Grauer Star, Fehlsichtigkeit und Kunstlinsen

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  • Raben wissen ja gefühlt alles, daher beginne ich meine Recherche hier:


    Ich habe eine angeborene Fehlsichtigkeiten von knapp +6 Dioptrien plus Alterweitsichtigkeit von ca +2 zzgl einer Hornhautverkrümmung von 1,irgendwas.


    Schon lange warte ich auf den grauen Star und verspreche mir von Kunstlinsen eine allgemeine Verbesserung meiner Sehkraft mit anschließend deutlich dünneren Brillengläsern

    Jetzt mit 53 habe ich die ersten eigendiagnostizierten Anzeichen des grauen Stars und warte auf den Augenarzttermin im September.

    Es steht natürlich in den Sternen, ob die Augenärztin der gleichen Meinung ist wie ich ;) und ob so ein beginnender Star zur OP Indikation ausreicht.

    Aber vielleicht ist es das und dann muss man sich ja zwischen den unterschiedlichsten Linsentypen (mono-, bi-, multifokal) entscheiden.

    Irgendwie bekomme ich das Prinzip der bi und multifokalen Linsen nicht in den Kopf (trotz guter optischer Kenntnisse). Ich kann ja anders als bei einer Gleitsichtbrille nicht mal oben und mal unten durch die Linse gucken?

    Wäre das Gesichtsfeld nicht eingeschränkt durch solche Linsen?

    Hat jemand von euch oder eurem Umfeld wirklich gute Erfahrungen mit diesen Linsentypen gemacht oder ist es bei euch auch so wie in meinem Umfeld (mit nur 2 Beispielen), dass die Leute letztendlich nur mit einer Sehstärke in der Linse klarkommen und für die anderen Bereiche entsprechende Brillen nutzen? In dem Fall wäre in meinem Verständnis eine Monofokallinse sinnvoller.

  • Ich hab einen angeborenen Graue n Star und Kunstlinsen seit 1990 und 1998.

    Zu aller erst - lass dir nicht einreden, dass du zu jung bist und die Linsen aller 10 Jahre getauscht werden müssen. Das war schon vor fast 35 Jahren totaler Schwachsinn.

    Bifokallinsen kannst du direkt streichen - heutzutage braucht man die mittlere Entfernung ja eigentlich am häufigsten (Bildschirmarbeit und so).

    Multifokallinsen funktionieren so, daß die Linse mehrere Stärken eingebaut hat und das Gehirn sich jeweils das richtige Bild zusammensucht/auswählt. Klingt verrückt, funktioniert aber eigentlich ganz gut bei den Meisten. Großer Nachteil- wenn die Pupille weit ist (bei Dunkelheit), dann klappt das weniger gut und die Sicht wird meist etwas unscharf. Bist du oft im Dunkeln unterwegs oder liest gerne bei schwächeren Beleuchtung könnte dich das massiv stören.

    Ob Multifokallinsen für dich geeignet sind, könntest du ausprobieren, indem du dir Gleitsichtkontaktlinsen anpassen lässt. Da gibt es welche, die genau so funktionieren, wie die eingebauten Linsen. Kommst du damit im Alltag super zurecht, dann sind Multifokallinsen für dich vermutlich ne gute Wahl.

    Die Kosten für die Multifokallinsen sollten dich übrigens nicht abschrecke. Mit Monofokallinsen brauchst du den Rest deines Lebens Gleitsichtbrille oder Kontaktlinsen mit sehr hoher Addition (+2,5 oder 3). Und die sind sehr teuer. Und auch mit den Kunstlinsen wird sich deine Sehstärke im Laufe der Zeit ändern.

  • Großer Nachteil- wenn die Pupille weit ist (bei Dunkelheit), dann klappt das weniger gut und die Sicht wird meist etwas unscharf. Bist du oft im Dunkeln unterwegs oder liest gerne bei schwächeren Beleuchtung könnte dich das massiv stören.

    Ob Multifokallinsen für dich geeignet sind, könntest du ausprobieren, indem du dir Gleitsichtkontaktlinsen anpassen lässt. Da gibt es welche, die genau so funktionieren, wie die eingebauten Linsen. Kommst du damit im Alltag super zurecht, dann sind Multifokallinsen für dich vermutlich ne gute Wahl.

    Erfahrungen mit Kunstlinsen habe ich keine, aber ich habe seit Jahren weiche Multifokal-Kontaktlinsen und kann das alles ganz genauso bestätigen. Bei mir funktionieren die super (aber nur die Biofinity-Monatslinsen, andere Fabrikate waren deutlich schlechter) - und ich hab auch Bekannte, bei denen das gar nicht geht.

    Schlumpii Das mit der Dunkelheit ist interessant, da muss ich mal aufpassen. Ich hatte schon mit den Monofokallinsen früher im Dunkeln Probleme, daher ist mir in der Hinsicht noch nichts aufgefallen.

    Eine Frage noch, Schlumpii: ich hab auch harte Multifokallinsen, die ich aber nie trage. Der Optiker erklärte damals, die seien besser, weil sie nach einem anderen Prinzip funktionieren als die weichen.

    Für einen Test bezüglich der eingebauten Linsen bräuchte man harte Kontaktlinsen, oder?

  • Ich hab weiche Tageslinsen, die die verschiedenen Sehstärken auf der Fläche verteilt haben. Funktioniert bei mir super (außer im Dunkeln, aber da hab ich ganz andere Probleme, so dass es nicht auffällt).

    Die andere Variante sind konzentrische Kreise mit wahlweise Ferne oder Nähe in der Mitte. Die gibt es auch als weiche Linsen (ist anscheinend Standard bei Monatslinsen).

    Ich glaube die Kunstlinsen haben die wild verteilten Stärken.


    Was ich bei den Kunstlinsen noch anmerken möchte. Wenn Einstärkenlinsen, dann muss man sich entscheiden ob die auf Nah oder Fern eingestellt werden.

    Ich LIEBE es, dass meine Sehstärke sich so verändert hat, dass ich ohne Sehhilfe in der Nähe sehr scharf sehe. Abend ohne Brille oder Kontaktlinse noch im Bett lesen, bis die Augen zufallen...herrlich.

  • Danke Schlumi für die ausführliche Beschreibung!

    Mit Kontaktlinsen kam ich bisher nicht besonders gut zurück, was aber eher an Augentrockenheit liegt bzw , dass ich in jungen Jahren mich über Wochen durch eine Eingewöhnung an harte Linsen gequält habe, aber nie richtig damit gucken konnte, da meine Augäpfel wohl unrund sind und die Linsen immer nach unten rutschten. Dadurch habe ich quasi durch den Rand geschaut.

    Das wäre heute vermutlich völlig anders und ich sollte es testweise mal wieder ausprobieren.

    Das finde ich einen guten Hinweis, das gehe ich an.


    Du schreibst, du hast 90 und 98 Linsen bekommen. Dann quasi je ein Auge oder war was mit den ersten nicht in Ordnung? Hast du seitdem dieselben drin?


    Und wie oft das dann bei Multifokal nachts, wie kommt man mit dem Streulicht beim Fahren klar? Man kann die Linsen zum Fahren ja schlecht rausnehmen.


    Übrigens, bifokal wäre bei mir eigentlich nicht unbedingt verkehrt nach deiner Beschreibung. Ich arbeite sehr wenig am Schreibtisch, meist draußen bzw mit ganz naher Sicht, wenn ich in die Waben schaue und nach Eiern der bienenkönigin suche.

    Eine Brille für Computerarbeit würde mich am wenigsten stören.