Beiträge von leandra

    Dazu hatte ich gestern einen interessanten Artikel gelesen:

    https://www.tagesspiegel.de/ku…h-schlimmer/26140402.html


    Ich bin mir auch immer noch nicht sicher, wo ich meine Position verorte, aber ich finde diese Sichtweise sehr nachdenkenswert #gruebel

    Der Unterschied zum Englischen ist doch folgender: Es heißt 'the actress' und soweit ich weiß, kann der nächste Satz bei einer Frau dann problemlos mit 'She ...' fortgesetzt werden. Im Deutschen ist der Artikel nicht geschlechtsneutral, es heißt 'der Schauspieler'. Wenn ich sage 'Der Schauspieler stand auf. Sie machte sich einen Tee.' hört sich das im Deutschen nicht richtig an.

    Ja, da hatte sie aber offenbar einiges wieder vergessen, was sie selbst geschrieben hat. Zum Beispiel auch, dass Emma Watson exakt so aussah, wie sie ihre Hermine haben wollte.

    Diese nachträglichen Anpassungen macht sie ja gern; dass Dumbledore schwul war, hat sie auch erst nachträglich eingeführt, weil man kritisch nachfragte, warum in dieser riesigen Welt denn alle hetero sind.


    Aber als Göttin der eigenen Welt darf man das natürlich auch.

    Eigentlich hat sie aber in den Büchern auch keine Andeutung darüber gemacht, dass Dumbledore hetero sei. Das ist doch auch nur einer der Defaults, die man als Leser setzt, weil Homosexualität als die Ausnahme gesehen wird, die erwähnt werden sollte. Ich finde es übrigens von der Geschichte her wirklich plausibler, dass Dumbledore schwul ist. Erklärt die Faszination durch Grindelwald nochmal besser. Und ein bisschen mehr (nicht nur freundschaftliche oder familiäre) Liebe kann dem HP-Universum mMn nicht schaden.

    Sorry, war jetzt off topic.

    Ich fand ja den Hermine-Coup beim Harry-Potter-Musical genial: In den Büchern steht eben einfach nicht, dass Hermine besonders hellhäutig ist. Also kann sie genauso dunkelhäutig sein. Meine trotzdem vorhandene kurze Irritation ist dann definitiv ein Grund mir Gedanken darüber zu machen, dass ich dunkelhäutigere Menschen offenbar immer noch eher als den Spezialfall ansehe und hellhäutige als die eigentliche Allgemeinheit.

    Das wird zwar oft behauptet, stimmt aber so einfach nicht.

    Hermine wird in der ersten Beschreibung zwar nicht mit Hautfarbe beschrieben, sondern nur über ihre Frisur, sie wird im Laufe der Reihe dann aber mehrmals mit blasser Haut bezeichnet.

    Aber das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht trotzdem von einer Schwarzen gespielt werden kann. Das Gesetz, dass Schauspieler:innen aussehen müssen wie ihre Rolle in der Buchvorlage beschrieben wird, gab es noch nie.

    Oh, tut mir leid das falsch weitergegeben zu haben, ich hatte es nicht weiter geprüft. Aber genau wie du schreibst: Eine Schauspieler:in muss nicht exakt aussehen wie im Buch beschrieben. Und vor allem tut es für ihre Rolle in der Geschichte nicht das geringste zur Sache, ob sie nun 'weiß' oder 'schwarz' ist.

    Ich denke, dass es eigentlich sogar besonders gut wäre, wenn man Hauttöne genau wie zB Haarfarben oder Kleidungsfarben unkompliziert als Identifikator benutzt: „Nein, ich meine den Ben mit der dunkleren Haut.“ Gerade eine solche nebenbei-Verwendung zeigt für mich, dass es rein um ein optisches Unterscheidungsmerkmal und nichts weiter damit transportiert wird.


    Wenn ich aber jemanden erzähle, dass ich einen Bekannten namens Ben habe und der Schreiner ist und dunkelhäutig; oder beim Einkauf Stress mit jemand Dunkelhäutigem hatte; dann will ich doch damit etwas weitergehendes transportieren. Warum muss ich das erwähnen? (Es sei denn, ich will noch darüber spekulieren, was für Rassismuserfahrungen der wohl schon gemacht hat.)


    Ich fand ja den Hermine-Coup beim Harry-Potter-Musical genial: In den Büchern steht eben einfach nicht, dass Hermine besonders hellhäutig ist. Also kann sie genauso dunkelhäutig sein. Meine trotzdem vorhandene kurze Irritation ist dann definitiv ein Grund mir Gedanken darüber zu machen, dass ich dunkelhäutigere Menschen offenbar immer noch eher als den Spezialfall ansehe und hellhäutige als die eigentliche Allgemeinheit.


    Schön fand ich es letztens auch in einem Tatort: Zwei junge befreundete Frauen, die eine optisch mit Migrationshintergrund, die andere ohne. Der Vater der hellhäutigen war auch optisch Südländer. Und ich habe die ganze Zeit erwartet, dass die Tatsache, dass er diese blonde Tochter hat und die andere südländisch wirkt, irgendwas mit der Kriminalgeschichte zu tun hat. Hatte es nicht, es wurde auch mit keinem Wort thematisiert. Fand ich großartig 🙂! Je häufiger dies in Filmen, Büchern, Werbung so gemacht wird umso mehr versteht man, dass es keinen speziellen Grund braucht um Menschen mit dunkler Hautfarbe darin auftreten zu lassen. Der völlig hinreichende Grund ist nämlich, dass sie in den dargestellten Situationen häufig da wären, wenn man wirklich die Realität darstellen will.

    Das kann doch nicht echt sein? Die ganze Werbung macht doch überhaupt keinen Sinn #gruebel

    Das denke ich auch die ganze Zeit. Aber "coolest monkey in the jungle" als H&M- Werbung war ja auch echt...

    Bei H&M war das nicht ein T-Shirt Aufrduck, getragen auf einem Foto im Onlineshop von einem dunkelhäutigen Kind und keine Werbung?

    Ich glaube auch Online-Shop. Und ich gebe zu: Danach habe ich dann doch irgendwann wieder da gekauft. Da habe ich auch wirklich noch halbwegs geglaubt, dass die naiv nicht so genau hingeschaut haben als zuständige, offenbar rassistisch unterwanderte Werbe(?)firma ihnen das untergeschoben haben. Okay, glaube ich jetzt rückwirkend auch nicht mehr. Und wenn, dann müssen Firmen halt endlich lernen, darauf zu achten, was sie veröffentlichen.

    Das kann doch nicht echt sein? Die ganze Werbung macht doch überhaupt keinen Sinn #gruebel

    Hmm aber alle reden drüber..

    Und sogar ich hab sie wegen des Threads hier gesehen. Und das wo ich nichtmal nen Führerschein habe;-)

    Und ich glaube das ist ganz banal das, worauf es ankommt.

    Aber wenn daraus jetzt wirklich mal eine ausreichende Menge Leute für sich macht „Von denen kaufe ich nichts mehr!“ wäre es nach hinten losgegangen. Und diese Menge kann doch nicht so gering sein, oder?


    Ich zumindest kriege nicht die geringste Idee hin, was man den entscheidenden Leuten erzählt haben könnte, was die Werbung für einen Sinn machen könnte, der anders ist als das, was jetzt alle denken. Da kann man nicht so tun als hätte man sich vertan.

    Na der muss erst mal noch ein Weilchen beobachten....ausserdem muss er ja gucken ob nicht die bösen Linken noch ein viel schlimmeres "sozialistisches" Malbuch hinterherschieben...so als paralleler Hufe

    Und wenn überhaupt handelt es sich ja um einen Einzeltäter: Der Zeichner hat’s ja schließlich ganz allein gezeichnet ......

    Also wenn das am Wahlstand verteilt wird gibts aber etliche Mittäter. Das wird ja alles abgestimmt untereinander was verteilt wird. Da kann sich keiner mit Einzeltäter rausreden

    Sorry, ich hatte den „Ironie on“-Hinweis vergessen.

    #eek Das es sowas gibt. Als Druck!

    Aber der Verfassungsschutz muss sicherlich noch länger nachdenken, ob da etwas tun sollte...

    Na der muss erst mal noch ein Weilchen beobachten....ausserdem muss er ja gucken ob nicht die bösen Linken noch ein viel schlimmeres "sozialistisches" Malbuch hinterherschieben...so als paralleler Hufe

    Und wenn überhaupt handelt es sich ja um einen Einzeltäter: Der Zeichner hat’s ja schließlich ganz allein gezeichnet ......

    Ich denke diese Zitatesammlung, die elena da anführt soll vor allem zeigen, was für ein Ausmaß an verbrecherischem Denken da teilweise schon erreicht ist. Da kann man ja auch nicht mehr aufgrund des Kontextes über den Inhalt diskutieren.

    Und zu dem schlimmsten Zitat habe ich bei Google direkt zahlreiche Artikel von renommierten Zeitungen gefunden, dass es der Zeitung Kontext erlaubt sei, dieses Zitat diesem Mann zuzuschreiben.

    Übrigens glaube ich ja, dass es wirklich Sinn macht möglichst zahlreich zu Gegen-Rechts-Demos zu gehen.

    In Köln wollten sie ja gerne mit ihren Meine-arme-Oma-wurde-beleidigt-obwohl-sie-gar-keine-Umweltsau-ist-Demos das Feld an sich reißen.

    Die Tatsache, dass bei der zweiten Demo mehr als das dreißigfache an Gegendemonstranten da war, hat der Sache doch den Drive genommen ?.

    Es muss diesen Leuten einfach klar werden, dass sie nur eine kleine, ungewollte faschistische Minderheit sind.

    Er erlebt es im „links-versiften“ Deutschland so das er, wenn er mit seinen Neffen ( afrikanischer Papa) unterwegs ist so viel positiver als wenn er mit seiner Tochter unterwegs sei.

    Als ich sagte das ich das von Bekannten ganz anders erlebe: das ist wenn dann nur in Bayern so, überall anders ist das so das man als nicht-deutscher viel positive Aufmerksamkeit bekäme.

    Wenn ich von solchen Leuten lese, kommt mir Deutschland plötzlich auch ganz versifft vor.

    Wie ekelhaft kann man sein, dass man seinem eigenen Neffen freundliche Begegnungen neidet.


    In seinem Fall wäre es vermutlich direkt alle draußen am besten, wenn er Hausmann wäre und zu Hause bliebe.