Tips für Glutenfreies Leben erbeten

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  • Madrone  #knuddel

    Nussallergie und Zöliakie und Lactose-/Fructoseunverträglichkeit sind wirklich drei Paar Schuhe, das war mein Punkt.

    Und Du hast absolut recht: bei einer (Nuss-)Allergie ist Desensibilisierung (also der Kontakt mit kleinsten, tolerablen Mengen) Mittel der Wahl, sofern kein allergischer Schock droht (wie bei meiner Freundin). So eine "echte" Allergie kann wieder verschwinden, das Immunsystem neu lernen.

    Fructose und Lactose ist immer eine Frage der Menge. Es passiert auch im Körper nichts schlimmes, außer Durchfall etc. (ok, dauerhaft ist das auch nicht gesund).

    Bei der Zöliakie wird durch Gluten (kleinste Mengen!!!) quasi ein Schalter umgelegt, der den Autoimmunprozess mit all seinen schädlichen Auswirkungen startet. Bauchweh und Durchfall sind das kleinste Problem dabei. Auf der anderen Seite: es ist die einzige Autoimmunerkrankung, die man vollständig stoppen kann: einfach kein Gluten essen!

  • Ich sehe das wie Eiche, das Ganze der Reihe nach angehen:

    Glutenfrei leben könnte das Fructoseproblem mit hoher Wahrscheinlichkeit lösen. Das habe ich schon von sehr vielen Zöliakiepatientinnen gehört.

    Mittelfristig würde ich persönlich die Nussallergie angehen - eine so starke Reaktion ist js nicht einfach nur ein bisschen unpraktisch, sondern sehr einschränkend und gefährlich.

    Und dann möchte ich Mut machen: glutenfrei ist keine Hexerei und es lebt sich ganz gut in einer gemischten Familie. Wichtig ist es einfach, die Küchen- und Tischhygiene ernst zu nehmen - aber wenn alle Familienmitglieder das Verhalten intus haben (zum Beispiel die Brötchen nicht über den Teller des Zölis weiter zu reichen), dann geht das wunderbar. Wir haben hier seit gut 10 Jahren einen quietschfidelen Zöli leben, ohne "Unfälle". Gerade muss allerdings die Schwester noch lernen, was sie beim Backen beachten muss, damit die Küche danach nicht "gefährlich" ist.

    Wir haben uns das Leben einfach gemacht: häufig genutzte Dinge wie Brühe, Allzweckmehl, Stärke... sind glutenfrei. Die meisten Snacks auch. Schneidbretter und Rührlöffel sind Kunststoff, Toaster und Mixer besitzen wir nicht.
    Bienenwachstücher nutzen nur die Nicht-Zölis für Brotboxen, der Zöli kriegt normale Haushaltsfolie.

  • So eine "echte" Allergie kann wieder verschwinden, das Immunsystem neu lernen.

    Bei den wirklich gefährlichen Allergien - Hasel- und Erdnussallergie gehören dazu - steigen die Chancen auf erfolgreiche Desensibilisierung, wenn man vorher etliche Jahre keinen Kontakt zu den Allergenen hat. Es bilden sich ohne Kontakt keine neuen Antikörper dagegen und die vorhandenen unterliegen der Zellalterung. Deswegen empfehle ich (ohne wissenschaftliche Evidenz, nur aus Erfahrungen in der eigenen Wahlverwandtschaft), Gluten und die Nüsse bis auf weiteres gleich zu behandeln.

    Es gibt in Deutschland mehr Frauen als Männer. Andernfalls wäre unser Staat längst zusammengebrochen.

  • So eine "echte" Allergie kann wieder verschwinden, das Immunsystem neu lernen.

    Bei den wirklich gefährlichen Allergien - Hasel- und Erdnussallergie gehören dazu - steigen die Chancen auf erfolgreiche Desensibilisierung, wenn man vorher etliche Jahre keinen Kontakt zu den Allergenen hat. Es bilden sich ohne Kontakt keine neuen Antikörper dagegen und die vorhandenen unterliegen der Zellalterung. Deswegen empfehle ich (ohne wissenschaftliche Evidenz, nur aus Erfahrungen in der eigenen Wahlverwandtschaft), Gluten und die Nüsse bis auf weiteres gleich zu behandeln.

    Danke Silbermöwe , das ist ein wichtiges Argument.

    Ich hätte sonst vielleicht doch Schokolade, Riegel und Schokocreme weiterhin gegessen - bin leider ein absoluter Junkie - , der Verzicht fällt mir uuuunglaublich schwer #crying und bis vorgestern wusste ich nichts davon und hab jeden Morgen Schokocreme auf meinem Brot gegessen. Die letzten Wochen jetzt glutunfrei und laktosefrei.

    Dachte, damit wäre es doch jetzt mal gut. Auf alle Nüsse jetzt auch noch zu verzichten, weil ich einmal eine schwere Reaktion hatte (wie gesagt, eigentlich nur naturbelassene Mandeln gegessen, aber drauf hat der Bluttest nicht angeschlagen) ist echt eine noch schwerere Einschränkung.

    Ich bin gerade echt verzweifelt und traurig.

    Andererseits ging es mir in den letzten Jahren echt schlecht (ich war die, die mal völlig fertig den "Ich will nicht alt werden" - Thread geschrieben hat ...) Und dank einer 6 wöchigen Ernährungsumstellung auf Glutenfrei und Laktosefrei gehts mir schon deutlich besser. Und auch weil mein mann als Arzt mich wöchentlich mit Eiseninfusionen und VitaminB Spritzen päppelt.

  • Gerade muss allerdings die Schwester noch lernen, was sie beim Backen beachten muss, damit die Küche danach nicht "gefährlich" ist.

    Wir haben uns das Leben einfach gemacht: häufig genutzte Dinge wie Brühe, Allzweckmehl, Stärke... sind glutenfrei.

    So ähnlich handhabt das auch eine befreundete große Familie... zwei Zölis, der Rest Normalos. Gebacken wird ausschließlich glutenfrei, Brotbelag und Kochkram auch gf, außer Nudeln, Brot, Müsli. Erfordert halt Wissen, Disziplin, Mitdenken und Respekt der Leute, die im Hause ein- und ausgehen (den Respekt erwähne ich, weil ich in der Zöli-Schwerpunktkur doch so einige wirklich traurige Geschichten gehört habe).

    Mein Mann isst lieber solidarisch glutenfrei, als auf seine Krümel aufzupassen (hier ist es finanziell aber auch nicht knapp).

  • Wir hatten da ja bis anhin meist sehr respektvolles Verhalten, mit Ausreissern (ausgerechnet ein eher hochpreisiges Weiterbildungshaus hatte eine nicht kur unfähige sondern auch noch pampige Küche... "Weiss ich nicht, wollen sie es riskieren? Und nein, ausser Reis haben wir sonst nix"). Ferien machen wir oft in Italien, dort ist die Durchschnittsbelanntheit von Zöliakie sehr gross.

    Und ja, innerhalb der Familie ist es easy, wenn zwei Erwachsene und ein sehr kooperatives Kind/Teenager aufpassen, bei Kleinkindern im Haus ist es nochmal ganz was Anderes.

  • Wir haben in unserer kleinen Küche und mit nicht unbegrenzten finanziellen Ressourcen es so gelöst, dass der Zöli seine eigene Küchenecke hat und im Tiefkühler und im Vorratsschrank seine eigenen Fächer.

    In der Zöliecke stehen der Zölitoaster und die Zöliholzbretter, dort liegt auch meist das Zölibrot in Beutel oder Tuch eingeschlagen.

    Wir haben nach wie vor glutenhaltiges Brot (wir essen sehr brotlastig und nur gf wäre viel zu teuer/aufwendig in der Herstellung) im Haus, aber keine glutenhaltigen Mehle/Griess etc. Wir vermeiden Brot, dass mit viel Mehl abgestaubt ist und Mehl in unserer Küche verbreiten könnte.

    Wir haben uns einen kleinen zusätzlichen Ofen angeschafft, in dem auf die Schnelle auch mal zwei Brötchen aufgebacken werden können oder eine Fertigpizza gemacht.

    Beide Öfen werden sowohl für gf, als auch für gh verwendet (Pizza, Fischstäbchen), aber man kann dann eben beide Versionen zeitgleich zubereiten, ohne zeitliche Verzögerung und ohne Kontamination.

    Generell wird der große Ofen fast nur für glutenfrei verwendet, einfach, weil das halt viel öfter vorkommt. Ich backe ca. 3mal pro Woche, wir essen häufig selbstgemachte Pizza (die ist dann für alle glutenfrei).

    Falls Du Facebook nutzt, schau mal bei Jörg Hecker glutenfrei und Oliver Welling glutenfrei.

    Da kann man gut lernen, wie man glutenfrei backen kann.

    Mein Lieblingsmehl für Pfannkuchen/Waffeln/Mürbeteig/Rührteig ist das Universalmehl vom Bauckhof.

    Für Hefeteige Brot-Mix von Schär.

    Falls man gern bio und vollkorn backen möchte, lohnen sich die Rezepte von Jörg Hecker (gibt auch ein Backbuch)- der hat viele Rezepte, die auf Buchweizen/Teff/Linsen etc. basieren.

    Unser Zöli mag die Schärbrote alle nicht, nur das Knäckebrot und das Knusperbrot.

    Und klar- es gibt die Problematik mit der glutenfreien Weizenstärke, aber wir haben gute Erfahrungen mit den TK-Produkten von Fria gemacht und die letzte Spiegelung (aus einem anderen Grund durchgeführt, aber wo man schon da war, konnte man ja auch Proben nehmen) ergab Null Anhaltspunkt einer Zöliakie (Antikörper sind seit Jahren nicht mehr nachweisbar).

    Zöliakie ist eine große Herausforderung in Deutschland-gerade in Sachen Geselligkeit/Essen gehen, aber man kann trotzdem ganz gut damit leben.

    Viel Erfolg!

  • Lillifee3 Eines meiner Kinder ist Zöli-diagnostiziert, seit es 7 ist.

    even: Ja, die funktionieren- es ist halt manchmal lästig, soviele verschiedene Mehle zu beherbergen, einfach nur Mix-B ist einfacher in meinem Alltag. Aber wenn man vollwertig backen möchte, eine gute Option.

    Häufig ist halt Xanthan drin und gemahlene Flohsamenschalen, um Feuchtigkeit zu binden und als Konsistenzgeber. Dafür wäre eine Feinwaage hilfreich, die ich aber nicht besitze, ich nehme einfach immer eine Minimenge und hoffe das Beste :-).