Linsentausch bei grauem Star

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  • Hallo zusammen,


    ich suche für einen Bekannten Infos/Erfahrungen zum Linsentausch wegen grauem Star.

    Zum einen ist er unschlüssig, welche Linsen er nehmen soll. Er möchte damit Auto fahren können und Noten lesen können, also scharf sehen bis ca. Computerbildschirm-Entfernung.

    Zum anderen ist er aktuell kurzsichtig und fragt sich, wie die Zeit nach der 1. OP funktioniert. Dann ist er auf einem Auge operiert, auf dem anderen stark kurzsichtig. Wie läuft das praktisch? Ist er dann einfach eine Woche lang mehr oder weniger blind?

    Habt ihr dazu Erfahrungen, ggf. auch Eindrücke von Verwandten oder Freunden?


    Liebe Grüße

    Susan

  • Hier. Ich habe es hinter mir und war SEHR stark kurzsichtig.
    Ich habe mich für Einstärkenlinsen entschieden nach entsprechender Rücksprache mit meiner langjährigen sehr vertrauten Optikerin und dem Augenarzt.
    Meine Sehstärke ist zwischen -1 und -1,5 gelandet, das heißt, ich bin ohne Brille voll orientiert (im Gegensatz zu früher 🥳), kann damit perfekt am PC arbeiten, trage sonst aber eine Fernbrille.

    Da muss man in Ruhe herausfinden, was man wie haben möchte. Ich wollte ohne Brille lesen, Handy und arbeiten und das haut hin. Bisschen lange Arme muss ich bei sehr kleiner Schrift machen, das ist aber nicht schlimm.
    Mir wurde in jedem Fall abgeraten, von fast -10 auf 0 Dioptrien zu gehen. Das würde wohl das Gehirn oder wie auch immer überfordern. Weiß nicht, ob das stimmt.

    Die Zeit nach der ersten OP habe ich mit Tageslinsen für das nicht operierte Auge überbrückt. Ging super 👍🏻 die hatte ich eh hier und um den Alltag zu bewältigen ausreichend. Nachts trägt man eine Plastikschale über dem operierten Auge, man gewöhnt sich dran. Klebt man mit Pflaster fest. Augentropfen nimmt man mehrere Wochen, ein Antibiotikum und ich glaube Cortison mehrmals am Tag.
    Lesen war streng verboten in den zwei drei Wochen nach der OP. Ich habe mich fast daran gehalten, das war schwer! Fernsehen war erlaubt. Habe die Tage mit Podcasts und Hörbüchern verbracht und war ganz viel draußen spazieren. Viel in die Ferne sehen war angesagt.

    Es war eine irre Erfahrung, die Welt plötzlich in Echtgröße zu sehen. Wie riesig alles war- Joghurtbecher, Klamotten, Menschen - man sieht ja bei -10 alles stark verkleinert. Mit Kontaktlinsen ist es ein bisschen so, aber mit neuen Linsen absolut krass. Das neu zu justieren hat Wochen gedauert bei mir.

    Die OPs waren im Abstand von drei Wochen, ich war insgesamt sechs Wochen zuhause

    Die OPs brauche ich nicht noch mal ... jeder sagte, ach easy, du merkst nichts ... denkste. Ich habe offenbar irgendwie paradox auf das LMAA-Mittel reagiert und war hellwach bei der OP und habe alles mitbekommen. Das war blöd, ich war super angespannt und bisschen unangenehm ist das schon. Auch die Spritze am Auge vorbei hinter den Augapfel war zum Davonlaufen🙈. Neben mir dösten oder schliefen alle, nur ich war quasi online 😂.


    Aber: Es war die beste Entscheidung ever ever ever! Was für eine Lebensqualität ohne dicke Gläser. Morgens aufstehen und losgehen, ohne die Brille zu suchen. Ich sehe völlig anders aus als vorher und mag mich inzwischen richtig gern ansehen, man sieht meine Augen.
    Wirrer Bericht , aber klare Empfehlung gerade bei starker Kurzsichtigkeit eine Offenbarung.

    Wünsche eine gute Entscheidung.

  • Ich hab seit Jahrzehnten Kunstlinsen, kann zur OP also nichts sagen.

    Für danach kann man aber einfach bei der aktuellen Brille ein Glas austauschen. Dann hat man die passenden Stärke für das nicht operierten Auge und die passende Fernstärke für das operierten Auge. Das hab ich nach einer anderen OP gemacht, als ich keine Kontaktlinsen tragen durfte. Ging echt super.

  • Ich habe auch seit Jahrzehnten Kunstlinsem auch wegem grauen Star. Ich musste damals nur einen Tag einen Verband tragen, konnte an dem Tag nix einschätzen es ging alles daneben. Nach der App habe ich im operierten Auge Fensterglas gehabt das ging gut. Lebe seit über 30 Jahren damit, bin auch weitsichtig ein wenig benötige aber Lesebrille nur bei ganz kleiner Schrift wie Beipackzettel oder so. Alles andere geht so. Op an sich war ein Spaziergang am längstem gedauert haben die Tropfen vor der Op. Da kamen sie mehrfach an um die Pupille zu weiten. War ja eh egal sehen

  • Stimmt. In der ersten Zeit nach der OP gibt es viele viele Augentropfen. Die sollten man auch pingelig genau nehmen. Das so ziemlich letzte, was man haben möchte, ist eine Entzündung oder gar Infektion IM Auge.

    Mein Diva - Auge hat nach dem Einbau der ( sehr speziellen ) Linse ganz heftig reagiert und war über viele Monate stark gereizt. Ich sah über ein halbes Jahr aus, als wär ich geschlagen worden. Es haben mich viele Leute (damals im Studium) besorgt angesprochen.

    Also immer brav die Tropfen nehmen und das Cortison langsam runterschrauben. Lieber etwas zu langsam, als zu schnell.

  • runterschrauben. Lieber etwas zu langsam, als zu schnell.

    Das waren Cortison-Augentropfen bei mir, das ging ohne Ausschleichen. Irgendwann war die Flasche leer bzw. die Haltbarkeit nach Öffnen erreicht und ich habe die Reste dann verworfen. Bei Augentropfen bin ich super pingelig und hatte nach der zweiten OP auch für jedes Auge gesonderte Flaschen.

  • Ich hatte das Cortison sogar als 1x Verpackung (vor 3 Jahrem bei eineranderen OP). Hab ich einen Tag genutzt und dann weggeworfen. So lange wie die Ärzte halt meinten, dass es nötig ist. Bei mir waren da alle arg vorsichtig und ich hatte die etwa 3 Monate lang.