In meinem Briefkasten war ein AfD-Flyer zur Landtagswahl. Für den Herrn, der sich da zur Wahl stellt, ist es offensichtlich unter seiner Würde, anzuerkennen, dass es auch andere Menschen gibt ausser Männern. Der Flyer fängt an mit "Liebe Bürger" und geht weiter mit "die Politiker tun x und y" und "jeden Tag habe er als Handwerker mit Kunden zu tun" (also ist er besonders bodenständig bla). In seiner Welt gibt es also nur Bürger, die ihn wählen sollen, Politiker wie ihn, und Kunden, mit denen er seine Geschäfte macht. Bürgerinnen, Politikerinnen und Kundinnen gibt es nicht, braucht man ja nicht. Sollen zuhause bleiben. Am besten gleich das Wahlrecht entziehen. Ich wette, das ist einer, der konsequent den Ehemann anspricht, wenn er jemandem ein neues Rohr verlegt, oder nach dem Mann fragt, mit dem er das besprechen kann, wenn ihn eine Frau beauftragen sollte.
Ich bin es inzwischen gewöhnt, dass zumindest mal sprachlich beide Geschlechter berücksichtigt werden, es muss ja nicht mal ein Sternchen sein oder ein :innen, das geht ja auch anders. Meine Medien, die ich konsumiere, tun das meist immer automatisch und angenehm, wie ich finde. Das ist für mich keine Ausnahme mehr, sondern etwas Normales, das ich voraussetze.
Aber so konsequent als Frau wegignoriert wie beim Lesen dieses Flyers habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.