Nachtkerze Ich bin noch nicht dazu gekommen, mir alle Studien näher anzuschauen (und werde dies sicher auch in den nächsten Tagen nicht). Studie https://link.springer.com/article/10.1007/ hinterläs10212-025-01052-3 hinterlässt bei mir aber allein methodisch schon sehr große Fragezeichen. Man hat offenbar nur junge studierende Frauen (bzw. Nicht-Männer) für die Studie betrachtet und dort heute noch Unterschiede sowohl in den mathematischen Fähigkeiten als auch in der Einstellung zu Mathematik zwischen jungen Frauen gefunden, die auf den Gebieten der ehemaligen DDR bzw. BRD aufgewachsen sind. Man kann also ganz explizit gar keinen Unterschied zu ihren jeweils männlichen Altersgenossen sehen, mit denen sie aufgewachsen sind.
Mein Eindruck ist aber: das gesellschaftliche Verhältnis zu Mathematik & co. dürfte auch abhängig sein von der Region und den sozio-ökonomischen Verhältnissen in der Region. Ich erlebe das bayerische Gymnasium als sehr wenig ausgerichtet auf Mathematik und Naturwissenschaften, vor allem nicht in der Breite, so dass es alle SuS in dieser Richtung vernünftig schult. Es ist hier gesellschaftlich völlig akzeptiert, nur gut in Sprachen und aus meiner Sicht eher weicheren Fächern zu sein und Naturwissenschaften eher am Rande zu machen. Ich sehe hier z.B. eher eine Benachteiligung von Kindern, die sich mit Sprachen schwer tun. Ich weiss nicht, wie das heute auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ist - zu meiner Zeit war der Fokus der DDR Schule deutlich mehr im Naturwissenschaftlich technischen Bereich als ich es auch kurz nach der Wende z.B. von Studierenden aus SH gehört habe, wie es bei ihnen war. Ich könnte mir vorstellen, dass sich davon etwas bis heute gehalten hat - dazu müsste man aber die männlichen Studenten genauso in eine solche Studie einbeziehen um dazu sinnvolle Aussagen treffen zu können.