Beiträge von Trin

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    Hallo,


    Ich wollte nur noch kurz hierlassen, daß ich, wenn ich von "Bildung" spreche, eben n i c h t von "Beschulung" oder lernen nach festgelegten Lehrpänen spreche, weil das hier glaube ich gerade parallel bzw. vermischt diskutiert wird.


    Es geht mir nicht darum, daß Kinder die klassischen Sachen wie lesen, schreiben, rechnen. Buchstaben und Zahlen können o.ä. in einer Art "Kindergartenunterricht" verpflichtend lernen sollten... Kinder lernen anders (übrigens eigentlich nicht nur bis zum 6. Lebensjahr...) und "von außen festgelegtes abrufbares Wissen im Kopf" ist nicht wirklich "allseitige Bildung".


    Das sind für mich zwei komplett verschiedene Sachen, und - um den Kreis zu schließen - um Kindern eine gute Bildung zukommen zu lassen OHNE in eine frühzeitige "Verschulung" zu rutschen, ist viel Wissen und Können nötig (Psychologie, Physiologie, Didaktik...) und damit sind wir wieder bei einer soliden, allseitigen, Theorie und Praxis umfassenden Ausbildung. Denn Bildung für Kinder heißt, Kinder, und die kindliche Entwicklung usw. gut zu kennen (u.a. auch, zu wissen, daß "Unterricht" eben eine ziemlich ungeeignete Form ist und "Lernen im Gleichschritt" ebenfalls absolut nicht kindgerecht ist).

    Bildung für Kinder heißt für mich unter anderem, das Richtige zur richtigen Zeit anbieten, Raum und Alltag interessant und "bildungsfördernd" zu gestalten, Projekt, Ausflüge, sich ausprobieren können, individuelle (!) Sicht auf jedes Kind, seinen Stand, sein Interesse... und vieles, vieles mehr.


    Wenn der Übergang zur Schule für viele Kinder zu hart ist, wäre mein bevorzugter Ansatz, etwas an der immer noch oft üblichen Art des Lernen in der Schule zu ändern und nicht der, statt dessen mehr Beschulung, Lehrpläne, Erwartungen... in die Kindergärten oder gar Krippen vorzuverlegen. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema und eine andere Diskussion ...

    Hallo,

    Trin Ich kann immerhin berichten, dasss sich in NRW ein bisschen was in diese Richtung im KiTa-Bereich tut, wenn auch zu wenig zu langsam u.s.w. Es gibt die Möglichkeit eine duale Ausbildung zu machen, ich meine das Schulgeld wöre weggefallen und es gibt das Alltagshelferprogramm: Hilfskräfte für Aufräumen, Kinder anziehen etc. Eigentlich sollten diese den Coronabedingten Mehraifwand kompensieren, aber sie haben sich als so hilfreich erwiesen, dass man das Programm verlängert hat.

    Das fände ich einen sehr guten Weg.

    Vorausgesetz die unterstützenden Kräfte werden nicht aus Personalmangel sozusagen "inoffiziell" zum Personalschlüssel gezählt. Das hab ich schon mitbekommen - eine Erzieherin, eine Helferin, ein Schülerpraktikant - OK, dann sind das ja 3 Erwachsene auf XX Kinder - na ja, passt schon irgendwie... Mir haben Praktikantinnen erzählt, daß sie aus Personalmangekl- Gründen kaum Anleitung bekommen haben, sondern nach kurzer Zeit gleich alleine in einer Gruppe waren - kurzzeitig ein gute Sache, um sich auszuprobieren, dauerhaft fängt so aber die Überforderung schon in der Ausbildung an... )


    Wenn aber wirklich parallel dazu auch die Bedingungen so verändert werden, dass Menschen gerne in den Beruf gehen - und dauerhaft bleiben (sowohl wollen als auch können) und man gemeinsam eine Arbeit leisten kann, mit der es allen Beteiligten gut geht. Vielleicht entwickelt es sich ja doch besser als meine akutellen Befürchtungen sind. Das würde mich sehr freuen. :)


    So, damit Tschüß, ich wollte eigentlich gar nicht in die Diskussion einsteigen #rolleyes #freu (ich sollte mich inzwischen kennen...) sondern dachte nur, daß es vielleicht für manche interessant wäre, zu hören, wie das damals mit5 den "Aufnahmeprüfungen" bei uns tatsächlich war...

    Hallo,


    In Ö ist die Ausbildung von "Elementar-Pädagogen" aber komplett eigenständig - und ich muss gestehen, dass ich das System in D überhaupt nicht kenne.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsanstalt_für_Elementarpädagogik sorry für den Wiki-Link, aber wo anders hab ich das jetzt nicht so kurz erklärt gefunden.


    Aktuell ist es hier so, daß man zuerst den Sozialassistenten machen muss (ohne Abi 2 Jahre, mit Abi kann man wählen ob 1 oder 2 Jahre) und danach 3 Jahre Erzieherausbildung. Also insgesamt 4-5 Jahre Ausbildung, oft genug noch unvergütet oder sogar kostenpflichtig. Muss man sich erst mal leisten können... ES gibt sicher noch andere Wege und einige Träger bieten inzwischen auch Ausbildungsgehalt an (ich glaube 10 Stellen in der ganzen Stadt oder so...?), einige eine Rückerstattung der Ausbildungsgebüren , aber das beschriebene ist der "übliche"


    "Früher mal" war es zumindest in der DDR so, daß die Ausbildung geteilt war. Es gab Krippenerzieherinnen, Kindergärtnerinnen (Hach, der Berufsbezeichnung trauere ich immer noch hinterher), Hortnerinnen und eine Ausbildung für die Arbeit im Heim bzw. in ähnlichen Bereichen. Für die Arbeit mit Kindern mit Besonderheiten gab es noch mal zusätzliche Qualifizierungen, schulisch bzw. als Vollzeit-Fachstudium oder berufsbegleitend.


    Das ermöglichte natürlich eine ganz andere Intensivität in der Ausbildung für den jeweiligen Bereich im Vergleich zu einer Ausbildung, die das Alter von 0 - 18, unter Umständen bis Mitte 20 und mit Kindern in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen...


    Ich weiß, meine Sicht darauf ist komplett unpopulär, altmodisch und meine Erwartungen an einen guten Kindergarten heutzutage vermutlich überholt, aber ich fände es immer noch eine gute Idee, das wieder mehr aufzudröseln. Zum Beispiel könnte man nach 1, 2 Jahren allgemeiner pädagogischer Ausbildung noch 1, 2 Jahre die Ausbildung auf eine Altersgruppe oder sonstige Richtung spezialisieren.

    Dank der allgemeinen Grundausbildung könnte man dann trotzdem in andere Altersgruppen oder Bereiche wechseln, wenn man merkt, etwas anderes liegt einem doch mehr und das fehlende Fachwissen könnte man in Weiterbildungen/ Qualifizierungen ergänzen.


    Unzumutbar? Uns wurde allen damals (nach der Wende) zugemutet, monatelang zwei mal wöchentlich eine "Anpassungsqualifizierung" zu machen, um nicht nach der Wende trotz Studienabschluss und vielen Jahren Berufserfahrung (manche waren wenige Jahre vor der Rente) plötzlich als "ungelernt" zu gelten und vor der Entlassung zu stehen. Und dann einige Jahre später gabs noch mal ein Curriculum, hieß auch wieder monatelang die Samstage absitzen... #weissnicht


    Natürlich muss keiner alles können, auch keine Erzieherin. Und natürlich ist es toll, wenn sich ein Team wunderbar ergänzt. Aber ich finde, in der Ausbildung sollte man zumindest erst mal in allen Bildungsbereichen gut geschult werden - ob und wie man es sich dann im Team aufteilt, kann man da dann immer noch entscheiden.


    Und ja, die Kinder lieb haben und nett zu ihnen zu sein, ist Voraussetzung. Aber das geht einem ja durch eine gute und intensive Ausbildung nicht verloren. Menschen, deren Hauptkompetenz das ist und die eine Ausbildung, aus welchen Gründen auch immer nicht machen (möchten... können...) kann es ja trotzdem geben. Da bin ich absolut dafür - aber zusätzlich und nicht statt dessen.


    Gegen den Personalmangel hätte man schon vor 10, 15 Jahren etwas tun müssen, der ist ja nicht plötzlich und unvorhersehbar entstanden. Der nächstbeste Zeitpunkt wäre halt jetzt.


    Ich finde trotzdem nicht, daß der richtige Weg aus dem aktuellen Dilemma ist, die Erwartungen an die Ausbildung (und mMn auch die spätere Qualität der pädagogischen Arbeit) runterzuschrauben. Der richtige Weg wäre mMn die Qualität der Ausbildung wieder HOCH zu setzen. Damit auch das "auf den Beruf wirklich vorbereitet sein", die Fachkompetenz und damit auch die allgemeine Anerkennung.

    Aktuell fällt auch in der Ausbildung oft unglaublich viel aus, es wird immer wieder neu herumexperimentiert und die Leute können allzuoft sehen woher sie das Wissen bekommen. Gleichzeitig wird viel Wert auf Dinge gelegt, die absolut nicht alltagsrelevant sind (ich sag 16 Seiten Planung für 20 Minuten Prüfungsangebot #eek )


    Gleichzeitig könnte man - würde man wirklich etwas ändern wollen und wäre bereit das nötige Geld in die Hand zu nehmen - mehr ZUSÄTZLICHE Kräfte einstellen, die unterstützen und z.B. auch bei krankheitsbedingtem Ausfall zeitweise doch mal selbständig einspringen können. Aber eben nicht dauerhaft "verheizt" werden. Ich weiß nicht wie es woanders ist, der "Sozialassistent" wird hier eigentlich von keinem wirklich als eigenständiger Beruf gesehen sondern nur als "Sprungbrett" für weiteres.

    Warum? Das zu ändern, indem man Stellen dafür zusätzlich(!) schafft und ordentlich bezahlt (und sie nicht als Lückenstopfer sieht) wäre auch eine Möglichkeit.


    Die Auswirkungen würde man spätestens in 2 Jahren sehen, wenn es mehr unterstützende Kräfte gäbe. Und dann in 3-5 Jahren auch beim weiteren Fachpersonal, WENN man es schaffen würde, den Beruf attraktiver zu machen (und das finanzielle ist für viele da eher zweitrangig).


    Schneller geht´s einfach nicht. Und billiger auch nicht. Aber vermutlich wird nicht mal das passieren. Weil es Geld kostet und weil es "nur" um Kinder geht.

    Hallo,



    Ja.


    Der Träger verlangt neben der Einhaltung der Bildungspläne auch unglaublich viel Schreibkram und Dinge, die im Alltag eigentlich nicht so wichtig sind (Spielzeug im Regal nach Bildungsbereichen sortieren und nicht danach, welche Spiele am sinnvollsten aufeinander passen z.B.)


    Die Erwartungen er Eltern reichen von: "Kiga/Hort ersetzt bitte mit seinen Angeboten Musikschule, Tankkreis, Englischkurs, Sportvertein, (Hort) Nachhilfe, sorgt dafür, daß mein Kind gut erzogen ist..." bis zu "Mir völlig egal, was da läuft, Haupstsache, ich krieg sie heil wieder bzw. Hort Haupstache die machen ihre Hausaufgaben und werden pünktlich losgeschickt. Die sollen mich bitte nicht mit Entwicklungsgesprächen nerven (während der Träger wiederum drauf besteht, daß sie gehalten werden...)". Beides ist ja auch irgendwie nachvollziehbar.


    Die meisten Eltern mit denen ich zusammenarbeite sind echt nett. Die anderen sind aber meist lauter.

    (Ein Tipp - wenn ihr zufrieden seid, sagts denen ab und zu mal, einfach so, zwischendurch, das tut sooooo gut und gibt Kraft! )

    Hallo,


    thistlejo und Drahtesel Danke schön...


    Du hast jetzt ganz viele Dinge geschrieben, die sehr sinnvoll klingen und so sein sollten, und auch wenn ich selber Gitarre spielen sehr liebe, finde ich es im Kindergartenbereich oft schön, ohne Instrument zu singen, gerade weil es da viele Lieder mit Gestik oder Singspiele gibt. Da ist eine Gitarre eher hinderlich - bei größeren Kindern dann wieder schön.


    Na ja, wenn ich Gitarre spielen KANN, bin ich ja trotzdem in der Lage, sie wegzustellen, wenn ich gerade Fingerspiele machen möchte. Daher finde ich sie aufs Ganze gesehen nicht "hinderlich"... ;)


    Ich finde es durchaus auch von Vorteil, eine wuselige Kindergruppe (egal wie alt) mit Musik durch den Tag begleiten zu können, mir ein neues Lied zum aktuellen Thema von den Noten her im Kopf oder mit Hilfe der Gitarre erschließen zu können, auch wenn es natürlich kein Hauptkriterium ist.


    Zum Thema CD vs. selber singen könnte ich hier von einer interessanten Weiterbildung berichten, aber ich fürchte, das geht zu weit... ?


    Aber es geht ja auch nicht um die Gitarre speziell (ich hatte da nur eingehakt, weil es hier im Strang hieß, daß Gitarre spielen KÖNNEN damals bei uns eine Voraussetzung bei der Zulassung zur Ausbildung gewesen wäre), sondern allgemein um eine hochwertige allgemeine Ausbildung mit gewissen Ansprüchen. Ob nun mit Studium oder nicht, mag ich nicht entscheiden, ich finde nicht, daß es dem Beruf schadet, wenn man ihn aufwertet.


    Gerade auch um ihn attraktiv zu machen. Aktuell kenne ich einige junge Leute, die es eigentlich ganz spannend fänden oder sogar die Ausbildung machen, aber nie im Beruf landen, weil die Gruppen so groß bzw. so schlecht besetzt sind, daß sinnvolles arbeiten nicht möglich ist und man permanent den eigenen Ansprüchen an eine gute Arbeit und den Erwartungen von Eltern und Trägern hinterherrennt - da beißt sich die Katze in den Schwanz - weil die schriftliche Dokumentation immer mehr (mMn übermäßig viel) Raum einnimmt, und vor allem Ausbildungslänge in keiner Relation zum Gehalt und zur gesellschaftlichen Anerkennung stehen.


    Kindergarten, Krippe und Hort sind für mich nach wie vor Orte, an denen den Kindern viel Freiraum gegeben werden soll, wo sie aber auch eine allseitige kindgerechte Bildung bekommen. Gerade im Blick darauf, daß viele Kinder 8-10 Stunden da sind (und danach vermutlich zu KO für Musikschule und co.) und noch wichtiger - im Blick auf Chancengleichheit. Und dafür müsste es halt auch in der Ausbildung wichtig sein.


    Es gibt einfach keine "schnelle Lösung", die gleichzeitig eine "gute Lösung" und gar noch eine "billige Lösung" ist. Man muss gleichzeitig JETZT Hilfe schaffen (ordentlich bezahlte Helferstellen ZUSÄTZLICH, nicht "statt dessen" z.B.) UND in die Zukunft investieren. Aber wer will das schon...

    Hallo,


    So, nun meldet sich hier mal eine der "alten" zu Wort. Vielleicht schon so`n oller, nix mehr kappierender "Boomer" (ich hasse diese Einteilungen, echt...) . Nachdem ich eine Weile ins Forum reingelesen habe (hab gerade etwas Zeit und das Thema interessiert mich halt...) bin ich bei dem Thread hängen geblieben.


    Ja, es gab Voruntersuchungen damals bei uns UND ich finde sie bis heute sinnvoll und wichtig. Es gab eine Stimmuntersuchung - dabei ging es aber weniger um die Tonlage. Ich habe eine ausgeprägte Altstimme und "durfte" Kindergärtnerin werden. #weissnicht

    Es ging darum, ob die Stimme GESUND ist - ist halt irgendwie blöd, wenn man erst nach der Ausbildung feststellt, daß die Stimme dank Vorerkrankung nicht mitmacht und man nach einem halben Jahr im Job dank Dauerheiserkeit wieder draußen ist. (wer weiß schon, ob er beginnende Knötchen auf den Stimmbändern hat?) .


    In der Ausbildung hatten wir dann -unter anderem - tatsächlich Stimmerziehung (Sprechstimme) und Gesangsstunden. Nicht um operntauglich singen zu können oder um irgendwen auszusortieren, sondern um unsere Stimme GESUND zu erhalten und die Entwicklung der Stimmen der Kinder ebenfalls gesund begleiten zu können. Ist beides aus meiner Sicht einfach zutiefst sinnvoll.


    Das gleiche gilt für die orthopädische Voruntersuchung - daß mit meinem Rücken Krippe keine gute Idee ist, musste ich dann später am eigenen Leib fühlen, als wir allgemein "Erzieherin" waren und vom Träger dahin versetzt wurden, wo er es gerade braucht, ohne nochmalige medizinische Untersuchung. Kindergarten und Hort gehen wunderbar - Krippe hat mir massive Rückenschmerzen beschert, für die ich keine Hilfe beklommen habe und die mich schon an ein eine Berufsunfähigkeit haben denken lassen.


    Gitarre wurde IN der Ausbildung unterrichtet, genau so wie einiges anderes, was sich meine Praktikantinnen wünschen, wenn wir über unsere Ausbildungen reden, vor allem Didaktik, Methodik + die wirklich konkrete alltagsbezogene praktische Umsetzung. Und ja, doch, der Griff zu einem Instrument ist nicht zwingend notwendig (manche haben nach der Ausbildung nie wieder gespielt), aber ich finde schon, daß auch singen und musizieren genauso wie Sport (nicht nur Wettspiele), ein gewisses Maß an Naturkunde, Kunstgestaltung ... zum Kinderalltag gehören sollten. Da kann man mich gerne super altmodisch finden. Ja klar, Voraussetzung ist zuerst mal ein großes Herz für die Kinder, aber ich gebe zu, wenn mir eine junge neue Kollegin sagt: "Ach, singen kann ich nicht... ne, also in der Natur kenne ich mich nicht aus, keine Ahnung, was das für ein Baum ist... Basteln ist echt nicht so meins... Ach, Sport ist heute? Naja, Ich weiß wie Feuer Wasser Sturm geht... ", wenn sie nicht weiß,. wie sie Übergangssituationen gut begleiten kann, kein Lied, keinen Reim, kein Fingerspiel weiß und so weiter, dann bin ICH jedenfalls froh über meine Ausbildung damals.


    Tja - was noch? Ja, es war ein Studium. Zwar nur ein "Fachschulstudium", aber ja, es brachte eine gewisse "Wertigkeit", ein gewisses Ansehen mit sich. Ich habe selbst schon erlebt, wie sich bei einigen Menschen (Eltern, Fachmenschen...) das Verhalten mit gegenüber ändert, wenn ich "Damals im Studium..." einfließen lasse. Mache ich wirklich nur selten, eigentlich nur dann, wenn ich das Gefühl habe, jemand ist mir gegenüber echt überheblich.

    3 Jahre, echt intensiv, aber es war im Verhältnis zu anderen berufen auch recht gut gestellt und fühlte sich tatsächlich anders "gesellschaftlich gewürdigt" als das heute der Fall ist.


    Nein, es war nicht alles Gold was glänzt. Es gab viele Dinge bei denen ich froh bin, daß sie heute anders sind, egal ob das den Erziehungsstil betrifft (wobei mein Gefühl ist, daß das weniger am Alter liegt...) , die politischen Hintergründe und so weiter. Aber es war eben auch nicht alles Mist oder "unnötig".


    Falls es Fragen gibt, gerne.

    Hallo,


    Ich unterschreibe komplett bei Trin , auch zu den eingewanderten Redewendungen aus dem Englischen. Die gab es in meiner Region (Nordost) „früher“ nicht. Besonders fällt mir das auch bei „weil“-Konstruktionen auf, die inzwischen fast nur noch nach dem englischen Satzbau zu hören sind. Noch kämpfe ich dagegen an bei mir und den Kindern, aber den Kampf werde ich verlieren😂.

    Und ja, hier heißt es ausschließlich „zu Weihnachten“ und „zu Ostern“ etc.


    "Etwas macht Sinn" wäre bei mir in der Schule sicher noch angestrichen worden. So wie ""Ich mach die Treppe runter" statt "ich gehe" oder "Ich tu mal den Müll raus bringen".


    "Weil" statt "denn" schleicht sich auch immer mehr rein, auch "Ich bin am...." (Ich bin am lesen, ich bin am putzen" oder gar "am ... mache". (Ich bin am Hausaufgaben machen, Ich bin am Essen machen).


    Ich sag ja nicht mal, daß es "falsch" ist, aber es ist/war für mich eben ungewohnt.

    Inzwischen wundert sich ja kaum noch jemand über Formulierungen wie "Das macht doch keinen sinn" oder auch "Ich habe jetzt erst realisiert, wer hinter diesem Nick steck" o.ä.

    Warum sollte man sich über diese Formulierungen wundern?


    Weil das Formulierungen sind, die erst in den letzten Jahren in die allgemeine deutsche Sprache reingewachsen sind. Ich bin alt genug, um mich darüber "noch gewundert zu haben". ;)


    Etwas "realisieren" hieß zu meiner Kindheit noch "etwas geplantes umsetzen, es wirklich, also "real" machen" aber es hatte nicht die Bedeutung von "etwas verstehen, etwas begreifen". Das ist eine Bedeutungs-Übertragung aus dem englischen.

    Genau so: "Das macht keinen Sinn". Das ursprüngliche "Das ergibt keinen Sinn" bzw. "Das ist nicht sinnvoll" wird durch die wörtliche Übersetzung aus dem englischen "It makes (no) sense" ergänzt (vielleicht auch irgendwann ersetzt).

    Hallo,


    Stecken wären hier lange dünne (meist Natur)Hölzer.


    Stöcke dagegen können kurz oder lang und dick oder dünn sein. Unter einem stecken würde ich mir niemals einen kurzen dicken Stock vorstellen oder ein kurzes Ästchen zum Feuermachen o.ä. , während ein Stock durchaus auch ein langer dünner Wanderstab/Wanderstecken sein kann.


    Gibt es echt Regionen wo man da beides mal zu oder an sagen würde?


    Meistens "zu", aber immer öfter auch "an". Ähnlich wie Preschoolmum schreib "Wir starten zu oder an Ostern mit diesem Projekt, Abgabetermin wäre zu oder an Ostern" , das "an" aber eher da, wo jemand "dienstlich" wirken will (also so in etwas "In 2021...haben wir dieses Projekt begonnen"

    Normalerweise heißt es aber "wir treffen uns zu Ostern, ich wünsche mir zu Weihnachten, zu Pfingsten hab ich Urlaub... " - da passt für mich auch nie "an".


    Ich denke, es gibt generell viel mehr Sprachvermischungen (Umzüge, Vermeidung des Dialektes) und Sprache wandelt sich auch ständig.


    Inzwischen wundert sich ja kaum noch jemand über Formulierungen wie "Das macht doch keinen sinn" oder auch "Ich habe jetzt erst realisiert, wer hinter diesem Nick steck" o.ä.

    Hallo,


    Was sagt man denn statt „an Ostern“?


    Zu Ostern/Weihnachten.

    "An Ostern" hatte ich für eine falsch verwendete Grammatikübertragung gehalten (at christmas). #schäm

    So wie "In 2021 ..." statt "im Jahr 2021..." oder einfach nur "2021... " oder "das macht (keinen) Sinn oder auch 2Da habe ich erst realisiert" (im Sinne von Verstanden).


    Dafür hatten sich im Studium mal Leute wegen der Bewertung einer Aufgabe rumdiskutiert. Sie meinten fest, "die Bach" wäre genau so richtig wie "der Bach". Als Beweis brachten sie Aufsatzhefte (Oberstufe) mit, in denen der Lehrer, der den gleichen Dialekt sprach, "Wir gingen an die Bach" nicht als falsch angestrichen hatte.


    Ich habe kalt, ich bin gesessen, klingt für mich auch falsch. Allerdrings habe ich das auch das erste Mal im Leben von jemandem mit nicht-deutsch-Muttersprachlichem Hintergrund gehört bei dem solche Verwechslungen einfach vorkamen, so daß für mich klar war, daß es daran liegt. Daß es an dem Dialekt liegen könnte, die diese Person beim Deutsch-lernen umgab, ist mir erst viel später in den Sinn gekommen.

    Hallo,


    Auch wenn ich jetzt wahrscheinlich getuppert werden #tuppern:
    Ich würde mich in diesem Fall über den Wunsch des Babys nach Autonomie hinweg setzen und es ganz normal wickeln. #angstDie Maus ist mit 11 Monaten einfach noch zu klein, um deine ganzen Erklärungen zu verstehen und zu kooperieren.



    Prinzipiell bin ich auch der Meinung es gibt einige Situationen (wenn auch weniger als man oft denkt), in der der Erwachsene einfach wirklich weiß, was fürs Kind besser ist und handeln muss. Und ja, das darf das Kind Mist finden und auch sehr vehement äußern. Bin ich überzeugt davon, daß das was ich tue der einzige Weg ist, kann und muss ich das aushalten.


    Aber je nach dem wie "vehement" das Kind veranlagt ist, kann das aber auch schon bei einem 11-Monate altem Kind in einen echten körperlichen Kampf ausarten, der nur mit sehr viel Krafteinsatz "gewonnen" werfen kann. Und das mehrmals täglich....?


    Das ist ähnlich wie beim Zähneputzen - ich bin immer fasziniert, wenn Eltern schreiben, sie hätten ihrem Kind unter allen Umständen die Zähe geputzt, auch wenn das Kind sich wehrt - aber GEWALT hätten sie natürlich nicht angewendet.

    Bei meinen wäre das nicht möglich gewesen.


    Und sobald "Körpereinsatz" nötig war (da, wo es aus unserer Sicht wirklich lebenswichtig war), führte das auch nicht dazu, daß sie nachgaben, auch nicht nach ein paar Wochen oder Monaten, leider.


    Von daher verstehe ich es sehr gut, wenn man Wege such, die einen nicht erst in so eine Spirale rutschen lassen.


    Allgemein:

    Ich kann mir vorstellen, daß es das Kind auch unter Drucks setzt, wenn gleich 2 Erwachsene an ihm rumhandtieren. Wenn man eh schon emotional an der Grenze ist, baut das eventuell noch mehr Druck auf? Vielleicht doch alleine und mit viel Geduld versuchen... auch wenn es länger dauert. (Erst mal nur das grobe weg, damit das Bad nciht verschmiert, dann irgendwas spielen und ev. och mal für den Rest kurz drüberwischen, ehe man irgendwann eine neue Windel ran macht)

    Wie schnell wird es denn wund? Muß es immer komplett perfekt sein? Nicht falsch verstehen, ich plädiere nicht dafür, daß Kind verdreckt herumlaufen zu lassen, aber vielleicht reicht es ja, die Sache für ein paar Tage etwas entspannter anzugehen und "optisch sauber reicht" gelten zu lassen...


    Ich wünsch euch eine gute Lösung...

    Hallo,


    Ist es möglich , zu erkenne, wann sie groß muss und ihr dann das Abhalten anzubieten? Sicher braucht es eine Gewöhnungszeit und vermutlich klappt es auch nicht jedes Mal - aber wenn ein paar der Stresssituationen so aufgefangen werden könnten, wäre das doch schon ein Gewinn.


    Konsequent sofort wickeln, damit sich gar nichts erst "breitstitzt" macht ihr vermutlich schon.


    Ansonsten kann man wohl nur immer wieder neu rumprobieren, was heute klappt, kann morgen Katastrophe sein und andersrum...


    Alles Gute, Trin

    Hallo,


    Im Gitterbett haben nur 2 unserer Kinder geschlafen und das bis maximal etwas über ein Jahr und nur für den Mittagsschlaf. Danach (eigentlich schon so ab 10 Monaten) sind sie sowieso ständig rausgeklettert und dann war es uns einfach zu gefährlich, unabhängig davon, ob es von der Größe her noch gepasst hätte. Dann lag die Matratze ohne "Umrandung" neben dem Elternbett. Das bot mehr Platz und keine Verletzungsgefahr, so war es für alle angenehmer.


    Als wir das Schlafzimmer umgebaut haben, hatten wir 3 Bodennahe 1mx2m Matratzen - Platz genug für mehrere Familienmitglieder und keine Absturzmöglichkeit durch Gitter.

    (OK, für 6 Leute wurde es dann doch wieder eng, da lang dann noch eine Matte oben quer)


    Ich würde wohl eher dazu tendieren, ein Bett im Eigenbau einzupassen als ein Gitterbett zu kaufen. Dann kann der Bettanbau später ja im Kinderzimmer zur Kuschelecke oder zum Sofa werden.

    Hallo,


    Ganz unterschiedlich. Als mit 10 definitv noch, da waren sie noch ganz intensiv dabei.

    Die großen insgesant länger, ich glaube, sie hatten zum einen das Bedürfnis, zum anderen hatten sie einfach immer die Jüngeren Geschwister oder auch Klassenkameraden (Jahrgangsübergreifende Klassen auch bei den Großen), für die/mit denen sie spielten.

    Mit 13 aber eher nicht mehr, zumindest nicht Sachen wie Playmobil oder so etwas (Barby hatten wir nicht). Aber weg durften die Sachen noch lange nicht. Wobei ich weiß, daß eine Tochter noch in der 7. Klasse Schleichferde mitgenommen hat, um sie in der Freiarbeitszeit um sich rum aufzustellen und in der Pause damit zu sielen 2Weil die Kleinen (Fünftklässler) sich da freuen und gerne mitspielen"


    Auf Arbeit bekomme ich mit, daß die Spanne da sehr groß ist, bei den Viertklässlern sind einige noch so richtige Spielkinder und versinken in ihren Welten. andere bauen intensiv Lego...

    Andere erzählen stolz, daß sie jetzt ein Jugendzimmer haben und kein Spielzeug mehr und das Wichtigste ist dann oft der Laptop und die richtigen Spiele darauf.


    Und ja, mit viel es schwer, Abschied zu nehmen. Wenn sie ausmisteten und mir ehemals heiß geliebte Kuscheltiere, Spieldinge, Bücher o.ä. gebracht wurden "Kannst du da auf Arbeit brauchen? Sonst kann es weg..."


    Da hinkte diese Mutter hier immer ihren Kindern etwas hinterher...

    Hallo,


    "Stöcker" hab ich erst hier im Forum kennengelernt und dachte damals, es wäre ein Verschreiber. So was fällt mir auf und klingt/liest sich für mich "falsch".


    Andere Sachen eher nicht, im Hörbeispiel musste ich mehrmals hinhören, um, zu verstehen, was gemeint ist. Vielleicht, weil in meiner Kindheit, viele Kinderfilmen so ähnlich gesprochen wurde?


    Ich finde es übrigens oft schwer zu unterscheiden, was wirklich Dialekt ist und was ... andere Gründe hat, keine Ahnung, wie sich das dann nennt.


    Hier sagen manche Leute "Bei die/bei de" . Bsp: "Geht ihr heute bei de Entchen?" bzw. eigentlich "Gehder heide beide Entchn?") . Ist das nun tatsächlich Daialekt - oder schlicht falsch? Der Kartoffel, die/de Bach, frühs ... "Mir spieln nachords mim Garl an de Bach, Muddie" "Ar zum Ahmbrohd seider widder da, mir essen heud ä bissl zeidchor!"


    So spricht eigentlich kaum noch jemand, aber einzelne Formulierungen schleichen sich schon hier und da rein.


    Wie gesagt, das was im Film gesprochen wird, klingt für mich nicht "falsch" und irgendwie vertraut, so wurde in den DDR-Filmen oft gesprochen und für mich war es damals als Kind ganz allgemein "berlienerisch" .


    Für meine Ohren klingt das eher als falsches Deutsch.


    Ich würde z.B. in dem Satz sagen: "Wie" und nicht "als". NB oder "klingt das nach schlechtem Deutsch". Oder einfach nur "für mich klingt das falsch". Aber "als" an der Stelle kling tatsächlich "falsch"

    #angst

    Ich bin noch nicht so lange hier im Forum aber ehrlich gesagt schrecken mich solche Aussagen ab, hier nochmal etwas zu schreiben oder zu fragen. Offensichtlich ist nur Hilfe bei existentiellen Problemen erwünscht? Oder gibt es irgendwo für mich nach lesbare Regeln, welche Fragen erlaubt sind und welche nicht? Was bei mir dann aber die Frage aufwirft, woher dann die vielen Plauderthemen "Ich brauche einen neuen Staubsauger" und ähnliches kommen?


    Ne, frag ruhig weiter. Und klar darf man auch sagen, wenn man bestimmte Läden/Farben/Schnitte... nicht mag. Aber vielleicht etwas sensibler ausgedrückt ;)


    Denn für viele hier ist es finanziell nicht machbar, alles in Bioqualität zu kaufen und da sind Enstings und co. nicht das Schlechteste (Meine sind ja schon groß und ich will auch gar keine Werbung machen, aber Ernstings gehörte oft mit zu den Sachen, die tatsächlich durch 4 Geschwister und dann noch weitergegeben werden konnten - also schon irgendwie auch nachhaltig, während manche teuren Wollsachen z.B. nach dem ersten Kind schon recht verwaschen aussahen oder gar nicht vertragen wurden, es ist wie vieles im Leben halt nicht schwarz-weiß... )


    Was den "Subtext" angeht, den jemand erwähnt hat - dazu hatte ich ja auch schon was geschrieben - es gibt ja viele Gründe für das "viel schenken".

    Bei dem was du über die Oma geschrieben hast, scheinen es mir aber, als ob ei euch keine vordergründig negativen Botschaften dahinter zu stecken, sondern daß es für sie wirklich eine Form der Zuwendung, des "Freude machen wollen" ist.


    Allgemein stimme ich Hagendeel zu - sehr viel macht für die Kinder auch aus, wie ICH zu etwas stehe. "Ertrage" ich das Schenken äußerlich tapfer lächelnd und innerlich zähneknirschend, rege mich aber hinterher innerlich oder auch äußerlich auf oder bin enttäuscht, weil ich mir vom Geld der Großeltern andere, bessere Geschenke erhofft hätte (um mal 2 Extreme zu nennen, die so ausgeprägt sicher nicht vorkommen, hoffe ich) , wird es beiden Kindern anderes bewirken als wenn ich es als eine der Formen ansehe, in der sie "Liebe" zeigen (auch wenn sie manchmal danebenliegen).


    Mein Eindruck ist, daß bei der älteren Generation "Liebe zeigen" oft sowieso öfter mal über Materielles läuft und "schenken KÖNNEN" als sehr positiv empfunden wird - weil "Mangel kennen" noch viel näher war als heute (zumindest in deren Elterngeneration). Kann aber auch sein, daß das sich inzwischen geändert hat (Ich bin ja schon älter) . Auch das machte es mir - irgendwann - leichter es gelassener zu sehen.

    Hallo,


    Man kann nicht wissen wie es läuft...


    Ja, man kann Vermutungen anstellen, aber wirklich wissen kann man es nicht. Da spielt einfach zu viel rein, wie das Kidn sich entwickelt, der Freundeskreis, an welche Pädagogen es gerät usw.


    Darum würde ich wie geschrieben für JETZT entscheiden, mit der Option,. die Entscheidung auch wieder zu ändern, wenn es das Bessere scheint.


    Welcher Abschluss am Ende "besser" im Sinne von "nützlicher" ist, weiß keiner. Kommt ja drauf an, wo es danach hingehen soll und welche Möglichkeiten es bei euch da gibt.


    Wie gesagt, hier bei den Kids 2x guter und 1x superguter Realschulanschluß + "aufgesatteltes" Abi, 2x mit ziemlich guten Leistungen, 1x - wir werden sehen (Das ist die Kategorie "nicht-fleißiges Kerlchen, kommt aber bisher passabel durch" ;)

    (Und 1x sehr guter Realschulabschluss, dann Ausbildung nach einem "Umweg", weil der für diesen jungen Menschen so angebracht war.)

    Keiner kann sagen, wie es ausgesehen hätte, wären sie gleich aufs Gymnasium gekommen. Bei einem Kind denke ich, es wäre rein schulisch auch da glatt durchgekommen - aber dieses Kind wollte am klarsten von allen NICHT aufs Gym.


    Obwohl bei uns "auf dem direkten Wege" generell alle G8 machen (schon immer und so wird es vermutlich auch bleiben) , fand ich das zusätzliche Jahr kein Problem und meine Kinder auch nicht. Am Ende wird im Laufe des Lebens vermutlich selten einer fragen, ob sie das Abi mit 18 oder 19 gemacht haben. Selbst dann nicht, wenn es erst mit 20 wäre (passiert ja auch sonst manchmal, wenn jemand wiederholt).


    Daher wie gesagt - so gut es im Moment geht schauen und rumfragen und "für jetzt" entscheiden...


    Schwierig und viel zu früh ist es sowieso. #hmpf

    Hallo,

    Bei ihrem letzten Absatz muss ich trin jetzt mal ganz vehement widersprechen.


    Du widersprichst doch gar nicht mir, sondern den Erfahrungen meiner Mutter als Lehrerin am Gymnasium ;)


    Und die haben nun mal besagt, daß Kinder, die mit relativ moderatem Lernaufwand (von "niemals lernen und komplett ohne jeden Fleiß" war ja keine Rede) in den Grundschuljahren mit großer Wahrscheinlichkeit ganz gut durchs Gymnasium kommen, während Kinder, die durch viel zusätzlichen Aufwand (Nachhilfe, sehr viel zusätzliches lernen zu Hause) sich da trotzbesserer Vornoten teilweise schwerer tun.


    IHRE Erfahrung war eben, daß Schüler/innen, die ihre sehr gute Leistungen (1- 2) in Klasse 4 vorrangig zusätzlichen Aufwand hatten, nicht selten irgendwann an ihre Grenze kamen (und nicht immer damit gelassen umgehen können), während Schüler/innen die mit moderatem Aufwand gute Leistungen (1-3) hatten nicht unbedingt schlechter dastanden. Daß man eben NICHT nur nach den Zahlen auf dem Papier gehen kann, gerade weil die Anforderungen der Grundschulen sehr verschieden sind und daß die emotionale Voraussetzung >(Umgang mit Stress, Umgang damit, wenn es doch mal keine Supernote wird...) auch eine Rolle spielt.


    Daß es für die allermeisten Schüler/innen nicht ohne Fleiß und häusliches Lernen gehen wird, ist auch klar, das hatte ich ja auch geschrieben, ganz im Gegenteil. (dieser Punkt war für meine Tochter z.B. einer der Gründe, nicht ans Gymnasium zu gehen, sie hatte erlebt, wie Freundinnen Sport, Instrument, Pfadfinder... aufgaben. mit der Begründung "durch die Schule leider keine Zeit mehr dafür" - aber auch da, das kann bei jedem Kind und auch jeder Schule anders sein, das war eben IHRE Erfahrung)


    Das sind allgemeine Erfahrungen, es heußt ja nicht, daß es bei einzelnen Kindern nicht auch anders laufen kann. Und natürlich spricht die Herkunftsschule auch mit rein (darauf bezog sich z.B. das oben geschriebene: Was für die einen FÜR eine Schule sprach, sprach für uns teilweise dagegen).


    Es kommt auch sehr darauf an, was das Kind will. Ein Kind, schulisch daß gut, aber vielleicht nicht hervorrangend ist, dem das Lernen insgesamt relativ leicht fällt, und das zusammen mit der Freundin aufs Gymnasium möchte, nicht zu lassen, ist aus meiner Sicht genau so problematisch wie ein Kind, daß notenmäßig mittendrin hängt, aus Sorge, daß es mal kein Abi hat, aufs Gymnasium zu drängen. (Aber selbst da spielen andere Sachen mit rein, falls z.B. eine der Schule eine "geht für uns gar nicht"-Schule ist, das gibt es ja auch).


    Am Ende hängt es sowieso vor allem an der jeweiligen Klassenzusammensetzung und an den jeweiligen Lehrer/innen.


    Lene804


    Vielleicht könnt ihr euch ja bei der Entscheidung vor Augen halten, daß es, auch wenn es manchmal so scheint, ja nicht "für immer" festgemauert sein muss und das auch dem Kind so vermitteln? Ihr nehmt die Schule, die euch gemeinsam im Moment als die bessere scheint und lasst dabei viele Aspekte mit reinspielen, da zählt der Abschluss mMn genau so wie die Freundin, der Weg, die Theatergruppe oder so was.... (Manchmal kann da eine ganz konkrete Leiste helfen, wo man aufschreibt, was für die eine und was für die andere Schule spricht und es dann ganz persönlich gewichtet.)

    Und daß ihr im Gespräch bleibt und sie wechseln kann, wenn es an irgend einem Punkt wirklich nicht passt.

    Das macht ein "Wir versuchen es mit Schule A oder mit Schule B" vielleicht etwas leichter und weniger bedrückend...


    Alles Gute.

    Hallo,


    Ich würde verschiedenes in die Überlegungen einbeziehen:


    Wie sind die Wege? Wer würde mit hinwechseln? Welche Unterstützungen werden angeboten, wenn es doch mal irgendwie hakt?

    Was bieten die Schulen wenn nicht gerade Corona ist, "drumrum" an (AGs, Interessengruppen, Theater, Chor, sonstige Angebote), ist da einiges dabei, was meinem Kind Freude macht, was sie Schule zu SEINER/ IHRER Schule machen kann? Findet sich dazu im Internet was? Was sagt die Schule dort über sich selbst, was sind ihre Schwerpunkte? Klar sagen und schreiben kann man viel, ob es auch umgsetzt wird, ist etwas anderes, aber so eine Tendenz ist ja schon da.


    Hat das Kind außerhalb der Schule ein Hobby, das Zeit braucht? Das schließt sich mit Gymnasium nicht aus, nicht falsch verstehen, aber ich hab leider mehrmals im Umfeld erlebt, daß Kinder dann doch das Instrument oder den Sport aufgaben, weil die Zeit fehlte (Das kann natürlich auch an der Realschule passieren).


    Was sagen andere über die Schule? Ich weiß,. das ist alles gerade schwierig, aber vielleicht findet sich da jemand?

    Nicht nur zufrieden/unzufrieden sondern was genau? Uns ging es so, daß das, was einige an einer Schule toll fanden, für uns ziemlich das war, was eher gegen dies Schule sprach, aber dazu musste man "zwischen den Sätzen hören" sozusagen. Und was andre an einer anderen Schule kritisierten für uns FÜR diese Schule (natürlich gabs auch viele, die diese Schule gut fanden. das waren in der Regel Leute, die in der Beziehung ähnlich gestrickt waren wie wir)


    Der eigentliche Abschluss wäre für mich zweitrangig, aber das kommt ja auch darauf an, wie es im eigenen Bundesland geregelt ist. Zumindest in unserem Bundesland kann man auch nach dem Abschluss der Realschule auf verschiedenen Wegen Abi machen. Fachabitur, an ein Regelgymnasium wechseln (dort Klasse 10 wiederholen, aber was solls, anderswo machen alle das Abi regulär erst nach 13 Schuljahren), alle die ich kenne, die das gemacht haben, sind gut zurechtgekommen. Oder eben berufliches Abitur (dauert 3 Jahre, schließt mit Vollem Abi + Zusatzquali ab) usw.


    Diesen Weg haben 3 meiner Kinder gewählt und sind froh drüber. Sie wollten an einer bestimmten Schule auf eine bestimmte Weise lernen und haben dann eben das Abi rangehängt, weil sie es so wollten.

    Bei bestimmten Berufen ist es auch möglich, nebenbei in der Ausbildung das Fachabitur zu erwerben und so weiter.


    Andererseits gibt es Schulen egal welcher Art, auf die ich ein sensibles Kind nicht gerne schicken würde, sei es wegen dem sozialen Miteinander (das ist nicht von der Schulform abhängig), sei es wegen den Leistungserwartungen (in jeder Richtung) ...


    All das wäre für mich ein Grund zu schauen, was JETZT für mein Kind passt und weniger nach dem "später mal". Aber wie gesagt, ich weiß nicht, wie das anderswo ist.


    Meine Mama war Lehrerin am Gymnasium und sie war der Meinung: Ein Kind, daß ohne große Hilfe und ohne allzuviel zu zusätzlich zu lernen (Also vor einem Test schon mal ins Heft schauen, aber halt nicht tagelang büffeln) von außen mit guten Leistungen und viel Gelassenheit, wenn es doch mal nicht so toll läuft durch die Grundschule rutscht, kommt auf dem Gymnasium mit großer Wahrscheinlichkeit gut zurecht. Bei einem Kind, daß mit sehr viel Lernen und Üben sehr gute Leistungen hatte oder/und sich selbst schnell unter Druck setzt, kann das schon anders aussehen, weil man irgendwann nicht mehr alles mit Fleiß erarbeiten kann.


    Schwere Entscheidung und ja, viel, viel zu früh, leider...

    Alle Gute.

    Hallo,


    Vielleicht hilft hier auch der Perspektivwechsel - wie wäre es für mich, wenn ich mal ein Enkelkind habe und diesem etwas mitbringen möchte, was ich einfach schön und passend finde - und dann wird es mir von den Eltern (also meinen Kindern/Schwiegerkindern) verboten. ich wäre glaube ich ziemlich traurig .. und denk deshalb auch, das ist es nicht wert.


    ich habe durch meine Erfahrungen und vor allem durch viele Jahre Forum gelernt, daß ich da seeeeehr vorsichtig sein werde,. Auch was Schwiegertöchter oder Schwiegersöhne angeht (dazu gibt es ja auch regelmäßig Stränge über "furchtbare" Geschenke...)

    DEN Fehler will ich mal nicht machen, ich werde nachfragen und wahrscheinlich auch nur zu festgelegten Anlässen schenken.


    Aber ich bin sicher, ich werde andere Fehler machen, vermutlich jede Menge. Oder vielleicht sagen meine Kinder mal: Schade. daß die Oma/Mama/Schwiegermama Trin nie einfach so selber mal Geschenke aussucht, sondern immer nachfragt, was wir für uns/fürs Kind haben wollen. Die andere Schwiegereltern/Großeltern haben immer so tolle eigene Ideen und die denken auch zwischendurch mal ans Kind, wenn sie was nettes sehen und schenken dann einfach so was. Macht nix wenn es mal nicht so passt, aber sie meinen es ja lieb ...."

    #zwinker