Beiträge von Hagendeel

    In der Klasse meines Sohnes wurde auf dem Elternabend der 5. Kl. nachgefragt, ob denn nicht weiter Antolin gemacht werden könne (also vom Lehrer her angesagt) und die Kinder so Punkte sammeln könnten für den Deutschunterricht .... daraufhin der Deutschlehrer: Antolin??? Das sei nur was für kleine Grundschulkinder, um die überhaupt ins Lesen zu bekommen, wenn es denn anders nicht ginge; und die Fragen bei Antolin seien doch sehr simpel, auf keinen Fall mehr etwas für die 5. Klasse, wo sich die Schüler dann doch schon etwas tiefgeehender mit Literatur beschäftigen sollten.

    Und das an einer Gesamtschule, in der ca. 90%der Schüler Migrationshintergrund hatten und das Niveau des Unterrichts vom Anspruch her jetzt nicht unbedingt hoch war (derselbe Lehrer auf demselben Elternabend: realistischer Anspuch sei, die Kinder zum Hauptschulabschluss zu führen, dass keiner abgehe ohne Schulabschluss. Und dafür würde Antolin auf keinen Fall mehr passen).

    Aber hier hats glaube ich auch eher die Grundschüler motiviert, bei denen zu Hause eben nicht vorgelesen wurde oder so.

    Meine hatten ja Spaß, hin und wieder Antolin zu machen, eben weil die Fragen so (babyeier)leicht waren - eben so zur Entspannung sich nochmal mit dem Buch zu beschäftigen, ein kleines Quiz zu machen. Beide waren/sind nun auch wirklich keine leistungsstarken Schüler gewesen, beide hatten nach meiner Erinnerung immer alle Antolinfragen richtig beantwortet. mein Eindruck war auch: Antolin ist nett, aber nichts Tiefschürfendes. Eben ein absolut niedrigschwelliges Angebot. Und dass es die in der Grudnschule gibt udn dann auch Kinder "Erfolgserlebnisse" durch diese Urkunden udn das Punktesammeln haben, die an soich keine besonders "starken" Schüler sind, fand/finde ich total in Ordnung.

    Fiawin , das verstehe ich schon - wobei körperliche Gewalt für mich schon nochmal eine ganz andere Kategorie wäre.

    Ich kann es mir nur so vorstellen (weil ich es hier nur so kenne), dass diese Urkundengeschichten auch den Kindern doch vermutlich nicht weiter wichtig sind. Die, die eine bekommen, werden sich einen Moment lang freuen, und dann ist es doch auch sehr schnell Schnee von gestern. War jedenfalls hier immer so - an der Grundschule hier gabs auch alle möglichen Urkunden und irgendwelche "Pässe" (1x1-Passe, Füllerführerschein, Rechtschreiburkunde, Geometriepass, was auch immer), Urkunden vor allem bei den Sportfesten, aber auch wegen Känguruhwettbewerb, Matheolympiade usw, teilweise öffentlich, also vor der ganzen klasse ausgeteilt, teilweise individuell. War, soweit ich das mitgekriegt habe, unter den Kindern selbst kein Thema. Wenn meine Kinder eine Urkunde oder einen Pass bekommen hatten, verschimmelte der jedenfalls monatelang im Ranzen (sie hatten das Ding schon meist wieder vergessen, sobald der Schultag zu Ende war und sie einen Fuß vom Schulgelände setzten). Aber klar, in einem leistungsorientiereten Umfeld (von den Elternhäusern der Kinder her) kann das natürlich auch ganz anders sein.

    Hier wars nach meiner Erinnerung auch total unproblematisch - Kind 1 hatte keine Lust dazu, das war o.k. Kind 2 mochte es eine zeitlang, aber dass sie deshalb nun ewig am Computer gehangen hätte, kann ich nicht behaupten - für ein Buch reichten 3-5 min, um diese Fragen zu beantworten. das war in der "Hochzeit" dann 1x die Woche 10 Minuten oder so. Und dann lange wieder gar nicht, und dann mal wieder, wenn sie Lust hatte ....

    Ich würde ja auch warten, bis das Interesse von sich aus kommt - in der 3. Kl. haben meine Kinder hier im Sachunterricht gehabt, was ein Bürgermeister tut, wie eine Wahl abläuft, was ein Rathaus ist. Als Vorschulkinder haben sie sich noch gar nicht it Politik beschäftigt. Das wars. Mein Sohn hatte im der 4. Klasse zwei Bilderbüchjer, eins zu Willy Brandt und eins zu Konrad Adenauer - hat er sich aber aus so einer Schul-Lesekiste ausgesucht, die anderen kidne rwaren da eher an Tierbüchern usw. interessiert. Finde ich auch absolut in Ordnung.


    Ich bin ja in der DDR aufgewachsen und war total froh, dass meine Kinder eine "politikfreie" Kindheit haben durften - bzw., dass sie einfach das lernen/fragen durften, was sie interessiert hat, und mehr eben nicht. Ich musste noch Aufsätze über den westdeutschen "Rewangschissmus" (so habe ich das Wort damals geschrieben, da war ich in der 3. oder 4. Klasse) schreiben.


    Was ich bei meinen jüngeren Neffen und Nichten ganz schön finde: Die lesen gerne "Geomini", da wird in jedem Heft ein Land vorgestellt, anhand von Fotos von einem Kind,das da lebt. Zu den total unetrschiedlichren Lebensverhältnissen gab es dann schon auch "politische" Fragen, die sie gestellt haben, aber da konnte man in Ruhe drauf antworten.


    "Logo" finde ich eigentlich gar nicht gut; so ein bisschen Politik, erin bisschen Unterhaltungssachen kurz vor dem Schlafengehen, wenn dann die Sachen (es werden ja auch Szenen aus Kriegsgebieten gezeigt, jedenfalls in den Folgen, die ich mal gesehen habe) nicht mal ansatzweise aufgearbeitet werden können.

    Hier ging das nach meiner Erinnerung auch: Viel Referate, Arbeitsgruppen, Klassenbrieffreundschaften im Englischunterricht, selbst geschriebene Spielszenen auf Englisch (geht ja mit einfachen Themen schon in der 5. klasse). Vokabelllernspiele, die meine Kinder witzig fanden .... am besten wäre es natürlihc, wenn dein Sohn das im Unterricht einfach mal ansprechen könnte, in der Klassenratstunde oder so.

    Ich erinnere mich, dass in der Kleinkindzeit mener Kinder viele mit dem 2. oder 3. Kind schwangeren Mütter teilweise echt hysterisch wurden, wenn am Kindergarten das Schild "Wir haben Fälle von Windpocken in der ... Gruppe" hing. und viel Angst hatten. Und dann gleich mit dem älteren Kind wieder nach Hause abgedüst sind. Obwohl man sich ja irgendwie überall mit Windpocken anstecken kann, auch im Bus oder so. Diese Hysterie wärevielleicht so nicht aufgetreten, wenn die entsprechenden Mütter als Teenies gene Windpocken geimpft geworden wären. Muss man wahrscheinlich entscheiden, womit man besser leben kann.

    Klar zahlen hier alle korrekt ihre Steuern. Würde ich immer von ausgehen.

    Und klar ist es schlimm, wenn Millionäre Steuern hinterziehen.

    Trotzdem ist Steruerbetrug nach meinen Kenntnissen in Deutschland nicht nur auf "Reiche" beschränkt.

    Oder Schwarzarbeit ... gerade Putzkräfte usw. arbeiten oft schwarz. Und Putzkräfte arbeiten nicht nur für "Reiche".

    Klar weiß ich auch, dass Reiche mehr Geld hinterziehen als Personen aus dem unteren Mittelstand.

    ich würde keinen Millionär dafür bewundern, dass er Geld für Notre Dame oder was/wen auch immer spendet.

    Aber auch nicht dafür kritisieren ... ist doch besser, als wenn er das Geld für sich behält.

    Ich hab eher ein Problem mit der Haltung "Skandal, dass für ein totes Gebäude und nicht für Menschen gespendet wird".

    Natürlich soll für Arme gespendet werden. Aber für Sachen doch auch. Ich finds auch total gut, wenn für Tiere gespendet wird und Tausende von Dollar für die Rettung eines Wals ausgegeben werden, der ohne Hilfe nicht zurück ins Meer findet - auch wenn man da die Frage stellen könnte, ob dieses Geld nicht lieber für Menschen ausgegeben werden sollte, die in äußerster Armut leben. Nein, finde ich nicht, ich finde es o.k., den Wal zu retten. Weil ich auch denke: Man kann ja das eine tun und das andere nicht lassen.

    Ich selbst hab nichts geerbt, habe kein eigenes Haus oder so und verdiene hier das ganze Geld selbst. Trotzdem habe auch ich - auch wenn ich keine Millionärin bin - regelmäßig Geld über, das ich für Luxusgüter (also Dinge, die ich nicht unbedingt zum Leben benötige) ausgebe. Und eigentlich alle, die ich kenne, tun das so. Ich habe deshalb Schwierigkeiten, mich über "die bösen Reichen" aufzuregen, ohne dabei auch mich selbst zu sehen.

    Ist es richtig, Geld für unser Vergnügen auszugeben, wenn wir es dafür verwenden können, um Menschen zu helfen, die in äußerster Armut leben? Eigentlich doch nicht, oder? Trotzdem machen das irgendwie alle so,

    Die Raben doch vermutlich auch. Der Sportverein, der Musikunterricht fürs Kind, mal ein Buch, mal einen Comic, Nachhilfeunterricht, Konfirmations- oder Einschulungsfeiern, mal was für mich, Bücher z.B., oder einen schönen weichen Pullover, Fahrkarten, Reisen ...ich selbst mache das auch und genieße es sehr, das hin und wieder mal tun zu können, und gönne es auch jedem anderen. Da den persönlichen Weg zu finden, mit dem man selbst klar kommt, ist gar nicht so einfach, finde ich.

    Meine Tochter war ja lange im Krankenhaus. und ich fand es o.k., auch da geld für sie auszugeben, ihr Sachen zu besorgen, über die sie sich gefreut hat, und auch mr Sachen zu besorgen, die mir den Krankenhausalltag erleichtert haben. Auch wenn wir den Kram nicht wirklich "gebraucht" habenund dort auch sehr gut versorgt wurden mit allem Nötigen.

    Auch Notre Dame gehört zu einer Art "Vergnügen". Ich kann mich irgendwie nicht darüber aufregen, dass für dieses Gebäude gespendet wird - anstatt dieses Geld Menschen, die in äußerster Armut leben, zu spenden - wenn ich selbst auch immer wieder Geld für meine Vergnügungen ausgebe, anstatt für Menschen, die in äußerster Armut leben.

    Und ich hatte vor 20 Jahren die Gelegenheit, Notre Dame zu besichtigen udn dort ein Konzert zu hören; das war schon etwas ganz Besonderes für mich, eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Die Rosetten fenster, die ganze gotische Anlage. Die Verbindung, dich ich dort zu Menchen aus der Zeit des Mittelalters gespürt habe. Und um ein Haar wäre die ganze Kirche zusammengekracht (wenn das dach noch 15 min länger gebrannt hätte). Von daher bin ich auch dankbar dafür, dass Leute Geld spenden, mit denen die Kirche repariert werden kann.

    Aber "wir" haben ja auch "viel" Geld, das wir eigentlich nicht brauchen - und für Bioessen, teure Autos, Urlaube, Flugreisen, Restaurantbesuche usw. raushauen.

    ich fidne es völlig o.k., zu kritisieren, dass Millionäre mehr Geld haben als sie brauchen - aber "wir" haben das ja irgendwie auch, und spenden dass nicht alles den Armen.

    Ich finds auch gut, dass für Notre Dame gespendet wird.

    Diejenigen, die kritisieren, dass das Geld besser für Hungernde augegeben werden sollte:

    Wie viel spendet Ihr so für Hungende?

    Und ich finde auch: Egal ob Millionärin oder Angehörige der unteren Mittelschicht - so würde ich mich einordnen, Mann, Sohn und ich, Einkommen 2000 Euro monatlich, Miete kostet 900 Euro, keine Vermögenswerte oder Erbe vorhanden; auch wir kaufen Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen, die Luxus sind, auch wir fahren in den Urlaub (auch wenns nach Brandenburg ist und nicht ins Ausland). Wir spenden monatlich ca. 50 Euro, Aber an sich ist unser Verhalten ein Skandal: anstatt alles Geld, das wir übrighaben, Armen zu spenden, benutzen wir es für uns. Von daher kann ich mich über die Millionäre, die für Notre Dame spenden, nicht so wirklich aufregen

    Es ist doch toll, dass sie das tun und ihr Geld nicht für sich selbst behalten.

    Wir besitzen kein Smartphone, also:

    Fragt ihr Passanten nach dem Weg?

    Ja.

    Fragt ihr in Bus und Bahn nach dem richtigen Bahnhof?

    Muss ich nie nachfragen - entnehme ich dem Fahrplan/den Haltestellenlisten, die an der Bushaltestelle aushängen.

    Fragt ihr nach der Uhrzeit?

    Ja, kommt vor.

    Benutzt ihr Lexika in Buchform?

    Auf jeden Fall. Sehr gerne und oft.

    Telefoniert ihr privat, mehr als zu sagen, dass ihr gleich da seid oder das Brot vergessen habt... Also führt ihr privat so richtige Telefonate?

    ja, ich telefoniere regelmäßig.

    Ich hab einen Sohn - habe auch viele "alternative" Eltern kennen gelernt, die ihre kleinen Söhne z.B. nicht gegen Röten impfen ließen, weil "bei einem Jungen macht das ja nichts" - dass ein an Röteln erkrankter Junge oder Mann Schwangere anstecken kann, die keinen Impfschutz haben, und das Ungeborene davon behindert zur Welt kommen kann - war ihnen egal. Insofern finde ich Impfverweigerung irgendwie ... seltsam. Allerdings finde ich auch, das viele Erwachsene nicht geimpft sind, das Problem betrifft nicht nur Kinder.

    Masern - meine Tochter war ja letztes Jahr sehr krank, Immunsystem völlig am Boden, sie dufte dann nur - wenn überhaupt mal - gesunde, geimpfte Kinder zu Besuch haben. Für die kranken Kinder waren solche Ansteckungsrisiken hochgefährlich. Aber das konnte man gut kontrollieren.

    ich beobachte immer wieder, dass viele Erwachsene vor dem älteren Kind das Thema Eifersucht ansprechen: Also in Gegenwart des Kindes fragen "Und, ist er eifersüchtig?", oder dass Mütter das mit anderen Eltern besprechen, während das ältere Kind dabei ist. Man kann Eifersucht auch "herbeireden". ich würede es erstmal abwarten. ich kenne es auch so wie Huenchen69: Die Probleme fangen eigentlich erst dann an, wenn das Kleine mobil wird und anfängt, die mühsam aufgebauten Spielwelten der Großen zu zerstören.