Beiträge von Fannie

    Ich dachte, die heißen Schupfnudeln, weil man sie aus dem Wasser schöpft, nach dem kochen. Rückblickend nicht sehr logisch, weil das ja auf alle Nudeln (und jede Menge anderer Lebensmittel ) zutrifft.....

    Ich möchte mal ein paar Gegebenheiten aus den letzten Wochen erzählen.


    Mein schwarzer Sohn macht seit Kurzem eine Ausbildung auf dem Bau. In der ersten Woche hat ein älterer Privatkunde ihm gesagt, wie toll er es findet, dass "ein Ausländer auch mal nen Job hat. Ein richtiges Vorbild für die anderen! "


    In der zweiten Woche hat ein Kunde nach Beendigung des Auftrages jedem Mitarbeiter 5 Euro gegeben, meinem Sohn jedoch 10 Euro, "damit er noch was nach Hause schicken kann".


    Ein Kunde erfährt, dass mein Sohn grade die Ausbildung begonnen hat und sagt ihm, dass er was machen soll aus der Chance, die ihm Deutschland bietet, damit er dann wieder nach Hause gehen und dort alles wieder aufbauen kann.


    In der letzten Woche hat die Kundin mittags Verpflegung für die Männer besorgt. Mein Sohn wurde gefragt, ob sie für ihn Lamm oder Rind besorgen soll, weil sie davon ausging, dass er Moslem sei.

    Gefragt wurde übrigens nicht im ganzen Satz und mit vielen Gesten, da die Frau davon ausging, dass mein Sohn nicht gut deutsch spricht.


    Eine ältere Dame kommt auf der Straße auf meinen Sohn zu, fasst ihm ins Gesicht und sagt, wie sehr sie sich freue, dass er jetzt "in Sicherheit sei". Sie ging davon aus, dass er ein Geflüchteter ist.


    Mein Sohn geht mit Freunden ins Kino, jeder kauft sich einzeln eine Karte. Mein Sohn (und nur mein Sohn!) wird darauf hingewiesen, dass auch ein Film auf Englisch laufen würde.


    Passiert ist all das übrigens in Hamburg! Nix ostdeutsche Provinz.


    Mein Nachbar stellt fest, dass meine Kinder immer so leicht bekleidet seien. Ich antwortet, dass ihnen einfach nicht so schnell kalt sei. Er zeigt mit dem Finger auf meinen Sohn und fragt "Dem da auch nicht?".


    Keiner dieser Menschen war agressiv oder hat rumgepöbelt. Sie haben es alle gut gemeint mit meinem Sohn. Keiner dieser Menschen hält sich für einen Rassisten. Warum auch? Sie waren doch extra freundlich zu dem Schwarzen, haben Tipps gegeben, haben nachgefragt und sich angepasst (= gebrochen deutsch oder betont laut und langsam gesprochen).

    Mein Sohn ist immer automatisch der Ausländer, ist somit auch immer Moslem und spricht kein Deutsch. Die Menschen können sich mehrheitlich einfach immer noch nicht vorstellen, dass es auch schwarze Deutsche gibt.

    Mal ganz davon abgesehen, dass Menschen einfach voll mit Klischees und absurden Vorstellungen sind und diese mit einer Selbstsicherheit reproduzieren, die ich manchmal schon fast beneidenswert finde.


    Immer wieder gibt es auch Situationen, die zeigen, dass die Menschen uns nicht als Familie wahrnehmen, sich einfach nicht vorstellen können, dass weiße und schwarze Menschen zusammen eine Familie bilden können.


    Mein Sohn ist zu Besuch bei uns, ich bringe ihn anschließend zum Bahnhof. Wir umarmen uns, sagen uns, dass wir uns lieb haben, ich gebe ihm einen Kuss auf die Wange. Hinter uns tuscheln Menschen lautstark, dass ich doch nicht wirklich so blöd sei zu glauben, dass er mich wirklich liebt und dass er mich verlassen würde, sobald er seine Aufenthaltserlaubnis hätte. (Sie haben uns für ein Paar gehalten).


    Meine weiße 13jährige und mein Sohn gehen einkaufen. Meiner Tochter wird zugeflüstert, dass sie doch was besseres findet und sich nicht "an so einen" verschenken soll. (Die Frau hat die beiden für ein Paar gehalten).


    Meine Kinder sind zusammen unterwegs, sind unterschiedlicher Meinung und diskutieren. Meine Tochter wird gefragt, ob sie Hilfe braucht und der Junge sie belästigt. Als sie antwortet, er sei ihr Bruder und schon alles okay so, wird sie gefragt "Wie soll das denn gehen?".


    Und gerade gestern in unserer norddeutschen Kleinstadt: Ich hole meinen Sohn vom Bahnhof ab, ich grüße die Leute die uns begegnen mit "Moin" und sie grüßen zurück. Machen hier alle so. Ich frage meinen Sohn, warum er nicht grüßt. Seine Antwort: Meinst du etwa,die grüßen mich? Ich kann mir das nicht vorstellen und bitte ihn die nächsten paar Passanten zu grüßen, ich sage nichts zu ihnen. Er hatte recht. Die Leute schauen ihn misstrauisch an, keiner grüßt zurück.


    Dieser Satz hat mir wirklich einen tiefen Stich ins Herz versetzt. Meinst du etwa,die grüßen mich?


    Sorry, dass es so unglaublich lang geworden ist. Ich wollte eigentlich nur ein, zwei Begebenheiten aufschreiben und dann fiel mir noch eine Situation ein, und noch eine ....

    claraluna ich bin mal so frei und antworte ebenfalls. Meine schwarzen Kinder sind jetzt 19 und 21 und nein, mir ist tatsächlich nicht eine Situation präsent, in der Menschen sie bevorzugt haben um ja nichts falsch zu machen.


    Es gibt immer mal wieder Menschen, die vordergründig extra freundlich sind (näher betrachtet ist es rassistisches Verhalten par exellence), um sich selbst besser zu fühlen und zu betonen, dass sie ja üüüüüberhaupt nicht rassistisch sind.

    Die Frage, die sich PoC in "blöden" Situationen stellen, ist halt "Wäre eine weiße Person auch so behandelt worden?" und die Antwort ist eben ganz oft: Nein!


    Wenn ich während eines Asthmaanfalls nicht sprechen kann, würde die Arzthelferin meine Begleitung nicht fragen, ob sie meine Betreuerin sei. Auf die Idee würde einfach keiner kommen. Und genau deshalb ist dieses Verhalten rassistisch.

    Schokojunkie selbstverständlich haben PoC die Deutungshoheit in Bezug auf Rassismus. Wer auch sonst?


    Wenn du mich anrempelst (egal ob absichtlich oder nicht), entscheidest du dann, ob du mir wehgetan hast oder kommt es auf mein Empfinden an?


    Ich glaube, der große Denkfehler ist, dass viele glauben, um sich rassistisch zu verhalten müsse man ein schrecklicher Mensch sein. Dem ist mitnichten so! Du kannst ein super netter und empathischer Mensch sein und dich trotzdem an und zu mal (unbewusst) rassistisch verhalten, einfach weil du es gar nicht bemerkst. Die meisten weißen Menschen tun das, eigentlich sogar alle. Rassismus hat nichts mit böser Absicht zu tun, das geht auch ganz prima aus Versehen. Und genau deshalb ist es sooo wichtig PoC und ihren Angehörigen genau zuzuhören und sich selbst zu reflektieren.

    ich bin noch nie gefragt wurden, wer ich bin. Echt nicht. Wenn ich offiziell unterwegs bin, stelle ich mich vor bzw. der Patient tut das, einfach um zu verdeutlichen, dass ich auch etwas sagen werde.

    Manchmal gehe ich auch mit, weil mich jemand einfach als Back up dabei haben will, falls er doch nicht alles versteht oder um hinterher noch mal abzugleichen. In dem Fall werde ich nicht vorgestellt (weil ich in der Regel dann auch nichts sage) und es fragt auch nie jemand.

    Es geht ja auch niemanden etwas an, ob ich die Lebensgefährtin, die Taxifahrerin oder sonst wer bin. Fakt ist, der Patient möchte mich dabei haben, also bin ich da.

    Ich habe -im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit- schon viele Menschen zum Arzt begleitet, die die Termine aufgrund der Sprachbarriere nicht alleine wahrnehmen konnten. In den letzten Jahren eher Leute aus Syrien, dem Irak und Jemen, in meiner Hamburger Zeit vornehmlich Menschen aus Ländern Westafrikas. Ich würde behaupten, dass so eine Konstellation für einen Arzt in der Großstadt Alltag ist.

    Nichtsdestotrotz darf das nicht vorausgesetzt werden (würde es ja bei einem deutsch gelesenen Menschen auch nicht, wenn er in Begleitung erscheint).


    Angesprochen wird trotzdem immer der Patient, nicht ich. Also so sollte es zumindest sein und die meisten machen das auch so. Der Patient wird gefragt, ich erkläre wenn nötig und möglich, Patient antwortet so gut er kann, ggf. ergänze ich oder antworte komplett an seiner Stelle. Blickkontakt die ganze Zeit zwischen Arzt und Patient, Blick zu mir nur, wenn ich von mir aus etwas frage/sage oder etwas mit Gesten verdeutlichen möchte.


    Will sagen: Selbst wenn ich als "Betreuer" mit dabei bin, hat niemand den Patienten derart zu übergehen.

    Ich fände es sehr naheliegend den Parienten zu fragen, ob er wegen der Atemnot nicht sprechen kann und ob es in Ordnung ist, mit der Begleitung zu sprechen.


    Halt so, wie man es mit einer weißen Person, die deutsch gelesen wird, wahrscheinlich auch machen würde.


    Ansonsten bin ich -als Mutter zweier schwarzer Kinder- entsetzt über einige Aussagen hier und ein Satz hat mich wirklich getroffen und verletzt.

    Ich habe selber keine Erfahrungswerte diesbezüglich, erinnere mich aber an einen Thread von barney rubble, der sich so ziemlich um das gleiche Thema drehte. Also seine Fragestellung war eine andere (was kann das Kind aus dem Bett heraus essen, das schnell "verabreicht" ist und am besten kein nochmaliges Zähne putzen braucht), aber ich fand den Thread damals sehr interessant und vielleicht findest du da ja auch ein paar Anregungen für euch.


    Ich hab noch nie einen Thread verlinkt, ich hoffe das klappt.

    schlafengeh-snacks

    Ich bin weder Lerche noch Eule und die Zeitumstellung tangiert hier niemanden in der Familie. Früher musste ich dann halt 2x im Jahr Uhren umstellen, heute nutzen wir nur die Uhren von Fernseher und Handy und die stellen sich selber um.

    Meine Tochter kam dann gestern aus der Schule und berichtete von der Zeitumstellung am Wochenende. Wir haben das total vergessen.

    Meine beiden Großen sind genau 2 Jahre aufeinander und glichen im Baby-/Kleinkind-/Kindergartenalter sehr deinen Kinder #freu


    Wir sind durch Zufall dann auf eine für uns geniale Lösung gekommen. Meine Große hat es schon immer geliebt massiert zu werden und würde dabei ganz ruhig (also hätte auf zu reden/singen. Gezappelt hat sie trotzdem). Als sie mal wieder durchs Bett turnte während der Kleine versuchte in meinem Arm einzuschlafen, blieb sie verkehrt herum (also mit dem Kopf zum Fußende) liegen, ich bekam ihre Füße zu fassen und hab diese kräftig massiert. Das würde dann unser allabendliches Ritual für viele Jahre: der Kleine kuschelnd in meinem rechten Arm, die Große "verkehrt herum " an meiner linke Seite bekommt die Füße massiert. Weiterer Vorteil war,dass die Große halb aus dem Bett hängen oder mit den Händen wedeln konnte usw. ohne den Kleinen zu stören, da war genug Abstand dazwischen.


    Vielleicht könnte etwas ähnliches bei euch auch funktionieren?

    Wickie war schon immer eindeutig männlich. Andere Figuren in der Serie, die eindeutig Männer waren, trugen ebenfalls lange Haare (wenn man Wickies Haare denn als lang ansieht, ich fand sie nicht lang) und die gleichen Kleidung wie Wickie (Frauen trugen andere Kleidung). Er wurde in der Serie sehr deutlich und immer wieder männlich benannt (er, Sohn, Bengel,usw) und das Thema, dass Halvar sich eigentlich einen Sohn mit anderem Charakter wünschte, war nun wirklich allgegenwärtig. Vicky wäre vielleicht ein Mädchenname gewesen, Wickie nicht (Kommt halt von Wikinger). Und ich habe so viele Bücher und Geschichten aus der ganzen Welt gelesen,gehört und gesehen, dass mich ein in Deutschland andersgeschlechtlicher Name auch nicht irritiert hätte. Aber wie gesagt, der Name war für mich nicht weiblich besetzt.

    Titelsong hab ich auch nie falsch verstanden.

    Es gab für mich (und alle Leute um mich herum) nie auch nur den geringsten Grund anzunehmen, dass Wickie kein Junge sein könnte. Dass das manche Leute anders erlebt haben, habe ich erst hier im Forum erfahren vor ein paar Jahren (und im real life ist mir weiterhin nie jemand begegnet, der Wickie für ein Mädchen hielt). Ehrlich gesagt ist mir das bis heute unbegreiflich. Dass Wickie kein typischer Junge ist, ist doch DAS Thema der Erwachsenen in der Serie? Das fand ich furchtbar nervig, darum hab ich es irgendwann nicht mehr gern geschaut.


    Edit: Meine Tochter kennt Wickie nicht und findet die Figur sieht aus wie ein Mädchen.

    Hier nimmt es sich nichts, ob Ferien oder nicht, wir sind immer entspannt ?


    Allerdings sind wir immer viel unterwegs in der Freizeit, auch während der Schulzeit.


    Einzelne freie Tage mag meine Tochter nicht so gern. Das bringt ihren Wochenrhythmus zu sehr durcheinander, weil in der Regel am dem Tag dann auch die Hobbys wegfallen usw..

    Pamela es hat nur einen sehr kleine Personengruppe Anrecht auf einen Deutschkurs. Aktuell sind das Menschen aus dem Jemen, Irak, Syrien, Iran, Somalia und Eritrea. Das wars.

    Menschen aus anderen Nationen haben vereinzelt Anrecht auf einen Deutschkurs, wenn es ihre spezielle Situation hergibt. Sie können natürlich privat als Selbstzahler einen Kurs besuchen, aber das ist für die allermeisten utopisch.


    Auf Syrer z.B. trifft das von mir und Tulan beschriebene z.B. überhaupt nicht zu. Das von uns beschriebene findet sich nicht nur in Westafrika, trifft aber eben schon hauptsächlich und sehr ausgeprägt auf die von dort stammenden Menschen zu. Menschen aus Westafrika wirst du aber so gut wie nie in einem staatlich finanzierten Deutschkurs antreffen.

    tulan, ja genau so. Das kann ich alles unterschreiben.


    Und dazu kommt noch, dass in weiten Teilen Afrikas Schulunterricht so funktioniert, dass im Chor wiederholt wird, was der Lehrer vorsagt. Lernen und Hausaufgaben bestehen aus auswendig lernen und wiederabspulen. Da ist nix mit selber ausprobieren und gelerntes anwenden und auf andere Sachverhalte übertragen usw. In Deutschland funktioniert das ganz anders mit dem Lernen und es werden Erwartungen gestellt, die viele Menschen gar nicht erfüllen können.


    Magst du erzählen, welche Sprache du gelernt hast? Nutzt du sie noch?


    Ich habe damals etwas Igbo gelernt. Nicht viel, so auf A2 Niveau ca. Inzwischen habe ich natürlich fast alles vergessen, aber ich freue mich immer noch, wenn neben mir in der Bahn Igbo gesprochen wird und ich ein paar Brocken verstehen kann #freu