoll gestaltete Weihnachtskrippe (es war im Dezember).

    Es gibt durchaus auch andere Privatschulen, an denen krin Religionsfach angeboten wird

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  • Ich stelle gar nicht in Abrede, dass die Mehrheit der religiösen Schulen so ist, wie von dir beschrieben- aber bei weitem nicht alle! Es gibt auch etliche andere- „die“ katholische Schule gibt es nicht, ebenso wenig wie „die Waldorfschule“

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  • Von freikirchlichen…

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  • Ich finde die Aussage sehr gewagt.Aus den Unterrichtsinhalten wird bei Waldorf doch kein Geheimnis gemacht #weissnicht

    Woher weisst du das? Ich finde, dass es ehrhebliche Diskrepanzen gibt zwischen der Aussendarstellung und dem, wie Waldorfschulen z.B. in den Medien beschrieben werden und dem, was man erst bei deutlich gründlicheren Recherchen herausfindet. Wie oft werden z.B. Montessorischulen und Waldorfschulen zusammen genannt obwohl dazwischen Welten liegen?

  • Ich finde die Aussage sehr gewagt.Aus den Unterrichtsinhalten wird bei Waldorf doch kein Geheimnis gemacht #weissnicht

    Woher weisst du das? Ich finde, dass es ehrhebliche Diskrepanzen gibt zwischen der Aussendarstellung und dem, wie Waldorfschulen z.B. in den Medien beschrieben werden und dem, was man erst bei deutlich gründlicheren Recherchen herausfindet. Wie oft werden z.B. Montessorischulen und Waldorfschulen zusammen genannt obwohl dazwischen Welten liegen?

    Wir reden doch aber von Eltern, die sich für eine kostenpflichtige Privatschule für ihr Kind entscheiden. Und du meinst, die schauen sich Schule und Stundenplan nicht mal an? Unterschreiben einen Schulvertrag ohne sich ein bisschen zu erkundigen? Das ist eher nicht der Fall, meine ich. Elternarbeit wird doch bei Waldorf gross geschrieben, da ist man durchaus mehr eingebunden als in der staatlichen Schule. Niemand der sein Kind an einer Waldorfschule anmeldet, wird denken es sei dasselbe wie Montessori- da lehne ich mich mal weit aus dem Fenster mit meiner Aussage.

    Und wir sprachen ja nicht von irgendwelchen Menschen und was die wohl über Waldorf wissen sondern über die Eltern, die ihre Kinder dort anmelden!

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  • und ich denke, dass viele Eltern das nicht durchschauen. Das, was dahinter steckt, wird nicht transparent kommuniziert. Das läuft viel subtiler. Und wenn du dir mal Folgen aus dem Waldorfsalat anhörst wirst du auch feststellen, dass die Elternarbeit nicht das ist was man sich darunter vorstellt.