Lehramtstudium - Ländersache?

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  • Aber es wird für Frontalunterricht weniger Personal benötigt. Zumindest in der Grundschule müsste man eigentlich immer zu zweit sein, wenn man Kinder vernünftig individuell begleiten und beraten möchte.

    Nicht nur Grundschule - ich unterrichte an einer Gesamtschule mit Inklusionsschülern. Das heisst man differenziert mindestens 4fach und steht zT alleine vor 30+ Schülern. Ich bin auch in einer Klasse, da sind wir zu zweit für 22 Schüler, das macht so einen krassen Unterschied. Aber dafür reicht die Personaldecke halt nicht und spätestens ab Klasse 8 ist man alleine in den Klassen.

    Ich sehe da aber wenig Zusammenhang zum benötigten Personal.

    "C'est ici que l'aventure se mêle au vent de la mer."

    Pierre Marc Orlan

    If something won't matter in 5 years, don't waste more than 5 minutes worrying about it now.

  • Bei Tochter steht auf der Negativliste ganz oben, dass man den Einsatzort zugewiesen bekommt. Ob Wünsche berüchsichtig werden ist unklar.

    Neu hinzugekommen ist die Sorge mit Blick auf Trump und AfD, dass der Wissenschaft widersprechende Dinge behandelt werden müssen und andere nicht behandelt werden dürfen.

  • Ich werfe nochmal Bremen ins Rennen, wenn deine Tochter noch so unentschlossen ist. Der Grundschulstudiengang nennt sich dort Bildungswissenschaften im Primar- und Elementarbereich und deckt das Kindesalter 0 bis 10 ab. Wenn also Grundschule dann doch eher nix ist, hat man da die Möglichkeit auch eher den Erziehungswissenschaftlichen Teil weiterzuverfolgen. Es wird als 3-Fächer-Bachelor im Grundstudium angeboten, Master schließt sich dann passend an.

    Zu Berufsschullehramt geistert mir im Kopf: Braucht man dafür nicht eine vorher abgeschlossene Berufsausbildung oder ist das auch bereits aufgeweicht?

    Da wäre ja die Frage, was deiner Tochter da vorschwebt.

    Man kann ganz regulär Berufsschullehramt ohne vorherige Ausbildung studieren (auf jeden Fall in Nds) hat meine Nichte gemacht. In Hannover läuft Sozialpädagogik für Berufsschullehramt jedoch leider aus.

    Hat deine Tochter schon an einer Studienberatung über das Arbeitsamt teilgenommen?

  • Zu Berufsschullehramt geistert mir im Kopf: Braucht man dafür nicht eine vorher abgeschlossene Berufsausbildung oder ist das auch bereits aufgeweicht?

    Kommt auf die Fächer an - in den allgemeinen Fächern auf jeden Fall nicht (Deutsch, Mathe, Englisch etc.).

    Cesalu Ich finde, Frontalunterricht (oder zumindest Phasen mit Frontalunterricht) hat, zumindest in der gymnasialen Oberstufe, durchaus seine Berechtigung - es ist einfach sehr zeiteffizient. Solange die Bildungspläne so voll sind, geht es auch anders einfach nicht.

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  • Bei Tochter steht auf der Negativliste ganz oben, dass man den Einsatzort zugewiesen bekommt. Ob Wünsche berüchsichtig werden ist unklar.

    Genau das selbe stand bei meiner Tochter auch ganz oben auf der Negativliste.

    Auch das ist wieder bundeslandabhängig. Ich habe mich in BaWü zum Beispiel schulscharf (also an der ausschreibenden Schule) beworben und auch meine Versetzung jetzt erfolgt an eine von mir namentlich genannte. Auch in Bayern hätte ich eine Stelle mitten in der Stadt bekommen, in der ich gewohnt hätte. Auch andere Bundesländer schreiben auch schulscharfe Stellen aus. Das hängt immer auch vom Bedarf, den Fächern und den Noten ab. Je besser die sind, desto weiter oben landet man im Ranking. Klar, eine Kollegin wurde über die Landesliste eingestellt und hängt nun 200km von ihrer Heimat entfernt fest und hat ohne Familienbindung auch kaum eine Chance, versetzt zu werden, da sie auch noch total überbelegte Fächer hat. Kann auch passieren. Muss aber nicht.


    Nur kann man das immer von heute aus nicht sagen. Mir wurde damals in der Studienberatung dringend von Lehramt und dann noch von meinen Wunschfächern abgeraten (weshalb ich erst mit einem anderen gestartet bin und dann noch gewechselt habe) und als ich nach 5 Jahren mit dem Studium und nach weitern zwei Jahren mit dem Ref fertig war, konnte ich mich vor Stellen gar nicht retten. Mittlerweile hätte ich sogar mehrfach in meine Heimat zurückgehen können, wo es wiederum vor 15 Jahren überhaupt keine Stellen gab.

    Ich empfehle tatsächlich, das zu studieren, wonach einem der Sinn steht und nicht, was Berufsberater heute prophezeien.

  • Bei Tochter steht auf der Negativliste ganz oben, dass man den Einsatzort zugewiesen bekommt. Ob Wünsche berüchsichtig werden ist unklar.

    Genau das selbe stand bei meiner Tochter auch ganz oben auf der Negativliste.

    Ich arbeite ja in Bayern und habe jedes Mal meinen Wunschort bekommen. Mittlerweile ist die Situation so, dass sie den Lehrern sehr entgegenkommen, weil sie es sich bei dem Mangel nicht leisten können, dass sie absagen.

  • Klar, eine Kollegin wurde über die Landesliste eingestellt und hängt nun 200km von ihrer Heimat entfernt fest und hat ohne Familienbindung auch kaum eine Chance, versetzt zu werden, da sie auch noch total überbelegte Fächer hat. Kann auch passieren. Muss aber nicht.

    Aus Sicht anderer akademischer Fächer ist das ein Luxusproblem.

  • In SH ist es so, dass die die großen (Uni)Städte Flensburg, Lübeck, Kiel sehr gut versorgt sind, da können halt nicht mehr alle hin


    Aber solche Situationen haben Ärzte ja zB auch.

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    Pierre Marc Orlan

    If something won't matter in 5 years, don't waste more than 5 minutes worrying about it now.

  • Oh danke Cidre das klingt ja wirklich mal besonders. Ich hab es ihr vorgeschlagen

    Cesalu kkar sind da große Unterschiede, passend zu ihrer allgemeinen Unentschlossenheit.

    Psychologie, fand sie in der Schule super spannend, daher hätte sie Lust das zu studieren.

    Ergotherapie, reizt sie total vom Einsatz her, aber sie meint die Bezahlung ist ihr zu schlecht, außerdem will sie studieren, die meisten Studiengänge bauen aber auf eine Ausbildung auf.

    Grundschullehramt, findet sie vom Alter her toll und das waren auch immer ihre FSJ und Praktikumseinsätze. Ich persönlich kriege die Krise wenn ich höre wie sie dem kleinen Bruder bei den Hausaufgaben hilft…

    Berufsschullehramt reizt sie die Altersgruppe und die Vielfältigkeit. Oberstufe, Erzieherausbildung, … außerdem meint sie wird dort Englisch Unterricht toll sein. Sie war selber auf so einer Berufsschule für ihr Abi und hat die Zeit dort sehr genossen.

    Was sie tatsächlich mal genau weiß, sie will nicht in die Mittelstufe.

  • Ich brauch mal wieder euren Rat. Die Bewerbungen meiner Tochter laufen gerade, ihre Wunsch-Uni könnte was werden, wenn der NC dieses Jahr so ist wie letztes oder vorvorletztes Jahr. Allerdings kommt da die Entscheidung erst ab August. andere Unis haben sich aber schon jetzt zurückgemeldet. Zwei hat sie jetzt schon verstreichen lassen, da sie eben lieber zu der anderen möchte. Das eine war der klare Zweitwunsch.


    Wenn das aber nicht klappt mit dem Hauptwubsch, guckt sie immer noch nach einem Plan B bei den zulassungsfreien Sachen.

    Nun hat sie etwas gefunden und überlegt ob man damit gute Chancen hätte auch an allgemeinen Grundschulen arbeiten zu können, denn zumindest in unserem Bundesland werden Förderschulen massiv abgebaut. Sie überlegt:

    Lernbehindertenpädagogik / Sprachbehindertenpädagogik LEHRAMT AN FÖRDERSCHULEN
    Mit den Grundschullehrfächern Mathe und Englisch (ist möglich, wird aber abgeraten, bei Fachrichtung sprachbehinderungen) und die Option auf DaZ als Zusatzfach ab dem 4.Semester.

    Ich, mit meinem Denken von Fachkräftemangel und Inklusion, denke, dass mit dieser Kombination Stellen zu finden möglich wäre. An Förderschulen aber auch an inklusiven Grundschulen. Was meint ihr? Sie hat Sorgen, auch weil Englisch in der Kombi eher nicht empfohlen ist laut Webseite.

  • Ich, mit meinem Denken von Fachkräftemangel

    Auf den "Fachkräftemangel" würde ich bei Studienbeginn jetzt nicht setzen. Die Kinderzahlen gehen zurück. Manche Städte planen schon umfangreiche Schließungen von Kindetgärten. In ein paar Jahren wird es weniger GS-Kinder geben.

  • Welches Bundesland?

    Meine Freundin hat Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Sprache in Bayern studiert (auf Mittelschule) und arbeitet jetzt als Förderkraft in der Grundschule in Hessen. Sie nimmt dann Kids stundenweise raus und arbeitet mit ihnen separat.

    Geht also schon.

  • Schwierig, das vorherzusagen. Was wollte sie denn eigentlich als Erstwunsch?

    Wenn ihr das Lehren des Fachs Englisch wichtig ist, dann ist die Kombi vielleicht schwierig. Es hängt vom Bundesland und von der Einzelschule ab, wie Sonderpädagogen eingesetzt werden. Für Berlin sind die Förderschulen Lernen, Sprache und Emotional-Soziale Entwicklung im Grunde abgebaut, d.h. dass alle Kinder zusammen in der Grundshule lernen. Wie dort die Förderung organisiert ist, ist sehr unterschiedlich. Einige wenige Schulen arbeiten mit Teamteaching, d.h. Grund- und Sonderschullehrer arbeiten binnendifferenziernd zusammen als Klassenlehrer einer Klasse. Die meisten arbeiten so, dass Sonderpädagogen die Kinder für einzelne Förderungen raus nehmen, Beratungen der Grundschulehrer vorgesehen sind. Beim letzteren Modell werden sie oft als Vertretungslehrer für die ganze Schule genutzt. Ich denke, dass Englischunterricht dann eine untergeordnete Rolle spielt.

    Derzeit sind die Einstellungschancen wohl gut, aber in Berlin haben auch die Schulen ab Klasse 7 einen Bedarf an Sonderpädagogen und der Einstieg dort ist nur möglich mit einer Lehrerlaubnis bis Klasse 10.

    Der ganze Bedarf kann auch deshalb nicht vorhergesagt werden, da von einem auf das andere Schuljahr die Zumessungsgrenzen einfach politisch geändert werden können, das heißt, dass pro Kind weniger Förderstunden berechnet werden und dann kann durchaus eine ganze Stelle pro Schule weg fallen und dann hat man plötzlich keinen offiziellen Bedarf mehr.

    Auch für andere Bundesländer weiß man eben nicht, wie dort politisch agiert werden wird. Auf jeden Fall ändert sich der Beruf mehr als der des Grundschullehrers und Flexibilität ist von Vorteil.

  • Das ist genau der Grund warum meine Tochter sich für Grundschullehramt Deutsch und Geo angemeldethat. Sie kann danach noch die Weiterbildung zu Sonderpädagogik machen und ist dann sehr flexibel im Einsatzort.

    Sie besuchte als Kind eine private Montessorischule mit großer Anzahl an Inklusionskindern. In ihrer Klasse waren ein Klassenlehrerin und zu 50% der Zeit eine Sonderschulpädagogin. So möchte sie gerne auch arbeiten.

  • Müsli das ist hier auch die Erstwahl. Also eigentlich Grundschullehramt und gerne Englisch und denn förderpädagogischen Aspekt später. Wir hoffen einfach auf die Wunsch Uni.

    Ich kenne zwei Förderschullehrerinnen die in Grundschulen unterrichten und dann alle möglichen Fächer. Aber ganz sicher bin ich mir nämlich auch nicht ob sie klassisch förderschullehrerinnen sind oder dieses später angehängt haben.

    Nach momentanen Vorstellungen reizt sie reine Förderschule auch nicht so sehr. Wobei sich das ja alles noch ändern kann.

  • Welches Bundesland?

    Meine Freundin hat Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Sprache in Bayern studiert (auf Mittelschule) und arbeitet jetzt als Förderkraft in der Grundschule in Hessen. Sie nimmt dann Kids stundenweise raus und arbeitet mit ihnen separat.

    Geht also schon.

    Aber arbeitet sie auch regulär mit den Klassen oder nur mit einzelnen Schüler:innen?

  • Liege ich mit Niedersachsen richtig? Alle Grundschulen sind hier inklusiv vom Label her. Für Förderschullherkräfte an GS bedeutet das 2h pauschal pro Klasse (so wird der Bedarf errechnet, der Bedarf wird sehr oft nicht ebgedeckt) je nach Schulkonzept geht die FöSL dann mit in die Klasse oder holt sich die Kinder raus.

    On Top (und das ist je nach Schulgröße und Klientel mitunter sehr viel Arbeit) kommen die Gutachten und Überprüfungen und die Präventiven Angebote


    In der Regel also keine eigene Klasse viel Arbeit auf Zuruf und viel Schreibarbeit und Mangelverwaltung

  • Das klingt ja eher nicht so schön…. Also zumindest nicht für sie passend.
    Aktuell sind wir in nds. die Wunschunis sind in anderen BL und wo es sie später hinzieht weiß sie auch noch nicht. Also wie immer bei diesem Kind. Alle Optionen offen.