Regen und Hochwasser

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  • Spinosa ich will jetzt nicht ein Klugscheißer sein, aber ein Feuerwehrmann aus meiner Heimatgemeinde (direkt an der Donau) hat mir vor 2 Jahren erzählt, dass er absolut erschüttert war, wie das bei euch abgelaufen ist. Warum haben die Alarmierung nicht geklappt? In meinem kleinen Kaff würde innerhalb von 15 Minuten der Krisenstab stehen. Wir haben aber natürlich schon viel mehr Hochwassererfahrung. Bei euch war es leider extreme Inkompetenz. In Städten wie Regensburg oder Passau weiß jeder was er nun zu tun hat.

    Wo war der Feuerwehrmann eingesetzt? Im Ahrtal? Oder in den Flutgebieten in NRW? Die Gemengelage war je nach Region sehr unterschiedlich und das Versagen der Behörden hatte viele Facetten, jeweils unterschiedliche.

    Machen ist wie Wollen, nur krasser.

  • Spinosa ich will jetzt nicht ein Klugscheißer sein, aber ein Feuerwehrmann aus meiner Heimatgemeinde (direkt an der Donau) hat mir vor 2 Jahren erzählt, dass er absolut erschüttert war, wie das bei euch abgelaufen ist. Warum haben die Alarmierung nicht geklappt? In meinem kleinen Kaff würde innerhalb von 15 Minuten der Krisenstab stehen. Wir haben aber natürlich schon viel mehr Hochwassererfahrung. Bei euch war es leider extreme Inkompetenz. In Städten wie Regensburg oder Passau weiß jeder was er nun zu tun hat.

    Wo war der Feuerwehrmann eingesetzt? Im Ahrtal? Oder in den Flutgebieten in NRW? Die Gemengelage war je nach Region sehr unterschiedlich und das Versagen der Behörden hatte viele Facetten, jeweils unterschiedliche.

    Der entscheidende Satz ist doch der drittletzte, holly: Hochwassererfahrung ist echt was Feines. An der Mosel, so wurde mir gesagt, sind die unteren Geschosse in den Häusern oft gefliest und man lagert dort nichts Wertvolles. An der Nordsee weiß wirklich jede:r, wie man sich bei Sturmflut verhält.

    Das Hochwasser im Süden ist nicht das erste dieses Jahr (Weihnachten in Niedersachsen, vor ein paar Wochen im Saarland), es kam angekündigt und mit Vorbereitungszeit. Die Bilder, die ich in den Nachrichten sehe, sind komplett anders als die aus dem Ahrtal, nicht zu vergleichen.

    Ja, in Ahrtal und Umgebung ist vieles schiefgelaufen. Aber es gab auch keinen Präzendenzfall, aus dem man hätte lernen können. Unsere Vermieterin, die seit ihrer Kindheit am Fluss lebte (nicht die Ahr, etwas weiter südlich), hat uns ausgelacht, als wir die Gartenmöbel wegräumen wollten, weil das Wasser über die Ufer trat, da sie zu ihren Lebzeiten und seit Existenz ihres Hauses (eine Mühle, 200 Jahre alt) diese Art von Problem - Standwetter, gesättigter Boden und Starkregen - noch nie hatte.

    Klar kann man da erschüttert sein. Aber ein bisschen wohlfeil finde ich es auch. Ist, als würde ich als Schleswig-Holsteinerin mich darüber wundern, warum man in Franken so wenig Ahnung von Orkanböen hat.

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Sorry Frisch , aber das kann ich so nicht stehen lassen. Das Wasser kam bei uns weder angekündigt noch mit Vorbereitungszeit. Hier sind ein Damm und ein Deich gebrochen und das Wasser war in wenigen Minuten da.

    Obwohl die Feuerwehr ständig kontrolliert hat und der Katastrophenfall frühzeitig ausgerufen wurde hatten die Menschen im betroffenen Ortsteil keine Chance.

  • Sorry Frisch , aber das kann ich so nicht stehen lassen. Das Wasser kam bei uns weder angekündigt noch mit Vorbereitungszeit. Hier sind ein Damm und ein Deich gebrochen und das Wasser war in wenigen Minuten da.

    Obwohl die Feuerwehr ständig kontrolliert hat und der Katastrophenfall frühzeitig ausgerufen wurde hatten die Menschen im betroffenen Ortsteil keine Chance.

    Tut mir leid. Für die betroffenen Personen und Gemeinden ist jeder Vergleich einer Katastrophe mit einer anderen falsch und dumm.

    Aber schon allein, dass kontrolliert wurde, dass der Katastrophenfall ausgerufen wurde etc. zeigt doch, dass da Aufmerksamkeit war. Es gab vorsorgliche Evakuierungen. Und ich bezog mich ja auf ein Post, das sagte, Krisenstäbe würden innerhalb von 15 Minuten zusammenkommen u.ä. Gerade die Ahrtal-Flut hat eine Aufmerksamkeit geschaffen, die extrem hilfreich ist. Und deshalb finde ich es halt ein bisschen zynisch, eine "Wie konnten die nur, das weiß man doch"-Haltung einzunehmen.

    Vorbereiten kann man sich ja als einzelner Mensch auch überhaupt nicht wirklich. Ich habe niemanden beneidet, der/die in den letzten Tagen im Obergeschoss seines Hauses sitzen und das Beste hoffen musste. Wie ist es denn bei Dir ausgegangen? Ich habe nur in Erinnerung, dass das Wasser zunächst vor der Haustür Halt gemacht hat. Aber dabei ist es dann nicht geblieben?

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Frisch Kann es sein, dass du mich mit Angela verwechselst? Bei mir ist das Wasser an der Schwelle stehen geblieben, bis zum Schluss.

    Ich muss sagen, prinzipiell halte ich mich schon für hochwassererfahren. Und trotzdem ist die ToDo- & ToBuy-Liste inzwischen lang. Es sagt sich immer so leicht, "da muss man doch vorbereitet sein". Denn der Satz mag zwar zu Teilen stimmen, aber ich finde er bringt auch oft zum Ausdruck, dass man Angst davor hat, in die gleiche Situation zu geraten und sich das nicht vermeiden lässt.

    Uns hat das Hochwasser auch deshalb etwas kalt erwischt, weil die alten Erfahrungswerte nicht mehr stimmen. Bisher wussten wir, je nach dem wie der Pegel der Messstation flussaufwärts steht, was bei uns passiert. Diesen Zusammenhang gab es diesmal nicht. Im Gegenteil, laut des Pegelverlaufs hätte uns ein kleines leichtes Hochwasser erwartet. Jetzt wissen wir: Dieser Pegel ist keine Messgröße mehr für uns. Wir werden in Zukunft deutlich vorsichtiger sein.

    Vielleicht hilft ja unsere Liste auch jemand anderem, deshalb lasse ich sie gerne hier:

    • LED-Strahler kaufen, falls das Wasser nachts kommt (sind heute angekommen)
    • Strahler auf altem Strahlergestell montieren (hat noch mein Papa gebaut, fürs Hochwasser)
    • Revisionsschacht suchen (erledigt, freigelegt und abgekärchert)
    • Wartung Rückschlagventil anleiern (jährlich notwendig)
    • Campingtoilette kaufen (erledigt, aus Gründen)
    • Alte mobile Pumpen testen, ggf. ersetzen
    • Gummiabzieher kaufen und zusammenbauen (gekauft sind sie)
    • Hochwasser-Handbuch anlegen, um Erfahrungswerte zu sammeln
    • Und vor allem: Sofort die neuen Spundwände bestellen (das haben wir in den letzten Monaten immer wieder geschoben, hat uns jetzt fast eingeholt)

    Du hast eine Brezel im Mund, sei doch einfach glücklich.

    Weisheit einer hohenlohischen Mutter

  • Frisch Kann es sein, dass du mich mit Angela verwechselst? Bei mir ist das Wasser an der Schwelle stehen geblieben, bis zum Schluss.

    Ich muss sagen, prinzipiell halte ich mich schon für hochwassererfahren. Und trotzdem ist die ToDo- & ToBuy-Liste inzwischen lang. Es sagt sich immer so leicht, "da muss man doch vorbereitet sein". Denn der Satz mag zwar zu Teilen stimmen, aber ich finde er bringt auch oft zum Ausdruck, dass man Angst davor hat, in die gleiche Situation zu geraten und sich das nicht vermeiden lässt.

    Uns hat das Hochwasser auch deshalb etwas kalt erwischt, weil die alten Erfahrungswerte nicht mehr stimmen. Bisher wussten wir, je nach dem wie der Pegel der Messstation flussaufwärts steht, was bei uns passiert. Diesen Zusammenhang gab es diesmal nicht. Im Gegenteil, laut des Pegelverlaufs hätte uns ein kleines leichtes Hochwasser erwartet. Jetzt wissen wir: Dieser Pegel ist keine Messgröße mehr für uns. Wir werden in Zukunft deutlich vorsichtiger sein.

    Vielleicht hilft ja unsere Liste auch jemand anderem, deshalb lasse ich sie gerne hier:

    • LED-Strahler kaufen, falls das Wasser nachts kommt (sind heute angekommen)
    • Strahler auf altem Strahlergestell montieren (hat noch mein Papa gebaut, fürs Hochwasser)
    • Revisionsschacht suchen (erledigt, freigelegt und abgekärchert)
    • Wartung Rückschlagventil anleiern (jährlich notwendig)
    • Campingtoilette kaufen (erledigt, aus Gründen)
    • Alte mobile Pumpen testen, ggf. ersetzen
    • Gummiabzieher kaufen und zusammenbauen (gekauft sind sie)
    • Hochwasser-Handbuch anlegen, um Erfahrungswerte zu sammeln
    • Und vor allem: Sofort die neuen Spundwände bestellen (das haben wir in den letzten Monaten immer wieder geschoben, hat uns jetzt fast eingeholt)

    Jaaa, genau, Dich meinte ich. Und Deinem Satz bezüglich des "man muss doch vorbereitet sein" stimme ich zu: Das hat viel von der reflexhaften Frage nach der falschen Lebensweise, wenn jemand krank wird. Es geht immer darum, dass einem X nicht passieren kann, weil man ja Y nicht macht.

    Wie gut, dass das Wasser nicht über die Schwelle gekommen ist. Hoffentlich könnt Ihr bald wieder aufatmen.

    Ich habe aber jetzt nachgeschaut, was Angela3 tatsächlich über ihre Situation so geschrieben hat, und das klang auch nicht so locker-flockig. Also bleib ich gern dabei und frage: Wie sieht es denn inzwischen bei Dir aus?

    Und falls das untergegangen ist: Keinesfalls wollte ich den Leuten, die gerade von dieser schlimmen Situation betroffen sind, absprechen, dass es schlimm ist, indem ich Katastrophen vergleiche.

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Wie gut, dass das Wasser nicht über die Schwelle gekommen ist. Hoffentlich könnt Ihr bald wieder aufatmen.

    Danke! 😊 Das Wasser ist tatsächlich schon wwieder weg & die Radtouristen radeln am Fluß entlang als wäre nichts gewesen.

    Der Zaun unserer Obstwiese hat etwas gelitten, aber der Stand eh auf der Projektliste weil alt & teilweise kaputt. Auf dem Sportplatz liegen ein paar tote Fische 😥, ansonsten ist hier nichts schlimmeres passiert. Anders geht es zB unserem Nachbar, dem sind die Abwasserrohre geplatzt. Deshalb: Unbedingt das Rückschlagventil versorgen!

    Du hast eine Brezel im Mund, sei doch einfach glücklich.

    Weisheit einer hohenlohischen Mutter

  • @ Frisch, danke der Nachfrage aber wir waren nicht persönlich betroffen. Wir wohnen am Hang, so hoch kommt das Wasser nicht. Freunde von uns hat es arg erwischt.

    Meine Söhne waren halt dauerhaft im Einsatz, der Jüngere hat extra den Urlaub mit seinen Feuerwehr-FreundInnen abgebrochen um hier zu helfen. Das (neue) Haus seines Feuerwehr-Ausbilders ist quasi abgesoffen während er dabei war anderen zu helfen. Mittlerweile sind die meisten Straßen hier wieder passierbar und das Wasser auf den Feldern und Wiesen geht zurück.

  • Ich verlinke einen Artikel über einen Ort in Sachsen, der nach der Flut 2002 komplett aufgegeben wurde.

    Zitat:

    „Beim Hochwasserschutz ist es das erste Mittel der Wahl, sich aus der Aue herauszuhalten“, sagt Roggenkamp. „Im Überschwemmungsgebiet eines Flusses zu siedeln, ist per se eine schlechte Idee.“

    Doch dass sich der Mensch tatsächlich in weniger gefährdete Standorte zurückziehe, sei „leider illusorisch“, so der Wissenschaftler. Flutopfer, Politiker und die zuständigen Beamte vergessen schnell, sie verdrängen. Fachleute nennen das „Hochwasser-Demenz“. Zu groß sind die bürokratischen Probleme und juristischen Hürden bei Umsiedlungen, zu groß sind der Widerstand der Betroffenen und die damit verbundenen Kosten.

    Hochwasser: Wenn eine ganze Neubausiedlung nach der Flutkatastrophe abgerissen wird - WELT
    2002 suchte ein Jahrhunderthochwasser Sachsen heim – und überflutete ein ganzes Neubaugebiet: Wohnhäuser verschwanden, eine Bäckerei und zwei Autohäuser…
    www.welt.de