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  • Haben eure Kinder schon mal am Sozialen Tag teilgenommen und wie waren ihre Erfahrungen?

    Wir haben einen Flyer von der Schule bekommen und rätseln ein bisschen, wo es sinnvoll wäre, anzufragen. Welche Stellen/Unternehmen "beschäftigen" für einen Tag eine:n Schüler:in und zahlen Lohn dafür?

  • Dieser Soziale Tag ist für das Projekt, was man fördern möchte, eine schöne Sache, für ein Unternehmen aber tatsächlich recht sinnfrei. Statt für einen Tag eine 12Jährige (die man ja eigentlich gar nicht in den Arbeitsprozeß einbinden darf und die auch keinerlei Skills hat) zu beschäftigen mit irgendwas, was sie tun kann und darf, könnte man auch die 50-100 Euro spenden.

    Fragt an bei kleinen Betrieben und in der Nachbarschaft - bei meinen Kindern war das dann immer so was wie Rasen mähen / Gartenarbeit bei älteren Leuten, einmal Pfandflaschen entgegennehmen und einsortieren in einem kleinen Getränkemarkt, einmal eine Kellerentrümpelung.

    Die beste Vergeltung ist, nicht zu werden wie dein Feind (Marcus Aurelius)

  • Sozialen Tag würde ich ohne Lohn erwarten vom Wort her.


    Aber selbst wenns nicht sozial = ehrenamtlich sondern sozial = soziale Berufe gemeint ist: Ich kenns nur so, dass selbst einwöchige Betriebspraktika die von allgemeinbildenden Schulen initiiert werden (auch wenn man sich die konkrete Stelle selber sucht, aber die Schule sagt jetzt wäre Praktikum empfohlen/dran) ohne Lohn gemacht werden vom Grundsatz her.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Mein Aufreger-Thema genau aus dem Grund ... Wer keine Firma in der Familie hat bzw wo die Eltern , Verwandte arbeiten und die Kinder mitnehmen dürfen, ist das ziemlich sinnbefreit.

    Wir haben schlussendlich etwas Geld gespendet und unseren Kindern einen freien Tag gegeben

  • Abhängig davon ist nämlich die Überlegung, ob da wirklich nur Firmen angefragt werden können/sollen oder auch Hilfsorganisationen, Jugendzentren, Kirchen, ..


    Spontan würde mir für soziales Schulpraktikum z.b. Seniorentreffs (z.b. über AWO oder Kirchengemeinden), Jugendtreffs (z.b. Mithilfe bei Programmen für Jüngere ), Nachbarschaftshäuser (Mithilfe bei Angebote ), THW o.ä. einfallen.


    Wenns konkret um Berufe geht dann Pflegeheime, Seniorentagesstätten, Kindergärten o.ä

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Das Kind macht dieses Jahr das erste mal mit. Und aus verschiedenen Gründen (hauptsächlich Bummelei) ist er bei einem lieben ex-Kollegen in der WfbM gelandet. Ich bin gespannt, was er danach berichtet.. den zweiten Teil des Tages verbringt er mit mir und Menschen mit Behinderung und wir machen aktive historisch-politische Bildung :)


    Er wollte nicht irgendwo Regale/Archive aufräumen. Bei uns läuft das über die Sächsische Jugendstiftung, die haben auch ein JobPortal. Gesehen habe ich auf jeden Fall Kindergärten und Horte.. aber auch „Softwaretester für einen Tag“

  • Mein Aufreger-Thema genau aus dem Grund ... Wer keine Firma in der Familie hat bzw wo die Eltern , Verwandte arbeiten und die Kinder mitnehmen dürfen, ist das ziemlich sinnbefreit.

    Wir haben schlussendlich etwas Geld gespendet und unseren Kindern einen freien Tag gegeben

    Ich unterschreibe bei dir. Mich nervt das jedes Jahr...


    Solid Ground du hast etwas ganz anderes im Kopf

  • Wir haben das so gelöst, dass die Kinder bei der Solidarischen Landwirtschaft mitgeholfen haben, bei der wir Mitglied sind und wir Eltern die Spende übernommen haben. Ich wollte angesichts des knappen Budgets der SoLaWi nicht, dass die SoLaWi durch den sozialen Tag zusätzliche Kosten hat.
    So war das für alle Beteiligten eine schöne Sache.

    Aber die Vorstellung, dass die Kinder sich ernsthaft einen bezahlten Job suchen, finde ich seltsam und letztendlich suchen dann doch wieder die Eltern für die Kinder.

    Der Friede, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen.

  • Und ich dachte schon, ich wäre die einzige, die diesen Tag auch so bescheuert findet🫣. Mein Mann kann meine Meinung leider nicht verstehen.


    Ich fand es auch unangenehm, mit dem 5. Klässler letztes Jahr rumzugehen und zu fragen, ob er einen Tag Klotz am Bein sein kann und dafür noch Geld bekommt🤐…

    Ich habe es wie janana gemacht.

  • Es geht nicht um soziale Berufe oder Praktika, sondern darum, dass die Kinder Geld verdienen, das sie spenden.

    Bei uns müssen das die 9-Klässler machen zu Gunsten der Partnerschule machen und ich finde es maximal dämlich. Vir allem weil die Ankündigung erst kam, als H den Tag bereits anders verplant hatte (sie machen das hier an einem schulfreien Tag). Ich habe sie dann am folgenden Wochenende fürs Bad putzen und kleine Schwester beschäftigen bezahlt #rolleyes

  • Das Konzept erschließt sich mir auch nicht, also das soziale daran. Normalerweise würden die Kinder ja gar kein Geld für so ein Praktikum machen.

    Dann doch lieber Solibasar/Kuchenverkauf. Da können die Kinder ja wirklich durch eigene Arbeit Spenden erwirtschaften. Sowas funktioniert doch ganz gut, auch vom Lern- und Erfahrungsaspekt wie ich finde.

  • Wir haben bisher immer irgendeinen Job in Haus oder Garten für unseren Sohn gefunden, den wir ihm dann bezahlt haben (das Geld wird ja gespendet).

    Auf die Schwester aufpassen haben wir genauso gezählt wie Hilfe im Garten und Recyclinghof-Fahrerei.

    Hier wird jeder Tag ohne Schule immer sehr gern genommen.

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Das Konzept erschließt sich mir auch nicht, also das soziale daran. Normalerweise würden die Kinder ja gar kein Geld für so ein Praktikum machen.

    Dann doch lieber Solibasar/Kuchenverkauf. Da können die Kinder ja wirklich durch eigene Arbeit Spenden erwirtschaften. Sowas funktioniert doch ganz gut, auch vom Lern- und Erfahrungsaspekt wie ich finde.

    Hier gibt es auch regelmäßig Spendenläufe, also Dauerlauf mit Sponsoren, bei denen die Kinder Geld erlaufen, das gespendet wird. Finde ich auch nur so halb sinnvoll, aber letztlich verbinden sich da verschiedene gute Sachen miteinander. Es ist ein Einüben von Strukturen, die eigentlich schwer zu durchschauen sind.

    Das ist ja das Soziale am Sozialen Tag. Man arbeitet, erwirtschaftet etwas sozusagen, aber für andere. Man spendet nicht das Taschengeld, verkauft nichts, sammelt nichts - man stellt seine Fähigkeiten, Arbeitskraft, Zeit zur Verfügung, das wird in Geld umgewandelt, das jemandem zugute kommt. Das ist ziemlich abstrakt für Kinder, aber es ist ein Fundament unserer Gesellschaftsform, das man "begreifen" muss.

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Ich glaube dieses "begreifen" würde für meine Kinder so gar nicht funktionieren und für mich selbst auch nicht. Das wäre es wirklich eher, wenn sie die Option hätten das Geld zu behalten oder wenn es wirklich ehrenamtliche Tätigkeit wäre, Müll sammeln oder ähnliches, was wirklich leistbar ist für Kinder.

    Die wissen doch, dass sie da nix wirklich erwirtschaften. Da es gerade um Lernen geht dabei finde ich das etwas traurig die Kinder so für dumm zu verkaufen, empfinde ich jedenfalls so.

  • Wir haben bisher immer irgendeinen Job in Haus oder Garten für unseren Sohn gefunden, den wir ihm dann bezahlt haben (das Geld wird ja gespendet).

    Auf die Schwester aufpassen haben wir genauso gezählt wie Hilfe im Garten und Recyclinghof-Fahrerei.

    Hier wird jeder Tag ohne Schule immer sehr gern genommen.

    Gruß,

    F

    Wenn es statt Schule wäre, fänden meine Kinder es auch gut. Hier ist es verpflichtend an einem für die anderen SuS (außer Abiturient:innen) freien Tag.

  • Ich sehe da auch keinen Lerneffekt für die Kinder. Ich finde es sehr nervig, dass ICH quasi zum spenden gezwungen werde, die Kids sind genervt, dass sie sinnlos im Kreis laufen müssen. Lehrreich und sinnvoll fände ich, wenn die Kids sich wirklich Gedanken machen würden und in der Schule Projekte entwickeln würden, mit denen sie helfen können, per Geld oder direktem Arbeitseinsatz. Das würden sie auch wirklich gerne tun. Aber mit so einem Sponsorenlauf wie bei uns gibt es nur genervte SchülerInnen und ein eigentlich guter Ansatz verpufft.

  • Interessant. Warum würde das Begreifen nicht funktionieren, wenn man es doch entsprechend erklären könnte, wenn man wollte? Warum ist das ein Für-dumm-verkaufen, wenn es genau das ist, was tausende Menschen täglich tun? Warum wissen die Kinder, dass sie nichts erwirtschaften - wo es doch genau darum geht, etwas Machbares, Altersentsprechendes zu finden, eben jede/r wie er/sie kann? Warum "verpufft ein eigentlich guter Ansatz", nur weil er so niedrigschwellig ist, dass er im laufenden Lehrplan quasi nebenher umgesetzt werden kann? (Und nein, Susan Sto Helit , niemand muss betteln, dass man für sie arbeiten darf, man kann auch einfach zu Hause beim Putzen oder Aussortieren helfen oder - bei uns jedenfalls - einfach gar nicht mitmachen und normal zur Schule gehen.)

    Ich nehme ganz vieles, was die Schulen anbieten, als eigentlich total gut wahr, aber entweder es ist die mangelhafte Kommunikation mit den Eltern oder es ist die Mehrbelastung, die für Familien entsteht, oder es ist einfach ein Passt-für-uns-nicht oder Kenn-ich-nicht - irgendwie finden immer ganz viele das ganz doof.

    Aber Demokratie sollen die Kinder in der Schule lernen - mit Projekten. Auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollen sie - mit Projekten. Unser globales System sollen sie verstehen lernen, das Sozialsystem, sie sollen Selbstwirksamkeit erleben, sich ausprobieren können, sich realistisch einschätzen lernen - am besten nicht nur theoretisch und nicht nur im begrenzten, bekannten schulischen Künstlichkeitskontext.

    Klar, so ein einzelner Tag ist für die meisten echt nichts Dolles. Aber es ist doch ein Angebot. Das kann man nutzen oder vergeuden oder doof finden oder unpassend. Aber das Angebot an sich in Frage zu stellen und im gleichen Atemzug bessere Angebote zu fordern, finde ich irgendwie typisch.

    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Bei uns ist es kein Angebot, sondern es gibt eine Teilnahmepflicht für den Sponsorenlauf. Meine Kinder für eine Arbeit, die sie zuhause erledigen zu bezahlen, damit sie das spenden können, finde ich ganz schräg. Und tatsächlich fände ich es wichtig, wenn die Kids auch wüssten, wo die Spende denn hingeht, nicht nur "irgendwie für einen guten Zweck". Das kann man bestimmt irgendwo nachlesen.... Meine Kinder sind ansonsten immer sehr engagiert und informiert und setzen sich ehrenamtlich ein.