Angelic Phoebe Molen (geboren 1991), erste griechisch-orthodoxe Diakonin der Neuzeit.
Am 2. Mai 2024 (dem orthodoxen Gründonnerstag voriges Jahr) ist Angelic Molen in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, durch den Metropoliten Erzbischof Serafim zur Diakonin geweiht worden. Ihr Weihename lautet Phoebe, nach dem Vorbild der Diakonin Phoebe aus dem Neuen Testament. Die sakramentale Weihe erfolgte nach dem gleichen Ritus wie bei einem männlichen Diakon und Angelic Molen trug die gleiche liturgische Kleidung wie ein männlicher Diakon und wurde ausdrücklich mit den gleichen pastoralen und liturgischen Aufgaben betraut. Zwei Tage nach der Weihe beförderte Serafim sie außerdem zur Erzdiakonin.
Bemerkenswert ist, dass Angelic Molen zum Zeitpunkt der Weihe eine verheiratete Mutter von zwei Kindern und erst 33 Jahre alt war. In der Orthodoxie gibt es eine lange Tradition von Diakoninnen, auch wenn seit dem Mittelalter fast keine Frauen mehr geweiht wurden (außer in der armenischen Kirche, dort gab es bis zum Genozid 1915/16 durchgehend Diakoninnen). Allerdings galt bisher die Regel, dass Frauen bei der Weihe mindestens 40 Jahre alt sein müssen, während für Männer ein Mindestalter von 30 Jahren gilt. Außerdem waren Diakoninnen im Unterschied zu Diakonen üblicherweise unverheiratet und meistens Ordensschwestern. Es ist auch umstritten, ob die früheren Diakoninnen tatsächlich mit den gleichen Aufgaben betraut waren wie ihre männlichen Kollegen und ob ihre Weihe sakramentalen Charakter hatte. In allen diesen Punkten hat Metropolit Serafim nun Fakten geschaffen.
Angelic Molen kam im Alter von 11 Jahren durch eine Freundin in Kontakt mit der griechisch-orthodoxen Kirche und überzeugte daraufhin ihre ganze Familie davon, zum orthodoxen Glauben zu konvertieren. Seitdem hat sie sich vielfältig in ihrer Kirche engagiert, unter anderem in einer Kooperative für arme Familien und in einer Müttergruppe, die sie selbst gegründet hat. Außerdem gründete sie ökologische Initiativen. Sie ist Studentin der Geographie und der Umweltwissenschaften und berät seit ihrer Weihe orthodoxe Gemeinden vor allem in ökologischen Fragen.
Orthodoxe Christen sind eine kleine Minderheit in Afrika, haben aber ihr eigenes, sehr altes Patriarchat (das von Alexandria), das sich bis auf den Evangelisten Markus zurückführt. Simbabwe ist besonders stark vom Klimawandel betroffen durch schwere Dürren.
Netzwerk Afrika Deutschland e.V. - Patriarchat von Alexandria weiht erste Frau zur Diakonin