Beiträge von Shevek

    Die Situation, das wenn der Erstwunsch nicht erfüllt wird, auch der Zweitwunsch nicht klappt ist hier ebenso.

    Die Quote der Erstwunscherfüllung ist aber wohl recht hoch - dafür ist der Druck auf die Schulen noch weitere Klassen aufzumachen hoch, und das mögen die Schulen nicht.


    Aber die allgemeine Schulsituation scheint besser zu sein. Ich wüsste keine Schule, an der mein Kind "verfrühstückt" würde.

    Hier gibt es aber auch einfach keine Haupt- und Realschulen mehr, sondern nur noch Gymnasien, Gesamtschulen und ein paar Förderschulen.

    Was ist ihre Lieblingsband?

    Oder was für Filme (Animee?) mag sie?


    Dazu dann entsprechend Merchandising.

    Das fände meine Tochter (15) cool.


    Die Zuckerblumen sind ja hübsch, aber ich würde das keinem Teenager schenken, wenn ich nicht explizit wüsste, dass er/sie aus so was steht.

    Sorry, ich bin da schrecklich nachlässig gewesen.

    Nun ist es wieder frei - hoffe ich.


    Und danke für deine Ausführungen Maja. Mit dem ganzen bürokratischen Hintergrund kenne ich mich nämlich nur soweit aus, wie es für meine Arbeit notnwendig ist.



    Die Fehlzeiten als Problem kenne ich allerdings auch. Wobei das wirklich schwierig ist: Ich frage mich auch immer, warum Ämter Termine genau in die Kurszeiten legen.

    Oder warum man die Kinderbetreuung für Flüchtlinge, die in den gemeinschaftlichen Unterkünften sind, nicht irgendwie so organisieren kann, dass die Eltern den Raum haben vernünftig Deutsch zu lernen?

    In den Ferien z.B,, oder bei Kindern mit Problemen. Da würde ich viel mehr helfen und das nicht alles den Eltern überlassen, die nicht mal die Sprache sprechen und das System erstmal lernen müssen,


    Nicht-Einsicht in die Notwendigkeit kenne ich auch, ja klar.

    Dass Deutsch wichtig ist, ist nicht so die Frage, aber das man dafür wirklich jeden Tag in diesen Kurs gehen soll, und das auch noch zu einer so klar fest gelegten Uhrzeit.

    Dieses strenge, tägliche, kontinuierliche ist wohl nicht für jeden Menschen etwas.


    Wobei ich da in meinen Kursen wenig Probleme habe und denke, dass man da schon auch einiges machen kann, indem man den Unterricht so gestaltet, dass die Menschen sich dort wohl fühlen und das Gefühl haben, dass sie auch wirklich täglich etwas lernen. Derzeit habe ich auch einen total netten und interessierten Kurs.


    Nun muss ich mich ums Essen kümmern, kann aber gerne nachher noch was schreiben.


    Liebe Grüße


    Shevek

    Nun sind wir fertig mit essen und ich kann in Ruhe weiterschreiben.


    Also ich wollte ja noch was zum Thema Spracherwerb schreiben:

    Natürlich macht es die Sache schwieriger, wenn die Sprachen grundlegend verschieden sind, aber das kann man recht gut schaffen, wenn eine grundlegende Bildung schon mal da ist.

    Also, wer in eine Schule ging, Lesen und Schreiben gelernt hat und auch ein wenig Mathe etc. gemacht hat, vielleicht auch noch überhaupt mal eine Fremdsprache gelernt hat, wird auch ein völlig anderes Sprachsystem lernen können. Grundlegend ist erst einmal das Prinzip eines Sprachsystems zu erfassen, zu kapieren, dass es da so etwas wie Grammatik gibt, und das nicht alles irgendwie zufällig ist sondern Regeln folgt.


    Diese Unterschiede findet man in so ziemlich jeder Gesellschaft. Ob das Westafrika ist, der Nahe Osten oder auch Europa.

    Auch in Deutschland haben wir Leute, die keine Präpositionen und keine Artikel mehr kennen. Wobei sie immerhin grundlegend wissen was Bücher sind, weil die hier in Deutschland einfach überall sind.

    Und auch in Westafrika studieren Menschen und lernen Englisch wie es in England gesprochen wird.

    Solche Leute habe ich dann in einem B2 Kurs sitzen, und die schaffen dann auch die Prüfung.


    Andererseits sind da aber auch Menschen, die nie in ihrem Leben gelernt haben sich rein abstrakt mit etwas zu beschäftigen. Alles war eben konkret, anfassbar.

    Und Sprache ist nun mal sehr abstrakt.

    Und hier kommen wir auch zu den Grenzen, wenn es darum geht, dass wir uns etwas vorstellen können.


    Ich kann mich in die Situation reinversetzen, plötzlich in einem völlig anderen System zu sein, dessen Regeln ich nicht kennen und erst völlig neu erlernen muss.

    Aber wie soll ich mich in die SItuation hineinversetzen, einfach nicht in der Lage zu sein, zu begreifen, was ein System überhaupt ist?

    Ich hatte einen Dozenten, der nur noch ungarisch gesprochen hat und eine Dozentin, die nur noch Hausa gesprochen hat. Das war natürlich interessant.

    Wir haben analysiert was uns beim lernen geholfen hat und was gestört hat.


    Aber trotzallem waren wir alle noch westeuropäische Akademiker/innen mit grundlegendem Verständnis dafür, was Sprache ist und was Grammatik ist.


    Ich finde es im übrigen gerade im Arabischen sehr deutlich, wie stark die Unterschiede innerhalb einer Sprache sein können.

    Da habe ich auf der einen Seite hoch gebildete Araber - bei denen ich immer wieder die Satzstruktur vereinfachen muss. Sie wollen immer alles komplizierter machen, als die deutsche Sprach ist. Arabisch kann wohl sehr kompliziert sein.

    Und auf der anderen Seite werden Worte mit minimaler Struktur aneinander gereiht. Und auch diese Leute haben Arabisch als Muttersprache, aber ein völlig anderes.


    Der Eindruck, dass es da große Unterschiede gibt, wurde mir von einem Teilnehmer bestätigt.



    Das Pidgin-Englisch ist im übrigen auch immer wieder problematisch, weil es oft in dem Glauben benutzt wird, Englisch zu sprechen, aber ich stehe immer wieder davor, dass ich auch das Englisch nicht verstehe, das mein Gegenüber spricht. Da habe ich echt schon lange rätseln müssen, was jemand meint.



    Tja, und dann gibt es da noch die rein naturwissenschaftlich Begabten.

    Ingenieure und Mathematiker, die sehr intelligent sind, sehr gebildet, aber einfach kein Händchen für Sprache haben.

    Die können auch echt sauer werden, weil sie ja eigentlich sehr inteligent sind, und es gewohnt sind gut lernen zu können - nur mit Sprache klappt das plötzlich nicht mehr.

    Allerdings habe ich diese Leute nicht in meinem Alphabetisierungskurs sitzen. Die meisten können die lateinische Schrift.

    Was diskutiert ihr so viel, während ich bei der Arbeit bin? #zwinker

    Find ich toll. Wie bist du dazu gekommen, wenn ich neugierig fragen darf?

    Klar darfst du fragen.

    Das fing, ähm, ich glaube 2014, an. Mit dem Jahr bin ich mir da nicht so sicher, zumindest wurden da Leute gesucht, die Kurse geben, und ich habe was gesucht, womit ich Geld verdienen kann, und das hat wohl gepasst.

    Ich kenne einige, die fänden Kurse mit 5h die Woche ganz gut machbar neben der Arbeit. hier im Ort gibt es sehr vieles an Kursen (Mutter und Kind Kurse, sprachcafes, und VHS Kurse) Oft ist das Niveau aber katastrophal, die Bereitschaft zu hausaufgaben geht gegen Null, und es wird wenig differenziert.

    Es gibt da große Unterschiede.

    Als ich damals meinen ersten Kurs geleitet habe, bekam ich ein Buch die Hand gedrückt und ein freundliches "Mach mal".

    Das waren Sprachkurse, die niemand irgendwie kontrolliert hat.

    Am Ende bekam auch brav jede/r Teilnehmende ein entsprechendes Zertifikat, das schön aussah, aber niemanden interessiert hat.


    Mittlerweile habe ich mich weiter gebildet und bin zertifizierte Dozentin für Integrations- und für Alphabetisierungskurse, und das sieht dann schon ganz anders aus in meinem Unterricht.

    Es gibt vom BAMF kontrollierte Kurse, da hast du ausgebildete Lehrkräfte, und da lernst du auch was, zumindest, wenn du das willst und mitmachst.

    Allerdings ist nicht jeder Mensch in der Lage lesen zu lernen und auf B1 zu gelangen (B1 ist die Stufe, dass man sich brauchbar mit den Einheimischen unterhalten kann).


    Und möchte noch hinzufügen, daß die Sprachkurse vielleicht Grundwissen vermitteln (bestenfalls), aber so gut wie nichts nützen, wenn keine deutschsprachigen Leute bereit sind, mit den Leuten zu reden.

    Etwas mehr vermitteln wir schon.

    Im Wesentlichen geht es darum, dass die Leute in Deutschland reden können. Grammatik ist zumindst in den anfänglichen Kursen zweitrangig,

    Hier im Schwabenland ist zusätzlich der Dialekt ein Problem. In den Kursen wird Hochdeutsch unterrichtet. Die Leute verstehen im Alltag kein Wort.

    Also in Hamburg kriegen sie auch vermittelt, wie die Menschen hier in der Umgebung schnacken. Es bleibt nur so wenig Zeit. In einem halben Jahr eine Sprache zu lernen ist verdammt knapp.

    Weil einige der Antworten das zu implizieren scheinen: Ich würde niemandem einen Vorwurf machen ("Ich verstehe nicht,..." wird seltsamerweise oft als "Ich finde wirklich schlecht, dass..." verstanden), ich kann das nur wirklich nicht verstehen. Also, es mag natürlich Fälle geben, in denen das alles schwierig ist, will ich ja gar nicht sagen, aber für mich (so für mich ganz persönlich) könnte ich mir das nur sehr schwer vorstellen.

    Ich kann gut verstehen, dass du das nicht verstehst.

    Es ist auch schwer zu verstehen. Es sind Menschen die einfach komplett anders aufgewachsen sind, als Menschen hier in Deutschland aufwachsen.

    Ich gebe ja nun Alphabetisierungskurse, und habe da Menschen sitzen, die bevor sie nach Deutschland kamen nie mit Büchern oder Schrift irgendwie in Berührung kamen,

    Sie waren nicht nur nicht in der Schule, sondern auch in keinem Kindergarten. Da geht es nicht darum, dass ihre Sprache komplett anders aufgebaut ist, als unsere. Das geht deutlich tiefer.

    Ich schreibe nachher gerne noch mehr dazu, nun muss ich zum essen.


    Und dazu kommt noch, dass in weiten Teilen Afrikas Schulunterricht so funktioniert, dass im Chor wiederholt wird, was der Lehrer vorsagt. Lernen und Hausaufgaben bestehen aus auswendig lernen und wiederabspulen. Da ist nix mit selber ausprobieren und gelerntes anwenden und auf andere Sachverhalte übertragen usw. In Deutschland funktioniert das ganz anders mit dem Lernen und es werden Erwartungen gestellt, die viele Menschen gar nicht erfüllen können.

    Oh ja, und dann versuch mal keinen Frontalunterricht zu machen.

    Wissen die DaF-Ausbildenden denn von diesem Pidgin und der Art des (nicht-)lernens?

    Eine Freundin von mir hält auch Integrationskurse und sie klagt oft darüber, dass die Leute das nicht kapieren, was sie ihnen erklären möchte.

    Ich weiß ja nicht was deine Freundin für eine Ausbildung hat, mir wurde das durchaus sehr ausführlich beigebracht.


    Die offiziellen Integrationskurse sind 700h in einem Jahr. 600h Sprache und 100h Landeskunde. Dazu kommen Prüfungen. Das geht mit Job kaum zu leisten und ich weiss, dass man die Pflicht zum Kurs erlassen bekommt, wenn man den Job zum Familienunterhalt braucht. Da beisst sich die Katze in den Schwanz.


    Mir war auch nicht klar, dass so viele Nationen vom Kurs ausgeschlossen sind.

    Eher ein halbes Jahr, und die Erwartung ist, dass sie nichts anderes machen.

    Das stimmt schon.

    Die integrationskurse sind unheimlich zeitintensiv mit 20h die Woche und sie können ausgesetzt werden, wenn man einen. Job hat

    Ich weiß, ich unterrichte solche Kurse. #zwinker


    Das braucht es aber auch gerade, wenn die Leute eben nicht täglich die Sprache sprechen sondern nur im Kurs, was mir die Regel zu sein scheint.

    Es wäre sicher leichter, wenn es leichter wäre, Kontakt zu Deutschen zu finden.


    Ein Kurs ist ja eine Sache, nur bedeutet ein vernünftiger Sprachkurs oft, dass man keine Zeit für die Arbeit hat.


    Wenn ich mich in meinen Kursen so umsehe: Die die viel mit Deutschen zutun haben und die Sprache einfach auch im Alltag brauchen, lernen sie auch recht flott.

    Vielleichit nicht die perfekte Grammatik, aber so dass sie sich verständigen können.


    Edit: 1-2 Urlaubswochen und keine Krankheitstage? Das ist dann aber nicht in Deutschland, oder? Nachtkerze

    Der Begriff "Verschwörungstheorie" ist im übrigen von der CIA eingeführt worden, um ihre Gegner zu diskreditiere



    Zitat

    Etwa seit Anfang der 1960er Jahre vertritt die amerikanische Regierung keine Verschwörungstheorien mehr. Im Gegenteil, sie nutzt den Begriff, um ihr unwillkommenes, heterodoxes Wissen zu delegitimieren. 1967 griff sie zum ersten Mal zu diesem Mittel, als die CIA versuchte, die durch Flüsterpropaganda um sich greifende Kritik am Bericht der Warren-Kommission, die Lee Harvey Oswald als den alleinigen Mörder Kennedys namhaft gemacht hatte, als unglaubwürdig hinzustellen.



    https://de.wikipedia.org/wiki/…rien_in_den_USA_seit_1945