Beiträge von Dinomys

    Sorry, ihr seid schon wieder weiter, aber ich möchte noch claraluna antworten, auch wenn's OT wird:

    claraluna : das hier deckt sich ziemlich mit meiner Erfahrung/meiner Beobachtung (habe von 2007 bis 2018 im Osten gelebt und gearbeitet, bin ursprünglich aus meiner niederbayrischen Heimat Niederbayern): https://orange.handelsblatt.com/artikel/47895 . Im Artikel ist von 10 - 15% geringeren Lebenshaltungskosten die Rede. Mein Mann und ich hätten im Westen in vergleichbaren Jobs (im selben Unternehmen) etwa 25 - 30% mehr verdient - wohlgemerkt bei 38 (West) statt 40 Stunden (Ost) Arbeitszeit (ist vielleicht beim Thema Familienfreundlichkeit auch kein ganz uninteressanter Aspekt). War für uns jetzt nicht das Problem, da wir zu den Besserverdienenden gehörten - für Leute mit geringem Gehalt ist diese Diskrepanz sicher weniger lustig; kurz: der Osten wird immer noch benachteiligt, aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen. Dazu kommt noch, dass gerade Dinge wie Gleitzeit/Vertrauensarbeitszeit/Home Office, die die Arbeit familienfreundlicher machen könnten, gerne auf höheren Hierarchieebenen angeboten werden (und - s. Artikel, Chefetage ausm Westen, Fußvolk ausm Osten - war in meiner Firma ähnlich, also, wer profitiert?).

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur für Brandenburg City sprechen: die Mieten sind gestiegen, die Löhne meines Wissens nicht. Viele Leute, die nach Berlin pendeln, ziehen nach BRB, ob sich die Brandenburger das auf Dauer noch leisten können...

    Anbei: Ich finde Lebenshaltungskosten schwer vergleichbar, da spielen ja auch Faktoren wie Stadt/Land und die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche rein. In BRB haben wir etwa 250 € Kitagebühren bezahlt, jetzt in RLP sind es 5 €. Dafür war dort der ÖPNV für unsere Bedürfnisse ideal und wir hatten jahrelang kein Auto, jetzt haben wir wieder eines angeschafft, dort hatte der Bioladen Apothekenpreise, hier gibt es in der nächsten Stadt zwei Bio-Supermärkte, und, und, und... Wie will man da jemals Objektivität reinbringen?

    Und noch was: Deine Rundum-Kritik an Ost-Krippen finde ich ziemlich unfair, sag doch bitte, was dich genau stört - hast du heute noch Angst vor sozialistischer Indoktrinierung? Wie früh oder spät ein Kind in Betreuung gegeben werden kann/soll, ist doch höchst individuell und abhängig von der Situation der Eltern und der Reife des Kindes? Mein Kind war/ist hier wie dort in einer katholischen Kita (dort hatte ich wegen Stadt die Auswahl, hier hab ich wegen Dorf keine...). Im Osten habe ich nie was Genderkackiges gehört, hier durchaus. Im Osten konnte ich je nach Beschäftigungslage die Anzahl der Betreuungsstunden buchen, hier sind nur in Ausnahmefällen Vollzeitplätze möglich (über Mittag und bis 17:00 Uhr - und ja, auch wenn ich den Personalnotstand und die organisatorischen Probleme sehe - da spielt sehr wohl eine "Mami hat zu Hause das Mittagessen zu kochen"-Ideologie mit rein). So als Momentaufnahme, nicht als repräsentative Stichprobe....

    Fiawin , danke für Deine Gedanken (die überhaupt nicht doof ankommen). Ich sehe die Nachbesitzer nochmal, bevor es ernst wird und kann ja mal fragen, was die mit dem Baum veranstalten würden, falls er dabliebe.


    Auf Herbst verschieben ist vielleicht eine Option...

    Danke euch allen, das klingt ja insgesamt eher ermutigend. Das Bäumchen war ein ganz liebes Hochzeitsgeschenk von den KollegInnen, deshalb hänge ich schon dran und würde ihn gerne unbeschadet mitnehmen.

    Liebe Raben,


    ich bräuchte mal euren Rat. In zwei Wochen steht hier ein Umzug an, und dabei soll auch ein Bäumchen aus dem Garten mit. Es handelt sich um einen Ginkgo, der vor 6 Jahren eingepflanzt wurde und etwa 1,60m hoch ist. Er wird etwa 1 - 2 Tage unterwegs sein. Wie verpackt man den am besten für den Transport? Im Topf? Oder den Wurzelballen irgendwie feucht umwickeln? Wenn letzteres, wie genau?

    Außerdem sind die Böden hier (best of märkischer Sand) und am Zielort (eher lehmig, gehaltvoll) sehr unterschiedlich. Packt eine Pflanze das oder muss man die irgendwie noch akklimatisieren? Ihr merkt, ich habe keine Ahnung...
    Bitte um Erfahrungen bzw. Tipps,
    Dinomys

    Das mit dem Wattestäbchen habe ich auch.


    Das seltsamste, was mir mal passiert ist: ich habe diese feinen Härchen von einer Kaktusfeige in die Fingerkuppen bekommen - gespürt habe ich es an den Zähnen - ich kann es schlecht beschreiben, ein ganz fieses, kreidiges Gefühl...

    Hallo Grinsekatze,


    wir sind mit dem Kindlein von Geburt an alle paar Wochen 8 - 10 Stunden im Zug gefahren (Großeltern besuchen), und bis auf ein oder zweimal war immer genug Platz, auch für den Kinderwagen.


    Wenn Du ganz auf der sicheren Seite sein willst, dann kannst Du das Kinderabteil reservieren. Das Kinderabteil ist im ICE entweder gleich neben dem Bordbistro oder beim Übergang in die 1. Klasse. Im ersten Fall ist der Stellplatz für den Wagen im Abteil, im zweiten Fall gleich neben dem Abteil in der 1. Klasse (da ist auf jeden Fall genug Platz, auch bei mehreren Kinderwagen/Rollstühlen. Bei den wenigen Gelegenheiten, wo das Kinderabteil schon deutlich voll war, war es auch nie ein Problem, den Wagen im Bistro abzustellen (wenn das Baby grade schlief, habe ich mich halt dazugestellt und evtl. dort was konsumiert - nicht sehr bequem, aber geht schon mal).

    Außerdem gibt es beim ICE noch den Einstieg beim großen Gepäckfach (bei der Wagenstandsanzeige nach "Familienbereich" suchen, das ist direkt daneben), da ist auch genug Platz für einen Kinderwagen, muss mal sich halt auf die Klappstühle daneben setzen.

    Ein Wickeltisch ist entweder im Kinderabteil oder im Behinderten-WC.


    Bei den neuen ICs (Doppelstockwagen) ist das Kinderabteil im Obergeschoss, der Stellplatz unten. Man kann sich auch unten neben den Wagen setzen, das ist wirklich sehr großzügig vom Platz her. In älteren ICs sind die Kinderabteile zum Teil winzig und der Stellplatz ist eng oder schon weg. Abhilfe schafft hier das Fahrradabteil (der letzte Wagen). Da kann man den Wagen stellen und hat Klappsitze bzw. ein Großraumabteil nebendran. Der Fahrradwagen ist allerdings erfahrungsgemäß recht kühl, also Kind und sich selbst gut einpacken.

    Liebe Babykäfer,


    es tut mir sehr leid, dass Du das erleben musst.


    Bei mir war es etwas später (ca. 10. Woche, aber es hatte sich schon länger nicht weiterentwickelt), deshalb gingen die ersten beiden Tage deutlich Gewebeteile mit starker Blutung ab. Die FG setzte allerdings nicht spontan ein, sondern wurde mit Cytotec ausgelöst (ich wollte auf keinen Fall eine Ausschabung). Danach dauerte die Blutung etwa eine Woche; weniger als Mensstärke (also insgesamt 9 Tage). Meine Frauenärztin sah nach einer Woche noch Gewebereste in der Gebärmutter und gab mir eine Spritze, die nochmals eine Blutung auslösen sollte. Hat nicht geklappt, ich habe die Sache dann auf sich beruhen lassen und die nächste Mens abgewartet, da ich mich körperlich fit fühlte.


    So früh sollte es normalerweise keine Probleme geben. Im Übrigen schließe ich mich Silbermöwe an: bei Fieber, Schmerzen und "krankem" Geruch zum Arzt, ansonsten kann man es in diesem frühen Stadium abwarten.


    Alles Gute und viele Grüße von der

    Dinomys

    Du Arme! Ich als Mutter einer absolut unproblematischen Schläferin kann eigentlich nicht mitreden, schließe mich aber Kraichgaus Vorschlag an: probier's mal bei den Anthroposophen. Ich habe im Klinikum Havelhöhe in Berlin entbunden, da kriegste zur U2 einen Vortrag vom diensthabenden Kinderarzt (bzw. der Kinderärztin); und da war der Tenor: "Schlafsituation muss zur Familiensituation passen - d.h. wenn das Kind um 23.30 ins Bett geht, ist es auch in Ordnung". Das fand ich eine sehr entspannte Herangehensweise (auch wenn die nicht so richtig Fans vom Familienbett waren).


    Kriegst eine PN wegen der Details.

    Daß das so war, bezweifelt ja auch keiner. Das war (ist) nun mal real. Nur das was ich schrieb, war genau so real, auch wenn es gerne ignoriert wird.

    Trin da sind wir uns ja einig. Ich finde einfach die Ost-Sicht - wenn ich das mal so nennen darf- (die meiner Meinung nach weniger genderkackig war, egal wie beknackt das System insgesamt war (da könnte man übrigens auch über den Westen Bände füllen, was Demokratieverständnis etc. angeht - aber das ist jetzt echt OT)) in diesem Punkt (MINT-Fächer) so diametral entgegengesetzt, dass eigentlich das schon ausreicht, um jegliches "Männer/Frauen-sind-so-und-so-begabt" auszuhebeln. Und das Problem ist doch genau, dass diese Sicht ignoriert wird oder - im Westen - sofort mit einem "die armen in die Krippe abgeschobenen und indoktrinierten Ostkinder" gekontert wird (Ironie on - während die armen Frauen in so unweiblichen Berufen wie Ingenieurin oder Physikerin ihr trauriges und weiblich unerfülltes Dasein fristen mussten - Ironie off). Ich wollte in meinem letzten Posting nur mal diesen doch ziemlich krassen Gegensatz betonen, wie die Dinge wahrgenommen werden können.


    Zur Klarstellung: ich bin gegen jegliche staatliche Bevormundung, wie jemand zu leben hat (was Kinderbetreuung, Arbeitsteilung in der Beziehung, Homo- oder Heterosexualität oder was auch immer angeht). Aber der Staat hätte dafür zu sorgen, dass für alle Modelle die nötigen Ressourcen und die nötige Infrastruktur zur Verfügung stehen. Ich bin gegen jedes "du mußt" und für jedes "du hast die Möglichkeit".

    Sorry, jetzt etwas verspätet (bin heute nicht eher ans Netz gekommen), aber ich finde das grad sehr spannend. Ich bin in einer niederbayerischen Kleinstadt aufgewachsen, und da ging es so ab, wie Trish beschreibt: durch die Ehe wird die Friseurin oder Metzgereiverkäuferin "Frau Oberstudienrat" und kann es den ehemaligen Kolleginnen, die nicht "rauf"geheiratet haben, gegenüber raushängen lassen. Meine Mutter (in der Kindheit meiner Geschwister hat sie an derselben Schule wie mein Vater unterrichtet, das war schon mal außerhalb der Norm) wurde mal von Kollegengattinnen entgeistert darauf angesprochen, warum sie die Putzfrau grüßt #stumm . Die Eheschließung war also mit Prestigegewinn verbunden, dass die Frau nicht "arbeiten muss" war ebenfalls eine Prestigesache. Und wenn die Frau das nicht muss und soll und will, dann ist ja auch der Arbeitserlaubnis-durch-den-Ehemann-Paragraph kein Problem....

    An meiner Schule war es so, daß die gesamten Naturwissenschaften und Mathe usw. eher als Fächer angesehen wurden, in denen die Mädchen sowieso die Nase vorn haben, zu den Begabtenkursen gingen vorrangig Mädchen, an den Erweiterten Oberschulen (= Abi) oft deutlich mehr Mädchen als Jungen.

    Ich hatte einen Mathelehrer, der uns am Anfang des Schuljahres erklärte, er hätte es eigentlich nicht nötig, sich vor eine reine Mädchenklasse (das hatte sich in diesem Jahr so ergeben) hinzustellen. Als ich Anfang der 90er in München mein klassisch-westweiblich-bildungsbürgerliches geisteswissenschaftliches Studium aufgenommen habe, wurden die zwei Maschinenbaustudentinnen von den männlichen Kommilitonen nach ihrem Sexappeal beurteilt ("da dad i gern amal drübersteign").


    Ich lebe derzeit im Osten und habe erstaunt (= positiv überrascht) zum ersten Mal in meinem Leben Biographien wahrgenommen, wo die Mutter Ingenieurin ist und die Tochter ebenfalls. Meine Nachbarin (ca. 50) ist Kindergärtnerin/Erzieherin und beklagt den Niedergang der Ausbildung (in der DDR = Studium).

    Nur eine Rückfrage für mich,


    sollte der domestizierte Mann solche Höflichkeiten wie Tür aufhalten, Wasserkästen ins Auto heben, in den Mantel helfen oder auf anderweitige Hilfe verzichten? Quasi den großteil des Knigges einfach weg lassen?

    Das einfachste ist doch in diesen Fällen: einfach fragen, ob Hilfe gebraucht wird. Ich freue mich z. B., wenn mir Leute im Zug anbieten, beim Ein- und Aussteigen den Kinderwagen mit anzufassen. Manchmal nehme ich das Angebot an, manchmal geht es aber alleine besser, so auch mit Wasserkästen etc. In beiden Fällen bedanke ich mich. Und bei echter Höflichkeit geht es doch genau darum: evtl. Schwierigkeiten des/der anderen sehen und Hilfe anbieten - nicht aufdrängen.


    Anbei: was gerade an diesem In-den-Mantel-helfen so besonders hilfreich sein soll, hab ich nie verstanden...

    Ich hatte mich für eine KH-Geburt entschieden, weil ich so eine Ahnung hatte, dass irgendwas nicht rund laufen wird (so war es dann auch: vorzeitiger Blasensprung, Einleitung nach 24h, Geburtsstillstand während der Presswehen und KS) und ich die Vorstellung, mich unter einer HG oder GH-Geburt verlegen lassen zu müssen, wesentlich schlimmer fand, als von vornherein ins KH zu gehen.
    Ich bin allerdings nicht ins örtliche KH: ich fühlte mich auf dem Info-Abend dort einfach nicht wohl (das ist mein ganz subjektives Gefühl, ich kenne auch einige Frauen, die dort sehr zufrieden waren - will also nichts gegen diese Einrichtung gesagt haben), im Gegensatz zum 1 Stunde entfernten babyfreundlichen anthroposophischen KH, wo ich sofort das Gefühl hatte: "hier biste richtig, hier willste entbinden". Ich fühlte mich dort sehr gut aufgehoben. Am Ende hatte ich alles, was ich mir niemals hatte vorstellen wollen (von Zugang über Einleitung bis Kaiserschnitt), aber dadurch, dass ich den Leuten dort grundsätzlich vertraute, mir immer alles erklärt wurde, gefragt wurde, ob ich mit der oder jener Maßnahme einverstanden bin,... bin ich mit dieser KH-Geburt völlig im Reinen.
    Da das Kindlein in den ersten Lebenstagen ein paar Schwierigkeiten hatte (Trinkprobleme, grenzwertige Gelbsucht,...), war ich auch froh, im KH zu sein, immer Hebammen, Stillberaterinnen und KinderärztInnen greifbar zu haben, wenn ich verzweifelt war oder mich doof anstellte (bin auch kein Naturtalent im Umgang mit Babys).


    Weil so was im Eingangsposting erwähnt wurde: ein Jahr zuvor hatte ich eine frühe Fehlgeburt. Weder von meiner Frauenärztin noch von der untersuchenden Ärztin im örtlichen KH wurde ich bedrängt, ins KH zu gehen, als ich eine Ausschabung ablehnte. Ich bekam dann ein Medikament, das Wehen auslöst und konnte allein zu Hause in Ruhe Abschied zu nehmen.

    Wann stimmt man schon mit einer Zeitschrift immer überein?


    Die EMMA war schon oft meine Rettung, wenn ich mir mal wieder die Frage stellte, ob ich spinne oder die (patriarchale) Welt...


    Jedenfalls auf 40 Jahre! Und viel Standhaftigkeit für die nächsten 40 (wir werden sie leider, leider noch lange nötig haben).