Zytostatika -Transport, Flugzeug?

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  • Grade bei einem unleserlichen Rezept wird das nahezu unmöglich sein. Um einen Eindruck zu kriegen:

    Chemos werden nur von speziellen Apotheken, meinstens angegliedert an Krankenhäuser, angemischt. Auf dem Rezept stehen u.A. Größe, Gewicht, Laborwerte........dadurch wird die Dosis und der Vor- und Nachlauf bestimmt.

    Das wird dann unter "Hochsicherheits-laborbedingungen" angemischt und kommt als befüllter Infusionsbeutel in 2 doppelt-eingeschweißten Folienbeuteln auf der Station an. Als Sondertransport, nicht mit der normalen Apothekenlieferung. Dabei ist ein Infusionsplan den die Apotheke erstellt hat was wann wie in welcher Dosierung vorher und hinterher laufen muß.

    Das Zytostatikum muß dann nonstop gekühlt werden, die Kühlkette muß protokolliert werden. Das ist dann nur eine begrenzte Stundenzahl im Kühlschrank haltbar.

    Die eingeschweißten Beutel dürfen dann nur von speziellem Personal und besonderen Schuzvorkehrungen geöffnet und weiter verarbeitet werden. Jeder Handgriff muß protokolliert und unterschrieben werden. Es gibt Kliniken an denen gilt das 4-Augen-Prinzip bei Zytostatika sobald die die Apotheke verlassen haben.

    (merkt man daß ich frisch zur Fortbildung war.....:))


    Lange Reder kurzer Sinn: Ich vermute, das Rezept wird schon gar nicht eingelöst werden können in D.

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • Ich kann mir das nicht wirklich vorstellen, aber ich lese gespannt weiter mit.

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • Danke, mänty, das hilft mir sehr für ein Grundverständnis, mit was wir es überhaupt zu tun haben. Und dass das aus D nichts wird halte ich auch für eher wahrscheinlich inzwischen.

    Meine Erfahrungen bisher (aber wie gesagt, da ging es nicht um Krebsmedikamente) sind allerdings auch: die Standards und Richtlinien aus D haben mit dem, wie es in anderen Ländern läuft, laufen muss mangels Alternativen, nicht viel zu tun. Also versuchen wir es weiter im Drittland. Evtl. muss dann jemand aus der Familie hierher fahren, um es abzuholen oder so, falls es mit dem Flugzeug zu gefährlich ist.

    Und ja, das Rezept sieht nach "Ausgangssubstanz" aus.

  • Also. Zum Transport haben wir jetzt in den Apotheken einhellig gehört: das ginge wohl. Auf meine vorsichtigen Fragen, ob es da nicht Risiken gäbe, bekam ich ein herzhaftes Lachen, aber ja, klar, ich käme ja aus Deutschland, da sei das alles übertrieben geregelt (sehr höflich umformuliert).

    Allerdings ist das Medikament nicht legal zu bekommen, nur auf dem Schwarzmarkt, viel zu unsicher, machen wir nicht, keine Sorge. Es gäbe viel zu große Nachfrage, Medikamententourismus von Russland bis zum mittleren Osten. Es müssen 1000de das gleiche Problem haben. Keine Behandlung möglich. Visum für Europa kriegt aus diesen Ländern natürlich auch keiner.

    Deutschland ist echt eine kleine Insel.