Beiträge von Pfirsich

    Trin, man darf alles. Niemand wird dir als europäischer Frau irgendwas tun, wenn du von Kopf bis Fuß in Ethnomuster, mit Rastalocken und 'Indio' rufend durch die Fußgängerzone ziehst 8o


    Natürlich kann man Tragen, Haarsträhnen verfilzen, Trommelkurs machen oder was weiß ich. Man soll es halt sensibel tun und darauf achten, dass man niemanden verletzt. Wenn Leute ganz konkret darauf hinweisen (siehe Facebook Bild) dass sie etwas konkretes stört (Aneignung des Webmusters und 'Indio'-Name), kann man sich überlegen, ob man das weiter machen will oder nicht...ich persönlich möchte es nicht. Kein großes Drama, oder?
    In dem Bild stand nicht 'europäerinnen sollen nicht tragen'. Das war doch ziemlich klar?

    ...und ich vermute meine Freundin hätte garnix dagegen, wenn ich mit Rebozo trüge. Sie würde mir das sicher auch gerne zeigen und mich beraten, wo ich einen her bekomme. Es würde sie freuen, dass ich mich dafür interessiere. Was sie stören würde: wenn ich mich anschließend zur Rebozoexpertin aufschwinge, die Dinger kopiere und dann mit ordentlich Aufschlag verkaufe. Weil ich als Europäerin sie 'entdeckt' hab und jetzt mal allen erkläre, wie das wiiiiirklich funktioniert mit dem Rebozo ;) Wenn dann anschließend alle Europäerinnen mit ihren tollen neuen 150-Dollar-Rebozokopien hier rumliefen und auf sie herabschauen bzw (alternativ) sie wie ein exotisches Tier begaffen, weil es ja soooo toll ist mit so einem riiiichtigen 'authentischen' Rebozo zu tragen etc pp...


    (So kommt das manchmal echt rüber wenn man in Foren zu 'traditional ' babywearing liest...)

    Ohne jetzt wirklich für Latinas sprechen zu können...ich glaube 'die andere Seite' empfindet es vielleicht so, dass sie seit Jahrhunderten (!) zuhören, was weiße Kolonisatoren über ihre Kultur sagen, und selbst schlicht keine Stimme hatten. Natürlich hätte es in den 70er Jahren keinen Arsch interessiert, ob es irgendeine Mexikanerin indigener Abstammung stört, wenn Tücher mit diesen Mustern von Europäerinnen gewinnbringend verkauft werden. Aber jetzt werden sie gehört. Gefühlt seit einer Millisekunde. Können wir Europäerinnen ihnen das einfach mal gönnen?


    Wenn dich das Thema interessiert findest du bei Decolonize Babywearing ziemlich viel dazu. Von denen stammt soweit ich weiß auch das Bild. Ich hatte es von der Facebook Wall einer Freundin.

    Ok @Brotsuppe, ist klar.
    Meine Meinung dazu, mal mit weniger Sarkasmus - mich piekst es ein bisschen an, wenn jemand aus Norddeutschland oder hier ein Ami 'meine' Tracht trägt. Evt auch noch in der Version von H&M oder so. Und Turnschuhe dazu. Finde ich geschmacklos. Würde aber nie was dazu sagen. Ist etwa so auf dem Level wie meinen Namen falsch aussprechen...harmlos.
    Wäre ich aber Teil einer verfolgten oder unterdrückten Minderheit, oder eines ehemals kolonialisierten Landes, sähe die Sache uU anders aus. Das wäre vielleicht dann der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt, und es würde mich wirklich anp*ssen...ja,da würde ich dann was sagen.


    Ich finde bei diesen Sachen gibt es zwei Wege, zu reagieren:


    - Erstmal sagen waaaas, das war doch wertschätzend gemeint! Dann darauf hinweisen, 'jeder kopiert doch mal!'. Dann sich empören, 'da müsste ich ja ALLES wegwerfen!' (Ich hab mal nachgesehen - bei mir wären es 2-3 Kleidungsstücke...die ich jetzt noch auftrage und dann einfach ohne 'Ethno' Muster nachkaufe...). Dann noch der Hinweis 'Das hättet ihr doch früher/anders/netter sagen müssen, dann hätte ich es ernst genommen!!! Jaja...


    -oder: erstmal ohne Rechtfertigungszwang *zuhören*. OK, diese Latinas finden es rassistisch, wenn ich dieses Tuch trage...ooops, dann mach das einfach nicht mehr bzw kaufe zumindest kein neues solches Tuch und passe auf, das Wort 'Indio' nicht mehr zu verwenden. Danke für den Hinweis.


    Ich glaub, bei dem Wort 'rassistisch' geht halt gleich dieser Rechtfertigungszwang los und dann die Grundsatzdiskussion...die es nicht braucht. Jemand weist darauf hin, er bzw eine Gruppe fände etwas persönlich verletzend: OK, dann mache ich es nicht mehr. ist doch eigentlich eine einfache Frage der Höflichkeit. Und was die Ängste angeht, 'die' kämen ja und würden einem 'alles' verbieten...ist das echt so? Weil man nicht mehr N*gerkuss sagt und 'Ethno' Muster vermeidet? Ich finde das Mini mini Einschränkungen die ich machen kann, um für Menschen anderer Abstammung das Leben etwas zu vereinfachen...ok, mache ich. #weissnicht

    @Pfirsich
    Ich webe ja selbst und beschäftige mich auch mit historischen Webarbeiten und genau wie Didymos schreibt entwickelt sich das Muster sehr einfach durch das Wechseln der Litzenstäbe beim Webvorgang. Ganz ähnliche Muster tragen Sami in Lappland, Taiganormaden und hessische Trachtenvereine ;) Es ist wirklich sehr multikulturell.

    Das fände ich eine plausible Ausrede, wenn wir keinen Entstehungskontext kennen würden. Kennen wir aber. Die heißen bzw hießen 'indio' und sind von einem lateinamerikanischem Tuch abgeguckt. Was ich dabei noch unschön finde - auf der Didy Seite wird erklärt, dass Frau Hoffmann das Tuch bekommen und dann 'verbessert' hätte. Weiße kommen, nehmen eine jahrtausendealte Tradition, 'verbessern' sie und verkaufen sie für teures Geld. Das ist geradezu lehrbuchmäßige Appropriation. Find ich nicht gut. Bei allem Respekt für Frau Hoffmann.


    Ich finde, jede/r muß für sich abwägen was da wichtiger ist. Wenn ich kein anderes Tuch hätte und in, keine Ahnung, Niederbayern auf dem Land leben würde, würde ich sagen, sch**** drauf. Ich lebe aber in einer gegend mit mehrheitlich Latinos und kann auch ein anderes Tuch nehmen. Bei mir steht also wirklich nur 'Modebewusstsein' gegen das Risiko, Leute zu beleidigen, die das verletzend finden...das ist ne einfache Entscheidung. #weissnicht Ich habe den Eindruck, bei der mehrheit der hardcore Trageszene gäbe es auch andere Alternativen auf dem großen Tragetuchstapel ;) Klar, das betrifft normale Leute nicht, die Debatte wird ja aber mehrheitlich in den Kreisen der Tragetruchverrückten geführt.


    Laut eigenen Angaben aus deren Reihen hat die Gruppe 'Decolonize Babywearing' schon seit längeren darauf hingewiesen, dass es da ein Problem gibt. Dass irgendjemand Didymos verschwörungstheoriemäßig auf dem Kieker hat und nur zum Spaß einen Shitstorm auslösen wollte, finde ich jetzt nicht so plausibel... ;)

    Und den Hinweis bekam ich von einer mexikanischen Bekannten. Ich werf das Ding nicht weg, werde aber auch nicht auf der Straße stolz damit rumlaufen...ist mir einfach unangenehm. Wenn ihr es nicht peinlich findet, ist das ja auch OK...

    Ich finde es nicht nur 'angelehnt' (das dachte ich ursprünglich auch), sondern eine direkte Kopie traditioneller Rebozomuster aus Oaxaca. Dass das so üblich ist in der Modeindustrie, und total legal, ist mir klar. Deshalb muss ich es aber nicht OK finden...

    Habt ihr die Debatte zu den 'Indio' Tüchern mitbekommen und das Statement von Didymos dazu (auf Facebook, lässt sich grad nicht verlinken). Finde das schade, das war eines meiner Lieblingstücher. Möchte es jetzt aber nicht mehr verwenden...das ist mir echt peinlich.

    'Peter, Ida und das Minimum' hat meiner Tochter mit 4 so gut gefallen, dass es immer noch ihr absolutes Lieblingsbuch ist. Ich finde es auch nicht großartig veraltet. Also, Schwule/Lesbische/trans Eltern kommen leider nicht vor, aber viele unterschiedliche Familienformen schon. Das Krankenhaus ist halt etwas altertümlich, aber das merkt man nur an 1, 2 Bildern. Was darin besonders gut rüberkommt, ist die besondere liebevolle Beziehung zum Babygeschwister, schon während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt. Hier wurde das kleine Schwesterchen dann auch oft Minimum genannt :)


    'Mami hat ein Ei gelegt' ist sehr lustig, aber enthält an Sachwissen wirklich nur die Basics. Ich hatte das Gefühl, dass da der Lerneffekt relativ gering wae und es eher als unterhaltsames Vorlesebuch rüberkam. Minimum dagegen wurde stundenlang studiert :)

    Viel anlegen und kuscheln hilft bei mir am besten um die Produktion anzuregen. Natürlich doof im Urlaub, wenn man anderes vorhat :(


    (Nur so als Anmerkung 1 std Dauerstillen ist in dem Alter absolut normal. Also das haben meine Kinder beide ständig gemacht als Baby. Auch in nicht-Schubphasen. In Schubphasen dann gerne auch mehrere Stunden ununterbrochen 8I Das an sich ist kein Zeichen von 'zu wenig Milch'. Du schriebst allerdings dass sie noch andere Anzeichen hatte, das ist dann natürlich was anderes. Acetongeruch - klingt ja unheimlich...wollte nur klarstellen dass man sich wg Dauerstillen *allein* noch keine Sorgen zu machen braucht... )

    Ja klar, das geht an sich gut. Es gibt zwar kinder die nachts abgestillt auch tags dann nicht mehr mögen. Aber normalerweise kann man gut 'halb' abstillen. So wie das Kind ja in dem Alter ja auch langsam versteht, beim Autofahren kann ich nicht Stillen, beim Spazierengehen kann ich nicht Stillen, etc.


    Wg Abhalten, setz ihn doch auf ein Töpfchen ins Schlafzimmer.

    Großartige Tipps hab ich jetzt auch nicht...bei meiner großen Tochter war das auch sehr mühsam. Dann noch die schlauen Sprüche, von wegen 'wenn die Mutter sich sicher ist und das klar vermittelt, nimmt das Kind das auch an.'- neee, war bei uns nicht so. Ich habs dann 3 Monate später probiert (wieder nix). Durchbruch dann mit der Regel, erst nach dem Frühstück wird gestillt. Solange ich Aufwachstillen erlaubt hab (auch mit Regel 'erst wenn es hell ist'), galt irgendwie jedes Aufwachen als Grund, zu Stillen :/


    Und noch anderer Tipp: Das von 2 bis 5 Dauerstillen klingt für mich so, als müsste er Pipi...abhalten mal probiert?

    Bei uns im District gibts natürlich keinen Pledge. Hier wurde allerdings neulich auch eine Lehrerin gefeuert, weil sie auf Seiten der Antifa Nazis verprügelt hat...also die Lehrer hier sind schon eher extrem links :)


    Ich hab aber, jetzt mal von Berkeley abgesehen,schon den Eindruck, dass das in ganz vielen Districts hier (trotz der rechtlich eindeutigen Lage!) ein ziemlich starkes/umstrittenes Statement wäre, da nicht mitzumachen oder gar offen 'dagegen' zu sein. Mich erinnert das an die deutschen (ok...bayrischen) Kämpfe um das Kruzifix im Klassenzimmer bzw allgemeiner den Reli-Unterricht oder Schulgottesdienste. Natürlich hatte man damals bei uns (bayrische Kleinstadt) das Recht, alle staatlich verordnete Zwangsreligion abzulehnen, aber man stand dann schon sehr als Außenseiter da, von den Lehrern waren schnippische Kommentare zu erwarten...vor allem in den niedrigeren Klassen hat sich das kaum einer getraut...in der Großstadt wird es, hier wie dort, anders gehandhabt. Naja, führt jetzt vom Thema ab. :) Mein Punkt war der, dass die Flagge in den USA auch für Normalos einen total anderen Stellenwert hat als in Deutschland.

    Riesenthema, kann ich bestätigen. Die Flagge zu respektieren, ist hier sehr wichtig - das hat quasireligiöse Züge. Das sieht man zB hier an den Regeln der Flag Etiquette. An sehr vielen (auch staatlichen) Schulen wird täglich ein Fahnengelöbnis, der Pledge of Allegiance, von den Kindern aufgesagt - wenn man da nicht mitmacht, gibt's Ärger. :/
    Und das vertreten nicht nur nationalistische/Rechte Leute...ist hier einfach ein 'heiliges' Symbol. Das nur um den kulturellen Kontext etwas zu erklären.