Beiträge von Hagendeel

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    Kinder im Grundschulalter sind für so Sachen wie Klavier üben vielleicht einfach noch zu klein ... und die ganzen Arbeitsbätter sind eben einfach auch langweilig.

    Sind deine Kinder denn motiviert beim Spielen?

    Hier hat geholfen, einfach jeden tag 10 min Vok. zu üben, unabhängig davon, ob ein Test anstand oder nicht.

    Aber die Grundschulkinder, die ich kenne, erlebe ich schon als sehr motiviert, auch viele andere Kinder.

    Vielleicht nicht unbedingt für Sachen, die wir Erwachsene ja so wichtig finden (wie Klavier üben oder Vokabeln lernen). sondern mit ihren eigenen Themen oder Spielen.

    Mir hilft auch viel Bewegung. Bist du im Homeofice? Hast du Platz in deinem Zimmer, um da zwischendurch mal Hampelmnner zu springen (hilft z.B. mir sehr) oder anders in Bewegung zu kommen?

    Skiunterwäsche hilft mir auch. Möglichst aus Wolle, wenn du das von der Haut her aushältst. Ist teuer, hilft aber auch sehr.

    Ich habe auch eine starke Hausstauballerdie.

    Hier hilft:

    - keine Teppiche (wir haben Linoleumböden, die kann man gut feucht wischen)

    - keine Topfpflanzen

    - wirklich möglichst wenig Kram im Zimmer rumstehen haben, so dass man täglich Staub wischen kann (machen wir mit feuchten Küchentüchern)

    - medizinische Bett- und Matratzenbezüge

    - Bettwäsche 1x pro Woche wechseln, bei 60 Grad waschen


    Alles Gute für deine Tochter!

    Die Frage ist ja eventuell schon, wo man sich dann hinlegt - sich als Erwachsener in das kleine Kinderbett quetschen?

    Mit dem Familienbett müssen sich alle Beteiliten wohlfühlen, auch der Papa. Wenn man dem Kind erlaubt, nachts immer zu kommen, sichd amit aber dann nicht wohl fühlt und anfängt, tagsüber seinen Frust abzulassen, istd as eine ziemlich unschöne Situation.

    Hier half ein Geschwisterbett bzw. beide Kinder haben in einem Zimmer geschlafen und sich nicht alleine gefühlt. Den 6jährigen rauszuwerfen und den 2jährigen drinzulassen fände ich auch schwierig - aber habt ihr schonmal probiert, ob nicht die beiden Kinder vielleicht zusammen schlafen können?

    Vielleicht kann sie einfach im Unterricht lesen, in den Phasen, in denen es langweilig ist?

    Dass die Lehrer darauf achten, dass auch "das letzte Kind" noch mitkommt, klingt eigentlich sehr gut.

    Grundschule ist eben für die grundlegenden Sachen da.

    Vielleict könnt ihr zu Hause ein passnederes Bildungsprogramm anbieten, z.B. Nachmittagskurse, Musikinstrument, oder sie bei Mensa anmelden? Die bieten Aktivitäten für Kinder an, die schon intellektuell viel weiter sind als der Durchschnitt. Oder einfach zusammen Joggen gehen und das üben ... :)

    Ich fand es immer wichtig, dass die Kinder das Gefühl entwickeln: Ohne mich kommen die anderen (Eltern, Geschwister) schlechter zurecht, ich bin wichtig, ich bin eine Hilfe für die anderen. Von daher hab ich sie eher "viel" übernehmen lassen.

    Und ich fand es wichtig, sie auch regelmäßig in "schöne" Haushaltsaufgaben einzubeziehen: Kochen (natürlich nicht ohne Aufsicht mit kochendem Wasser, heißem Bratfett, superscharfen Messern u.Ä. hantieren) - das Lieblingsessen, aber auch das "normale" Essen, beim Kochen/Salat schnippeln/Backen helfen und dabei feste Aufgaben haben, Teig kneten, Nachtische/Obstsalat/Müsli vorbereiten usw., den Tisch schön decken können, Wasser für Blumen auswechseln, Lebensmittel auf dem Markt einkaufen, ausuchen, selbstständig bezahlen. Also nicht nur Müll rausbringen und sich um die dreckige Wäsche kümmern, sondern auch etwas "Schönes" machen/vorbereiten. Und: Haushaltsdinge gemeinsam tun. Alle putzen gemeinsam, dabei wird Popmusik gehört. Alle beziehen zusammen die Betten (Bettbezug abziehen schaffen Neunjährige ja), auch dabei: Musik hören, gute Stimmung verbreiten, so etwas Gemeinsam tun.

    Furchtbar!

    Und das war an der Schulen meiner Kinder (auch "Brennpunktgebiet", staatliche Schulen) zum Glück nicht so, da wurde nicht gebrüllt.

    Klar, passieren kann immer was.

    Für mich wär es trotzdem ein Unterschied, ob sich ein Kind an der Tafel stößt oder ob Kinder mit Feile oder Säge in der Hand durch den Klassenraum toben und der Lehrer das nicht bzw. nur durch Brüllen in den Griff bekommt.

    Von dieser Rubikongeschichte hab ich auch schon gelesen ... trotzdem danke für den Link, da ist es nochmla sehr gut erklärt! Mir persönlich kommt das ganze Modell irgendwie starr vor, aber klar - das Hausbauprojekt ist total cool. Alles Gute für deinen Jungen! Es wird schon gut gehen mit dem Werkunterricht, der Lehrer wirkt nach deiner Schuldierung vom Unterricht mit kleinen Kindern eher überfordert, aber insgesamt doch ansprechbar und nett.

    Gute Besseung für deinen Sohn!

    Klar, verstehe .... dann müsste aber unbedingt ein Lehrer diesen Werkunterricht machen, der die Schüler diszplinieren und ihnen Sägen und Feilen beibringen kann, ohne herumzubrüllen oder einzelnen Kindern wie z.B. deinem Jungen Angst zu machen. Wenn Schüler nicht aus eigenem Antrieb verantwortungsvoll mit Werkzeug umgehen können - was bei Zweitklässlern ja ganz normal ist - würde ich unabhängig von Lehrplanvorgaben, was sie denn fürs nächste Schuljahr unbedingt können müssen, persönlich schon denken - also wenn die Kinder sich im Unterricht so verhalten, dass sie mit der Säge in der Hand durchs Klassenzimmer toben, sind sie für so anspruchsvolle Aufgaben vielleicht doch einfach noch zu klein und sollten vielleicht lieber draußen ohne Säge toben gehen; und der Lehrplan mit Hausbau usw. in der 3. Klasse ist in diesem Fall vielleicht auch etwas anspruchsvoll angesetzt, auch wenn das für alle Kinder das Highlight ist - aber das ist nur meine persönliche Meinung.

    Ich finde das schon auch spannend - entgegen der Meinung, die viele meiner Freundinnen haben, dass Kinder an der waldorfschule zu wenig lernen würden, fand ich immer, dass an der Waldorfschule im Gegenteil sehr viel von noch eher sehr kleinen Kindern erwartet wird - aber wenn da so coole Projekte wie Hausbau gemacht werden, geht das ja bestimmt auch gar nicht anders.

    Ist das eine Waldorfschule?

    Dass mit dem Vollmond fände ich persönlich auch lächerlich, und dass er Kinder aus der Klasse namentlich nennt, die angeblich schlecht erzogen seien ... das finde ich schon problematisch.

    Und wie er die Gesamtunterrichtssituation schildert: 5./6. Stunde, Zweitklässler rennen mit Säge und Feile durch die Klasse - wäre das nicht eher ein Thema fürd en nächsten Elternabend? Ich hätte nach dieser Äußerung den Eindruck, dass die Kinder einfach noch zu klein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Säge und Feile sind, wenn sie sich so verhalten, und Handarbeiten für die Gesamtgruppe möglicherweise angemessener wäre, oder einfacherere Werkarbeiten ohne Säge und Feile. Wenn Kinder mit Häkelnadeln in der Hand durchs Klassenzimmer rennen, käme mir das jedenfalls ungefährlicher vor.

    Miss Ellie: Ich hoffe, du hast mich nicht falsch verstanden. Natürlich ist es völlig in Ordnung, wenn du gerne schlank bist und auch darauf achtest, dass das so bleibt. Ich bin halt darüber gestoplert, dass du geschrieben hast, dass du Fastentage machst, um schlank zu bleiben .... dann aber immer wieder Heißhunger hast und "zu viel " - was auch immer dieses zu viel ist - isst ... und dich dann unglücklich fühlst. Und ich stelle mir eben vor, dass diese Heißhungerattacken einfach eine normale Reaktion auf dieses ganze Fasten/Kalorienreduzieren sein könnten. Vielleicht ist es ja auch totaler Quatsch, ich bin keine Ernährungsspezialistin oder so, aber mir fiel das nur auf, weil wirklich alle Frauen, die ich kenne, die auch immer wieder Fastentage machen, Kalorien reduzieren usw., exakt das beschreiben, wovon du auch geschrieben hst: Eine Zeitlang geht es gut, sie halten sich an ihren Plan, sind diszipliniert ... und dann kommen immer wieder diese Essattacken, denen sie nicht wiederstehen können - selbst wenn das nicht viel ist, mal die Reste aus der Pfanne oder zwei Stückchen Kuchen oder so. Und dann fühlen sie Scham, Traurigkeit ... und das hat mich so - ich weiß nicht, betroffen gemacht irgendwie. Frauen sollten sich nicht schämen oder traurig sein müsen, weil sie mal etwas "mehr" essen - das ist es, was ich dazu denke. Es ist doch völlig in Ordnung, abzunehmen, schlank sein zu wollen. Aber du selbst hattest ja geschrieben, dass du dann immer wieder unglücklich bist, wenn das phasenweise mal für dich nicht so klappt. Ja, um in den Wechseljahren dauerhaft sein Gewicht "von früher" zu halten, vielleicht sogar, bis man 80 Jahre alt istdenke auch ich, dass es notwendig ist, die Ernährung so umzustellen, dass man dauerhaft absolut konsequent auf viele Lebensmittel verzichtet, wirklich nur kleine Portionen isst usw. Wenn man das macht und sich dabei wohlfühlt - ist doch alles in Ordnung! Also, ich denke, ich bin hier raus, ich wollte wirklich niemanden kritisieren, auch Diäten und alles sind für mich völlig in Ordnung. ich wünsche nur eben keiner Frau diese Traurigkeit, die du ja auch in deinem Threadtitel erwähnst. Eine "Lösung" oder so habe ich natürlich auch nicht, darum ging es mir auch gar nicht.

    narzisse: Das ist natürlich schlimm, danke für diese Korrektur. O.k., intuitives Essen klappt sicher nicht bei jedem. Ganz klar. Toll, dass du das so hingekriegt hast mit Kalorienzählen. Respekt.

    Miss Ellie : Ich glaube auch, du wirst für deine Enkelkinder immer eine coole Oma sein, auch wenn du mit 80 nicht so schlank sein solltest wie jetzt. Die werden dich einfach liebhaben wie du bist. Und fit im Kopf bleiben, sich verrückt anziehen, Sonnenbrillen tragen usw. kann man doch immer, egal welche Figur man hat. Ich finde total gut, was Staubflocke schreibt, und das ist auch mein Eindruck - ja, so richtig schlank kann man bleiben, wenn das mit dauerhaftem Verzicht einhergeht. Aber ich persönlich glaube, dass gerade dieser Verzicht immer wieder auch zu diesen Heißungerattacken führen wird/kann, die du beschreibst - und dann zu Traurigkeit, schlechtem Gewissen usw. Für mich persönlich wäre es das einfach nicht wert - zu viel Energie gebunden für eine Sache, die einen weder gesünder noch interessanter oder liebenswerter macht. Und die - vor allem, man im Bereich "Normalgewicht" bleibt - auch nicht zu Gesundheitsstörungen, fehlender Fitness usw. führen wird.

    Oh, so viele Antworten, vielen Dank!

    Ich wollte/will jetzt auch nicht deinen Thread kapern, liebe Miss Ellie! Ich hoffe, das ist o.k. so.

    Ja, die Lebensmittelindustrie, stimmt. Das ist ein guter Punkt, ein wirkliches Problem, habe ich so nicht bedacht, danke, Kajak! Und das ist ja nicht nur im Supermarkt so, auch im Bioladen gibt es haufenweise Schokolade, Fertigpizzen, Säfte, auf dem Wochenmarkt gibts bei uns zumindest Döner, Kuchen ... Und wenn Kalorienzählen hilft, ein passendes Maß beim Essen hinzubekommen, wie Anja schreibt - klar, dann ist das absolut hilfreich.

    Ich wollte mich eigentlich vor allem auf das im Ausgangspost von Miss Ellie genannte Problem beschränken, das ja offensichtlich richtig viele Frauen kennen. Ich selbst natürlich auch, deswegen beschäftigt es mich vermutlich auch so.

    In den Wechseljahren wird Frau etwas dicker. Nehmen wir mal an, das ist alles weit, wirklich weit weg von Übergewicht oder so, kein Arzt würde beim Gesundheitscheck auch nur ein Wort darüber verlieren, aber der runde Bauch stört sie. Der Körper verändert sich also: Während Frau früher, als sie noch 20/30/40 war, "alles" essen konnte, ohne groß zuzunehmen, ist das nun definitiv nicht mehr so. Wie reagieren viele Frauen darauf (auch in meinem Freundes-/Bekanntenkreis)? Sie beschränken die Kalorienzufuhr, machen Fastenwochen, Intervallfasten, Kalorienzählen, und natürlich Sport usw. Eine Zeit lang klappt das ganz gut, aber zwischendurch kommen immer wieder Heißhungerattacken auf Nutella, die Reste in der Pfanne, Schokolade, whatever, und alles wird aufgegessen. Und dann kommt nicht nur so ein unangenehmes Druckgefühl im Magen, der durch Fastentage usw. gar nicht mehr gewohnt ist, solche Mengen zu verarbeiten, sondern auch Traurigkeit, vielleicht sogar Scham, Schuldgefühle, das Gefühl, disziplinlos zu sein. Und das Letztere finde ich so hart - warum ist das so? Und ich überlege natürlich auch: Hängen diese komischen Heißhungerattacken auf Nutella und die Reste des Bauernfrühstücks aus der Pfanne nicht vielleicht einfach mit der selbst auferlegten Kalorienbeschränkung zusammen, das heißt, dass diese Attacken einfach eine natürliche, normale und vielleicht sogar gesunde Reaktion Körpers auf diese Fastentage sind und dass es diese Attacken möglicherweise überhaupt nicht gäbe, wenn man einfach auf dieses ganze Beschränken von Kalorien, Fasten usw. verzichten würde und einfach essen würde, was, wieviel und wann man mag? Und warum führt dieses, wie Staubflocke so toll schreibt - eigentlich ja total harmlose Essverhalten - es stimmt total, ein paar Löffel Nutella sind kein Heroin oder sowas in der Art, auch die Reste aus der Pfanne oder die Kokosschokoladentafel ist das nicht - eigentlich zu dieser Traurigkeit, dem Gefühl von Versagen?

    Warum geht es so vielen Frauen mit einer relativ harmlosen Sache - etwas Gewichtszunahme in den Wechseljahren, oder überhaupt einer Gewichtszunahme, vor allem wenn diese medizinisch/gesundheitstechnisch absolut nicht weiter "ins Gewicht fällt" - eigentlich oft so furchtbar schlecht? Denn außer mir selbst wird das vermutlich noch nicht mal jemandem auffallen geschweige denn, dass sich meine Freunde, Verwandten, mein Partner, meine Nachbarinnen daran stören würden. Ich finde gut, was Staubflocke schreibt - warum nicht einfach akzeptieren? Aber die spannende Frage ist für mich, warum das so schwierig ist. Allein das Schlankheits-/Schönheitsideal kann es doch nicht sein, wenn da so starke Gefühle mit verbunden sind.

    Ich bin absolut keine Expertin, würde glaube ich trotzdem ausprobieren wie das so ist, wenn man sich beim Essen keine Verbot auferlegt. Klar, die Lebensmittelindustrie - das ist schon schwierig. Aber würde ich wirklich ausschließlich Schokolade essen, wenn ich es mir erlaube, und dann unglaublich fett und krank werden? Oder hätte ich dann nicht doch irgendwann - vermutlich ziemlich bald - den totalen Jieper auf kalorienärmeres Zeugs wie auf Tomatensalat oder Karottensuppe und würde den Schokoladenkonsum auf ein vernünftiges Maß herunterregeln? Denn was schmeckt leckerer als selbstgekochtes Essen - aus frischen Zutaten - da kommt ja Tiefkühlpizza eigentlich nicht gegen an, trotz dieser fiesen Tricks der Lebensmittelindustrie.

    Ich selbst bin nicht besonders diszipliniert, was Essen angeht. Eigentlich gar nicht. Und besonders gut kochen kann ich auch nicht. Andererseits, meine Kartoffelsuppe, oder mein Feta-Tomaten-Omelett mit frischen Kräutern obendrauf... da essen plötzlich auch mäkelige Teenager mit, die sonst nur Pommes und Pizza wollen. In den Wechseljahren habe ich zugenommen, ganz klar. Ich esse nicht nur gesund. Auch ich esse Schokolade und solche Sachen. Aber ich möchte keine Traurigkeit oder Schuld dewegen empfinden. Das ist eben so, wenn man älter wird. Mich macht irgendwie betroffen, dass das bei vielen Frauen so ist, diese starken negativen Gefühle. Deshalb hab ich hier einfach in Miss Ellies Thread reingeschrieben. Wenn ich eure Posts lese, in diesem Thread oder in anderen, habe ich den Eindruck, was für interessante Frauen hier scheiben, wie viele interessante Themen und Ideen hier ausgetauscht werden ... toll. Und andere Menschen, die uns im "Real Life" kennen, werden doch auch das wahrnehmen, und nicht, ob wir ein paar Kilo mehr wiegen als noch vor 10 jahren. Und dann kanns uns ja eigentlcih auch egal sein, oder, was denkt Ihr?

    Ich möchte hier auch nochmal schreiben, ich hoffe, das ist o.k. - irgendwie beschäftigen mich eure Posts ganz schön.

    Weil ich auch im "real life" soviele Frauen kenne, denen es so geht wie euch.

    Warum ist das nur so? Frauen haben Schuldgefühle oder fühlen sich disziplinlos oder verkommen, wenn sie essen, worauf sie Bock haben.

    Ich kenne auch einige - sehr wenige Frauen - für die Ernährung irgendwie kein Thema ist, die einfach essen, was und wann sie essen wollen, ohne groß darüber zu reden, ohne Schuldgefühle zu haben, ohne sich über die "Gesundheit" der Nahrung groß einen Kopf zu machen. Wie kleine Kinder eben essen, was ich auch immer faszinierend fand/finde. Nach Bedarf. Was ja sehr "rabenkonform" ist. Warum soll das, was für Kinder gilt, für Erwachsene nicht mehr gelten? Diese Frauen, die essen, was sie wollen, sind nornalgewichtig oder auch etwas "dicker", haben aber kein Übergewicht (nach meinem Eindruck jedenfalls). Sie haben auch keinen dicken Wechseljahrebauch.

    Nach meinem Eindruck haben diese ganzen Diäten - Intervallfasten, Fastenwochen, Kalorienzählen oder was auch immer - das Potenzial, dieses normale Verhältnis zum Essen "nach Bedarf" zu zerstören. Eine Freundin von mir sagt, dass immer wenn sie sich vornimmt, weniger zu essen, alles nur noch leckerer aussieht und sie häufiger ans Essen denkt. Diese Heißhungerattacken nach Nutella, den Resten aus der Pfanne oder Schokoladentafeln, die fehlende "Disziplin", die Ihr beschreibt - vielleicht sind das ja doch ganz normale Reaktionen des Körpers auf diese Fastentage, das Kalorienzählen, auf die bewusste Einschränkung der Nahrungsaufnahme usw., von denen Ihr ja auch schreibt. Jedenfalls erzählen mir alle Frauen, die ich im Real Life kenne, die auch sehr auf das Essen achten, immer "gesund" essen, Fastentage halten, Intervallfasten machen, von genau dem, was Ihr auch beschreibt - Heißhungerattacken, "Rückfällen" und den anschließenden Schuld- oder Schamgefühlen. Das kann doch kein Zufall sein. Ich würde gerne fragen: Habt Ihr das schon mal ausprobiert, einfach nach Bedarf zu essen, eben das, was schmeckt und worauf ihr Lust habt? So wie man Kindern, die immer nur Nudeln wollen, das erlaubt, im Vertrauen darauf, dass sie dann schon irgendwann auch was anderes probieren werden, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass erwachsene Frauen sich wochenlang nur von Schokolade, Nutella und Riesenportionen ernähren werden, wenn sie einfach "nach Bedarf" essen, sondern ganz normal ihr Maß finden werden. Auch mal mit Schokolade, klar, aber auch mit vielen anderen leckeren Dingen, die weniger Kalorien haben.

    Wenn Kinder groß werden, verändert sich ihr Körper. Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, verändert sich auch ihr Körper. Das ist eben so. Warum muss man da so "gegenanarbeiten"? Weil man nicht alt werden will? Ich glaube nicht, dass man automatisch einen dicken Bauch bekommt, wenn man nach Bedarf isst. Er wird vielleicht etwas dicker sein als zu der Zeit, als man 20 war. Aber das darf er ja auch, denn das ist bei allen Frauen so.


    Ich habe ja gerade diese japanischen Roman "Butter" gelesen, von dem ich schon geschrieben hatte. Hauptfigur ist eine japanische Journalistin in den 30ern, die eigentlich nie Zeit hat zum Essen und auch sehr, sehr schlank ist. Dann will sie eine Reportage schreiben über eine Frau, die als Serienmörderin angeklagt ist; die sich von Männern finanziell aushalten ließ, superlecker gekocht hat und dann angeblich die Männer umgebracht hat. Sie besucht die Frau im Gefängnis, und dort unterhalten sie sich über - Essen. Butter z.B. Keine fettfreie, schlankheitsfördernde Margarine, sondern alle möglichen Gerichte, die mit Butter gekocht werden. Das einfachste: Reis mit Sojasauße und Butter. Die Journalistin fängt an, solche Gerichte für sich zu kochen. Sie entdeckt den Genuss. In der ersten Phase isst sie viel zu viel, nimmt richtig zu und bekommt sogar eine Speisenröhrenentzündung. Aber dann findet sie ihr Maß. Ist nicht mehr so superschlank, wie es von japanischen Frauen offenbar erwartet wird. Genießt das Essen, auch kalorienreiches Essen, hat keine Schuldgefühle deswegen, und es geht ihr insgesamt auch besser. Ihren Freund stört das erst sehr, dass sie zunimmt - er empfindet es so, dass sie sich "gehen lässt". Aber dann versteht er, worum es eigentlich geht. Das Buch zu lesen hat total Spaß gemacht.

    Was will ich eigentlich sagen? Ich glaube, dass es am einfachsten ist, einfach mit den ganzen Diäten, Intervallfasten usw. aufzuhören - es sei denn, man bekommt so etwas vom Arzt verschrieben, hat z.B. richtig Übergewicht, das gesundheitliche Probleme verursacht oder hat anderweitige gesundheitliche Probleme oder so, die mit einer Diät behandelt werden müssen. Aber wenn das nicht der Fall ist, man gesund ist usw., und sich einfach nur "zu dick" fühlt (ohne das überhaupt zu sein) führen diese ganzen Diäten doch anscheind immer wieder zu diesen Heißhungerattacken - früher oder später. Und im Anschluss daran zu Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen, unglücklich sein ... schlimm. Ich wünsche einfach jeder Frau, dass sie ohne Schuldgefühle und Selbstvorwürfe isst, was, wie viel und wann sie essen mag. Essen nach Bedarf. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich jederzeit Schokolade essen "darf", oder Nutella oder was auch immer, weil ich eben keine Fastenwochen oder kein Kalorienzählen mache - und zwar nicht nur heute nicht, sondern einfach niemals - dann wird doch auch der "Heißhunger" darauf doch nicht mehr da sein.

    Oder, was meint Ihr?

    Ich finde das eigentlich nicht verkommen ... :) Essen oder Wein ist eben was Schönes. Warum auch nicht? So lange man nichts ins Übergewicht rutscht oder gesundheitliche Probleme bekommt (das wäre für mich persönlich der Punkt - ich weiß schon, dass es auch vielen Menschen mit Übergewicht gesundheitlich gut geht und sie sich wohl fühlen).

    Kleidergröße 40 finde ich sehr schlank! Druckgefühl im Bauch - wenn das am Fasten liegt, dass der Magen so klein wird, und du nach der Fastenwoche "gegen das Druckgefühl anisst" - vielleicht einfach keine Fastenwochen mehr machen? Sehr kontrolliertes Essen/Fasten/Kalorienzählen führt glaube ich auch ganz automatisch dazu, dass man dann an anderer Stelle wieder "über die Stränge schlägt" und zu viel isst. ALLE Freundinnen,Bekannten von mir, die das so machen (also Kalorien zählen usw.), erzählen davon, von daher hat mich das irgendwie immer abgeschreckt. Ich würde glaube ich versuchen, mit diesen Fastenwochen usw. aufzuhören. Oder es zu probieren. Keine Fastenwoche - kein kleiner Magen - kein Druckgefühl, gegen das man anessen will ... kein so starker Fokus auf dem Essen.


    Und Essen, obwohl man egentlich gar keinen Hunger hat/"emotionales Essen": Ich weiß nicht, ob Ihr gerne lest, aber es gibt zwei wunderbare Romane zu dem Thema: "Butter" von Asako Yuzuki (über eine superlecker kochende Serienmörderin) und "Muttermilch" von Melissa Broder (über eine Freundschaft zwischen zwei Frauen, von denen eine sehr auf ihr Gewicht achtet und die andere eben gar nicht). Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, diese Bücher zu verschlingen!

    Nein, haben wir nie gemacht. Preeschoolmums Überlegungen finde ich gut - allerdings kam es mir nie so vor, dass es für meine Kinder Schwerstarbeit gewesen wäre, sich auf die anderen Kinder und Lehrer einzustellen. Beide sind gerne in die Schule gegangen, haben viel mit den Mitschülern gespielt, sie draußen getroffen usw. Lehrer (Gesamtschule) waren durchweg nett und bemüht. Glück gehabt, denk ich im nachhinein oft. Wenn es Schwerstarbeit gewesen wäre - dann hätte ich glaube ich eine Belohnung, gemeinsamen Ausflug,. Essen gehen oder was auch immer rausgerückt.