Eigeninitiative, Motivation, Hilfsbereitschaft -kommen Eure Kinder auch oft nicht "aus'm Quark*

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  • Hier ist es, je nach Kind, sehr unterschiedlich.

    Pippo wird im Juli 16. Er ist eigentlich nur zu Hause oder in der Schule. Er ist Autist und hat keine Freunde im RL. Online aber schon. Er zockt gerne und viel, ist zur Zeit sehr aktiv bei der Datenerhebung für irgendein Computerspiel, steht auch in Kontakt zum Enwickler usw. Das macht ihm Spaß. Ansonsten liest er viel, schaut Dokus etc. Schule und Noten sind ihm wichtig. Er tut allerdings nur dann was für die Schule, wenn sein 1, irgendwas Durchschnitt zu kippen droht. Dnn hängt er sich rein.

    Bonussohn ist gerade 15 geworden und für ihn sind seine Kumpels das Wichtigste. Zweimal pro Woche geht er zum Fußball, aber nur weil seine Freunde auch gehen. Ohne sie würde er sofort aufhören. Einmal pro Woche geht er zu den Pfadfindern. An allen anderen Tagen trifft er sich mit seinen Freunden, um entweder zu Bolzen oder im Einkaufszentrum zu chillen. Schule interessiert ihn nur in soweit, dass er da auch sein Freunde trifft.

    Die Bohne ist auch meistens zu Hause und zockt. Pokemon GO ist da sehr beliebt. Oder sie spielt PC. Was Schule angeht, tickt sie wie Pippo. Sie geht einmal pro Woche tanzen und hat einmal pro Woche Klavierunterricht. Beides macht ihr Spaß, wirklich engagiert ist sie da aber nicht. Freunde treffen mag sie, aber in kleinen Dosen. Oft sind das eher spontane Treffen mit dem Nachbarskind. Sie geht über den Tag immer mal wieder raus, meist aber alleine eine Runde rollern oder Pokestops abklappern.

    Wenn ich zu Brettspielen "einlade", sind Pippo und Bohne gerne dabei. Der Bonussohn hat eher selten Bock. Denn wenn er mal nicht unterwegs ist, will er zocken oder ist auf TikTok.

    Wir lassen die Kinder einfach machen. So lange sie ihre paar Haushaltsdienste erledigen, können sie eigentlich tun, was sie wollen.

    Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

    (Mahatma Ghandi)

  • Ich finde es sehr interessant, dass dieses "Einmummeln" anscheinend gar nicht so selten ist, wie ich immer dachte.

    {Ach wie gut, dass ich mich wieder in einem Forum angemeldet habe. :)}

    Meine Tochter (10) verbringt auch viel Zeit auf dem Sofa mit Lesen, Serien oder Tablet (mit Begrenzung). Oft zieht sie direkt nach der Schule das Nachthemd an oder am Sonntag gar nicht erst aus. Um die Daheim-Kleidung wird hier ein richtiger Kult betrieben, erst im Lümmeloutfit (Onesie oder eben Nachthemd) kann man sich anscheinend so richtig entspannen. :stupid:

    Mich hat das eine ganze Zeit lang auch total irritiert, ich dachte immer, sie muss doch raus gehen, was erleben, andere Kinder treffen. ABER - sie geht ja raus, fünf Tag in der Woche zur Schule in der Nachbarstadt, häufig auch noch nachmittags Unterricht, bis sie daheim ist, war sie dann 8 bis 10 Stunden auf den Beinen. Und das ist, wenn ich es recht bedenke, für ein (sensibles) Kind auch echt viel Input! Und dazu kommen drei Pferde-Termine in der Woche, das ist zwar keine stramme Wanderung im Wald, aber auch frische Luft.

    Inzwischen bin ich da echt entspannter geworden. Ich glaube, Kinder merken schon ganz gut selbst, wie viel Ruhe und Pause sie brauchen. In den Ferien ist es dann natürlich nochmal extremer, da lasse ich sie die ersten paar Tage gammeln und versuche dann nach Möglichkeit Anreize zum Verlassen des Hauses zu liefern...klappt teilweise ganz gut...

    Vielleicht brauchen die kids das heutzutage auch mehr als früher, daheim = sicher und so...

  • Ich bin mir trotzdem nicht zu schade, meine Kinder dazu zu nötigen, mit mir in den Wald zu gehen oder Brettspiele zu spielen. Aber nur, weil es mir Spaß macht, das mit ihnen zu machen, nicht weil ich ihre Hobbys Scheiße finde.

    Ich feiere gerade Dein o.g. Zitat.

    Hier spielen die Kinder auch mit mir Brettspiele oder gehen spazieren, um MIR eine Freude zu machen. Ich finde das ja richtig süss aber komme mir auch vor wie eine Oma, wenn die Enkel zu Besuch sind und Oma eine Freude machen wollen #zwinker Also richtig altmodisch mit meinen Bedürfnissen.

    Aussage meines Kindes, inzwischen 16, dazu dass wir irgendwann mit 12 ihm sein Zocken(auch immer ganz viel mit Freunden getroffen und nebeneinander gezockt) sehr eingeschränkt haben ist, dass er sich noch wie heute an die verrückten Aktionen mit seinem Kumpel draußen erinnern kann mit Einkausfwagen herumfahren und ähnliches, aber ob er irgendeine Fortnite Runnde damals gut gespielt hat weiß er noch nicht mal mehr, komplett unwichtig. Er findet es tatsächlich richtig, dass wir interveniert haben, hatte aber auch wirklich sehr eindeutiges Suchtverhalten gezeigt.

    Ich glaube euch, dass es für eure Kinder eine gute Beschäftigung ist, aber es gibt auch die anderen.

    Oh, das sind aber viele Themen. Faulheit und mangelnde Selbstinitiative find ich recht normal.

    Medienkonsum - da sehe ich Eltern absolut in der Verantwortung, das nicht in ein ungesundes Maß ausufern zu lassen. Wer außer der Eltern soll das machen?

    Bügelwäsche machen und automatische Hilfsbereitschaft - ist glaub ich eher die totale Ausnahme.

    Es geht dir doch sicher um Bedürfnisorientierung? Ich denke Kinder haben ein Bedürfnis nach Erwachsenen, die in ihrem Sinne positiv agieren. Das kann auch heißen sie aus der Comfortzone zu bugsieren. Nicht jedes Wollen ist ein Bedürfnis. Dass sie da nicht von sich aus rausgehen find ich aber auch normal.

    Also meine Kinder erledigen jetzt nicht voll Begeisterung und aus Eigeninitiative Haushaltspflichten aber sie tun es, wenn ich frage (meistens). Für grössere Sachen (Rasen mähen, der Oma den Receiver installieren, Auto Innenreinigung, mein Handy synchronisieren etc.) gebe ich Ihnen Geld, so dass sie ihr Taschengeld aufbessern können.

    Danke für den ausführlichen Post. Ich sehe tatsächlich vieles ähnlich, sucht ein es vielleicht aders rüberkam und dann wieder auch nicht..

    Ich glaube das Mittelkind würde sich schon auch gerne für Playdates verabreden...

    ... Sie verabreden sich aber zum gemeinsamen Videospielen und da ich nicht möchte, dass das Mittelkind außen vor ist lasse ich deutlich mehr Spielzeit zu als ich eigentlich gern würde.

    Das heißt doch, dass Mittelkind oft Playdates hat! Mittelkind und seine Freunde spielen nur nicht das, was du willst.

    Jein. Es gibt Playdates, aber es sind nicht viele. Und ich glaube einerseits nicht, dass die anderen sich gar nicht treffen, denn das tun sie uns ich wünschte ich könnte Mittelkind dabei helfen es auch zu tun. Er traut sich nicht. Es ist also nicht, dass das digitale Drinnehocken tatsächlich vorziehen würde.


    Aber teilweise wird die Eigeninitiative und teilweise der Mut.

    Auf der anderen Seite ist mein Eindruck generell, dass die Kinder auchheutzutage viel weniger treffen. Die Möglichkeiten die es gibt sind toll und die haben viele Vorteile und natürlich ist die Welt davon geprägt und wird es zunehmend sein. Ganz dasselbe ist es aber m E nicht und kann das RL nicht komplett ersetzen. Von den Fähigkeiten Komma, die dabei verkümmern ganz zu schweigen.


    Ich denke oft sitzen die Leute an der Illusion auf nämlich, dass die Kinder, wenn sie viel an Mädchen zugange sind sich auch tatsächlich Medien auskennen würden. Das ist wirklich nicht mein Eindruck aus der Praxis. Ja, die digitale natives bzw die danach folgenden wissen, wie man ein Tablet bedient, meine Erfahrung sind aber, dass sich viele dennoch auch mit einfachen Dingen oft sehr schwer tun, sei es Recherche im Internet und die Identifikation sind voller Quellen, sei es die Installation von Programmen, Anpassung der Einstellung oder gar Fehlersuche.


    Ich habe also hier gar nicht so das Gefühl, dass wir zwingt nur dieser verpuppungsprozess im Gange ist, sondern eher, dass sie sich etwas selbst im Wege stehen.


    Wenn sie z.B etwas gefunden haben, gefühlt eher zufällig, was ihnen Spaß macht dann sind sie mit Begeisterung dabei und die ganze Zeit draußen, es ist eher so, dass sie sich selbst nicht finden und schon gar nichts aktiv suchen.

    "Es ist nur ein Phase, es geht vorbei, es ist nur eine Phase..." :)