Problem ansprechen in Kita

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  • Liebe Raben,

    ich brauche von euch mal Vorschläge wie ich ein bestimmtes Verhalten einer Erzieherin anspreche. Wir haben am Montag ein Entwicklungsgespräch, da ist auch die Leitung der Kita dabei. Sie ist eigentlich ganz zugänglich.

    In der Gruppe von A. gibt es eine Erzieherin, die von Integration nichts hält. Seine Bezugs- und gleiczeitig Integrationerzieherin hatte uns das auch schonmal durch die Blume gesagt.

    Seit die alte Chefin weg ist, darf die I- Erzieherin aber endlich ihre Arbeit machen. Trotzdem finden das wohl nicht alle Kollegen so toll....

    Letzte Woche war wieder so ein Ding: mein Mann gibt A. ab in der Kita und sagt, dass er eine Windel an hat heute (er wird gerade trocken), weil er keinen Schlüppi wollte. Die Erzieherin sagte, dass er immer einen Schlüppi über der Windel haben soll, falls er sich die Windel mal auszieht (ist einmal vorgekommen). Sie hätten dann keine Zeit ihm die Hose aus und die Unterhose anzuziehen. Mein Mann erklärte, dass A. das aber heute auf keinen Fall wollte. Das kann sie nicht verstehen, denn in der Kita klappt das auch alles. Mein Mann hat ihr das alles versucht pädagogisch zu erklären aber sie sagte immer wieder, dass sie das alles nicht versteht.

    Dauernd kommt sowas. Als es für A. schwierig war morgens in die Kita zu kommen und er viel geweint hat, fragte sie, ob man da denn nicht mal Hilfe holen kann von einem Physiotherapeuten (ich denke sie meinte Psychotherapie) oder so.

    Sonst ist das Kind wirklich lieb. Das berichten auch die anderen Erzieher. Haut nicht, nimmt nix weg, spielt den ganzen Tag meistens alleine für sich, malt, bastelt und geht selbstständig in den Garten.

    A. hat eine Sprachverzögerung und dadurch braucht er halt etwas mehr Aufmerksamkeit. Wir sind uns sicher, dass er Autist ist wie der große Bruder.

    Ich hatte den Heilpädagogischen Dienst in die Kita geschickt und der sagte, dass das Kind ganz wunderbar ist und man jetzt nicht so viel machen muss, damit er Übergänge leichter schafft.

    Aber diese eine Erzieherin, die kommt damit nicht klar.

    Wie spreche ich das am Montag an? Ich bin es soooo leid immer erklären zu müssen wie man mit besonderen Kindern umgeht.

  • Ich würde wohl ansprechen, das euch aufgefallen ist, dass eine MA im Umgang mit A. mehr Schwierigkeiten hat. Das es um das Verständnis von A.s Verhalten geht.

    Dann die Situation wertfrei beschreiben.


    Grundsätzlich muss sie es nicht verstehen sondern lediglich akzeptieren.

    Dass sie keine Zeit dafür haben, ist keine Option. Dann muss sich Zeit dafür genommen werden. So wat. Das ist ne Kita, da erwarte ichbsowas einfach.

  • Was ist denn genau dein Ziel, das du erreichen willst.

    Ich finde nicht, dass sie es verstehen muss. Ich verstehe viele Sachen nicht.

    Aber was passiert denn, wenn er sich die Windel auszieht? Mir erscheint das, so wie du es schilderst, als ein sehr weit hergeholtes Problem.

    Ich kann schon ein Stück weit nachvollziehen, dass die Erzieherin darum bittet gewisse Dinge zu machen, weil im Kindergartenalltag keine Zeit dafür ist.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Mein Ziel ist, dass ich nicht jedes Mal erklären will, dass gewisse Dinge eben einfach anders sind bei A.

    Ich werde mein Kind aber nicht zwingen bestimmte Dinge zu tun, weil in der Kita für dies oder das keine Zeit ist.

    Das hatten sie damals als er 2 war schon mit den Sonnenmützen versucht. Wir sollen den Kindern sagen, dass sie die aufgehalten sollen, weil sie keine Zeit haben das jedem Kind zu sagen.

    A. hat mit 2 noch gar nichts verstanden. Wie hätte ich das machen sollen?

    Und jetzt soll er mal bitte nicht so aufwendig sein, weil trotz I-Status und einer halben Stelle mehr keine Zeit da ist.

    Wie erkläre ich ihm das? Er ist doch schon echt super angepasst.

  • Was passiert denn, wenn ihr einfach auf solche Dinge mit "beim nächsten Mal" antwortet?
    Ich hätte gar nicht den Impuls, das Personal zu erziehen, wenn es nur einzelne betrifft. Er hatte keine Unterhose an, ist der IST-Stand. Da würde ich gar nicht endlos diskutieren. (sagt sich so einfach, weiß ich).

  • Die Erzieherin sagte, dass er immer einen Schlüppi über der Windel haben soll, falls er sich die Windel mal auszieht (ist einmal vorgekommen). Sie hätten dann keine Zeit ihm die Hose aus und die Unterhose anzuziehen.

    Und wie machen sie das dann bei kindern, die, trotz eigentlich trocken, mal einnässen?

    Kommt ja durchaus vor. Da ist das ja eine wesentlich größere aktion , als nur eine unterhose anzuziehen.


    Und was nutzt die blanke unterhose ohne windel bei einem kind das nicht trocken ist?


    Ich verstehe das problem der erzieherin nicht.


    Und im zweifelsfall immer das antworten;

    Und jetzt soll er mal bitte nicht so aufwendig sein, weil trotz I-Status und einer halben Stelle mehr keine Zeit da ist.

    Deshalb hat er I-Status und es gibt dafür eine halbe stelle mehr, da muss das einfach drin sein.

  • Ihr könntet ihr ja auch Tipps zum „einfach“ denken geben. Zum Beispiel bei der Windel, „wenn er sie später ausziehen möchte, dann ist er eben mal ohne Unterhose, geht doch auch“ oder in Situationen wie mit dem Sonnenhut. „Ja klar, erklären kann ich, wie er es dann umsetzt werden sie sehen,“ freundlich lächeln und weitergehen. Ich mein was soll sie denn machen? Sie wird ja ein Kind nicht eingepiescht lassen oder ohne Mütze in der prallen Sonne spielen lassen.

    Verstehe ich es richtig, dass ihr euer Kind bzw. seine benötigten Strukturen nicht gesehen fühlt?

    Ihr könntet den Fachkräften auch ein Buch geben, dass ihr besonders hilfreich findet, falls es da eines gibt.
    Und ansonsten es in dem Gespräch einfach ansprechen. Ihr könnte gewissen Dinge leisten und Gewissen eben nicht, es ist euch wichtiger, dass das Kind zufrieden in die Kita geht mit Windel, als heulend und in Streitlaune mit Unterhose. Euer Alltag auch mit dem großen Kind im ASS hat sich gezeigt dass dieses für euch und die Kinder besser ist. Gerne könnt ihr aber Unterhose oder Whatever mitgeben, falls es im Kiga wichtig ist, dass Regeln eingehalten werden.
    Ihr könntet natürlich auch ganz freundlich und interessiert nachbohren Konzept zum Umgang mit I-Kindern in bestimmten Situationen fragen. Also so nach dem Motto, was könnt ihr gemeinsam tun um den Alltag bestmöglich zu gestalten. Fragen wo sehen sie noch Schwierigkeiten und wo ihr. Dafür sind doch diese Gespräche.

  • mausehaken82 der Kindergarten war ehrlich sehr speziell oder?

    Ich sehe es ja so, dass sowohl eure, als auch die Ansicht der Erzieherin nebeneinander stehen können.

    Ihr zieht keine Unterhosen an und wenn das Kind sich die Windel auszieht, dann kann es sein, dass keine Zeit ist eine Unterhose anzuziehen und das Kind läuft ohne herum.

    Auch mit dem Sonnenhut. Ja ihr sagt das dem Kind, aber das ist ja keine Garantie, dass es immer und überall klappt.

    Ich glaube bei solchen Personen müsst ihr eher auf Durchzug schalten. Besteht die Möglichkeit so Sachen wie die mit der Windel der Bezugserzieherin zu sagen?

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Ich kann mir in solchen Situationen wie mit dem Schlüppi ein freundliches: werde ich ihm nächstes Mal sagen' zum Beenden vorstellen.

    Und ja, ich würde es ggü der Leitung ansprechen, dass ihr euch wünscht, dass auch diese Erzieherin die Einschränkungen einfach akzeptiert. Würde sie bei einer körperlichen Einschränkung doch vermutlich auch tun.

  • Je nach Zeit und Laune:

    "Das brauchen Sie nicht verstehen, dass ist so.

    Es Ihnen zu erklären bringt gar nichts, also lasse ich es ab jetzt. Wir teilen Ihnen nur noch mit, was ist."

    oder aber auch:

    "Ok, ich erkläre es Ihnen noch mal. Das ist ja auch sehr kompliziert.

    Also: Das Kind hat einen I-Status wegen Autismus. I-Status bedeutet, dass es besondere Bedürfnisse hat und darum auch wegen unseres Kindes vom Staat entsprechend Geld für mehr Personal da ist.

    Ist das verständlich? Oder muss ich das noch mal erklären?

    Autismus bedeutet: (Hier Erklärung einfügen auf dem intellektuellen Niveau von drei jährigen).

    Darum laufen bei uns manche Dinge wirklich anders, als bei anderen Kindern. Sie können an unser Kind also nicht die gleichen Anspürche stellen, wie an andere Kinder im gleichen Alter. Können Sie mir soweit folgen? Das "nicht" haben sie verstanden?

    ..."

    Das alles langsam, mit freundlichem nachsichtigem Lächeln und sehr geduldig.


    Leute, die sich dumm stellen auch mal so behandeln, als wären sie dumm, wirkt gar nicht so selten echt Wunder.

    Erstmal sind sie beleidigt, dann kann man damit kontern, dass sie ja immer gesagt hat, dass sie es nicht versteht, und man sie nur beim Wort genommen hat.

    #weissnicht  :D

    dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, (.......)

    ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch

    – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn – wenn ihr nicht NEIN sagt.

    (Wolfgang Borchert)

  • Ich würde es ganz sicher nicht so wie Shevek es vorschlägt machen wenn das Kind noch länger in die Einrichtung gehen soll - das hat aus meiner Sicht hohes Eskalationspotential.

    Leute, die sich dumm stellen auch mal so behandeln, als wären sie dumm, wirkt gar nicht so selten echt Wunder.

    Erstmal sind sie beleidigt, dann kann man damit kontern, dass sie ja immer gesagt hat, dass sie es nicht versteht, und man sie nur beim Wort genommen hat.

    Das kann man doch nur mir Leuten machen, auf die man nicht angewiesen ist. Gerade wenn es um die eigenen Kinder geht, die sich nicht wehren können und die je nach Alter und Typ nicht mal erzählen (können) wenn da seltsame Dinge passieren, halte ich das für absolut keine geeignete Strategie.


    Ansonsten würde ich mit der Leitung wohl auch diskutieren, dass Ihr nicht den Eindrukc habt, dass diese eine Erzieherin versteht, welche Probleme das Kind hat und welche Bedeutung der I-Status habt. Und sie das bitte mit der Kollegin noch mal klären könnte.

  • So würde ich sicher nicht argumentieren / mit Personen sprechen, von denen mein Kind betreut werden soll.

    Wäre ich die betreffende Betreuungsperson und jemand würde so mit mir sprechen, wären sowohl die Eltern als auch das Kind bei mir unten durch.

    Ich mach' mir die Welt...widdewidde wie sie mir gefällt...

    Trallari trallahey tralla hoppsasa...#banane

  • Unten durch? Und dann?


    Würde mir eine Mutter mit so einer in meinem Augen herablassenden Aussage kommen, wie shevek sie vorschlägt, dann würde ich als professionelle und kompetente Fachkraft doch nicht denken, boah ist die Familie doof. Ich würde mit ihnen reden und ansprechen wo ich Probleme sehe.
    Das Kind kann doch am wenigsten dafür dass sich die Erwachsenen nicht verstehen.

  • Es klingt aber aus der geschilderten Perspektive (!) nicht unbedingt nach kompetenter Fachkraft #angst

    Und nein, ich würde auch nicht so argumentieren wie Shevek. Das eine ist eine professionelle Reaktion. Das andere, dass da dennoch ein Mensch hintersteckt.

  • Klar kann das Kind nichts dafür. Dennoch würde ich mich nicht derart herabassend behandeln lassen wollen.

    Ich persönlich wäre nach einem Gespräch wie Shevek vorschlägt noch weniger bereit, mich mit den Special Effekts des Kindes auseinander zu setzen.

    Dass! besprochen werden muss, welchen Umgang das Kind braucht,steht außer Frage.

    Aber sicher nicht so.

    Ich mach' mir die Welt...widdewidde wie sie mir gefällt...

    Trallari trallahey tralla hoppsasa...#banane

  • Ich ( als Mama und auch als Erzieherin) würde um ein Elterngespräch bitten. In Ruhe, nochmal beide Seiten erklären lassen.

    Dadurch wird das Gespräch auch dokumentiert, durch ein Protokoll und ihr könnt bei Bedarf immer darauf hinweisen.

    Die Realität mit einer I-Kraft sieht leider nicht so aus wie es sein sollte.

    Dein Gesicht wird Dir geschenkt, lächeln musst Du selber #blume

  • Die Realität mit einer I-Kraft sieht leider nicht so aus wie es sein sollte.

    Ich glaube das ist auch ein großes Problem. Das ist ja keine halbe Stelle, die nur für das Kind da ist. Es wird auch leider immer schlechter, weil es so ein großes Personalproblem gibt.

    Bei einem Gespräch, wie Shevek vorschlägt, würde ich denken, dass die Eltern dumm sind. Das Kind kann nichts für die Eltern. Ich gehe auch davon aus, dass die Erzieherin sich dem Kind gegenüber gut verhält.

    Es gibt nunmal sehr viele Kinder in der Gruppe, auch Kinder mit Besonderheiten, auch wenn sie keinen I-Status haben.

    Ich habe tatsächlich noch nicht ganz verstanden, ob die Problematik ist, dass die Erzieherin das anspricht bei den Eltern. Das ist doch legitim.

    Oder ob sie tatsächlich mit dem Kind nicht gut umgeht.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Shevek

    Würde jemand so mit mir reden, dann würde ich im Gegenzug fragen, warum Eltern einer soooo dummen Person wie mir ihr Kind anvertrauen. Da ich offensichtlich so dumm bin, sollten sie wohl besser eine geeignetere Betreuung für ihr Kind suchen.


    Allerdings gehen wir auch bei neurotypischen Kindern nicht davon aus, dass immer alles nach unseren Idealvorstellungen läuft. Tut es natürlich auch nicht.

    Solange Wechselwäsche da ist, können wir die (von uns) gewünschte Unterhose auch selbst an das Kind bringen.

    Vor ein paar Jahren hieß es in pädagogischen Einrichtungen oft: das Kind wird dort abgeholt, wo es steht. Und Individualität wird in diversen Bildungsplänen durchaus auch betont (meiner Erinnerung nach).

    Die Frage hier ist doch: wo hakt es, dass eurem Kind dieses m. E. normale und professionell erwartbare Entgegenkommen nicht gewährt (gegönnt?) wird?

    Es gibt schon extra eine I-Kraft, die für die besonderen Bedarfe eures Sohnes da sein soll.

    Wieso ist da dieses m. E. kleine Problem ein so großes?


    Bei uns gäbe es vermutlich folgenden morgendlichen Dialog: "Guten Morgen, A. hat eine Windel an, Unterhose wollte er nicht. Die liegt im Fach." - "Ah, oK. Dann weiß ich Bescheid"

    Den gab es nämlich auch schon mit den Eltern neurotypischer Kinder.

    Es ist einfach so, dass in der Kita viele Dinge anders (besser oder schlechter) funktionieren als Zuhause.


    Auch wenn man es ihm nicht ansieht: Euer Sohn hat es schwerer als andere Kinder. Er passt nicht in das kleine Kästchen, das manche Leute für andere Menschen so vorsehen.

    Und er hat ein Recht auf faire Behandlung. Ist es fair, Dinge von einem Kind zu verlangen, die es aufgrund einer individuellen Benachteiligung und/oder seines aktuellen Entwicklungsstandes noch gar nicht kann?

    Das wäre der Ansatz, den ich wählen würde und der auch zum geplanten Gespräch passen und beitragen würde.