Beiträge von Mondschein

    das klappt nicht überall. und es gibt die andere unbewusste ebene, die patrick beschreibt.


    aber wie gesagt, wenn man bestimmte soziale umgebungen meidet (deren mitgliedschaft auch nur mit erfolg und geld klappt), ist das sicher eine gute idee.

    Auch die Erfolgreichen mit Geld haben Probleme.

    Und ja, auch da klappt das.

    Es gibt immer Idioten, egal in welcher Schicht.


    Und grade was Kinder angeht sitzen doch alle im selben Boot.

    Ich finde eben, dass der Fehler schon da anfängt, dass bedürfnisorientiert bedeutet (möglichst lange) zu stillen, zu tragen, jahrelang im Familienbett zu schlafen usw.

    Auch ungestillte und ungetragene Kinder ohne Familienbett können bedürfnisorientiert aufwachsen.


    Und ja klar war die Flasche für mich leichter.

    Ich hab gestillt und war da komplett alleine zuständig für die Nahrungsaufnahme des Kindes.


    Als wir dann auf die Flasche gewechselt haben, konnte mein Mann eine komplette Nachtmahlzeit übernehmen.

    Alles war vorbereitet.

    Das ging ziemlich schnell.

    Klar wurde ich wach, aber ich war so müde, dass ich direkt wieder geschlafen habe.

    Also Mütter, die Kleinkinder nach Bedarf stillen, obwohl sie aus Schlafmangel auf dem Zahnfleisch kriechen. Und das aber dennoch tun, weil sie sonst das Gefühl hätten, versagt zu haben.

    Woher kommt das Gefuehl? Einseits vielleicht schon durch manche Medien und Freunde; aber auch das eigene Umfeld - ich fand LLL Treffen da auch unheimlich anstrengend, weil es sehr bald um ein "wer hat mehr gelitten, laenger gestillt, mehr Kinder auf einmal gestillt" ging. Vielleicht auch aus Unerfahrenheit, wenn man selbst nur wenige Kinder kennt, oder in der Familie um sich sah. Vielleicht weil man es anders machen will, als die eigenen Eltern. Vielleicht auch weil Frauen suggeriert wird, dass man alles haben kann und alles gleichzeitig und alles richtig. Weil vergessen wird, dass zur Beduerfnisorientiertenerziehung auch die Bedürfnisse der Mutter gehören.

    Das sehe ich in meinem Umfeld tatsächlich sehr problematisch.

    Das ist wie ein schlechter Wettbewerb und zeitgleich wird erklärt, was passiert, wenn man nicht mindestens xy Jahr stillt.


    Also alle Kinder, die weniger gestillt wurden sind garantiert dauerhaft krank, schwer Bindungsunfähig, immer unglücklich und völlig traumatisiert.


    Woher kommt das? An mangelnder Kinderzahl kann es zumindest in meinem Umfeld nicht liegen.

    Ich glaube, das große Problem ist, dass man sehr oft automatisch in eine Verteidigungsposition kommt, wenn es Probleme gibt. Dann ist nämlich sofort das nach Bedarf/lange Stillen, das viele Tragen, das Familienbett, das (zu starke) Eingehen auf Bedürfnisse etc. dran schuld.

    Wenn man sich nämlich schon für diesen Weg entscheidet, dann ist man halt selbst schuld dran.


    Hat man es dagegen mit viel Strenge und mit Zeitplan etc. versucht und das Kind ist schwierig, dann kann man halt nichts machen.

    Das liegt aber eben auch daran, dass viele Leute immer nur erzählen, wie perfekt alles läuft.

    Wenn jeder einfach mal anfangen würde zu erzählen, dass es auch mal nicht läuft, dann wäre das Ideal garnicht so weit oben.

    Und besonders die Erwartung daran nicht.

    Hm, ich glaube, ich würde gerne darüber diskutieren, dass es wichtig wäre, dass die oben genannten "negativen" Themen in der "bedürfnisorientierten Literatur" (also auch in Blogs, Social Media-Accounts, etc.) einen selbstverständlichen und größeren Raum einnehmen sollten.

    Angenommen die meisten Raben stimmen mit Dir überein (wovon ich ausgehe), dass diese "dunklen Seiten" präsenter sein sollten, dann frage ich mal weiter: Und wie wollen wir das erreichen?

    Indem wir davon erzählen und zwar einfach im direkten Umfeld.


    Indem man nicht nur erzählt, wie toll und super und klasse alles ist, sondern auch sagt, dass grad alles total blöd läuft.

    Ich schreib jetzt einfach was, das muss natürlich nicht für alle passen.


    Bei mir war es ähnlich. Ich hab sehr viel Sport gemacht und dann nicht mehr.


    Ich musste mich, als ich wieder angefangen hab damit abfinden, dass ich bei minus x anfange.


    Beim ersten Mal dachte ich: Ach du bist doch immer sportlich gewesen, also los.

    Dann war ich so platt, dass ich erstmal krank wurde und nichts mehr gemacht habe.


    Fang mit wenig oder langsam an.

    Du schaffst nur 500 Meter. Das ist besser, als garnichts.

    Du schaffst 2km in 15 Minuten.

    Perfekt!


    Aber die Steigerung wird jedes Mal mehr.


    Setz dir ein für dich realitstisches Ziel.


    Und wenn es lautet in 6 Monaten 3km unter 20 Minuten, dann ist das toll.


    Sowas wie in 4 Monaten 10km unter 1 Stunde hätte bei mir zu Frust geführt.


    Und dann Ernährung. Obwohl ich täglich frisch koche, viel Gemüse, Obst usw. esse und wenig Fleisch.

    Es gab trotzdem Dinge zu verbessern.

    Ich verstehe nicht so ganz, worüber du diskutieren möchtest.

    Sind es die Blogs, Bücher usw.


    Ich finde solche Blogs, Posts usw. für junge Eltern katastrophal.

    Die meisten Bücher zur Erziehung, zum Stillen, Füttern usw. auch.


    Ich erlebe es gerade in der Familie, dass der Perfektionismus, dem da nachgeeifert wird, wirklich schlimm für Eltern und Kind sein kann.


    Zu den anderen Sachen, da ist ja auch jede Familie anders.

    Und auch die Reaktionen der Eltern sind ja unterschiedlich.

    So wie die Kinder auch.


    Ich finde es würde schon helfen, wenn mehr Ehrlichkeit dabei wäre.

    Ja, das perfekte Picknick gibt es bestimmt. Aber vermutlich auch 20 unperfekte.

    Wir reden hier von der Großstadt! Die Arbeitnehmer wohnen auch in der Großstadt.

    Hier auch Großstadt.

    Bei meinem Arbeitgeber gibt es Parkplätze, die reichen aber nicht für alle Mitarbeiter.

    Wenn man Pech hat kommt man auf eine Warteliste.


    Bezahlen muss man den Parkplatz und auch das Jobticket. Das macht also keinen Unterschied.


    Öffentliche Parkplätze gibt es nicht in ausreichender Menge und die kosten so viel, da bräuchte ich dann garnicht arbeiten zu gehen.


    Da ich auch dienstlich in der Stadt herumfahren muss, geht es mit dem Auto schneller und ist planbarer, da ich mich nicht auf den ÖPNV verlassen muss.

    Es ist ja in der Tat ein Fortschritt, dass heute das Gefühl vorherrscht, sich für den Besitz und die Nutzung eines Autos rechtfertigen zu müssen.


    Vor ein, zwei Jahrzehnten war das noch ein Statussymbol. Gut, dass das jedenfalls vorbei ist.

    Ich glaube kaum, dass viele Leute das Gefühl haben, dass sie sich rechtfertigen müssen.

    Hab ich auf jeden Fall nicht.

    Zu schreiben, warum nicht alles so praktisch ist ohne Auto ist ja auch etwas anderes, als sich rechtfertigen.


    Ein Statussymbol ist es aber auch nicht.

    Einfach ein praktischen Beförderungsmittel.

    Ich glaube viele wissen auch garnicht, wie der ÖPNV in Großstädten do aussieht.


    Ich hab lange eine Arbeitsstelle gehabt, da brauchte ich von Haustür zu Haustür incl. 3 x umsteigen 1 Stunde und 45 Minuten für eine Strecke.


    Alles innerhalb der gleichen Großstadt.


    Mit dem Auto hab ich selbst incl. Stau nur 35 Minuten für eine Strecke gebraucht.


    Also auch in der Großstadt ist das nicht immer super.

    Und Schienen brauchen auch Platz.

    Salino das lustigste Gespräch war mal mit einer Frau, die sich so auf das Neubaugebiet gefreut hat.

    Endlich könne sie auch dorthin ziehen, dorthin, wo so viel grün ist und so viel Platz.

    Auf meinen Hinweis, dass das Neubaugebiet sehr eng auf exakt diesem grün gebaut werden soll und damit kein Grün und auch kein Platz mehr da sei, kam nur ein:

    "Trotzdem"


    janos genau das.


    Daroan hier gibt es Anwohnerparkausweise und parken kostet viel Geld.

    Gratis ist nahezu nichts mehr an Abstellmöglichkeiten.

    Ich bin froh, dass wir einen Stellplatz haben.

    Die Städte werden durch immer mehr Wohnraum zerstört.

    Parks abgeholzt, Wiesen zugebaut, Flüsse umgeleitet usw.

    Das halte ich tatsächlich für wesentlich schlimmer, als ein Auto.

    Das Zubauen von Grünlagen wird die Städte auf Dauer unattraktiv machen - und mit steigenden Temperaturen wird es in den Steinwüsten kaum noch auszuhalten sein.

    Dann erkläre das mal den Leuten, die ständig nach mehr Wohnraum in der Stadt rufen, weil sie unbedingt dort wohnen wollen.

    Das kommt nicht an.

    Und wenn sie dann in der Hitze auf ihrem Asphalt sitzen, ist es leider für alle zu spät.


    Bei der Aufwertung der Dörfer durch bessere Infrastruktur bin ich komplett bei dir.

    Das sag ich ja.

    Ja leider.

    Es ist zum kotzen. Der Widerstand der Bevölkerung ist groß, er wird aber wohl leider nicht ausreichen..