Beiträge von Frau Dechse

    Ich berichte mal: Übers Wochenende hatte ich Schmerzmittel genommen, und schon gemerkt, dass es damit und mit Wärme rasch besser wurde. Dienstag war ich dann bei meiner Osteopathin, die ein paar extrem verspannte Muskeln aufgemacht und einen Nackenwirbel eingeladen hat, sich zu entklemmen.

    Blieb Schmerz an einer bestimmten Stelle.

    Ich hab also noch einen weiteren Tag Schmerzmittel genommen, festgestellt, dass Wärme jetzt nicht mehr gut tut und die Stelle einfach mal in Ruhe gelassen.

    Meine Vermutung ist, dass da ein Nerv ganz übel gereizt ist, oder eventuell eine leichte Entzündung irgendwo im Muskel besteht, denn da bildet sich auch immer wieder ein Knoten, der sich aber leicht lösen lässt.

    Seit Donnerstag brauche ich keine Schmerzmittel mehr, und es wird langsam aber stetig besser. Morgen habe ich nochmal einen Termin bei der Osteopathin, danach hat sich die Sache hoffentlich erledigt.

    Während der vergangenen Woche habe ich übrigens gelernt, auf dem Rücken zu schlafen. Vorher unvorstellbar, nur seitlich und verkrampft-zusammengerollt ging bisher.

    Danke fürs Sortieren-helfen und die Tips. :)

    Ich hab das. Bin auch mit der Befürchtung Rheuma zum Hausarzt gegangen. Die hat dann Blut getestet, wie bei dir. Allerdings hat sie mich auch zum Rheumatologen überwiesen. Der hat nochmal Bluttests gemacht (ich glaube, auch andere) und als die negativ waren, hat er köperlich untersucht, dazu hat er bestimmte Schmerzpunkte am Körper gedrückt, die für Fibro typisch sind.


    "Zuständig" war er danach aber nicht für mich, sondern die Schmerzambulanz im Krankenhaus. Hier bei uns bestehen die leider auf dem veralteten Behandlungskonzept: nachts Schlafmittel geben, wenn das den Schmerz nicht ausschaltet, nimmt man tagsüber verschreibungspflichtige Schmerzmittel.

    Dabei ist inzwischen eigentlich bekannt, dass nur eine multimodale Therapie hilft, also neben evtl. Medikamenten auch die richtige Bewegung, evtl. Physiotherapie, evtl. Kälte- oder Wärmebehandlungen, Psychotherapie und ganz wichtig: Lebenswandel anpassen. Stress ist ganz schlecht.


    Ich tausche mich gerne mit dir aus, ich habe nur momentan ganz, ganz wenig Zeit, weil ich übers Wochenende auf einer Fortbildung war, diese Woche relativ viele Termine habe und kommendes Wochenende dann schon wieder auf einer Fortbildung bin. #haare

    Aber sonst gerne.


    Termin beim Rheumatologen solltest du trotzdem machen, gerade bei Fibro, die mancherorts noch den Beigeschmack von "psychosomatisch-eingebildet" hat, ist es gut, eine offizielle Diagnose zu haben. Und kann auch Prozente für einen Grad der Behinderung geben,

    Beim Anruf kann es helfen, zu sagen, dass sie dich bitte auf die Anrufliste setzen sollen, falls jemand absagt.


    Edit: #knuddel

    Vielleicht hat meine Mama dann was verwechselt? Jedenfalls ist das erst zwei Monate her, dass sie das Medikament bekommen hat und dazu sehr starke Schmerzmittel. Ich will beides eigentlich nicht nehmen, die ausgewiesenen Nebenwirkungen sind bei beidem nicht so prickelnd.


    Echt, 800 Ibu darf man mehrfach am Tag? Ich hab da gestern mit zwei Mal 200 rumgekrebst, weil ich sonst bei heftigsten Schmerzen maximal 400 nehme.

    Wow. Danke. Ich nehm jetzt ne Tablette, und wenn die wirkt versuch ich nochmal, den Muskel zu entspannen. Falls das nicht anschlägt, gehe ich heute nachmittag zum Arzt (wenn Herr D. wieder da ist und Kind hüten kann).

    Die Webseite vom ärztlichen Bereitschaftsdienst verweist mich ans örtliche Klinikum. Ist das dann trotzdem was anderes?

    Ich glaub langsam echt, das muss sein. Ich wollte nicht in die Notaufnahme, weil man da so lange warten muss, aber ich bin richtig mürbe vor Schmerzen. Ich hätte gerne einfach ne Spritze oder so.

    Ich hab zwar keine Hantel, aber das Video probiere ich mal mitner Flasche Wasser oder so aus. Das sieht aus als würde es gut tun.


    Danke euch, es tut schon gut, damit nicht allein zu sein.
    Ich habe oft Nacken- oder Schulterschmerzen, aber so wars noch nie.

    Ich hab ganz heftige Schmerzen. Gestern nach dem Aufwachen gings los, ich dachte erst, meine üblichen Schulterverspannungen sind mal so heftig geworden, dass ein Nerv eingeklemmt ist. Der Schmerz zog einseitig bis in die Fingerspitzen und am Nacken entlang bis zum Hinterkopf. Es wurde über Tag aber nicht besser sondern schlimmer. Ich hab gewärmt, ein Bad mit medizinischem Zusatz genommen, und zwei Mal Ibu eingeworfen, weil ich gehofft habe, den Schmerz damit genug auszuschalten, damit sich die Verspannung ein bisschen lösen kann. Außerdem habe ich mich selbst massiert und auch einige Triggerpunkte gelöst,

    Am Abend war es dann so schlimm (im Nacken, Arm war wieder okay), natürlich schon zu spät für Arzt, dass ich total erledigt war und nur noch schlafen wollte. Aber ich kann nicht liegen. Auf dem Rücken, mit exakt angepasstem Körnerkissen unter dem Kopf ging gerade noch so zum Einschlafen, wenn ich mich kein bisschen bewegt habe. Alles andere tat so höllisch weg, dass ich hätte die Wände hoch gehen können. Ich bin sechs oder sieben Mal aufgewacht, weil es dann doch weh tat. Aufstehen, Nacken bewegen hat nicht viel geholfen, irgendwann bin ich mit neu ausgerichtetem Kissen dann wieder vor Erschöpfung eingeschlafen.

    Ich war irgendwann sicher, es ist ein Bandscheibenvorfall, weil das Ablegen des Kopfes so weh tut, und das bei mir die Assoziation auslöst, die HWS sei "nicht stabil". Aberes gibt ein ganz eindeutiges Schmerzzentrum und das liegt genau da, wo Hals und Schulter ineinander übergehen, aber am Schultermuskel nicht am Hals und schon noch auf der Schulter. Ich kann den Kopf nur minimal drehen, weil es sonst weh tut. Wenn ich ihn ihn die entgegengesetzte Richtung drehe, tut es ganz oben an der HWS weh, aber auch nur einseitig und eher am Muskel.

    Jedenfalls kriege ich dieses Schmerzzentrum nicht gelöst. Der Muskel da ist auch steinhart. Ich finde keine Haltung, die nicht weh tut. Ibu will ich mir für heute Nacht aufheben. Wärme liegt drauf, gibt mir aber eher nur das Gefühl, was tun zu können.

    Meine Mutter hat ein Muskelrelaxanz da, das sie wegen einer heftigen Verspannung vom Arzt bekommen hat. Jetzt überlege ich, ob ich das nehmen soll. Oder gibts irgendwas rezeptfreies aus der Apotheke? Magnesium? Irgendein Wundermittel? Ich kann doch mit sowas nicht ins Krankenhaus (und stundenlang in der Notaufnahme warten).

    Kind ist heute zum Glück halbwegs friedlich.

    Ich bin wegen Schmerzen und Schlafmangel halbwegs neben mir, ich kann gar nicht mehr so gut einschätzen, was ich "darf" und was nicht.

    Wie oft und wie viel Ibu darf man denn nehmen?

    Ich bin seit der Zeitumstellung wie zerschlagen. Statt morgens früher rauszukommen, was ja so sein müsste, wenn ich einfcah zur gleichen alten Uhrzeit aufstehe, bräuchte ich morgens zwei bis drei Stunden mehr Schlaf und habe danach Gliederschmerzen, Watte im Kopf und dieses allgemeine Gefühl von "zu wenig Schlaf".
    Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn! :(


    Mein Kind schläft abends nicht früher ein, ist aber morgens deutlich früher wach und ausgeruht. Wenigstens etwas.

    Dechsleins Frontzähne oben wurden als er zwei war in der Uniklinik wegen Milchzahnkaries aufgebaut. Nach zwei Jahren mussten beide Zahnfüllungen/Verkleidungen beim Kinderzahnarzt nochmal erneuert werden, weil sie teilweise abbrachen.

    Am linken Zahn sind Füllung und Verkleidung kürzlich ganz rausgebrochen, mein Zahnarzt wackelte am Zahn rum und meinte, der fällt innerhalb eines Jahres raus und schafft es bis dahin wahrscheinlich noch.

    Für uns wackelt dieser Zahn noch nicht spürbar.


    Der andere Zahn, also der rechte, der noch verkleidet ist, wackelt seit ca. zwei Wochen spürbar und jetzt hat sich vor einer Woche ein kleiner Knubbel über dem Zahn gebildet. Der Knubbel ist weißlich, nicht gelb. Also es sieht aus, als wäre das Zahnfleisch an der Stelle weißlich, weil Druck drauf ist. Ich nehme trotzdem an, es handelt sich um eine Fistel.
    Ich wollte erstmal beobachten, ob es nicht vllt. eine kleine Verletzung am Zahnfleisch oder so ist und sich zurückbildet.

    Dann habe ich es über die Woche, weil ich momentan so doll überarbeitet bin, ganz vergessen. Heute nochmal geschaut, ist nicht größer, aber auch nicht kleiner geworden und ich gehe davon aus, dass es sich um eine Entzündung handelt,

    Dechslein klagte weder Anfang der Woche noch heute über Schmerzen, nur auf den Punkt draufdrücken tut weh.
    Allerdings ist der Nerv dieses Milchzahns auch schon im Rahmen des Milchzahnkaries / der Op bzw. weiterführenden Behandlungen irgendwann abgestorben.


    Weiß jemand, ob sowas gefährlich ist? Kann das irgendwie den Kiefer anstecken? Den kommenden Zahn kaputtmachen?

    Wie dringend ist der Zahnarztbesuch? Morgen sofort? Oder reicht Montag?

    Weiß jemand, was dann passiert? Extraktion des Milchzahns? Aufbohren?

    Wir haben morgen noch einen anderen Arzttermin mit dem Dechslein, von dem wir erwarten, dass er recht anstrengend wird. Es wäre also weitaus angenehmer für uns alle nicht auch noch einen Zahnarztbesuch dranzuhängen.

    HeikeNorge

    Mehr Muskelmasse=weniger LT?


    Mein Versuch, weniger zu nehmen, um aus der leichten Überfunktion zu kommen, ist fehlgeschlagen. Ich bin dauermüde, dauerkrank und meine Stimmung kippt sehr leicht.

    Also wieder die alte Dosierung, mit der ich in ÜF bin, Gewicht zunehme und keine Libido habe. Aber bei der nächsten Kontrolle im Dezember bestehe ich darauf, dass mal ein komplettes Hormonbild gemacht wird.

    Was macht es noch Sinn, zu kontrollieren?

    Vitamin D muss eh nachgeschaut werden ... sonst noch was? Eisen und Ferritin waren bei der letzten Untersuchung nicht zu niedrig und auch nicht grenzwertig laut Arzt,

    Bei mir hat sich durch einen viel zu engen Kiefer der Oberkiefer verschoben, so dass ich inzwischen ein permanent knackendes Kiefergelenk habe, häufige Kopfschmerzen und Verspannungen und meine Osteopathin vermutet, dass sich deshalb auch immer das Becken (auf der gleichen Seite wie der Kiefer) verschiebt.

    (Weil halt immer, wenn wir das eine "richten", das jeweils andere sich verschiebt und umgekehrt.)


    Meine Zähne passen durch den verschobenen Kiefer halbwegs aufeinander, ich muss aber doch viel mehr Anspannen, um ihn arbeiten zu lassen, deshalb ist meine Kaufmuskulatur häufig verspannt, einmal ging das soweit, dass ich den Mund nicht mehr öffnen konnte,

    Ich habe auch chronische Verdauungsberschwerden, die inzwischen zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten geführt haben (meine Ernährungsberaterin sieht da einen Zusammenhang, den ich nachvollziehen, aber hier nicht wiedergeben kann), weil ich die Nahrung nicht optimal zerkleinern kann, ohne dass meine Kaumuskulatur nach einer Scheibe Brot müde ist und weh tut.

    Durch das abgehackte Kauen schlucke ich auch viel Luft und habe dadurch auch wieder entsprechende Verdauungsprobleme.


    Nachts knirsche ich mit den Zähnen, mein Zahnarzt sagt, um den Druck abzubauen, der tags entsteht.


    Das Nasenloch auf der der Verschiebung gegenüberliegendenseite zieht nicht richtig Luft, und die Nebenhöhle da regelmäßig entzündet.



    Mögliche Lösung heute wäre eine Operation, bei der der Oberkiefer abgelöst und richtig wieder eingesetzt wird. Ich weiß aber nicht, wie man dann erreichen wollen würde, dass die Zähne ineinandergreifen. Ich vermute, dem ginge eine längere Zahnspangenphase voraus, eventuell auch ein weiterer Eingriff, bei dem so ein Spreitzer in den Gaumen eingesetzt wird, um den Kiefer zu dehnen.

    Auf nichts davon bin ich wirklich scharf, aber die Beschwerden sind so nachhaltig unangenehm, dass ich demnächst ein Beratungsgespräch habe. Ich will zumindest mal wissen, welche Kosten auf mich zukämen (wenn das alles keine Kassenleistung ist, hat sich die Frage eh von selbst erledigt).


    Hätte man bei mir durch eine durchdachte (!!) kieferorthopädische Behandlung vermeiden können.
    Die, die gemacht wurde, hat nichts gebracht und mit zusätzlich schlimme Nackenprobleme beschwert (Zahnspange mit so einem Metallgestell und Nackenband), weil das Problem völlig falsch angegangen wurde - zB wurden die Weisheitszähne nicht frühzeitig herausoperiert, um Platz im Kiefer zu schaffen. Nach der Behandlung - die eine schlimme Qual war - haben sich die Zähne einfach wieder zusammengeschoben.


    Ich würde dir raten, auch mal mit einem Osteopathen zu sprechen, manche von denen arbeiten auch mit Zahnärzten zusammen, und evtl. kann man in Zusammenarbeit was erreichen.

    Bei mir hat mal DHL ein Päckchen nicht am vorgegebenen Ort abgelegt, sondern mir einen Zettel in den Briefkasten geworfen, sie hätten es in die Papiermülltonne geworfen. #hammer


    Ich hatte auch schon eine Benachrichtigung im Briefkasten, ich könne das Päckchen ab morgen in der Postfiliale abholen, ohne Angabe, welche gemeint ist - und ohne dass das Päckchen dort abgegeben wurde, weil es die Nachbarn angenommen haben.


    Und, mein Favorit, eine Benachrichtigung im (mit meinem Namen beschrifteten) Briefkasten - Päckchen konnte nicht abgegeben werde, weil kein Name am Briefkasten.

    Mir fehlt heute Zeit und auch Energie, hier mitzudiskutieren, ich lese aber immer wieder interessiert mit.


    Weil es gefragt wurde - Angst / Rassismus:

    Für mich kommt Rassismus (und auch Homosexuellenfeindlichkeit, etc) aus der Angst vor Fremdem. Und ich glaube, aus Sicht der Evolution macht dieser ganze Kram auch erstmal Sinn - identifiziere ich jemanden als meiner Gruppe zugehörig oder nicht. Nun haben wir uns so weit entwickelt, dass wir da drüber stehen sollten. Wir sollten in der Lage sein, jemanden in unser Gruppe zu integrieren, der Defizite hat, wenn es um die ganzen sozialen Feinheiten geht, die ihn als "gruppenzugehörig" definieren und wir sollten Gruppenzugehörigkeit nicht an sowas wie Hautfarbe oder Religion festmachen. Klappt mal mehr, mal weniger gut, beim Kollegen, der immer an den falschen Stellen lacht und zu nah steht wenn er mit den anderen redet. Und klappt auch mal mehr, mal weniger gut bei Menschen anderer Ethnie oder Kultur.

    Ich denke, dass diese ganz alten Muster in unruhigen Zeiten eher getriggert werden.


    Trotzdem ist es natürlich noch eine bewusste Entscheidung jedes einzelnen Menschen, ob er da freudig reinspringt und das so richtig auslebt.

    Nur denke ich eben, dass wann diese bewusste Entscheidung getroffen werden kann, auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Und das kann mein Oppa zum Beispiel viel schlechter als ich. Dem kann ich erklären, dass manche Aussagen rassistisch sind (und damit falsch, weil ... ), aber ich muss es ihm auch erklären. Der Punkt, an dem er seine bewusste Entscheidung trifft ist nicht beim Reden mit Familie und Nachbarn (da kommt alles erstmal ungefiltert raus), sehr wohl aber beim Umgang mit "Fremden". Er spricht nie unfreundlich mit jemanden und fragt oft hinterher, wie ich eine Situation bewerte. Er würde nie gewalttätig werden und hat sich bei einer Situation in seinem Dorf, zu der ich ihm klatgemacht habe, dass da sofort eingeschritten werden muss, damit der betroffene Mensch nicht weiter leidet, als einziger dann den Mut gehabt, wirklich was zu unternehmen und die Situation aufzulösen.

    Aber ihm macht vieles auch erstmal unterschwellig Angst. Als ich ihm vorgeschlagen habe, ein paar seiner Wohnungen an Flüchtlingsfamilien zu vermieten, haben wir mehrere lange Gespräche geführt, darüber, was da an Sorgen in ihm aufgepoppt ist.

    Und ja, das ist Angst. Sorge. Die Situation nicht einordnen können, nicht einschätzen können, wie diese anderen Menschen sich verhalten werden.
    Der Grund dafür ist natürlich überwiegend falsch. (Überwiegend, weil Menschen aus einer anderen Kultur ja durchaus in manchem ganz andere Gebräuche haben - aber der springende Punkt ist ja, sie sind keine schlechteren, unfreundlicheren, gefährlicheren Menschen.)


    Zum Dritten Reich:

    Ich möchte es nochmal betonen, man hat damals global Juden als "Problem" betrachtet. Natürlich ist das falsch.

    Aber wenn ich als Mensch irgendwo aufwachse, wo mir vor einer Gruppe anderer Menschen Angst gemacht wird, und ich habe dann Angst - dann habe ich Angst. Auch wenn andere Label (Rassismus, Antisemitismus ... ) auch zutreffend sind.


    Und natürlich finde ich es absurd, dass damals nach einer Lösung für ein Problem gesucht wurde, das nach unserem Verständnis glücklicherweise keines ist. Aber ich wollte mit meiner Erklärung auch nur darauf hinaus, dass die Leute das damals so wahrgenommen haben und Hitler hat ihnen eine Lösung versprochen. Wenn ich nun fest davon überzeugt bin, dass das Problem ein Problem ist, ein existenziell bedrohliches, dann suche ich natürlich nach einer Lösung. Und ganz egal, ob meine Annahme falsch ist - mein Verhalten wird nicht zwangsläufig angetrieben von Hass auf diese andere Gruppe Menschen, sondern unter Umständen eben auch aus dem Bedürfnis, meine Gruppe (meine Familie) zu beschützen.

    Ich habe das ursprünglich auch nur deshalb erwähnt, weil ich gerade ähnliche Mechanismen zu beobachten glaube, wenn ich sehe, wie viele Leute die AfD wählen.


    Jetzt geh ich mit meinem Kind spielen und was leckeres Essen. :)

    Euch allen ein schönes Restwochenende!

    Achso, casa

    ich rege mich eigentlich gar nicht wegen dir - oder sonstwem persönlich - so auf, ich bin einfach überfordert mit der ganzen Thematik und mir geht's momentan auch nicht so gut.

    Das wollte ich noch gesagt haben. Ich glaube, ich bin in meinem vorletzten Posting etwas lauter geworden als angebrcaht war (und als ich eigentlich wollte).


    Ich finde es übrigens schlimm, was du da über den Zirkus geschrieben hast.

    Ich bin nur reflektiert genug, um zu unterscheiden, dass das Problem in unserem System liegt, das Menschen am Existenzminimum herumkrebsen lässt und stolz drauf ist - und nicht an den Flüchtlingen, die in dem Fall was geschenkt bekommen haben.

    Ich tue mir aber schwer damit anderen vorzuwerfen, wenn sie nicht reflektiert genug sind. Weil es doch auch genau dieses System ist, das das fördert. Die Unzufriedenheit, den Neid und die Scham.

    Ich verstehe euch nicht. Ehrlich nicht.

    Es besteht doch ein empfindlicher Unterschied dazwischen, jemandem nicht zuzustimmen, wenn er seine Meinung äußert, und ihn anzugreifen, indem man ihm aggressiv unterstellt, er gehöre in die rechte Ecke.

    Und das passiert leider viel zu häufig. Genauso wie es viel zu häufig passiert, dass Menschen momentan wegen ihrer Herkunft angefeindet werden.

    Und neben Nazis, die Anspielungen von wegen "vergasen" gegenüber Flüchtlingen machen, gibt es Linksorientierte, die ähnlich gewaltvolle Aussagen gegenüber Rechtsorientierten machen.

    Ich finde nicht das eine weniger schlimm. Ich finde beides schlimm. Und ich diskutiere hier über den Umgang mit Menschen, die welches Problem auch immer mit Flüchtlingen haben, weil hier im Großen und Ganzen eben die andere Seite vertreten ist.


    casa

    casa schrieb:

    ABER ich bin mir darüber bewußt, wie diese gefühle entstanden sind und daß sie mich nicht dazu berechtigen, "alle männer sind vergewaltiger" zu brüllen und in einer horde frauen durch die straßen zu ziehen, um jedem kerl, der mir begegnet, eins über die rübe zu hauen

    Aber das ist nicht selbstverständlich. Wir, und ich glaube auch, die meisten Menschen, die viel Toleranz und Mitgefühl in sich tragen, sind dazu sehr gut in der Lage, uns selbst zu reflektieren.

    Viele Menschen können das nicht. Eine der Voraussetzungen, um das zu können, ist auch, sich wohl in seiner Haut zu fühlen.

    Und ich kann mich nicht wohl in meiner Haut fühlen - ergo nicht reflektieren und meine Meinung nicht überdenken - wenn man mir sagt, dass mit mir etwas ganz grundsätzlich nicht stimmt, dass ich falsch und verachtenswert bin, wegen der Meinung, die ich habe.


    Es gibt für mich eine klare Grenze. Den Punkt, an dem man mit allen Mitteln aufstehen und deutlich machen muss: bis hierher und nicht weiter.

    Und an dem befinden wir uns vielleicht schon. In Chemnitz wird das deutlich.

    Und das finde ich schlimm. Ich bin mir aber auch sicher, dass sich das hätte verhindern lassen. Ich glaube nicht, dass "die Leute halt so sind" und es deshalb darauf hat hinauslaufen müssen, wie sich die Dinge jetzt entwickeln. Und ich hoffe, dass es auch nach wie vor möglich ist, zu verhindern, dass die Dinge sich zum noch Schlechteren entwickeln.
    Dazu muss man differenzieren. Man muss einen Unterschied machen, zwischen dem Menschen, der "vergast sie alle" brüllt und dem, der "schickt sie alle zurück in ihr Land" brüllt, ganz vereinfacht ausgedrückt.

    Und ich glaube, es hätte auch auf dem Weg bis hierher an diesen Punkt geholfen, bei weniger drastischen Aussagen zu differenzieren - ist diese Aussage feindlich gemeint oder nicht.

    Aber ich habe von ziemlich am Anfang der Flüchtlingssitution an vielen Stellen mitgekriegt, wie abwertend und aggressiv Pro-Asyler auf alles reagiert haben, was auch nur ein "Moment mal, wieso sollen wir die alle aufnehmen?" war. Was ich daran bedenklich finde ist nicht, dass viele der Meinung sind, dass wir natürlich helfen und aufnehmen sollen. Sondern den Unterton.

    Du bist ein schlechter Mensch, wenn du das anders siehst.


    Und genau das, Xenia , sagt auch Pie. Nicht, dass man nur geduldig hätte zuhören und reden sollen. Sondern dass das Kernproblem da liegt, dass diese andere Meinung mit einem Tabu belegt wurde und dass jeder, der sie vertrat, Abschaum war.


    Ich bin raus aus der Diskussion, ich traue mich nicht mehr hier mitzuschreiben.

    Wenn ich sowas lese:


    Xenia schrieb:

    aber du siehst, dass du für deine Ruhe maximal 3 Raben ausblenden musst, und dass es nicht „die Raben“ sind, die die Argumente der Rechten hier anführen.

    Namen kann ich dir gerne per PN nennen,


    wird mir ganz anders.

    "Die Argumente der Rechten"?

    Da frage ich mich jetzt natürlich, ob ich auch schon da einsortiert worden bin. Weil ich dafür plädiere, dass es eine politische und gesamtgesellschaftliche Verantwortung dafür geben sollte, dass Meinungen frei geäußert werden dürfen,

    Auch unbequeme. Auch: Ich will keine Flüchtlinge in Deutschland habe.


    Weil es richtig ist und wichtig, dass Meinungen frei geäußert werden dürfen.

    Und: Weil man aus diesen Meinungen heraus dann einen Weg finden kann, gut mit der Situation umzugehen. Die Hilfe für Flüchtlinge hätte man vielleicht so gestalten können, dass es nicht in Menschenjagden und einem Aufstieg der Nazis gipfelt. Weil man diejenigen, die wirklich Ängste haben, hätte beruhigen können. Damit hätte man verhindert, dass diejenigen, die wirklich Nazis sind, so sehr an Boden gewinnen.



    Ich bin übrigens sehr dafür, dass wir Flüchtlinge aufnehmen und habeh keine Angst vor der Islamisierung oder sowas. Und ich hätte sehr viel Angst vor randalierenden Nazis oder besorgten Bürgern oder Postboten oder sonstwem, der so wütend oder aggressiv ist, dass er anderen Menschen weh tut.

    casa

    Und genau diese Haltung sehe ich als eines der großen Probleme, die wir derzeit haben.

    Man darf Angst davor haben, dass eine andere Religion zum Ziel hat, "unsere" auszulöschen und man darf das benennen. Und ja, auch auf die Straße gehen, wenn man hier keine Flüchtlinge haben möchte.

    Seine Meinung friedlich (!!!!) zu äußern muss legitim bleiben!

    Aber das ist es nicht mehr, und deshalb ticken viele Leute aus. Klar kann man das als erbärmlich bezeichnen und sich dafür auf die Schulter klopfen, dass man das im Gegensatz zu all den anderen Verblendeten erkannt hat. Machen die Nazis sicher aus so. Sich ihr Grüppchen suchen, in dem ihnen alle nach dem Mund reden und sich in ihren Wahrheiten bestätigt fühlen.

    Wir haben inzwischen den Punkt erreicht, wo angeblich tolerante Menschen darüber entscheiden, welche Meinung man äußern darf.


    Wenn jemand seine Meinung äußert, dann kann man zwei Dinge tun:

    man kann ihn fragen, warum hast du davor Angst, wo siehst du Anzeichen dafür, dass das passiert. Und wenn man das früh genug tut, dann kommt in 90 Prozent der Fälle wahrscheinlich raus, dass das einfach nur das ist: irrationale Angst und dann kann man was dagegen tun und demjenigen erklären, warum seine Sorge unbegründet ist.

    Aber darum geht es in erster Linie nicht mal. Es geht darum, dass dieser Mensch nicht zu Gewalt greifen muss, um gehört zu werden.


    Die Frau aus deinem Beispiel, die sagt, dass sie Angst hat, wenn ihr nachts in der Stadt drei Männer entgegen kommen - was sagst du der?

    Sagst du ihr: das ist eine männerfeindliche Haltung, wie kann man nur so eine Gesinnung haben? Sorgst du dafür, dass sie sich in ihrer Integrität verletzt fühlt? Dass sie sich falsch damit fühlt, dieses Gefühl zu haben? Und was macht sie dann wohl, wenn ihre Angst bestehen bleibt? Wenn sie andere Frauen findet, die das ähnlich empfinden? Wenn die Gruppe versucht, mit ihrer Angst Gehör zu finden und nur noch massiveren Widerstand in Form von: das darfst du nicht fühlen! erfährt?
    Und wenn dann noch vielleicht eine dabei ist, die mal vergewaltigt wurde? Wenn sie dann im Grüppchen auf die Straße gehen und ein Betrunkener einen blöden Anmachspruch löslässt?

    Glaubst du, das könnte in Gewalt enden? Glaubst du, dass könnte ein Nährboden sein, den sich jemand, der wirklich eine männerverachtende Gesinnung hat, nur zu gerne aussucht?


    Wenn jemand seine Meinung äußert, dann kann man sich natürlich in selbstgerechtem Zorn aufs Ross schwingen und demjenigen zu sagen, dass er eine "deutschnationale Gesinnung" hat.

    Man kann sich danach sogar herrlich im Recht fühlen (und es als Beweis heran ziehen), wenn er daraufhin dicht macht und wirklich in diese Ecke abdriftet.


    Und damit, dass "man" "jemanden" fragt und was erklärt, meine ich nichtmal unbedingt mich und meinen Nachbarn.

    Ich meine in erster Linie, dass es eine politische und gesamtgesellschaftliche Verantwortung dazu geben sollte.


    Ich gebe dir Recht, was gemachte Gefühle angeht, manche Ängste werden schon immer gerne benutzt, um aufzuhetzen. Zum Beispiel, dass "unsere Frauen nicht mehr auf die Straße können". Aber es ist doch nicht hilfreich, denjenigen anzugreifen, bei dem das greift. Diese Manipulationen werden doch deshalb ausgesucht, weil sie bei vielen Leuten auf fruchtbaren Boden fallen.

    Abgesehen davon finde ich es zum Kotzen, dass du einen einzigen Satz aus meinem ganzen Posting herauspflückst und mit der Keule der moralischen Überlegenheit draufdrischst, statt dich wirklich mit dem auseinanderzusetzen, was ich - vor allem im Kontext - gesagt habe.
    Du bist genauso voreingenommen und ablehnend anderen dir unbekannten Menschen gegenüber, die du aufgrund von dem wenigen, das du über sie weißt, in eine Schublade einsortierst, wie die Leute, die du hier kritisierst und das ist das, was mir an der ganzen Diskussion (nicht der hier im Forum) am meisten zu schaffen macht.