Salzliebe beim Kleinkind und daraus entstehende Konflikte

  • Hallo,


    an der Überschrift habe ich nun schon ewig gesessen. Sie klingt nun etwas gestelzt, aber es trifft es.


    Unsere Kleine liebt Salz. Bei jedem Kochen ist sie dabei und will immer Salz "probieren". Sie schüttet sich Salz auf die Fläche und leckt sie nach und nach alles auf. Sie isst von Salzbrezeln das ganze Salz runter und fängt erst dann an, die Brezel zu essen. Das sind da Mengen, die ich nicht essen könnte.
    Auf Ei macht sie auch viel Salz drauf. Mittlerweile haben wir einen Salzstreuer gefunden, aus dem wenig auf einmal rauskommt, sodass es nicht so viel ist.
    Ich fordere sie immer auf, auch was dazu zu trinken, wenn sie Salz ist. Das weiß sie mittlerweile auch, verlangt aber selten selbst danach. Sie trinkt eh total wenig (von selbst vielleicht 300 ml am Tag). Sie liebt Pistazien, weil die auch gesalzen sind. Chips hat sie letztens auf einer Party zum ersten Mal gegessen und will sie seitdem immer kaufen. Die gibts bei uns aber nur abends, wenn sie schon im Bett ist #pfeif und die sieht sie auch nicht.


    Nun haben wir letztens mal Salzteig gebacken, den sie zum Spielen mit den Puppen benutzt. Sie hat schon beim Kneten Teig gegessen. Auch von den gebackenen harten Dingern beißt sie dauernd ab oder leckt daran. Dann habe ich ihr gesagt, dass soviel krank machen kann und man das daher nicht essen darf. Und dass ich sie dann wegnehme, wenn sie weiterhin dauernd davon isst, weil ich nicht möchte, dass sie krank wird. Ich bin mir sicher, dass diese Menge zuviel Salz ist.


    Heute war es nun soweit, dass sie wieder davon gegessen hat und ich habe sie weggenommen. Puh, das war schrecklich, weil sie so geweint hat. Ich habe sie lange getröstet, auf meinem Arm weinen lassen, nichts weiter gesagt und gehalten. Aber es wurde gar nicht wieder gut.
    Ich war aber auch nicht sicher, ob ich es richtig mache. Drum frage ich mal hier. Wie würdet Ihr das handhaben? Ist das eine Strafe, es ihr wegzunehmen oder nur eine logische Konsequenz? Kann ich von ihr erwarten, dass sie sich dran hält, die Salzplätzchen nicht zu essen, wenn sie sie zum Spielen haben will? Meiner Meinung nach hat sie es schon verstanden, dass sie sich nicht dran gehalten hat. Der Blick war auch so, dass sie wusste, dass es nicht ok war.


    Kennt jemand sonst solch eine Salzliebe?


    LG
    Nellie

  • Hallo Elli,


    ich bin selbst Ärztin und habe auch schon mit Kollegen drüber gesprochen. Es ist ja nicht so, dass sie total nach Salz giert und es sich ständig suchen geht. Wenn sie es nicht sieht, will sie es auch nicht. Also nur wenn wir zusammen kochen oder Ei essen oder eben diese Plätzchen. Das ist alles nicht täglich, da sie in der KiTa isst und abends kein Salz auf dem Tisch ist.
    Aber wenn es da ist, will sie viel davon. Das ist auch mit Zucker so, aber das ist ja nichts ungewöhnliches.


    LG
    Nellie

  • Hallo,


    Ich habe als Kind auch Salz gelibt. Mein Vater hat es mir immer weggenommen und mich ausgeschimpft. Also habe ich es irgendwann heimlich gemacht. (Z.B. auch Sachen aus Salzeig angenagt, doof nur, daß die zum Teil lackiert waren). Diese Krümel-Reste, die in Salzstangentüten bleiben waren ein Fest für mich... (Heute wird mir schon bei dem Gedanken übel...)


    Das ist übringes ein Grund, warum ich Salzteig o.ä. für Kinder nicht so mag - es sieht einfach zu sehr nach "Essen", nach "Teig für Essbares" aus aus. Und noch dazu wird oft auch noch etwas geformt, was nach "Essbarem" aussieht (Brot für den Kaufmannsladen o.ä.). Ich finde es dann doppelt logisch, daß man da kostet und wenn man den Geschmack mag, auch immer wieder. Ich würde nicht erwarten, daß sie sich beherrscht. Vielleicht hilft es, beim nächsten mal Farbe und irgend ein Bittermittel reinzumachen (Das knallblaue Salzeig-Telefon im Puppenhaus hat z.B. keins meiner Kinder angenagt).


    Habe ich als Kind zu viel erwischt wurde mir übel und ich habe freiwillig aufgehört, brechen musste ich nicht, aber es wäre wohl die nächste "Konsequenz" gewesen. Seit dem war ich vorsichtiger, aber ich gebe zu, ich schlecke bis heute manchmal gerne Salz pur, obwohl ich Essen nicht sonderlich salzig haben muss.
    Aber ich habe auch Kapern pur und ähnliche Sachen gegessen...


    Die Frage ist, ob ein Kind wenn man es lässt auf Dauer so viel Salz essen würde, daß es zu gesundheitlichen Schäden (also mehr als nur vorübergehender Übelkeit) kommt? Da hätte ich bei "Salz pur" weniger Bedenken als bei verstecktem Salz...


    Was ich machen würde? Hm, generell das Salz aus der Sichtweite wegräumen, aber wenn sie es erwischt auch nicht groß diskutieren, eher ablenken...? Und hoffen, daß sie es merkt, wenn ihr doch mal davon übel wird und dann rechtzeitig aufhört oder es sich merkt?
    Das Anknabbern von Salzteigzeug würde ich wohl ignorierren. Ist ihr Zeug, wenn es alle/kaputt ist, ist es alle. Und ich denke nicht, daß sie von dem harten Zeug eine bedrohliche Menge auf einmal zu sich nehmen. Aber vielleicht irre ich mich auch.

    2 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Ahhh, dann hatte ich das falsch verstanden.


    Ich mag es auch gerne herzhaft und das ist ja durch das salzige gegeben. Ich würde halt wie bei Süsses die Sachen dosiert geben.
    Vielleicht gibt sich das ja auch irgendwann.

  • Unser Sohn ist auch so. Wir gehen im Winter regelmässig in die Salzgrotte wegen seinem Husten, da isst er große Brocken Salz vom Boden.
    Ich könnte das nicht.


    Wenn er Salz beim Kochen oder Backen auf der Hand hat, leckt er die dann auch ab.


    Das stört mich auch nicht weiter, ich lasse ihn das einfach machen, achte aber sonst darauf, dass er nicht zuviel Salz bekommt.
    Mir ist es lieber, er isst gelegentlich pures Salz, weil ich denke, dass er das dann braucht, als dass er permanent gesalzene Speisen isst und sich langsam an den salzigen Geschmack gewöhnt. Hier werden z.B. Nudeln und Kartoffeln fast nie gesalzen.


    Mein Mann kommt aus so einer Familie, wenn im Restaurant ein Salat kommt, wird sofort gesalzen, ohne vorher probiert zu haben. Das war schwierig auf ein normales Maß zu reduzieren. Sachen, die er gekocht hat, konnte ich nicht essen, weil sie für mich versalzen waren, umgekehrt war es ihm zu fad. Das war aber nur Gewöhnung.


    Ich habe allerdings immer darauf geachtet, dass er das Salz pur zuhause nicht in die Finger bekommt. Der Salzstreuer steht ganz oben im Schrank, hier wird praktisch nichts am Tisch nachgesalzt, Eier gibt es hier sowieso fast nie.


    Mein Mann würde das machen, Salzstreuer gibt es aber nicht mehr am Tisch.


    Chips kaufen wir so gut wie nie.


    Ich glaube, es ist für kleine Kinder schwierig, sich so etwas abzugewöhnen, wenn sie es immer vor Augen haben. Sie wollen ja auch immer das haben, was sie sehen. Geht ja auch vielen Erwachsenen so, wenn man z.B. eine Schale Süßigkeiten auf den Tisch stellt, greift fast jeder zu, auch wenn er vielleicht eigentlich Diät macht, weniger Naschen möchte etc.


    An deiner Stelle hätte ich wohl schon früher darauf geachtet, keine Chips oder Pistazien zu kaufen. Wir machen das hier mit Süßigkeiten auch so, wir kaufen für die ganze Familie kaum noch welche, auch kein Nutella oder so, weil ich nicht möchte, dass es regelmässig gegessen wird.
    Und bei uns hätte auch die ganze Familie ungesalzene Eier essen müssen, ich habe natürlich leicht reden, weil ich keine gekochten Eier esse...


    Ich würde den Salzteig wohl wegtun und irgendetwas anderes als Alternative anbieten, vielleicht geht es ja mit Mehl und Wasser, da findet man bestimmt etwas im Internet. Es ist ja auch ganz egal, ob deine Tochter das verstehen müsste oder nicht, es klappt nicht, und bringt so nur Konflikte. Das wäre es mir nicht wert. Zumal sie den Salzteig als Spielzeug ja auch unbeaufsichtigt nutzt.


    Und sonst eben eine Alternative zu den salzigen Lieblingsspeisen finden, mit der du leben kannst.
    Ich selbst rationiere ungern Lebensmittel, lasse dann z.B. Süßigkeiten (nach dem Mittagsessen) fast zur freien Verfügung, bis die Packung dann endlich weg ist (und esse natürlich selbst mit, damit es schneller geht :) ) Dann kaufe ich einfach so schnell nichts Neues mehr.


    Und weil ich gerade Trins Posting gelesen habe, als Bitterstoff fällt mir gerade Galgant ein, das ist ein Gewürz von Hildegard von Bingen, vielleicht könnte man das druntermischen?

  • Hallo,


    danke für Eure Antworten!


    Ich weiß es halt auch nicht, ob sie selbst stoppen würde, weil es mir schon vorher zuviel ist beim Zugucken.


    Den Salzteig heute habe ich ihr wieder gegeben, weil sie wirklich untröstlich war. Keine Alternativangebote, was die Puppen essen könnten, war gut. Sie konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Vermutlich war ich auch selbst zu unsicher in meinem Verhalten, dass ich es hätte durchziehen können.
    Ich kann die Dinger wegräumen, wenn sie nicht mehr damit spielt. Sie hat sie heute eh nach Wochen erst wieder entdeckt und vorher auch nicht danach gefragt.
    Sie sind übrigens pink, weil wir Lebensmittelrot mit eingebacken haben. Ich dachte, Salz macht man rein, damit sie haltbar sind? Warum macht man denn eigentlich Salzteig?


    Pistazien essen wir selbst halt ganz gerne und hatten da noch Reste von abends in der Küche. Wir sind gar nicht auf die Idee gekommen, dass sie die mögen könnte, weil sie sonst auch keine Nüsse mag. Und Chips gibt es eh nur selten und dann nur für uns, wenn sie schon im Bett ist. Das bekommt sie gar nicht mit. Es war nur auf einer Grillparty von der Arbeit, als sie jemand dabei hatte. Da durfte sie probieren, als alle Kinder probiert haben.


    Ich esse sicher selbst gerne Salz, insbesondere bei Eiern. Aber übermäßig ist es nicht, denke ich. Wir würzen am Tisch auch nur nach, wenn es mal nicht genug ist. Dann will sie natürlich auch unbedingt. Aber das geht dann mit ihrem Wenigstreuer.


    Mit Süßigkeiten hat sich hier eine Regelung fast von selbst gefunden. Sie hat mit gerade mal 2,5 Jahren eine Tasche mit einer Tüte dieser Schaumgummimäuse bei der Oma geschenkt bekommen und wollte die natürlich auch unbedingt haben. Da haben wir angefangen, dass sie eine pro Tag essen durfte. Daraus wurden nach einiger Zeit 2 Sachen aus der Tasche, die wir mit allem füllen, was hier so ankommt. Sie steckt selbst alle Süßigkeiten in diese Tasche und nimmt sich täglich 2 Sachen raus. Und fragt auch überhaupt nicht sonst danach.


    LG
    Nellie

  • Hallo!
    Bei uns hat uns damals diese "Salzliebe" auf das richtige homöopathische Konstitutionsmittel hingewiesen. Bei uns war es Natrium Muriaticum- danach hat sich einiges verändert...aber das ist ja bei jedem anders

    2 Jungs, 13 und 14 Jahre
    <3 „May your choices reflect your hopes, not your fears.“N. Mandela <3

  • Ja, ich habe eh vor, den Homöopathen nächstes Jahr wieder zu kontaktieren, wegen mehrerer Sachen. Da wollte ich es diesmal auch erwähnen. Sonst habe ich es immer vergessen.

  • Ich würde es auch wegräumen, wenn sie es nicht mitbekommt. Hier ist das auch so, dass es vorher nicht problemlos geht.


    Mir wäre das dauerhaft zu heikel, weil Salz ja in größeren Mengen giftig ist, und Kinder ja auch ein geringeres Körpergewicht haben.


    Ich habe etwas in einem anderen Forum gefunden, dieser Link war dort enthalten:
    http://woodsidekitchen.blogspo…hristmas-decorations.html


    Das sind Christbaumanhänger aus Speisestärke, Natron und Wasser. Wenn sie nicht so haltbar sind, kann man sie ja einfach öfters neu machen. Irgendwann wird deine Tochter sie ja wahrscheinlich nicht mehr essen.


    Ansonsten klingt eure Regelung doch gut, dann würde ich daran nichts ändern. Auf Feiern oder als Ausnahme, wenn man mal etwas Besonderes da hat, würde ich sie das einfach essen lassen, das ist sicher nicht schädlich. Und sonst würde ich es einfach wegräumen, dass sie es nicht im Blickfeld hat, wenn ihr es da habt.


    Ich bin mir bei meinem Sohn auch nicht sicher, ob er wirklich aufhören würde, denn in der Salzgrotte isst er schon größere Stücke. Das möchte man ja auch nicht so gern ausprobieren.

  • ich habe neulich irgendwo gelesen, daß man (auch ein kind, darum ging es) gar nicht soviel salz essen kann, wie nötig wäre, damit es wirklich schädlich ist. leider weiß ich nicht, wo ich das gelesen habe, es war aber sehr überzeugend und hat mich nachhaltig entspannt!


    neulich habe ich einen teig gefunden, der meiner meinung nach eine echte alternative zu salzteig ist. er besteht aus natron und maisstärke, ist alabasterweiß und glitzert, geht super zu verarbeiten und "schmeckt" nicht.
    http://soulemama.com/


    ha, wie lustig sila ^^

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Huhu,
    als Alternative für die Püppchen zum Essen und was ihr auch selbst machen könnt:
    Pappmaché
    Wahlweise geht das auch nicht Sägemehl und Holzleim vermischt. Da brauchts dann aber viiiiel Sägemehl.


    Zum Salzkonsum kann ich leider nichts beisteuern. :(


    Liebe Grüße!

    The way we talk to our children becomes their inner voice. ~ Peggy O'Mara ~

  • Ich bin auch ein Salzjunkie.
    Die ganze Familie ist versalzen.
    Das aber ohne irgendwelche gesundheitlichen Schäden, die vom Salzkonsum herrühren könnten.


    Als Kind hab ich zu Hause Brühwürfel geklaut und so weggelutscht.


    Das Tochterkind braucht nix klauen, die darf selbst ihre Tomaten salzen und ihre Nudelsauce würzen. Sie trinkt im Verhältnis zu anderen Kindern auch tendenziell wenig.


    So lange die Nieren ok sind und die Urinmenge und Farbe passt, würde ich mir keine so großen Gedanken machen, insbesondere bei eindeutig salzigen Sachen. Da hört man auf, wenns reicht.
    Problematischer finde ich den unbemerkten Salzkonsum zum Beispiel im Brot (was ohne aber praktisch nicht genießbar ist).

  • Bist du Schüssler-SAlzen gegenüber aufgeschlossen?


    Das was du schreibst, trifft auf die Nr. 8 zu.


    Kein, wenig Durst, Salzhunger. Vielleicht hat sie auch großporige Haut (ich weiß jetzt nicht, wie alt sie ist), knackende Gelenke, ständig laufende Nase (immer ein Tropfen), Probleme mit den Schleimhäuten, kalte Hände/Füße, oder trockene Augen, Kopfschuppen?

  • Vielleicht mag dein Kind auch einfach insgesamt würziger essen?
    Wie ist es denn mit Gewürzen?
    Würziger kann man das Essen ja mit vielem machen, vielleicht wird das Salz dann weniger interessant?


    Meine Schwester hat früher gerne Senf und diese Salatkrönungspäckchen gegessen, ich stand auf die gewürzten Reste bei Rösterdnüssen.
    Heute esse ich auch lieber würzig, wobei ich tendentiell eher zu wenig Salz dran mache.


    Kann man denn überhaupt "süchtig nach Salz" werden oder sich an salziges "gewöhnen"?

  • Bei meinem Mann ist es so. Er kriegt dann Nat. mur., dann isses wieder besser.


    Was ist denn dieses Nat. mur.? Ich kenn mich mit Homöopathie nicht so aus.

  • Das interessiert mich auch... Manchmal stehe ich nachts auf, weil ich sooo einen salz-hunger habe. Auch sonst ist mein essen 'versalzen". Wenn wir mal zum goldenen M fahren, haue ich mir mindestens 8 von diesen kleinen salztütchen rauf #kreischen

    lg, aika
    meist übers smartphone online, daher klein