Beiträge von Liese

    Ich werde die Spenden auf jeden Fall auf mehrere Organisationen verteilen, sonst ist mir das Risiko zu hoch, die "falsche" zu erwischen, wenn ich alles nur einer gebe. Und so kann man es auch besser auf verschiedene Aspekte aufteilen.

    Sie gehen halt davon aus, dass du überschüssiges Geld zu einem gewissen Teil für Konsum ausgibst. Wenn du auf "Meine CO2-Bilanz" gehst, wird nicht mehr nach dem Einkommen gefragt, sondern nur nach sonstigen Konsumausgaben.

    Weil mich so etwas interessiert, habe ich mal eine grobe Aufstellung quer durch die Kategorien gemacht, wo wie viele CO2-Emissionen entstehen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Ansatzpunkte zu finden, wo man leicht viel CO2 einsparen könnte und wo sich der Einsatz/Verzicht nicht wirklich lohnt.


    Die Angaben sind in Tonnen CO2e pro Person und Jahr (CO2e = CO2-Äquivalente, da werden auch die Treibhauseffekte von Methan z. B. berücksichtigt).


    Einige Zahlen habe ich vom CO2-Rechner des Umweltbundesamtes, aber ich habe auch viele andere Quellen verwendet, die ich hier aber nicht einzeln aufzähle (und auch nicht mehr alle weiß), weil die Zahlen sowieso sehr ungenau sind und man zum Teil sehr unterschiedliche Angaben findet. Ich hoffe aber, dass zumindest die Größenordnung in den meisten Fällen stimmt.


    Ich bin der Einfachheit halber von der Verwendung von Ökostrom ausgegangen, so dass CO2-Emissionen durch Strom im eigenen Haushalt hier nicht mit einbezogen sind. Es ist natürlich trotzdem sinnvoll Strom zu sparen, weil das trotzdem den Bedarf an fossiler Energie senkt und den Strommix Deutschland verbessert.


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    Referenz


    Öffentliche Emissionen: 0,86

    Durschnittliche Gesamtemissionen: 11,17

    Ziel Gesamtemissionen: 2,00


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    Wohnen


    Heizen (ohne Bauemissionen)


    Die CO2-Emissionen steigen bei einer Gasheizung ca. um 0,05 (saniertes Mehrfamilienhaus) bis 0,15 (unsaniertes Einfamilienhaus) Tonnen pro zusätzliches °C.


    Mehrfamilienhaus, saniert/Neubau, 25qm, 18°C, Gasheizung: 0,41

    Mehrfamilienhaus, saniert/Neubau, 25qm, 20°C, Gasheizung: 0,50

    Mehrfamilienhaus, saniert/Neubau, 25qm, 22°C, Gasheizung: 0,59


    Einfamilienhaus, saniert/Neubau, 25qm, 18°C, Gasheizung: 0,52

    Einfamilienhaus, saniert/Neubau, 25qm, 20°C, Gasheizung: 0,64

    Einfamilienhaus, saniert/Neubau, 25qm, 22°C, Gasheizung: 0,75


    Mehrfamilienhaus, unsanierter Altbau, 25qm, 18°C, Gasheizung: 0,93

    Mehrfamilienhaus, unsanierter Altbau, 25qm, 20°C, Gasheizung: 1,15

    Mehrfamilienhaus, unsanierter Altbau, 25qm, 22°C, Gasheizung: 1,36


    Einfamilienhaus, unsanierter Altbau, 25qm, 18°C, Gasheizung: 1,21

    Einfamilienhaus, unsanierter Altbau, 25qm, 20°C, Gasheizung: 1,57

    Einfamilienhaus, unsanierter Altbau, 25qm, 22°C, Gasheizung: 1,79


    Duschen


    5 min am Tag warm mit sparsamem Wasserverbrauch duschen: 0,11


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    Mobilität


    5 km am Tag (200 Tage) hin und zurück mit dem ÖPNV: 0,07

    5 km am Tag (200 Tage) hin und zurück alleine im PKW: 0,42


    50 km am Tag (200 Tage) hin und zurück mit dem ÖPNV/Zug: 0,59

    50 km am Tag (200 Tage) hin und zurück alleine im PKW: 4,18


    500 km hin und zurück mit dem Zug: 0,00 (wegen Ökostrom, sonst wahrscheinlich ca. 0,03)

    500 km hin und zurück zu viert im PKW: 0,05

    500 km hin und zurück mit dem Flugzeug: 0,23


    Kreuzfahrt auf dem Fluss (7 Tage): 0,50

    Kreuzfahrt auf dem Meer (7 Tage): 0,74


    Flug in die USA und zurück: 2,86


    Alle 20 Jahre ein neues kleines E-Auto: 0,45

    Alle 20 Jahre ein neues mittleres E-Auto: 0,64

    Alle 20 Jahre ein neues großes E-Auto: 0,80


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    Essen


    Bei den Nahrungsmitteln habe ich zur besseren Vergleichbarkeit jeweils angenommen, dass man sich das ganze Jahr nur von diesem Nahrungsmittel ernährt und 2000 kcal/Tag benötigt.


    Besonders gut ist eine getreidereiche Ernährung und auch Nüsse, getrocknete Linsen, Pflanzenfette und Kartoffeln scheiden sehr gut ab. Das Schlusslicht bilden Rindfleisch, Champignons und schlecht lagerbares Obst/Gemüse im Winter.


    Zu beachten ist, dass die CO2e auf die Kalorien bezogen sind. Eine Gurke entspricht daher in etwa einer Scheibe Wurst. Außerdem wurden nur die CO2e berücksichtigt. Andere Faktoren, wie z. B. Flächenbedarf sind ebenfalls wichtig, und hier schneiden Tierprodukte noch einmal deutlich schlechter ab als Pflanzenprodukte.


    Haferflocken: 0,08

    Weizenmehl: 0,09

    Erdnuss: 0,10

    Haselnuss: 0,11

    Zucker: 0,11

    Linsen (getrocknet): 0,13

    Brot: 0,17

    Sonnenblumenöl: 0,18

    Magarine: 0,18

    Kartoffel: 0,21

    Sonnenblumenkerne: 0,21

    Nudeln: 0,26

    Möhre: 0,28

    Kartoffelchips: 0,33

    Apfel (regional, saisonal): 0,35

    Weintraube: 0,41

    Banane: 0,46

    Honig: 0,46

    Schokolade: 0,48

    Erbsen: 0,52

    Fleischersatz (Soja): 0,59

    Orange: 0,63

    Hering: 0,63

    Erdbeeren (regional, saisonal): 0,68

    Blumenkohl: 0,73

    Lachs: 0,83

    Mais: 0,94

    Wurst: 0,94

    Brokkoli: 0,95

    Joghurt: 1,00

    Ketchup: 1,05

    Eisbergsalat: 1,12

    Tomate (regional, saisonal): 1,22

    Sojadrink: 1,25

    Linsen (Dose): 1,27

    Schweinefleisch: 1,27

    Ei: 1,37

    Apfel aus Neuseeland: 1,39

    Pizza Salami (TK): 1,44

    Paprika: 1,46

    Kuhmilch (Vollmilch): 1,48

    Butterkäse: 1,66

    Reis: 1,68

    Spinat (TK): 1,68

    Frischkäse: 1,71

    Salami: 1,78

    Himbeeren: 1,99

    Gurke: 2,43

    Magerquark: 2,43

    Hähnchenfleisch: 2,43

    Pommes (TK): 2,45

    Butter: 2,52

    Rindfleisch: 4,53

    Champignons (frisch): 4,99

    Erdbeeren im Winter (frisch): 7,76

    Tomate im Winter: 11,76


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    Getränke


    1,5 Liter Leitungswasser am Tag: 0,0002

    1,5 Liter Flaschenwasser am Tag: 0,11

    eine Tasse Tee (250 ml) am Tag: 0,003

    eine Tasse Kaffee (125 ml) am Tag: 0,01

    ein Glas Wein (100 ml) am Tag: 0,04

    ein Glas Bier (330 ml) am Tag: 0,04


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    Haustiere

    zwei Kaninchen: 0,22

    Katze, Dosenfutter: 0,34

    Katze, Barf: 0,75

    Hund (10 kg), Dosen- und Trockefutter: 0,46

    Hund (10 kg), Barf: 1,13

    Hund (30 kg), Dosen- und Trockefutter: 0,81

    Hund (30 kg), Barf: 1,98

    Pferd (550 kg), nur Raufutter und Kraftfutter: 1,96

    Pferd (550 kg), normales Futter: 2,36


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    Sonstiges


    Möbel: 0,35

    Textilien (z. B. Kleidung): 0,20

    Papierprodukte (z. B. Toilettenpapier): 0,33


    Alle 10 Jahre einen neuen Tisch: 0,002

    Alle 10 Jahre einen neuen Stuhl: 0,001

    Alle 10 Jahre einen neuen Bürostuhl: 0,008

    Alle 10 Jahre ein neues Sofa: 0,009

    Alle 10 Jahre einen neuen Schrank: 0,002


    46 Rollen Toilettenpapier: 0,01


    Alle 2 Jahre ein neues Smartphone: 0,02

    Alle 5 Jahre ein neues Tablet: 0,03

    Alle 5 Jahre einen neuen Laptop: 0,06

    Alle 5 Jahre einen neuen Monitor: 0,02

    Alle 10 Jahre einen neuen Fernseher: 0,06


    1 Stunde am Tag Videos in hoher Qualität streamen: 0,03

    1 Stunde am Tag Videos in niedriger Qualität streamen: 0,003

    1 Stunde am Tag Videokonferenz: 0,005

    1 Stunde am Tag Videotelefon per Mobilfunknetz: 0,02

    250 GB Online Storage: 0,03


    Eine Papiertüte am Tag: 0,02

    Eine Papiertüte pro Woche: 0,003

    Eine Papiertüte pro Monat: 0,001

    Eine Plastiktüte am Tag: 0,04

    Eine Plastiktüte pro Woche: 0,006

    Eine Plastiktüte pro Monat: 0,001

    Eine Baumwolltasche pro Woche: 0,09

    Eine Baumwolltasche pro Monat: 0,02

    Eine Baumwolltasche pro Jahr: 0,002


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    Ich freue mich über Ergänzungen. :)

    Danke für eure Vorschläge! Ich denke, Greenpeace kommt auch auf meine Spendenliste.


    Geld in Projekte für alternative Energie und nachhaltige Projekte investieren klingt auch gut, aber da finde ich es schwierig die Balance zu finden zwischen "es ist zwar für einen guten Zweck, aber eigentlich hätte ich das Geld schon gerne irgendwann wieder" und "wenigstens wird es sinnvoll verwendet". Daher habe ich mich dafür entschieden, nur zu spenden (und dafür nicht so viel, wie ich bei einer Geldanlage investieren würde). Mein Ziel ist es, dass das Geld für Lobbyarbeit verwendet wird, so dass die Politik dann noch viel mehr Geld, als ich gespendet habe, für den Klimaschutz ausgibt.

    Ich möchte gerne für die Klimaschutz spenden. Was denkt ihr, wo das Geld am effektivsten verwendet wird?


    Client Earth scheint z. B. recht erfolgreich zu sein, dazu steht bei Wikipedia auch: "In 2017, ClientEarth was named the most effective environmental group by green leaders."


    Ansonsten habe ich den Eindruck, die Deutsche Umwelthilfe ist sehr aktiv, und bei uns lokal ist der ADFC sehr engagiert für den Fahrradverkehr. Vielleicht noch Fridays for Future, das mit den Demos ist zwar gerade schwierig, aber da wurde ja auch schon sehr viel in Gang gesetzt.


    Was habt ihr für Vorschläge/Erfahrungen? Ich bin da etwas überfordert von den vielen Möglichkeiten. Prinzipiell denke ich, dass das Geld wahrscheinlich in der Lobbyarbeit am besten angelegt ist, aber da weiß ich auch nicht, wer da wie aktiv und erfoglreich ist. Es muss auch nicht unbedingt auf Deutschland oder Europa bezogen sein.

    Ich beziehe mich auf das hier in Deibem Link:


    "Damit ist klar: Wenn ein Selbstständiger gegenüber der Krankenkasse einen Anspruch auf Krankengeld hat, hat er auch ab dem ersten Tag einen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Allerdings haben Selbstständige in der KSK den Anspruch automatisch, andere Selbstständige müssen hierfür eine Wahlerklärung abgegeben haben (kostet etwas mehr)."


    Das klingt mir jetzt nicht nach automatischem Anspruch.

    Das stimmt, man kann auf diese Wahlerklärung verzichten. Dann zahlt man allerdings auch einen ermäßigten Beitragssatz. Für den normalen Beitragssatz, den auch pflichtversicherte Arbeitsnehmer zahlen, bekommt man auch die gleichen Leistungen.


    Aber ja, ich finde diese Regelung auch unfair gegenüber denjenigen, die keinen Anspruch auf Corona-Kind-krank-Geld haben.

    Auch nach Deinem Link ist es aber so, dass der Kind-krank-Anspruch sich nach dem eigenen Krankentagegeld-Anspruch richtet. Der kann dann ab dem ersten Tag bestehen, wenn man das so wählt - und dafür mehr bezahlt. Das entspricht m.E. dem Inhalt von test.de (der zwar auf das Urteil von 1995 Bezug nimmt,aber auch Dezember 2015 ist).

    Nein, da steht

    • Die Voraussetzungen für Kinderkrankengeld finden sich in §45 SGB V – eine Karenzzeit ist da nicht vorgesehen.
    • §45 nimmt nicht auf §46 Satz 3 SGB V Bezug (dort sind die Bedingungen für das Krankengeld geregelt).
    • Die Leistung knüpft nicht an die Arbeitsunfähigkeit sondern an die kurzfristige Verhinderung des Versicherten aufgrund eines erkrankten Kindes.
    • Das Kinderkrankengeld soll den Lohn ersetzen, der wegen der Betreuung des Kindes dem Versicherten entgeht.
    • Diesem Zweck würde es zuwiderlaufen, wenn man den Anspruch erst ab dem 43. Tage entstehen ließe, da dies dazu führen würde, dass der Anspruch faktisch nie, bzw. nur in sehr seltenen Einzelfällen bestünde und die Norm ins Leere liefe.

    Ich habe jetzt auch noch mal den Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamts von 2015 angesehen, auf den sich der Autor in dem Link bezieht, da steht folgendes (S. 22)


    "Im Berichtsjahr 2015 befasste sich das Bundesversicherungsamt mit der Frage, ob hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige einen Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld bereits ab dem ersten Tag des Fernbleibens von der Arbeit oder erst ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit haben. Das Bundesversicherungsamt konnte im Rahmen dessen feststellen, dass die Krankenkassen hierbei unterschiedlich verfahren. Auf Veranlassung des Bundesversicherungsamtes haben die Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder daher dieses Thema auf ihrer Aufsichtsbehördentagung im November 2015 erörtert und sind zu der Auffassung gelangt, dass der Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld bereits mit dem ersten Tag des Fernbleibens von der Arbeit entsteht."


    Weiter hinten steht noch


    "Das Bundesversicherungsamt hat in letzter Zeit vermehrt zur Kenntnis genommen, dass Krankenkassen und Verbände im Umgang mit der Gewährung von Kinderpflegekrankengeld im Hinblick auf den Anspruchsbeginn weiterhin uneinheitlich verfahren. Das Bundesversicherungsamt ist auch zukünftig bestrebt, eine einheitliche Praxis im Sinne der oben dargestellten Auffassung sicherzustellen."


    Es kann also gut sein, dass man sich da erst mit der Krankenkasse rumstreiten muss. Der Autor in dem Link konnte sich anscheinend gegenüber seiner Krankenkasse durchsetzen.


    Edit: Das mit dem eigenen Krankengeld-Anspruch bezieht sich darauf, ob man gewählt hat, dass man bei eigener Krankheit ab dem 43. Krankheitstag Krankengeld möchte (sonst bekommt man gar keins). Das kostet extra, ist aber gesetzlich genau geregelt (sowohl die Kosten als auch die Leistungen, insbesondere auch Kinderpflegekrankengeld). Darüber hinaus kann man sich auch mit Krankengeld ab dem 1. Tag versichern, aber ich meine, dazu gibt es keine gesetzlichen Regelungen, sondern das ist dann quasi eine extra Versicherung, die man mit seiner Krankenkasse abschließt, und bei der die Krankenkasse die Regeln selbst festlegen kann.

    Das Urteil, auf das sich test.de bezieht, ist anscheinend von 1995. In dem Link von mir steht


    "Das Bundesversicherungsamt hat schon im Jahr 2015 die gesetzlichen Krankenkassen einbestellt und auf eine Einhaltung dieser Regel gepocht. Die Krankenkassen haben allerdings, soweit ich das weiß, nie darüber informiert."


    Vielleicht ist das erst seit 2015 so, dass die Krankenkassen das nicht mehr durch Klauseln umgehen können, und es hat sich noch nicht so herumgesprochen, weil die Krankenkassen die Information nicht von sich aus mitgeteilt haben. Ich weiß aber auch nur das, was in dem Link steht.

    Im Übrigen haben auch freiwillig gesetzlich versicherte Selbständige - die ja eigentlich alles "richtig" und "solidarisch" gemacht haben - je nach Kasse und Tarif keinen Kinderkrankentageanspruch ab dem 1. Tag, sondern erst ab dem 43. Krankheitstag. Aber okay, auch da kann man die Auffassung, dass sie eben einen teureren Tarif mit besserem Krankengeldanspruch hätten wählen sollen...

    In diesem Link steht, wenn man Krankengeldanspruch ab dem 43. Tag hat, dann hat man Anspruch auf Kinderkrankengeld ab dem 1. Tag.

    Warum findest du, dass man das mit Kids nicht machen sollte Soorma ?

    Ich bin in der Regel mit 3 Kids unterwegs und einmal in der 1. Klasse gelandet. Ich hab mich da nicht wohl gefühlt, wir sind halt nicht leise. Daher lieber Abteil.

    Wir waren auch schon mit Kindern in der 1. Klasse unterwegs und ich bin mir ziemlich sicher, dass es da, wie auch in der 2. Klasse üblich, Ruhe- und Handybereiche gab. Wir haben dann guten Gewissens Plätze im Handybereich reserviert.

    Tja, und unsere Tochter: Sie hat sich das Saxophon selbst rangeholt: In der Grundschule hat sie im Rahmen von Jeki damit angefangen, sich dann in der Stadtteilschule zwei Bandprojekte gesucht, an denen sie teilnehmen konnte, weil wir erstmal abgeblockt haben. Nun ist sie aber so gut, sie spielt zwei Instrumente, und das mit Leuten die deutlich älter sind als sie (Oberstufe).

    Da dann zu sagen: "Such dir halt was billiges", funktioniert nicht so wirklich.

    Also bekam sie den Einzelunterricht im Saxophon.

    Ich finde es auch toll, dass ihr ihr das ermöglichen konntet. Aber ich persönlich hätte es trotzdem nicht ungerecht sondern schade gefunden, wenn es aus finanziellen Gründen nicht gegangen wäre, weil das Geschwisterkind das Geld für eine Therapie braucht (wenn es denn eine sinnvolle/hilfreiche Therapie ist).

    Wenn eins meiner Kinder äußert, dass es sich ungerecht behandelt fühlt, versuche ich entweder, einen Ausgleich zu schaffen, oder ich versuche das Kind zu überzeugen, dass es nicht ungerecht behandelt wird, wenn es aus meiner Sicht definitiv nicht so ist, oder eben eine Mischung aus beidem. Solange sich keiner beschwert, mache ich es einfach so, wie es sich für mich gerecht anfühlt. Da sind dann sicher auch einige Konventionen dabei, die ich eben so kennengelernt habe, die aber vielleicht bei genauerer Betrachtung auch nicht unbedingt "gerecht" sind. Objekt gerecht gibt es ja sowieso nicht, wie aus der Auflistung von nez perce schön hervorgeht.


    Was das konkrete Beispiel mit der Lerntherapie und dem Instrument betrifft, da sehe ich es auch so, dass die Lerntherapie bei mir eindeutig Vorrang hätte vor dem Instrument, wenn ich mich entscheiden müsste. Zu der Lerntherapie gibt es anscheinend keine Alternative, wenn das Kind Lesen und Schreiben lernen soll. Wenn es "nur" darum geht, den Kopf zu beschäftigen, gibt es meiner Meinung nach genügend billigere oder kostenlose Alternativen, auch wenn das Kind gerade am liebsten dieses Instrument lernen möchte.

    PS: Wobei die Sparpreise, die es aktuell gibt, für längerfristig geplante Reisen unschlagbar günstig sind. Wenn man mit dem Nahverkehr übers Wochenende wegfährt (einen Tag hin, einen zurück), fehlt mir aber noch eine günstige Möglichkeit, weil einem da auch das Länderticket nichts/nicht so viel nützt.

    Danke für den Artikel! Schön, dass sich da einiges verbessern soll bei der Deutschen Bahn. Ich konnte ihn mit ausgeschaltetem Javascript lesen (Kommentare habe ich allerdings keine gesehen).


    Aber mal zu den im Artikel viel erwähnten Fernverkehrsverbindungen, die so reduziert wurden: Ich bin als Kind oft eine Strecke von ca. 70 km mit dem Fernverkehr gefahren und war immer ungefähr zwei Stunden unterwegs (Abfahrt alle zwei Stunden). Außerdem gab es noch die Züge des Regionalverkehrs, die an jeder Haltestelle gehalten haben, die brauchten, glaube ich, 2,5 Stunden. Inzwischen kann ich die Strecke nur noch mit dem Regionalverkehr fahren (Abfahrt jede Stunde), aber die Züge halten an denselben Haltestellen wie früher der Ferverkehr und brauchen nur noch eine Stunde. Eine direkte Verbindung, bei der der Zug an jeder Haltestelle hält, gibt es nicht mehr, da müsste man zwischendurch umsteigen. Daher bin ich mir nicht so sicher, ob man die Qualität der Verbindungen an dem Label "Fernverkehr" festmachen kann. Ja, der Zug früher fuhr dann noch etwas weiter als jetzt, aber es gibt einen Anschlusszug und man ist auch mit Umsteigen noch deutlich schneller als früher.


    Edit: Und früher gab es doch auch das superbillige Wochenend-Ticket, da war es ganz besonders wichtig für uns mittellose Schüler, dass möglichst viele Verbindungen als "Regionalverkehr" gekennzeichnet sind. :D


    Ich fände es ja gut, wenn sie (mit Hilfe staatlicher Subventionen) mal die Preise senken würden. Zumal ja offenbar gewünscht ist, dass mehr Leute mit dem Zug fahren (oder eben auch nicht, wenn man die Autoindustrie fragt). Und mehr Fahrgäste würden wiederum auch die Kosten für die Bahn pro Fahrgast senken, bzw. würden sich Investitionen mehr lohnen.

    Was bei uns in solchen Fällen sehr geholfen hat, war etwas ganz anderes zu machen, wenn das Kind den Trost verweigert hat. Gerade als dann das zweite und dritte Kind noch da waren, hatte ich sowieso nicht immer Zeit, ewig neben einem weinenden Kind zu sitzen, das sich doch nicht helfen lässt und habe dann eben einem anderen Kind geholfen, wenn es gerade Hilfe brauchte. Oder auch was im Haushalt gemacht, was ich eigentlich gerade machen wollte. Unterwegs oder auf dem Spielplatz, wenn die anderen Kinder mich gerade nicht brauchten, war es dann allerdings auch noch oft so, dass das Kind, das sich nicht trösten lassen will, dann eben ewig neben mir geweint hat.


    Also wenn dir das nicht zu fies ist, dann könntest du das mal probieren, dass du bewusst etwas anderes machst und nur zwischendurch mal fragst/probierst, ob du jetzt vielleicht doch trösten darfst. Es fühlte sich für mich schon komisch an, mein weinendes Kind zu ignorieren, aber ich hatte den Eindruck, dass es für meine Kinder so leichter war, sich für den Trost zu entscheiden (inzwischen lassen sie sich immer trösten, außer wenn ich es war, die sie verärgert hat, aber sie sind auch schon älter als deins).


    Ich denke, der Grund, warum das funktioniert, ist dass das Kind die ganze Zeit darauf gewartet hat, dass ich seinen inneren Konflikt zwischen "lass mich in Ruhe" und "tröste mich" auflöse. Wenn ich aber offensichtlich mit etwas anderem beschäftigt bin, dann fällt diese Erwartungshaltung weg und es muss sich selbst mit dem Konflikt auseinandersetzen und merkt dann bald, dass es doch lieber getröstet werden will. So habe ich mir das zumindest immer vorgestellt.

    Ich finde das eigentlich okay so, wie du das machst, zumindest habe ich das in solchen Sitationen auch so gemacht. Gerade wenn es sich verstärkt, wenn sie müde ist, ist es wahrscheinlich auch ihre Art, Druck rauszulassen. Meine Kinder hatten zumindest in dem Alter auch noch mehrmal täglich Wutanfälle, nur meistens aus anderen Gründen. Ich würde an deiner Stelle einfach abwarten und weitermachen wie bisher, es wird auf jeden Fall irgendwann besser.


    Was du evtl. noch machen könntest, ist, dass sie in den Fällen, wo es geht, erstmal nur selbst von den Konsequenzen der Entscheidung betroffen ist. Also z. B. beim Spazierengehen könntest du sagen, falls sie rausgehen will, soll sie sich schon mal anziehen, wenn sie fertig ist, kommst du auch (falls sie das mitmacht). Oder wenn sie eine bestimmten Teller will, soll sie sich ihn einfach selbst holen (du holst ihn nur, wenn sie sich gleich entscheidet bzw. nur einmal und wenn sie doch nicht zufrieden ist, kann sie sich ja selbst einen neuen holen).


    Wenn ich von der Entscheidung auch betroffen bin, würde ich möglichst gleich anfangen mit "Druck machen", wenn ich merke, sie ist wieder in ihrer Schleife drin. Dann kommt es wenigstens schneller zum ohnehin unvermeidlichen Ergebnis und vielleicht hilft es ihr auch ein bisschen, sich diese Schleife abzugewöhnen, wenn sie sie nicht mehr so viel dazu kommt, sie auszuleben. Und falls sie mit Druck dann zu einer Entscheidung kommt, finde ich das eigentlich auch positiv. Dann hat sie geübt, sich zu entscheiden, ohne zu wissen, welche Option nun eigentlich besser ist. Das finde ich selbst auch noch ganz schön schwer und komme dann auch gerne mal in so eine Schleife (zum Beispiel bei Schnick Schnack Schnuck #rolleyes, darum mag ich das Spiel auch nicht).


    Edit: Ich glaube so mit 4 irgendwann entwickelt sich das abstrakte Denkvermögen, ich denke dann sollte sich auch allmählich eine Besserung einstellen, weil sie dann selbst erkennen kann, dass sie mit dem hin und her nicht weiterkommt und eine "falsche" Entscheidung besser ist als gar keine.