Er hat einen schwierigen unkooperativen Klassenlehrer, aber insgesamt geht es ihm nicht schlecht dort.
Das reicht doch völlig aus, dass es schon einem neurotypischen Kind schlecht in der Schule geht, geschweige denn was es mit einem Kind macht, das nicht neurotypisch ist.
Es ist schon eine sehr gute Schule für ADHS/ Autisten. Kein Frontalunterricht!
Viele autistische Schüler die ich kenne, auch in Kombi mit ADHS, profitieren extrem von Frontalunterricht (bei entsprechend "klarer" (d.h. auch einschätzbarer und fairer) Lehrkraft und sind mit Freiarbeit sowie Unklarheiten in der Bewertung, der Anforderung an Selbstorganisation bei Wochenplänen u.ä. massiv überfordert.
Er fragt nicht nach und meldet sich nicht wenn er etwas nicht verstanden hat. D.h viel bleibt unbearbeitet weil er bei jeder Schwierigkeit aufgibt.
Das ist dann ja aber eindeutig eine Überforderung. Er kommt mit Unterrichtsinhalten nicht zurecht und kann das Problem aber nicht selbst lösen.
Eventuell müsste da auch die Schule noch mehr in die Pflicht genommen werden, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass auch der autistische Schüler abgeholt wird?
Ich weiß, das ist schwierig bei privaten Schulen.
Für mich klingt das alles nach: es ist ein eigentlich nicht neuroaffirmatives Umfeld, es gibt keine ausreichenden Nachteilsausgleiche (die er zumindest teilweise auch nicht gut annehmen zu können scheint) und die "Lösung" (die die fehlenden Anpassungen in den Rahmenbedingungen auffangen soll) ist, dass der neurodivergente Schüler bitte möglichst normal funktionieren soll.
Das soll kein Angriff sein: ich weiß ja selbst wie schwer der Spagat Schule - Kind als Eltern ist. Und es klingt auch danach als hättet ihr auch schon einiges durch, um es ihm zu erleichtern.
Es ist mit aber wichtig zu sagen, dass ich trotz allem vieles lese, das eher dafür spricht, dass er keine gute Lernumgebung hat. Und vielleicht über viele Jahre im Schulsystem gelernt hat, auszuhalten bis es hoffentlich vorbeigeht, zu vermeiden, und dass zu sagen was man braucht/nicht schafft/will ohnehin nichts bringt.
Vielleicht wäre es gut mal mindestens eine feste Pausenstunde in der Schule einzurichten, bei der er dann vllt. bei der Sozpäd sein kann (wegen Aufsicht), aber in der Zeit wirklich sich erholen kann, in einem Raum ohne weitere Menschen/Geräusche/Reize; zB jeden Tag die x. Stunde. Dann würde die Anforderung wegfallen, selbst entscheiden zu müssen "brauche ich die Pause" und es wäre gleichzeitig auch keine Möglichkeit, das zum Vermeiden von möglichst viel Unterricht zu nutzen (weil du schreibst, dass er "krank sein" vorschiebt um blau zu machen).
Feste Pausentage (an denen ih entschuldige) nutzen wir seit der Grundschule. Mit fester Regel, d.h. wir hatten 5 pro Halbjahr.
Kenne es auch von anderen Familien, dass es zB zusätzlich eine Begrenzung gibt, wie viele in welchem Zeitraum genommen werden können, damit nicht alle in der ersten Schulwoche verpulvert werden und dann das Blaumachen genau so weitergeht.